Stolpe (Holstein)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Stolpe
Stolpe (Holstein)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Stolpe hervorgehoben
54.12710.2228Koordinaten: 54° 8′ N, 10° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Plön
Amt: Bokhorst-Wankendorf
Höhe: 28 m ü. NHN
Fläche: 23,21 km²
Einwohner: 1253 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24601
Vorwahl: 04326
Kfz-Kennzeichen: PLÖ
Gemeindeschlüssel: 01 0 57 080
Adresse der Amtsverwaltung: Kampstraße 1
24601 Wankendorf
Webpräsenz: www.stolpe.de
Bürgermeister: Holger Bajorat
Lage der Gemeinde Stolpe im Kreis Plön
Karte

Stolpe ist eine Gemeinde im Kreis Plön in Schleswig-Holstein. Die Güter Depenau, Nettelau, Bundhorst und Horst liegen im Gemeindegebiet, das in seiner heutigen Form seit 1974 besteht.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Stolpe liegt etwa 16 km östlich von Neumünster, 22 km südlich von Kiel und 20 km westlich von Plön. Stolpe liegt am Stolper See, der teilweise im Eigentum der Gemeinde ist und von der Alten Schwentine durchflossen wird. Der Ort liegt an der Bundesautobahn 21 von Kiel nach Bad Segeberg. Per Bus ist Stolpe mit der Linie 410 der VKP zwischen Kiel und Bad Segeberg erreichbar. Von 1911 bis 1961 war Stolpe Bahnstation der Kleinbahn Kiel-Segeberg, deren Gleise bereits 1962 entfernt wurden.

Geschichte[Bearbeiten]

Archäologische Funde belegen, dass das Gebiet um Stolpe seit der Mittelsteinzeit besiedelt ist.

Der Name leitet sich vom altslawischen Wort stlŭpŭ für Säule oder Ständer ab, also vom Fischständer im Fluss, einer Vorrichtung zum Fischfang.[2] Andere Quellen leiten das Wort "von Palisaden geschützter Ort" ab.

Der Ort befand sich im Bereich des Limes Saxoniae, des Grenzstreifens der Sachsen zum Schutz vor den Abodriten im östlichen Schleswig-Holstein, der um 810 errichtet worden war. Die erste urkundliche Erwähnung Stolpes fand statt am 6. Februar 1316. Stolpe war bis zum Jahre 1815 Eigentum des Gutes Depenau.

In den Hexenverfolgungen 1678 bis 1687 sind 6 Verfahren wegen Hexerei und Zauberei belegt. 6 Menschen aus Depenau wurden in den Hexenprozessen hingerichtet.

1835 wurden durch Zufall unter einem Felsbrocken bei Stolpe zwei fünf bis sechs Zentimeter hohe goldene Schalen mit Deckeln gefunden. Eine davon hat einen Durchmesser von elf, die andere von zwölf Zentimeter. In der einen wurde ein goldener Armreif gefunden. Der Fund befindet sich heute im Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Depenau eingegliedert.[3] Die Gemeinde Depenau bestand aus dem Gutsbezirk der Güter Depenau, Horst, Nettelau und Bundhorst.

Politik[Bearbeiten]

Von den dreizehn Sitzen in der Gemeindevertretung haben die CDU seit der Kommunalwahl 2013 sechs, die Wählergemeinschaft WGS vier und die Grünen drei Sitze.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Durch einen silbernen Balken von Blau und Rot schräglinks geteilt. Oben zwei goldene frühgeschichtliche Schalen in Seitenansicht untereinander, die obere etwas größer als die untere; unten das silberne holsteinische Nesselblatt.“[4]

Die beiden Schalen zeigen die oben erwähnten Funde von 1835. Der Schrägbalken stellt die Teilung des Ortes durch die Autobahn 21 dar. Die Farben symbolisieren die Zugehörigkeit zu Schleswig-Holstein und das Nesselblatt die Lage im Landesteil Holstein.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde war bis in die 1970er Jahre landwirtschaftlich geprägt. Auch heute noch werden ein Hof im Ortsbereich, sowie mehrere Höfe im Außenbereich bewirtschaftet. Durch ihre zentrale Lage im Städtedreieck Kiel, Neumünster und Plön hat sich die Einwohnerzahl auf ca. 1300 erhöht. Die meisten Stolper Bürger und Bürgerinnen pendeln zu ihren Arbeitsstellen in der Region. In den 1990er Jahren errichtete Stolpe ein Gewerbegebiet an der Autobahn 21. Hier befindet sich die Straßenmeisterei Stolpe. Zudem findet man in Stolpe mehrere Handwerksbetriebe und diverse Dienstleister.

Kultur[Bearbeiten]

Innenhof des Kräuterparks in Stolpe, mit Wahrzeichen.

Ein touristischer Anziehungspunkt ist das Kräuter-Museum mit dem Kräuterpark und dem Café re-natur.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Anna Constantia Reichsgräfin von Cosel, geb. von Brockdorff (* 17. Oktober 1680 auf Gut Depenau, heute Ortsteil von Stolpe (Holstein); † 31. März 1765 in Stolpen) war neben Aurora von Königsmarck die bekannteste Mätresse Augusts des Starken.
  • Harriet Heise (* 20. Mai 1966), Fernsehjournalistin und -moderatorin des Norddeutschen Rundfunks, lebt mit ihrer Familie in Stolpe
  • Matthias Stührwoldt (* 23. Januar 1968), regional bekannter Autor, in Stolpe geboren

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stolpe (Holstein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 138.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart u. a. 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 184.
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein