Storbeck-Frankendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Storbeck-Frankendorf führt kein Wappen
Storbeck-Frankendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Storbeck-Frankendorf hervorgehoben
52.99277777777812.73444444444465Koordinaten: 53° 0′ N, 12° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Amt: Temnitz
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 42,23 km²
Einwohner: 473 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 11 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16818
Vorwahl: 033924
Kfz-Kennzeichen: OPR, KY, NP, WK
Gemeindeschlüssel: 12 0 68 413
Adresse der Amtsverwaltung: Bergstr. 2
16818 Walsleben
Bürgermeister: Bernd Neumann
Lage der Gemeinde Storbeck-Frankendorf im Landkreis Ostprignitz-Ruppin
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Über dieses Bild

Storbeck-Frankendorf ist eine Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg.

Geographie[Bearbeiten]

Storbeck-Frankdorf liegt, eingefasst von Ackerland, auf der Ruppiner Platte, etwa 5 km nördlich der Kreisstadt Neuruppin. Nördlich der Gemeinde erstreckt sich ein ausgedehntes Waldgebiet.

Etwa 8 km südlich des Gemeindezentrums liegt die Anschlussstelle Neuruppin der Bundesautobahn 24.

Geschichte[Bearbeiten]

Storbeck wurde im Jahre 1691 von zwölf bäuerlichen Familien aus der Schweiz auf dem Vorwerk Storbeck des Amtes Altruppin aufgebaut und steht heute fast an derselben Stelle, wie das untergegangene mittelalterliche Dorf gleichen Namens. Auf der Gemarkung des Dorfes wurden von dem Vorgeschichtsforscher Martin Schultze vier germanische und zwei mittelalterliche deutsche Fundstätten ermittelt. Ein Beweis dafür, das hier seit Urzeiten gesiedelt wurde.

Vom mittelalterlichen Dorf existieren nur wenige Urkunden, dementsprechend ist darüber so gut wie nichts bekannt. Es wurde vermutlich im Zuge der West-Ost-Siedlung zwischen den Jahren 1000 und 1200 von Bauern niedersächsischer Herkunft gegründet und um das Jahr 1527 in den Ruppinisch-Pommerschen Fehden zerstört. Dieses mittelalterliche deutsche Dorf lag, nach den bisherigen Untersuchungen zu urteilen, quer zum heutigen Dorf, im Zuge des Molchower Weges. Das Amt Altruppin errichtete auf der wüsten Gemarkung später ein Amtsvorwerk in kleinerem Umfang, das darauf auch in größerem Maße als Schäferei diente.

Durch den Ansiedlungsvertrag vom 6. Mai 1691 wurde das Vorwerk mitsamt der Schäferei aufgelöst und die gesamte nutzbare Fläche nebst den bereits sehr stark bewachsenen Teilen der mittelalterlichen Feldmark zwölf Schweizer Bauern zum Aufbau eines neuen Dorfes Storbeck überlassen. Diese Schweizer Bauern gehörten neben ihren Familien – keine Familie hatte weniger als vier Kinder – dem von Zwingli begründeten evangelische-reformierten Glaubensbekenntnis an. Sie alle aber haben ihre Schweizer Bergheimat nicht, wie vielfach fälschlich behauptet wurde, aus religiösen Gründen verlassen, wie die kurz vor ihnen im Jahre 1685 nach der Mark gekommenen Hugenotten, sondern einzig und allein aus wirtschaftlichen Gründen. Sie stammten allesamt aus Ortschaften der Kantone Basel, Bern und Zürich. Gegenüber ihrer früheren Heimat fanden sie hier völlig andere Verhältnisse vor. Einige der ersten Familien sind heute ausgestorben, einige wenige Nachkommen leben heute in anderen Orten der Mark. Aber andere Geschlechter gleichfalls Schweizer Herkunft sind wieder dazugekommen.

Am 10. Januar 2002 entstand durch freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Storbeck und Frankendorf die Gemeinde Storbeck-Frankendorf.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen seit 1875
Storbeck-Frankendorf:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen (2013)
[3]
Jahr Einwohner
1875 832
1890 802
1910 689
1925 676
1933 658
1939 654
1946 1 039
1950 915
1964 611
1971 579
Jahr Einwohner
1981 492
1985 480
1989 453
1990 446
1991 436
1992 428
1993 424
1994 456
1995 470
1996 484
Jahr Einwohner
1997 494
1998 504
1999 519
2000 521
2001 530
2002 551
2003 545
2004 542
2005 537
2006 541
Jahr Einwohner
2007 536
2008 525
2009 506
2010 503
2011 481
2012 473
2013

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dorfkirche in Frankendorf

Vereine[Bearbeiten]

Der Frankendorfer Heimatverein e.V. wurde 2001 gegründet und hat 30 Mitglieder. Er veranstaltet jährlich mehrere Feste und arbeitet die Dorfgeschichte auf.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  3. Die Quellen der Daten finden sich detailliert auf Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Storbeck-Frankendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien