Stolz
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Stolz [von mnd..: stolt = prächtig, stattlich] ist das Gefühl einer großen Zufriedenheit mit sich selbst, einer Hochachtung seiner selbst – sei es der eigenen Person, sei es in ihrem Zusammenhang mit einem hoch geachteten bzw. verehrten „Ganzen“.
Er entspringt der (subjektiven) Gewissheit, etwas Besonderes, Anerkennenswertes oder Zukunftsträchtiges geleistet zu haben oder daran mitzuwirken. Dabei kann der Maßstab, aus dem sich diese Gewissheit ableitet, sowohl innerhalb eines eigenen differenzierten Wertehorizonts herausgebildet als auch gesellschaftlich tradiert sein. Im ersten Fall fühlt man sich selbst bestätigt und in seiner Weltanschauung bestärkt („Ich bin stolz auf mich“), im anderen Fall sonnt man sich in der gesellschaftlichen Anerkennung („Ich bin stolz, etwas für meine Stadt geleistet zu haben“).
Ebenso wie bei Ärger, Ekel, Furcht, Traurigkeit, Überraschung und Freude, handelt es sich beim Stolz um eine elementare Emotion, die angeboren und nicht anerzogen ist. Die Gemütsbewegung wird durch eindeutige, in allen menschlichen Kulturen gleichartige Gesten und Gebärden ausgedrückt und wird daher universell wiedererkannt[1].
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Stolz in der Wertung der römisch-katholischen Kirche
Für die römisch-katholische Kirche ist Stolz als Übersetzung des lateinischen Wortes superbia die erste der sieben Hauptsünden. Dies geht aus dem Katechismus der katholischen Kirche hervor.
[Bearbeiten] Zitate
„Geltung, Ansehen und Macht werden aber zur Bedrohung, wenn das Geltungs- und Machtstreben entartet. Der eine wird aus Geltungssucht zum Streber. Er denkt nur an seine Karriere und schiebt rücksichtslos alles beiseite, was ihm im Wege steht. Er ist sogar bereit, Glauben und Religion aufzugeben, wenn er dadurch sein Ziel erreichen kann. Ein anderer stellt sich in überheblichem Stolz über alle anderen; er nützt seine Position aus und wird zum Tyrannen. Ein dritter schließlich verliert in falschem Vertrauen zu sich selbst das Vertrauen zu allem, auch zu Gott. Er meint, man könne sich auf niemand verlassen.“
[Bearbeiten] Wertung
Mitunter wird der Stolz in zwei Formen unterteilt: eine gesunde und eine kranke, das heißt neurotische Form (zum Beispiel propagiert von Karen Horney in ihrem Buch Neurose und menschliches Wachstum). Neurotischer Stolz ist es, wenn man stolz auf etwas ist, was man nicht selber geschaffen hat, oder eine andere neurotische Form ist natürlich auch, Leistungen erbracht zu haben, die gegen die Menschen gerichtet sind, zum Beispiel stolz zu sein, möglichst viele Leute betrogen zu haben. Gesunder Stolz liegt jedoch vor, wenn man etwas für sich (beispielsweise Ablegen einer Dissertation, Abitur) oder für die Gemeinschaft geleistet hat.
Hierbei ist jedoch zu beachten, ob dieser eben erwähnte Stolz auf gesellschaftliche Anerkennung abzielt oder ob man stolz auf sich selbst ist – sprich im Sinne einer persönlichen Eigenschaft oder das Gestilltsein des Drangs/Bedürfnis nach Zufriedenheit bzw. Anerkennung (was durchaus in Hochmut enden kann).
„Ich möchte gern, daß man Stolz als eine edle Eigenschaft der Seele ansähe; als ein Bewußtsein wahrer innerer Erhabenheit und Würde; als ein Gefühl der Unfähigkeit, niederträchtig zu handeln.“
[Bearbeiten] Spieltheorie
| Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (Literatur, Webseiten oder Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. Hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung. |
Stolz kann auch da „gesund“ sein, wo er zu einem irrational scheinenden Verzicht auf die Maximierung einer Nutzfunktion in Spielen (zum Beispiel in Verhandlungen) führt. In der Spieltheorie erweisen sich sogar „falscher Stolz“ und „Trotz“ als treibende Kraft rationaler Spielzüge, wenn sie zwar nicht die Nutzfunktion, um die gespielt wird, maximieren, aber – im Metaspiel – die Spielregeln selbst zu Gunsten des scheinbar irrationalen Spielers beeinflussen. (Es kann sich dabei auch um eine Veränderung der Spielregeln zu Gunsten des Clans dieses Spielers handeln.) Die Spieltheorie kann auch zeigen, dass das Zusammentreffen von Stolz und Schwäche kein Widerspruch ist. Stolz wird oft im Kontrast zu fehlenden Handlungsoptionen eines Spielers (eines Verhandlers) gesehen, aber gerade in einer schwachen Position hilft die Drohung mit scheinbar irrationalen Spielzügen. Darum ist Stolz auch in Verhandlungen zwischen Vertretern von Staaten eine rational einsetzbare Funktion.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Jessica L. Tracy & Richard W. Robins: Emerging Insights Into the Nature and Function of Pride. In: Current Directions in Psychological Science. Bd. 16, S. 147-150, Juni 2007. doi:10.1111/j.1467-8721.2007.00493. Bericht in Wissenschaft.de

