The Stooges

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Dieser Artikel behandelt die Band The Stooges. Für ihr gleichnamiges Album siehe The Stooges (Album). Für die US-amerikanische Komikertruppe siehe The Three Stooges.
The Stooges
Stooges Milan '06.jpg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Protopunk, Garage Rock, Psychedelic Rock, Hard Rock
Gründung 1967
Auflösung 1974
Neugründung 2003
Website http://www.iggypop.com/
Gründungsmitglieder
Iggy Pop
Ron Asheton († 2009)
Scott Asheton († 2014)
Dave Alexander († 1975)
Aktuelle Besetzung
Gesang
Iggy Pop
Bass
Mike Watt
Gitarre
James Williamson
Schlagzeug
Scott Asheton († 2014)
Ehemalige Mitglieder
Steve MacKay
Gitarre
Bill Cheatham

The Stooges sind eine US-amerikanische Rockband.

Die Band zählt zu den späteren Vertretern des Garagen- und Psychedelic-Rock. Ihr aggressiver Stil beeinflusste stark den Punkrock.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Gründungsmitglied Iggy Pop spielte in der Band The Iguanas als Schlagzeuger und Sänger in Ann Arbor (Michigan). Nach dem Mitwirken in der Blues-Formation The Prime Movers und nach einem kurzen Aufenthalt in Chicago 1966 kehrte Iggy Pop nach Ann Arbor zurück und gründete zusammen mit Ron Asheton (Gitarre, ehemals bei The Chosen Few) und dessen Bruder Scott Asheton (Schlagzeug) im Jahr 1967 die Band The Psychedelic Stooges, die Ende des Jahres vom Bassisten Dave Alexander komplettiert wurde. Ihr erster Auftritt war am Halloween-Tag 1967 an der Universität von Michigan. Die Band tourte anschließend vorwiegend in dieser Gegend. In der Zeit wurde der Name auf The Stooges verkürzt.

Die Auftritte der Gruppe gerieten aufgrund ihrer Show nicht selten zum Skandal. Besonders Iggy Pop erregte aufgrund seines provokativen Bühnenverhaltens Aufmerksamkeit – unter anderem durch das Einschmieren seiner nackten Brust mit Erdnussbutter oder dadurch, dass er sich auf dem „Höhepunkt“ von Konzerten zuweilen mit Glasscherben Schnittwunden zufügte. The Stooges wurden 1968 von Elektra Records, die A&R-Manager Danny Fields zu einem Konzert der MC5 geschickt hatten, unter Vertrag genommen.

1969 wurde das erste, selbstbetitelte Album veröffentlicht, für das man John Cale von The Velvet Underground als Produzenten gewinnen konnte. Cale wikte bei dem Titel We Will Fall auch als Musiker mit. Als 1970 das zweite Album Fun House veröffentlicht wurde, war die Band bereits um die Mitglieder Steve MacKay und Bill Cheatham erweitert worden. Doch schon zu dieser Zeit begann die vorläufige Auflösung der Band. Dave Alexander verließ The Stooges kurz nach den Aufnahmen zu Fun House. Er starb 1975 vermutlich an den Folgen von Alkoholmissbrauch. Nach einem Autounfall während einer Tournee trennten sich die verblieben Bandmitglieder und lösten The Stooges auf.

Nach dem Zerfall der Band traf Iggy Pop 1972 David Bowie in New York. Bowie ermunterte Pop, The Stooges zu reformieren und verhalf der wieder vereinten Band zu einem Plattenvertrag mit Columbia Records. So nahmen sie im Herbst 1972 ihr drittes Album Raw Power in der Besetzung Iggy Pop, Ron Asheton, Scott Asheton und James Williamson auf. Die Platte wurde 1973 veröffentlicht. Dem Manager David Bowies, Tony De Fries, war das ursprüngliche Material für das Album „zu gewalttätig“. Er fürchtete, die Assoziation der Band mit David Bowie, der das Album produzierte, würde dessen Karriere schaden. Der Manager sorgte für die Zerstückelung des ursprünglichen Materials zu einem massentauglicheren Album.

Iggy Pop 1977

Zerstritten lösten sich The Stooges abermals auf, und Iggy Pop begann 1976 eine Solokarriere. Die Asheton-Brüder gründeten die kurzlebige Band namens The New Order, in der auch Dennis Thompson von MC5 mitwirkte.

Danach folgte für Ron Asheton die Mitgliedschaft bei der Band New Race, bei der neben anderen auch Ex-Radio-Birdman-Mitglieder mitwirkten. Später stieg Asheton bei Destroy All Monsters ein. James Williamson und Iggy Pop arbeiteten nach der Auflösung noch eine Weile weiter zusammen.

The Stooges formierten sich 2002 unter dem Namen Iggy and the Stooges neu und spielten auf dem Album Skull Ring in folgender Besetzung einige Songs ein: Iggy Pop, Scott Asheton und Ron Asheton, der in dieser Formation sowohl Gitarre als auch Bass spielte. Bei den anderen Songs auf Skull Ring wurde Iggy Pop von seiner damaligen Band The Trolls begleitet. Sie hatten eine Reihe von Live-Auftritten in den USA und in Europa absolviert, wobei Mike Watt von Minutemen und Firehose am Bass die Besetzung komplettierte.

Im März 2007 erschien ein neues Studioalbum, The Weirdness, das im Oktober 2006 von Steve Albini produziert wurde. Im Januar 2009 wurde Ron Asheton tot in seinem Haus aufgefunden. Am 7. November 2009 spielten Iggy and the Stooges mit James Williamson an der Gitarre auf dem Planeta-Terra-2009-Festival in São Paulo, Brasilien.

Am 15. März 2010 wurde die Band in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Schlagzeuger Scott Asheton verstarb am 15. März 2014 an einem Herzinfarkt.[1][2][3]

Bedeutung und Einfluss[Bearbeiten]

So erfolglos The Stooges während ihrer Anfangszeit auch waren, so werden sie heute als „ihrer Zeit weit voraus“ bewertet. Die Lieder I Wanna Be Your Dog, Search And Destroy, No Fun oder T. V. Eye wurden von vielen Bands des Punk und der Post-Punk-Ära gecovert, so unter anderem von den Sex Pistols, von The Damned, The Dictators, Sonic Youth und von Slayer.

Noch heute wird die Band als ein wichtiger Einfluss von vielen Musikern der gegenwärtigen Underground- und Subkultur genannt. So coverten unter anderem Guns N’ Roses Raw Power auf ihrem Album The Spaghetti Incident?, Nebula I Need Somebody auf ihrem Album To the Center (1999) und Rage Against the Machine Down on the Street auf ihrem Album Renegades. Dakar & Grinser coverten 2000 I Wanna Be Your Dog, welches auf dem Plattenlabel Disko B erschien und so auch die Szene der Elektronischen Musik erreichte. 2012 coverte Neneh Cherry zusammen mit dem norwegischen Jazz-Trio The Thing (Mats Gustafsson, Ingebrigt Håker Flaten und Paal Nilssen-Love) den Song Dirt in einer Freejazzversion auf ihrem Album The Cherry Thing.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[4][5] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of Austria.svg AT Flag of Switzerland.svg CH Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the United States.svg US
1969 The Stooges 106
(11 Wo.)
Platz 185 der Rolling-Stone-500
1973 Raw Power 182
(3 Wo.)
Iggy and the Stooges
Platz 125 der Rolling-Stone-500
2007 The Weirdness 65
(1 Wo.)
130
(1 Wo.)
2013 Ready to Die 62
(1 Wo.)
26
(2 Wo.)
50
(1 Wo.)
77
(1 Wo.)
96
(1 Wo.)
Iggy and the Stooges
weitere Alben
  • 1970: Fun House (Platz 191 der Rolling-Stone-500)
  • 1976: Metallic ’KO – Live-Mitschnitt unter anderem des letzten Konzerts der Stooges im Michigan Palace, Detroit, der im Nachhinein von Iggy Pop persönlich als offizielles Stooges-Album anerkannt wurde.
  • 1980: I’m Sick of You
  • 1988: Death Trip
  • 1988: Live at the Whiskey a Gogo
  • 1994: Rough Power
  • 1997: California Bleeding
  • 1999: 1970: The Complete Funhouse Sessions
  • 2000: Michigan Palace 10/6/73
  • 2000: Double Danger
  • 2001: Wild Love
  • 2005: Telluric Chaos
  • 2007: Escaped Maniacs
  • 2009: You Don’t Want My Name, You Want My Action (Box mit 4 CDs)
  • 2010: A Thousand Lights
  • 2010: The Electric Circus
  • 2010: Have Some Fun : Live at Ungano’s
  • 2011: Sadistic Summer Live 2011 (Iggy and the Stooges)
  • 2011: Raw Power Live: In the Hands of the Fans (Iggy and the Stooges)
  • 2012: Live at ATP 2010 (Iggy and the Stooges)

