Ströer Media

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Ströer Out-of-Home Media)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ströer Media AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0007493991
Gründung 1990
Sitz Köln, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 2.200 (2013)[1]
Umsatz 634,8 Mio. EUR (2013)[1]
Branche Außenwerbung
Website stroeer.de
Moderne Version einer Litfaßsäule von STRÖER: beleuchtet, rotierend.

Die Ströer Media AG ist ein börsennotiertes deutsches, international tätiges Unternehmen, das in der Vermarktung von Außenwerbung tätig und in Deutschland einer der größten Anbieter von Out-of-Home-Medien ist.

Konzept[Bearbeiten]

Das Unternehmen organisiert Aufstellung, Pflege, Instandhaltung und teilweise Beleuchtung von Werbeflächen, z. B. Plakatwände an Hauswänden (Billboard), in Bahnhöfen usw., die es von privaten Eigentümer bzw. Kommunen anmietet. Auch Verkehrsmedien wie Straßenbahnen oder Busse werden als Werbeflächen angemietet.

Für die kostenlose Aufstellung von Wartehäuschen und anderen Elementen der Stadtmöblierung z. B. an Straßenbahn- und Bushaltestellen beansprucht das Unternehmen die dort erzielten Werbeeinnahmen. Nach dem gleichen Prinzip betreibt es Mega-Lights, verglaste und von innen beleuchteten Werbeträger an Straßenkreuzungen, in denen Plakate innerhalb weniger Sekunden automatisch rotieren, City-Light-Säulen, City-Light-Poster, City-Toiletten, Großuhren usw. Ein neues Angebot sind Fahrradmietstationen sowie elektronische Medien.

Geschichte[Bearbeiten]

Ab 1963 baute Heinz W. ("Heiner") Ströer (1938-2004) das Unternehmen Aussenwerbung Heinz W. Ströer GmbH & Co. KG [2] mit den altbekannten Plakatwänden in Köln auf.

Sein späterer Partner Udo Müller (* 1962 in Rüdesheim als Sohn eines Beamten, aufgewachsen in Bad Godesberg)[3][4] studierte zunächst in Berlin Medizin und begann als Handballprofi bei den Reinickendorfer Füchsen. Nebenher war er Mitbetreiber einer Werbeagentur. In den 1980er Jahren hatte sie die Idee, auch im Ostteil der Stadt nach Plakatierungsorten zu suchen, die im Westen gut zu sehen waren. Wider Erwarten konnte Müller sich mit der DDR geschäftlich einigen, auch wenn er schon einmal Plakatwände selbst anbringen musste. Als Ströer einige Flächen an Müller verlor, kontaktierte er ihn und schlug eine Kooperation vor. 1990 gründeten sie das gemeinsame Unternehmen Ströer City Marketing GmbH, an dem jeder 50 % hielt. Unter Einbezug inzwischen aufgekaufter Wettbewerber wurde daraus 2002 die Ströer Out-of-Home Media AG, deren Aktionäre Gründersohn Dirk Ströer (* 1969) und Udo Müller sind.

Mit Hilfe des New Yorker Private Equity Fonds Cerberus gelang Ströer 2004 für gut 400 Mio. Euro die Übernahme der als Deutsche Städte-Reklame GmbH gegründeten Deutsche Städte-Medien GmbH (DSM) und 2005 der Deutschen Eisenbahn-Reklame (DERG, mittlerweile Ströer DERG Media GmbH). Im Gegenzug erhielt Cerberus 15 Prozent der Anteile von Ströer Media. Seitdem ist Ströer in einer Vielzahl von Bahnhöfen vertreten und verfügt über 250.000 Werbeflächen. Auch der Uhrenaufsteller Zeit und Werbung GmbH (ZuW, mittlerweile Tochtergesellschaft der DSM unter der Bezeichnung DSM Zeit und Werbung GmbH) gehört zur Ströer Out-of-Home Media AG. Darüber hinaus ist Ströer in sechs weiteren Ländern aktiv: der Türkei[5], Polen[6], Großbritannien, Spanien, den Niederlanden und Belgien[7]. Als er erkannte, dass er sich in Frankreich gegen seinen Konkurrenten JCDecaux nicht durchsetzen konnte, verkaufte er 2005 sein dortiges Tochterunternehmen an den dortigen Marktführer.

Das Unternehmen erwirtschaftete 2004 mit 1.350 Mitarbeitern einen Umsatz von 548 Mio. Euro (Bruttowerbeerlöse). 2005 erzielte es einen Umsatz von 385 Mio. Euro, wovon fast 90 % auf den deutschen Markt entfielen.[8] 2007 belief sich der Umsatz auf 509 Mio. Euro, 2008 betrug der Umsatz 493 Mio. Euro.[9] Im Jahr 2009 ging der Umsatz aufgrund der Werbekrise auf rund 470 Mio. Euro zurück, die Profitabilität (bereinigte operative EBITDA-Marge) konnte dennoch gesteigert werden. Ende 2009 trennte sich die Ströer-Gruppe von ihrer Tochter Megaposter[10]. Im Geschäftsjahr 2010 erreichte das Unternehmen mit einem Umsatz von 531 Millionen Euro ein Rekordergebnis. [11]

Seit Juli 2010 ist die Aktie der Ströer AG im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert, am 20. September 2010 ist sie in den SDAX aufgenommen worden. [12] Im November 2011 hat Ströer die ECE flatmedia GmbH, eine Tochtergesellschaft der ECE und führender Anbieter für digitale Markenkommunikation und Verkaufsförderung in Einkaufszentren, erworben.[13] Das Angebot des Unternehmens umfasst damit neben digitalen Bewegtbildnetzen in den 200 größten deutschen Bahnhöfen, in U- und S-Bahnen sowie am Flughafen nun auch in den größten deutschen Einkaufszentren. 2011 hatte Ströer einen Verlust von 3,6 Millionen Euro verbucht und ist mittlerweile über 330 Millionen Euro verschuldet. [14] Im Juli 2012 verkaufte der Unternehmenserbe Dirk Ströer einen Teil seiner Beteiligung für 10,4 Millionen Euro. Hiermit reduzierte sich sein Anteil um 3,1 Prozentpunkte und der Streubesitz stieg durch die Transaktion auf 46,5 Prozent. [15] Am 17. Dezember 2012 wurde bekannt, dass Ströer mit der Übernahme des Marktplatzes Adscale in den Bereich der Online-Werbung einsteigt. Des Weiteren übernimmt Ströer dazu noch drei Tochterunternehmen von Media Ventures. [16]

Kennzahlen[Bearbeiten]

Konzernumsatz:[1]

  • 2013: EUR 634,8 Mio.
  • 2012: EUR 560,6 Mio.
  • 2011: EUR 577,10 Mio.
  • 2010: EUR 531,30 Mio.
  • 2009: EUR 469,80 Mio.
  • 2008: EUR 493,36 Mio.

Ergebnis nach Steuern:[1]

  • 2013: EUR 5,1 Mio.
  • 2012: EUR -1,8 Mio.
  • 2011: EUR -3,6 Mio.
  • 2010: EUR 55,8 Mio.
  • 2009: EUR 1,2 Mio.

Konzernbeschäftigte:[1]

  • 2013: 2223 (weltweit)
  • 2012: 1750 (weltweit)
  • 2011: 1730 (weltweit)
  • 2010: 1731 (weltweit)
  • 2009: 1587 (weltweit)
  • 2008: 1701 (weltweit)

Ströer-Gruppe[Bearbeiten]

Zur Ströer-Gruppe gehören unter anderem:

  • Arge Schönefeld GbR
  • blowUP media GmbH, Deutschland (sowie deren Tochtergesellschaften in Großbritannien, Spanien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden)
  • City Design Gesellschaft für Außenwerbung mbH
  • City Plakat BMA GmbH (mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2010 auf ihre Muttergesellschaft, die Ströer Media Deutschland GmbH, verschmolzen worden)
  • CulturePlak Marketing GmbH
  • DERG Vertriebs GmbH
  • DSM Decaux GmbH
Das Logo von DSM
  • DSM Deutsche Städte Medien GmbH, Deutschland (seit Anfang 2004)
  • DSM Deutsche Städte-Medien Nordwest GmbH, Deutschland (seit Anfang 2004, zum 30. November 2006 auf die DSM Deutsche Städte-Medien GmbH verschmolzen worden)
  • DSM Krefeld Außenwerbung GmbH
  • DSM Mediaposter GmbH
  • DSM Zeit und Werbung GmbH
  • ECE Flatmedia GmbH
  • Go Public! Eventmedia GmbH
  • Hamburger Außenwerbung GmbH (mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2010 auf ihre Muttergesellschaft, die DSM Deutsche Städte Medien GmbH, verschmolzen worden)
  • Hamburger Verkehrsmittel-Werbung GmbH
  • Infoscreen Hamburg Gesellschaft für Informationssysteme mbH
  • Kölner Aussenwerbung GmbH, Deutschland (gemeinsam mit Stadtwerke Köln GmbH)
  • Kultur-Medien Hamburg GmbH
  • mediateam Werbeagentur GmbH/Ströer Media Deutschland GmbH & Co. KG GbR
  • Mega-Light Staudenraus & Ströer GbR
  • News Outdoor Poland sp. z o. o.[17]
  • Stadtkultur Rhein-Ruhr GmbH Büro für Kultur- und Produktinformation
  • Ströer DERG Media GmbH, Deutschland (seit 2005; bis 2006 unter der Firmierung Deutsche Eisenbahn-Reklame GmbH)
  • Ströer Deutsche Städte Medien GmbH
  • Ströer Digital Media GmbH (Hamburg, Online-Vermarkter)
  • Ströer Infoscreen GmbH (vorher unter der Firmierung Infoscreen Gesellschaft für Stadtinformationsanlagen mbH, Deutschland)
  • Ströer Kentvizyon Reklam Pazarlama Ltd., Türkei
  • Ströer Kulturmedien GmbH (vorher unter der Firmierung SK Kulturwerbung Bremen-Hannover GmbH und SK Kulturwerbung Rhein-Main GmbH)
  • Ströer Media Deutschland GmbH
  • Ströer Polska Sp. z o.o.
  • Ströer Sales & Services GmbH, Deutschland
  • Trierer Gesellschaft für Stadtmöblierung mbH
  • Werbering GmbH
  • X-CITY MARKETING Hannover GmbH, Deutschland (gemeinsam mit der üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ströer Out-of-Home Media – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Geschäftszahlen der Ströer Media AG
  2. Ströer AG trauert um Heiner Ströer, Nachruf vom 8. März 2004, abgerufen am 6. November 2011
  3. Porträt Udo Müller - Der Ströer-Gründer wagt den Gang an die Börse, Handelsblatt vom 14. Juli 2010, abgerufen am 6. November 2011
  4. Udo Müller: Der Stadtmöblierer, Die Zeit, 28. Juli 2011
  5. [1], Website Ströer Kentvizyon.
  6. [2], Website Ströer Polen.
  7. [3], Website blowUP media.
  8. Die drei von der Werbestelle, Handelsblatt vom 10. Oktober 2006
  9. Ströer: Leichtes Minus im Geschäftsjahr 2008, Horizont.net vom 18. Juni 2009
  10. Ströer trennt sich von Megaposter, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17. August 2009
  11. Pressemitteilung, Ströer Out-of-Home Media AG vom 12. April 2011.
  12. Pressemitteilung, Deutsche Börse vom 6. September 2010
  13. Pressemitteilung, Ströer Out-of-Home Media AG vom 2. November 2011.
  14. Ströer kommt nicht aus den roten Zahlen, Handelsblatt vom 16. Mai 2012.
  15. Ströer-Erbe macht mit Anteilsverkauf Kasse, Wall Street Journal vom 4. Juni 2012.
  16. Ströer übernimmt Adscale, Golem.de vom 17. Dezember 2012.
  17. Börsen-Zeitung Veröffentlichung der Börsen-Zeitung vom 20. Oktober 2010