Stolz und Vorurteil

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Erste Ausgabe von Stolz und Vorurteil aus dem Jahr 1813

Stolz und Vorurteil (Originaltitel: Pride and Prejudice) ist der bekannteste Roman der britischen Schriftstellerin Jane Austen. Er erschien 1813.

Stolz und Vorurteil ist ein Entwicklungsroman, in dem die beiden Hauptfiguren Elizabeth Bennet und Fitzwilliam Darcy durch die Überwindung einiger Krisen reifen müssen, um sich in neuer Bescheidenheit und Einsicht in ihre Fehler für eine gemeinsame Zukunft zu finden. Allerdings ist dieses Werk der früh verstorbenen Schriftstellerin nicht nur als Liebesroman zu verstehen, sondern auch als zeitgenössische Gesellschaftsstudie. Das Thema einer Liebesgeschichte mit glücklichem Ausgang, die Art seiner Bearbeitung und unsere heutigen Erwartungen an Literatur sichern diesem Jahrhundertwerk auch heute noch eine große Aufmerksamkeit. Infolge unzähliger Auflagen, einiger Verfilmungen und sogar der Umarbeitung in ein Broadway-Musical (1959) ist sein Inhalt einer der bekanntesten der englischsprachigen Literatur; von dem Roman wurden weltweit bisher ca. 20 Millionen Exemplare verkauft.[1]

Handlung[Bearbeiten]

Der Roman beschreibt etwas mehr als ein Jahr im Leben einer kleinen Zahl von jungen Leuten auf dem Land in der Nähe Londons an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Im innersten Kreis dieser wohlhabenden bis reichen und teilweise adligen Familien steht die Familie Bennet mit ihren fünf Töchtern im Alter zwischen fünfzehn und Anfang zwanzig. Hauptthema ist die schließlich erfolgreiche Verheiratung von drei dieser jungen Frauen, die bei der Wahl ihrer Ehepartner jede für sich eine individuelle Balance von Liebe, ökonomischer Sicherheit und Standeszugehörigkeit finden. Dieser Start in ein selbstständiges Leben wird durch viele Intrigen und Missverständnisse, eben durch Stolz und Vorurteil, geprägt und verzögert.

Familie Bennet, Illustration von Hugh Thomson (1894)

Das Heiratsthema hat für die Bennets auch dadurch große Bedeutung, weil das Familiengut seiner Rechtsform nach ein Fideikommiss ist und nur als Ganzes und nur in der männlichen Linie (wie weit entfernt auch immer verwandt) vererbt werden darf. Stürbe der Familienvater, würden Mutter und Töchter den größten Teil ihres Vermögens an den Erben verlieren.

Als auf dem Nachbaranwesen der Bennets der junge, alleinstehende und vermögende Charles Bingley einzieht, beginnt Mutter Bennet, sich Hoffnungen auf dessen Heirat mit einer ihrer Töchter zu machen. Mr. Bingley bringt einen Freund, den gutaussehenden, aristokratischen, sehr stolzen und noch reicheren Mr. Darcy mit auf sein Anwesen, den alle, vor allem aber Elizabeth, mit 20 Jahren zweitälteste Tochter der Bennets, wegen seines Stolzes sehr bald unsympathisch finden. Als Elizabeth während eines Balls dann auch noch mit anhört, dass Mr. Darcy sie nicht hübsch genug findet, um sie zu einem Tanz aufzufordern, ist auch sie in ihrem Stolz verletzt und beginnt, ihn mit Schlagfertigkeit und Ironie an der Grenze des für eine junge Dame Erlaubten zu attackieren. Ihre ältere Schwester Jane (22) hat mehr Glück: Sie und Mr. Bingley verlieben sich ineinander.

Elizabeth erregt wenig später den Unwillen ihrer Mutter, da sie den Antrag ihres – von Austen als komische Person gezeichneten – Cousins und voraussichtlichen Erben des Bennet-Besitzes, Mr. Collins, ausschlägt und dieser seine Verehrung sehr zügig ihrer besten Freundin Charlotte zuwendet, die seinen Antrag in realistischer Einschätzung ihrer sonstigen Verhältnisse annimmt: Charlotte blickt auf bald 27 Lebensjahre zurück und auf ein nur kleines Erbe voraus.

Elizabeth nähert sich Mr. Wickham an, einem auf den ersten Blick sehr gewinnenden Offizier eines britischen Milizregiments, das in ihrem Heimatort stationiert ist. Dieser macht Mr. Darcy, den Sohn seines ehemaligen Gönners, für seine eigene finanzielle Misere verantwortlich, weil dieser ihm angeblich gegen den Willen von Darcys Vater aus Eifersucht ein Erbe verweigert habe. Elizabeth – von ihrem Vorurteil gegenüber Darcy beeinflusst – glaubt ihm diese Lüge. Elizabeth erregt währenddessen – von ihr selbst vollkommen unbemerkt – doch noch die Aufmerksamkeit Darcys: Ihre Schönheit und Klugheit – und auch ihre für ihn ungewohnte Keckheit ihm als der besten Partie der ganzen Grafschaft gegenüber – machen ihn zu ihrem stillen Verehrer.

Als Bingley überraschend beschließt, wieder nach London zurückzuziehen, obgleich ihre Schwester Jane Bingleys Liebe sehr züchtig erwidert, ahnt Elizabeth, dass seine Schwester Caroline Bingley mit irgendeiner Intrige für die Trennung der beiden verantwortlich ist. Elizabeth besucht ihre beste Freundin Charlotte, die nun in der Gegend von Darcys Tante, Lady Catherine de Bourgh, wohnt. Dort trifft sie Colonel Fitzwilliam, der ihr berichtet, dass Darcy für die Trennung von Mr. Bingley und ihrer Schwester verantwortlich ist, auch Darcy trifft sie dort, der sich mittlerweile in sie verliebt hat und ihr – sie fällt aus allen Wolken – einen Heiratsantrag macht: Trotz ihrer geringeren Herkunft, trotz seiner mit einer Heirat verbundenen Erniedrigung, trotz ihrer von ihm als peinlich empfundenen Familie und gegen sein besseres Wissen habe er seine Liebe zu ihr nicht niederringen können.

Darcy macht Elizabeth den Hof, Illustration von Hugh Thomson (1894)

Wieder in ihrem Stolz verletzt, weist sie ihn zornig zurück – aber dieser köstlich-verkorkste Heiratsantrag und seine Abweisung (34. Kapitel) sind der plot point des Romans: Ihre heftigen Vorwürfe bringen Darcy dazu, wichtige Umstände in einem langen Brief zu erklären, sich selbst in einem neuen Licht zu sehen und sein Verhalten zu ändern. So schreibt Darcy, dass nicht er Wickham das Erbe verweigert habe, sondern sie sich damals geeinigt hätten, Wickhams Anspruch auf eine Stelle und auf ein lebenslanges Einkommen in die einmalige Zahlung eines hohen Betrages umzuwandeln. Wickhams finanzielle Misere sei später durch seinen unsteten Lebenswandel und seinen Hang zum Glücksspiel entstanden. Zudem habe er versucht, Georgiana, Darcys erst 15-jährige und ihm als Vormund anvertraute Schwester und reiche Erbin, zu einer Entführung und heimlichen Heirat zu überreden.

Seine Schuld in der Jane-Bingley-Angelegenheit gesteht Darcy größtenteils ein, macht jedoch eine Einschränkung: Er sei sich aufgrund seiner Beobachtungen von Jane – auch Darcy übt sich in der Beobachtung als gesellschaftlicher Kunst – sicher gewesen, dass sie wenig für seinen Freund empfinde, und er habe Bingley nur vor einer unglücklichen Beziehung bewahren wollen. Elizabeth ist angesichts dieser Aufklärung beschämt und erkennt, wie sehr auch sie selbst von Stolz und Vorurteil befangen war: Sie war bisher davon überzeugt, besser als alle anderen aus einem offensichtlichen Verhalten auf den zugrundeliegenden Charakter schließen zu können. Sie bereut die Ablehnung des Antrages jedoch nicht und möchte Darcy nicht wieder treffen.

Im folgenden Sommer reist Elizabeth mit ihrer Tante und ihrem Onkel in die Grafschaft Derbyshire, in der auch der Landsitz Pemberley liegt, Darcys Gut mit seinem stattlichen Herrensitz. Auf Wunsch der Tante besichtigen sie das Anwesen, dessen Größe und Gestaltung Elizabeth sehr beeindrucken und ihr – zusammen mit den Aussagen seiner Dienerschaft – weitere Hinweise auf Darcys wirkliche Vornehmheit geben. Die Besucher treffen unerwartet auf den Eigentümer, der sich Elizabeth und ihrer Verwandtschaft gegenüber wie ausgewechselt verhält: sehr höflich, sehr verbindlich und zum ersten Mal liebenswert. Als Elizabeth die Nachricht erhält, dass ihre jüngste Schwester Lydia zusammen mit dem Offizier Wickham durchgebrannt sei, reist Elizabeth fluchtartig mit ihrer Verwandtschaft ab, um ihrer Familie in dieser Krise beizustehen: Eine Liaison ohne Heirat und möglicherweise ein uneheliches Kind würden den Ruf der ganzen Bennet-Familie zerstören und die Heiratschancen aller anderen Schwestern deutlich verringern.

Darcy, der sich vorwerfen muss, Wickhams wirklichen Charakter mit Rücksicht auf seine Schwester nicht schon früher enthüllt zu haben, engagiert sich nun zur Rettung des Rufs der Familie Bennet – natürlich vorrangig, um Elizabeth zu schützen, die er immer noch liebt. Es gelingt ihm, Lydia und Wickham in London zu finden und Wickham durch die Zahlung eines wiederum größeren Geldbetrages zur Heirat mit Lydia zu bewegen. Als Elizabeth als einzige der Bennets außer Lydia von Darcys Einmischung erfährt, ist sie sich ihrer Zuneigung zu ihm gewiss – aber leider auch seiner wiedererwachten Ablehnung ihrer ja zum Teil moralisch ungefestigten Familie gegenüber. Tatsächlich aber trägt Darcy seine eigene moralische Schuld – wieder haben die beiden Hauptfiguren ähnliche Schwächen – im Hintergrund weiter ab und wirkt auf seinen Freund Bingley ein, sich wieder Elizabeths Schwester Jane zuzuwenden. Bingley erneuert seine Bewunderung für Jane und macht ihr bald darauf einen Heiratsantrag.

Während sich Darcy für kurze Zeit in London aufhält, erscheint seine Tante, die sehr aristokratische und sehr überhebliche Lady Catherine de Bourgh, überraschend bei den Bennets: Zu ihr seien Gerüchte gedrungen, ihr Neffe wolle Elizabeth heiraten, was sie um der Heirat ihrer eigenen Tochter mit Darcy und der Ehre ihrer Familien wegen verhindern müsse. In falschem Stolz und voller Standesvorurteile versucht sie, Elizabeth das Versprechen abzuringen, einen möglichen Antrag Darcys auch in Zukunft abzulehnen. Elizabeth, die in diesem Dialog den Anspruch auf individuelles Glück so programmatisch wie nirgendwo sonst formuliert, lässt das traditionelle Lebenskonzept Lady de Bourghs selbstbewusst an sich abperlen. Lady Catherine gibt jedoch nicht auf, besucht ihren Neffen in London und berichtet ihm empört von Elizabeths Frechheiten. In einer weiteren kunstvollen Verschlingung der Ereignisse durch die Autorin hat auch diese Handlung ein unerwartetes Resultat: Darcy gewinnt aus Elizabeths Widerstand gegen seine Tante neue Hoffnung auf Elizabeths Zuneigung und besucht sie in Longbourn. Beide erklären sich nun in einer Art gegenseitigem, unförmlich-förmlichen Antrag endlich ihre Zuneigung. Die Schwestern Jane und Elizabeth heiraten bald darauf die Freunde Bingley und Darcy.

Entstehung und Veröffentlichung[Bearbeiten]

Eine erste Version des Romans entwarf Jane Austen bereits im Alter von 21 Jahren unter dem Titel First Impressions (Erste Eindrücke). In dieser Form wurde er 1797 von Jane Austens Vater einem Verleger angeboten, der ihn jedoch ablehnte. 1809/10 und wiederum 1812 nahm Jane Austen die Arbeit an dem Roman wieder auf, überarbeitete ihn und bot ihn mit Unterstützung ihres Bruders Henry erneut einem Verleger an, der zuvor auch Verstand und Gefühl (Sense and Sensibility) von ihr veröffentlicht hatte. Pride and Prejudice erschien Ende Januar 1813, auf ihren Wunsch hin anonym („by the author of Sense and Sensibility“) in drei Bänden mit einer Auflage von 1.500 Exemplaren. Das Buch war innerhalb eines halben Jahres ausverkauft, und noch im selben Jahr wurde eine zweite Auflage herausgebracht. Schon damals war es Jane Austens populärster Roman.

Konservatismus und zeitlose Modernität[Bearbeiten]

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Elizabeth Bennet, Illustration aus einer Ausgabe von 1895

Im Jahre 2003 machte die BBC eine Umfrage zum beliebtesten Buch im Vereinigten Königreich, das BBC Big Read. Stolz und Vorurteil landete dabei auf dem zweiten Platz hinter dem Herrn der Ringe (The Lord of the Rings) von J. R. R. Tolkien. Austens Roman ist ein mediales Phänomen, obwohl er sich thematisch und erzählerisch in wichtigen Zügen inzwischen überlebt hat:

  • Thematisch veraltet sind z. B. die rechtliche Unselbständigkeit bzw. die Benachteiligung der Frauen, die häusliche Perspektive und die Ehe als Lebensziel der Protagonistinnen, der negative Beiklang jeglicher Form von produktiver „Arbeit“, das inzwischen untergegangene soziale Milieu der landed gentry, der hohe Rang des Stils und der Einhaltung gesellschaftlicher Formen, die auch Elizabeth nie wirklich übertritt – es sind vor allem diese Züge, mit denen die moderne Literaturkritik im Allgemeinen und feministische Ansätze im Besonderen den Konservatismus Jane Austens belegen.
  • Erzählerisch veraltet sind ihr auktorialer Blick mit seinen häufigen bevormundenden Wertungen aus dem „Off“ und die bisweilen betuliche und formelhafte Sprache.

Dass der Roman trotz seines hohen Alters von 200 Jahren lesbar und zeitgemäß erscheint, liegt an einer Reihe zeitloser Ansprüche der Leser, die die Autorin in ihrem Werk erfüllt:

  • Die Thematik einer Liebesgeschichte mit Krisen und Happy End in einer überschaubaren und kontrastreichen Figurenkonstellation.
  • Eine Komposition, die die Ereignisse und Motive glaubwürdig auseinanderentwickelt, die Handlungsfäden kunstvoll miteinander verschlingt und dem Leser keine „losen Enden“ anbietet.
  • Ein Stil, der sich mit einer Vielzahl von Raffungen und Auslassungen ganz der Erzählung unterordnet und nie durch detailreiche Beschreibungen von Aussehen, Kleidung, Mobiliar etc. langweilt. Schon der berühmte erste Satz springt mitten ins Thema: In der ganzen Welt gilt es als ausgemachte Wahrheit, dass ein begüterter Junggeselle unbedingt nach einer Frau Ausschau halten muss …
  • Ein hoher Unterhaltungswert in einer Gesellschaftssatire, die uns mit „komischen“ Figuren, mit vielen Nuancen der Ironie und streitbaren Dialogen fesselt.
  • Außerdem besitzt der Roman für die Leser einen allgemeinen Erkenntniswert: Er ist zwar eine Fibel des Smalltalks und Beschreibung eines ganzen Konzerts von Höflichkeitsformen, aber durch sie hindurch müssen unsere Heldinnen die darunterliegenden Gefühle der Überheblichkeit und Verachtung, des Neides und der Eifersucht entschlüsseln. Die Bennet-Schwestern und ihre Freundin Charlotte befinden sich bei ihrer Partnerwahl in der existentiellen Situation ihres jungen Lebens, und gerade da ist Weisheit der Entscheidungen nötig, wo sie altersbedingt oft noch nicht zu finden ist. Jane Austen schrieb daher mit Stolz und Vorurteil auch ein Drama über die Schwierigkeiten der Interpretation unserer nur mühsam entzifferbaren Welt: Es gibt vielleicht keinen zweiten Roman, in dem sich die weibliche Hauptfigur so oft zum Nachdenken zurückzieht.

Eine Übersicht über den Stand der wissenschaftlichen Diskussion zu Stolz und Vorurteil und Jane Austen sowie ihren anderen Werken geben Laura Cooner Lambdin und Robert Thomas Lambdin in ihrem Buch A Companion to Jane Austen Studies, Greenwood, London, 2000.

Übersetzungen[Bearbeiten]

Bereits 1821 erschien in Paris anonym eine vollständige Übersetzung ins Französische, der bis 2011 eine Reihe von Neuübersetzungen folgten. 1924 kam die erste spanische Übersetzungen heraus und erst 1932 verlegte Mondadori eine Übersetzung ins Italienische.

Die erste deutsche Übersetzung von Karin von Schwab kam 1939 unter dem Titel Elisabeth und Darcy im Verlag Frundsberg in Berlin heraus und wurde 2007 vom Anaconda Verlag neu aufgelegt. 1948 gab es zwei neue deutsche Fassungen: Stolz und Vorteil übersetzt von Ilse Krämer im Manesse-Verlag in Zürich und unter dem gleichen Titel die Übersetzung von Margarethe Rauchenberger im Verlag Schaffrath in Köln, die 1985 vom Insel-Verlag übernommen wurde. 1965 übersetzte Werner Beyer Stolz und Vorurteil, erschienen als Fischer-Taschenbuch. 1977 kam die Übertragung von Ursula und Christian Grawe, die das Gesamtwerk von Austen einschließlich ihrer Briefe übersetzt haben, im Reclam-Verlag heraus.