Kompilationen[Bearbeiten]

  • 1980: No Fun (feat. Iggy Pop)
  • 1987: Rubber Legs
  • 1987: Kill City / I’m Sick of You! (2 CDs)
  • 1988: Open Up and Bleed
  • 1989: My Girl Hates My Heroin
  • 1990: Iggy and the Stooges (Box mit 5 Vinyl-Singles, limitiert auf 1500 Stück)
  • 1991: Night of Destruction
  • 1991: Till the End of the Night
  • 1994: Kill City
  • 1995: Your Pretty Face Is Going to Hell
  • 1995: Open Up and Bleed!
  • 1997: Head On
  • 1997: Year of the Iguana
  • 1998: Rubber
  • 1999: Search and Destroy - The Detroit Studio Out-Takes
  • 2003: Back to the Noise
  • 2004: My Girl Hates My Heroin / Live and Rarities (2 CDs)
  • 2004: Penetration (Iggy and the Stooges)
  • 2005: Detroit Rehearsals Spring 1973 (2 LPs)
  • 2005: Morgan Sound Studios - Ypsilanti Michigan March 1973 (2 LPs)
  • 2005: Heavy Liquid (Box mit 6 CDs)
  • 2005: Search and Destroy (2 CDs)
  • 2006: Original Punks (2 CDs)
  • 2007: Les Inrockuptibles Présentent (Titres Rares, Live, Demos) (Iggy Pop, James Williamson und The Stooges)
  • 2008: Gimme Some Skin
  • 2008: The Stooges / Fun House (2 CDs)
  • 2009: More Power
  • 2010: Jesus Loves the Stooges
  • 2010: Move Ass Baby
  • 2010: Dirty Power (2 CDs)
  • 2010: Anthology Box - The Stooges & Beyond (Iggy Pop / The Stooges) (2 CDs)
  • 2011: I Wanna Be Your Dog
  • 2011: Collection - Australian Tour Edition (2 CDs)

Singles[Bearbeiten]

  • 1969: I Wanna Be Your Dog
  • 1969: 1969
  • 1970: Down on the Street
  • 1973: Raw Power
  • 1973: Search and Destroy
  • 1977: (I Got) Nothing
  • 1977: I Got a Right
  • 1977: I’m Sick of You!
  • 1988: Gimme Danger
  • 1988: She Creatures of Hollywood Hills
  • 1988: Raw Power
  • 1988: Pure Lust
  • 1998: What You Gonna Do
  • 1988: Johanna
  • 1989: Nowhere
  • 1989: Till the End of the Night
  • 1991: My Girl Hates My Heroin
  • 2005: 1970
  • 2007: My Idea of Fun
  • 2009: Cock in My Pocket
  • 2010: Asthma Attack
  • 2013: No Fun (mit The Black Keys)
  • 2013: Burn (Iggy and the Stooges)

EPs[Bearbeiten]

  • 1973: Play:Back (Iggy and the Stooges / Jesse Ed Davis)
  • 1992: Siamese Dogs
  • 1994: Rough Power EP
  • 2005: Extended Play

DVDs[Bearbeiten]

  • 2007: Live in Detroit
  • 2007: Escaped Maniacs (2 Discs, + Audio-CD)
  • 2010: Live at Glastonbury Festival
  • 2011: Raw Power Live – In the Hands of the Fans

Quellen[Bearbeiten]

  1. Schlagzeuger Scott Asheton gestorben. In: Spiegel Online vom 17. März 2014 (abgerufen am 17. März 2014).
  2. http://www.nytimes.com/2014/03/19/arts/music/scott-asheton-drummer-in-the-stooges-dies-at-64.html?ref=obituaries&_r=1
  3. http://www.rollingstone.com/music/news/stooges-drummer-scott-asheton-dead-at-64-20140316
  4. Chartquellen: DE AT CH US1 US2 / Album The Stooges Album Raw Power Album Ready to Die
  5. The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: The Stooges – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien