Straße von Hormus

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Straße von Hormus
Satellitenbild der Straße von Hormus
Satellitenbild der Straße von Hormus
Verbindet Gewässer Persischer Golf
mit Gewässer Golf von Oman, Arabisches Meer
Trennt Landmasse Arabische Halbinsel
von Landmasse Asien
Daten

Geographische Lage

26° 34′ N, 56° 15′ O26.56666666666756.25Koordinaten: 26° 34′ N, 56° 15′ O
Straße von Hormus (Iran)
Straße von Hormus
Geringste Breite 55 km
Küstenorte Bandar Abbas
Inseln Hormus
Karte der Straße von Hormus
Karte der Straße von Hormus

Die Straße von Hormus (persisch ‏تنگه هرمز‎, Tange-ye Hormoz) ist eine an der schmalsten Stelle 30 Seemeilen (55 Kilometer) breite Meerenge, die den Persischen Golf im Westen mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean im Osten verbindet. Namensgebend ist die Insel Hormus, die im nördlichen Teil der Meerenge liegt.

Geographie[Bearbeiten]

Sie liegt zwischen Iran und der omanischen Exklave Musandam. Seit der Antike ist die Straße von Hormus eine wichtige Schifffahrtsstraße. Durch sie verläuft der gesamte Schiffsverkehr von und zu den Ölhäfen Kuwaits, Katars, Bahrains, des Irak, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran, dazu der größte Teil des saudi-arabischen Verkehrs. Da eine Sperre der Straße die Lieferungen von bedeutenden Teilen der Erdölgebiete im Nahen Osten blockieren würde, ist sie von weltweiter strategischer Bedeutung (ca. ein Viertel der globalen Ölversorgung).

Geschichte[Bearbeiten]

Bis zum 16. Jahrhundert war die Straße von Hormus der wichtigste Wasserweg auf dem Handelsweg von Europa nach Indien. Auch mit dem Kaiserreich China bestanden Handelskontakte. Die Straße von Hormus und die westlich gelegenen Gebiete waren ein Ziel der Schatzflotte des chinesischen Admirals Zheng He Anfang des 15. Jahrhunderts. Durch die Reisen Vasco da Gamas wurde das Handelsmonopol der Araber gebrochen, denn der Seeweg um das Kap der Guten Hoffnung wurde bis zur Eröffnung des Sueskanals der Hauptschifffahrtsweg.

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde vom damaligen Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland und nachfolgend von Großbritannien eine enge Beziehung zu den Scheichtümern an der Golfküste, insbesondere zum Sultan von Oman gepflegt, da dieser den Zugang zur Straße von Hormus kontrolliert, welche eine sehr große Bedeutung für die britischen Handelsrouten nach Indien hatte (vgl. auch Trucial States).

Seit 1971 besteht ein verschärfter Konflikt zwischen dem Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten um Abu Musa und die Tunb-Inseln, denen im Hinblick auf die Kontrolle der Straße von Hormus besondere strategische Bedeutung zukommt.

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten]

Die Straße ist das wichtigste Nadelöhr für den Ölexport nach Japan, Westeuropa und in die USA. Tanker mit 16,5–17 Millionen Barrel Öl (2004; 25 Prozent des Weltölverbrauchs, 2013; 40 Prozent des Weltölverbrauchs) im Wert von 800 Millionen US-Dollar durchfahren sie täglich. Dazu existieren als internationale Schiffsrouten zwei jeweils 3 Kilometer breite und 35 Kilometer lange „virtuelle Boxen“ für den ein- und den ausgehenden Verkehr (Verkehrstrennungsgebiet).[1]

Im Zusammenhang mit dem 2006/2007 drohenden US-Angriff auf den Iran wegen dessen Atomprogramms befürchtete die US-Regierung die Schließung der Straße mittels Marschflugkörpern. Aus diesem Grund waren Anfang 2007 Flugzeugträger und Minenräum-Begleiter in der Nähe der Meerenge positioniert.[2]

Im Rahmen des Streits um das iranische Atomprogramm drohte der Erste Vizepräsident Irans, Mohammad Reza Rahimi, Ende Dezember 2011 für den Fall der Verhängung eines Ölembargos gegen den Iran mit der Sperrung der Straße von Hormus.[3]

Rechtliche Lage[Bearbeiten]

Abu Musa und die Tunb-Inseln werden vom Iran und von den Vereinigten Arabischen Emiraten beansprucht. Sie sind vom Iran besetzt.

Schiffe müssen, um die Straße von Hormus zu passieren, die Hoheitsgewässer Omans und Irans durchfahren. Die Durchfahrt soll nach dem Seerechtsübereinkommen der UNO geregelt werden. Nach diesem Abkommen steht Schiffen das Recht der Transitdurchfahrt zu. Kriegsschiffe werden wie Handelsschiffe behandelt und dürfen die Straße unangemeldet zügig durchfahren. Das Seerechtsabkommen wurde vom Iran zwar unterzeichnet, aber nicht ratifiziert und hat damit für die Straße von Hormus noch keine Gültigkeit erlangt. Die weitergehenden Rechte würde der Iran, wenn er dem Abkommen beiträte, nur denjenigen Staaten zugestehen, die dem Seerechtsabkommen ebenfalls beigetreten sind. Die USA sind diesem Abkommen bisher noch nicht beigetreten.

Beide Staaten haben jedoch die Genfer Seerechtskonventionen unterzeichnet und ratifiziert. Nach diesen Konventionen haben Schiffe das Recht der friedlichen Durchfahrt in der Straße von Hormus. Für Kriegsschiffe gelten hierbei strengere Auflagen. U-Boote dürfen nur aufgetaucht und beflaggt die Straße durchfahren. Alle Kriegsschiffe müssen vor der Durchfahrt die Erlaubnis beim Iran dafür einholen. Nach den Genfer Seerechtskonventionen hätte der Iran noch das Recht, die Straße von Hormus zu sperren – nach dem Seerechtsübereinkommen der UNO hingegen nicht.[4] Der Iran beansprucht weiterhin das Erlaubnisrecht für die Durchfahrt von Militärschiffen.[5] Die USA lassen ihre Kriegsschiffe weiterhin unangemeldet die Straße von Hormus passieren und berufen sich dabei auf ihr Gewohnheitsrecht.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Straße von Hormus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Energy Statistics from the U.S. Government
  2. U.S. Navy Positioning to Protect Strait of Hormuz, Tuesday, Feb. 20, 2007
  3. Islamic Republic News Agency (IRNA): 1st VP: No single drop of oil will pass through Hormuz Strait if Iran oil is banned (engl.) vom 27. Dezember 2011. Abgerufen am 16. Januar 2012.
  4. Telepolis vom 5. Februar 2012: Wäre eine Blockade der Straße von Hormus durch Iran legal?
  5. U.S. Department of State: Limits in the Sea, National Claims to Maritime Restrictions (PDF; 7,8 MB) 25. Mai 2000. Archiviert vom Original am 14. März 2012. Abgerufen am 14. März 2012.
  6. U. S. Präsident Ronald Reagan: Presidential Proclamation 5030 (PDF; 5,8 MB) 10. März 1983. Archiviert vom Original am 14. März 2012. Abgerufen am 14. März 2012.