1997 gab es eine weitere Neuübersetzung von Helga Schulz bei dtv, die jüngste von Andrea Ott, besorgt vom Manesse Verlag, erschien 2003. Einige dieser Übersetzungen wurden mehrfach, auch als Linzenzausgaben, aufgelegt

Verfilmungen[Bearbeiten]

Adaptionen[Bearbeiten]

Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück (Bridget Jones’s Diary) hat viele Anlehnungen an Pride and Prejudice, unter anderem hat einer der männlichen Hauptdarsteller (Colin Firth) in der BBC-Verfilmung Stolz und Vorurteil (Pride and Prejudice) aus dem Jahr 1995 fast dieselbe Rolle gespielt. Helen Fielding, die Autorin des Buches, gab an, diese Romanfigur sei von der Darstellung Mr. Darcys durch Firth in diesem Film inspiriert worden. Später erklärte er sich bereit, diese Rolle auch bei der Verfilmung von Bridget Jones zu übernehmen.

Der Film Liebe lieber indisch (Bride & Prejudice) der Kick it like Beckham-Regisseurin Gurinder Chadha basiert ebenso auf dem Buch Jane Austens, versetzt die Handlung aber ins heutige Indien (Wickham ist aus London, Darcy aus den USA) und verwendet teilweise übersetzte Namen (Bakshi statt Bennet etc.). Der Film beinhaltet auch die typischen Bollywood-Tanz- und Gesangsszenen.

Jane Austen beendet ihren Roman mit einem Kapitel, das sehr vage die Lebenswege ihrer Hauptfiguren über mehr als ein Jahr skizziert. Der Text wirkt wie ein erster Umriss einer Fortsetzung, in der aber bei allen drei Schwestern weder Kinder noch z.B. irgendwelche Katastrophen vorkommen. Dieser steckengebliebene Ansatz zu einer nicht mehr geschriebenen Fortsetzung hat daher später andere Schriftsteller inspiriert: So schrieb Elizabeth Aston 2003 ihren Roman Mr. Darcy's Daughters als Fortsetzung von Stolz und Vorurteil. Dieser Roman ist nur eine von vielen Fortsetzungen, die derzeit im Buchhandel erhältlich sind. Auch „moderne“ Adaptionen der Liebesgeschichte sind bereits veröffentlicht worden.

2008 wurde die Miniserie Lost in Austen produziert, in der die junge und moderne Amanda Price, gespielt von Jemima Rooper, ungewollt die Rollen mit Elizabeth Bennet tauscht und so im 19. Jahrhundert landet und das Buch, in der Absicht es normal verlaufen zu lassen, vollkommen verändert.

Großen Erfolg in den USA und Großbritannien hat eine Parodie des Romans, die der Autor Seth Grahame-Smith 2009 unter dem Titel Pride and Prejudice and Zombies veröffentlichte. Das Mashup behält Austens Roman weitgehend bei, reichert ihn aber mit Elementen moderner Zombieromane an und macht aus den Bennet-Schwestern fünf kampfstarke Schwertkämpferinnen. Das Buch erreichte Platz drei der Bestsellerliste der New York Times und wurde auch in England positiv besprochen.[2]

2011 publizierte der Londoner Verlag Faber & Faber einen Roman der englischen Krimiautorin P.D. James unter dem Titel Death Comes to Pemberley, in dem die Geschichte von Darcy und Elizabeth weitererzählt wird und in der George Wickham in einen Mordfall verwickelt wird.

Literatur[Bearbeiten]

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Reuben Arthur Brower: >Leicht und hell und sprühend< · Ironie und Fiktion in Jane Austens >Pride and Prejudice<. In: Willi Erzgräber (Hrsg.): Interpretationen Band 8 · Englische Literatur von William Blake bis Thomas Hardy. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. et al. 1970, S. 167-185.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Pride and Prejudice (engl.) – Quellen und Volltexte
 Commons: Pride and Prejudice (engl.) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Monstersandcritics.com. Monstersandcritics.com. 7. Mai 2009. Abgerufen am 27. Januar 2012.; Berliner Zeitung, Ausgabe vom 12./12. Januar 2013.
  2. Quellen: Flood, Alison (9. April 2009). Jane Austen in zombie rampage up the book charts. The Guardian. Abgerufen am 8. September 2009; BOOK REVIEW Pride and Prejudice and Zombies. 25. März 2009. Entertainment Weekly. Überprüft am 8. September 2009.