Stowe (Vermont)

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Stowe
Eine typisch neuenglische Kirche prägt das Ortszentrum
Eine typisch neuenglische Kirche prägt das Ortszentrum
Lage in Vermont
Stowe (Vermont)
Stowe
Stowe
Basisdaten
Gründung: 8. Juni 1763
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Vermont
County:

Lamoille County

Koordinaten: 44° 29′ N, 72° 43′ W44.4875532-72.7223417282Koordinaten: 44° 29′ N, 72° 43′ W
Zeitzone: Eastern (UTC−5/−4)
Einwohner: 4313 (Stand: 2010)
Bevölkerungsdichte: 22,9 Einwohner je km²
Fläche: 188,4 km² (ca. 73 mi²)
davon 188,2 km² (ca. 73 mi²) Land
Höhe: 282 m
Postleitzahl: 05672
Vorwahl: +1 802
FIPS:

50-70525

GNIS-ID: 1462219
Webpräsenz: www.TownOfStoweVT.orgVorlage:Infobox Ort in den Vereinigten Staaten/Wartung/FormatierteWebsite

Stowe[1] ist eine Stadt im Lamoille County in Vermont in den Vereinigten Staaten mit 4.313 Einwohnern (laut der Volkszählung von 2010).[2] Die Gemeinde liegt in einem weitläufigen Tal im Zentrum der Green Mountains und dient als Wintersportzentrum für die Skigebiete der umliegenden Berge, besonders dem Mount Mansfield, der zum ortseigenen Stowe Mountain Resort gehört. Stowe besitzt drei Siedlungskerne: Den Hauptort Stowe (früher meist als Central Village bezeichnet), den Ort Stowe Fork sowie das village Moscow.

Das heutige Stowe wurde unter der ursprünglichen Schreibweise Stow am 8. Juni 1763 als Teil der New Hampshire Grants zur Besiedlung ausgerufen und verkauft, aber erst ab 1794 tatsächlich besiedelt. Im März 1796 folgte die erste Stadtversammlung, mit der die politische Selbstständigkeit der Town bestätigt wurde. Bis 1801 war die Gemeinde so weit angewachsen, dass ein erstes Gemeindehaus errichtet wurde; zwischen 1840 und 1841 entstanden drei weitere Gemeindehäuser unterschiedlicher Konfessionen im Bereich der Town.[3]

Der erste Arzt ließ sich 1801 in der Gemeinde nieder. Eine erste Schule wurde 1803 errichtet, das erste Hotel 1808 und die erste Taverne 1811. Ab 1813 residierte ein Rechtsanwalt im Ort. Die erste regelmäßige Postanbindung wurde 1816 verwirklicht, als die Poststrecke zwischen Waterbury und Johnson eingerichtet und durch die Gemeinde Stowe geführt wurde; zuvor wurde eine Poststelle im Amtshaus des Bürgermeisters im Mill Village als Teil seiner Dienstgeschäfte betrieben. Eine erste öffentliche Bibliothek mit etwa 150 Bänden bestand zwischen 1828 und 1849; eine Neugründung fand 1866 statt; der Umfang der auszuleihenden Werke betrug nun 51 Bände.

Bei seiner Gründung gehörte Stowe dem Chittenden County an, wurde aber bei den Teilungen der Countys zunächst Washington County (1810) und schließlich Lamoille County (1835) zugeordnet, zu dem es seither gehört.

Das ursprüngliche Areal der Town wurde zum Einen zum 1. Januar 1849 vergrößert, als die ehemals selbständige Town Mansfield eingemeindet wurde, zum Anderen 1855, als die benachbarte Town Sterling aufgelöst und ein Teil dieses Gebietes Stowe zugeschlagen wurde. Nach diesen Flächenzuwächsen galt Stowe als die flächengrößte Town Vermonts.[4]

Im Amerikanischen Bürgerkrieg standen 187 Bürger Stowes auf Seiten der Nordstaaten unter Waffen, darunter 14 Indianer. Von diesen Soldaten starben vierzig: 16 im Feld oder an Wunden, 24 wurden Opfer von Krankheiten und Selbstmord.[5]

Der Boom der ab Ende der 1840er Jahre in Vermont überall gebauten Eisenbahnstrecken erreichte Stowe nicht: es gab keine geeigneten Pässe durch die Green Mountains, die eine Bahnlinie durch das Gebiet der Gemeinde sinnvoll erscheinen ließ. Erst ab 1897 verband eine elektrische Überlandstraßenbahn den Ort mit der nächsten Fernbahnstation, dem etwa 16 Kilometer südlich gelegenen Waterbury. Die Bahn bewältigte den geringen Personen- und Güterverkehr auf der Strecke bis sie 1932 infolge des Niedergangs der Wirtschaft durch die Weltwirtschaftskrise ab 1929 sowie das verstärkte Aufkommen des Individualverkehrs unwirtschaftlich und stillgelegt wurde.

Die Weltwirtschaftskrise veränderte auch das bisher vorrangig landwirtschaftlich geprägte Gesicht der Gemeinde: als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme im Rahmen des New Deals wurde ab 1933 durch Arbeiter des Civilian Conservation Corps eine Reihe von Skiabfahrten am Mount Mansfield angelegt, den ersten in Vermont. Der Ort entwickelte sich zum Zentrum einer aufblühenden Wintersportindustrie, die rasch auch weitere Berghänge einbezog. Heute ist Stowe ein wichtiges Zentrum des Tourismus in Vermont. Neben den mehr als 160 Abfahrten der Umgebung sind drei Golfplätze, ein Luxushotel und eine Reihe weiterer touristischer Anziehungspunkte entstanden. Stowe ist seit den 1930er-Jahren Austragungsort nationaler und internationaler Skiwettkämpfe. 1981 fanden die Winterspiele der 2. Special Olympics hier statt.

Die Gemeinde ist über die Vermont Route 100 und de Vermont Route 108, die beide Nord-Süd-Verbindungen zu den benachbarten Towns darstellen, an das Straßennetz Nordamerikas angebunden. Der im Norden der Town gelegene Morrisville-Stowe State Airport bietet seit 1963 zusätzliche Verbindungen per Flugzeug an.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Umliegende Orte[Bearbeiten]

Alle Angaben als Luftlinien-Entfernungen vom Zentrum der Town.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stowe im Geographic Names Information System des United States Geological Survey, abgerufen am 5. Juli 2012
  2. Einwohnerdaten aus dem US-Census von 2010 im American Factfinder
  3.  Zadock Thompson: History of Vermont: natural, civil, and statistical, in three parts. 3. Band, George H. Salisbury, Burlington 1842, S. 166 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4.  Abey Maria Hemenway: The Vermont Historical Gazetteer. 2. Band: Franklin, Grand Isle, Lamoille and Orange Counties, Burlington 1871, S. 695ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5.  Abey Maria Hemenway: The Vermont Historical Gazetteer. 2. Band: Franklin, Grand Isle, Lamoille and Orange Counties, Burlington 1871, S. 768 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).