Straßenbahn Augsburg

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Straßenbahn
Straßenbahn Augsburg
Bild
Combino 844 auf Linie 4 in der Wendeschleife am Hauptbahnhof
Basisinformationen
Staat Deutschland
Stadt Augsburg
Eröffnung 8. Mai 1881
Betreiber AVG
Verkehrsverbund AVV
Infrastruktur
Streckenlänge 45,4 km[1]
Spurweite 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem 600 Volt DC Oberleitung
Haltestellen 92[2]
Tunnelbahnhöfe 0 (zukünftig unter dem Hauptbahnhof)
Betriebshöfe 1 (ein zweiter ist in Planung)
Betrieb
Linien 5, zuzüglich 2 Sonderlinien
Takt in der HVZ 5 min
Takt in der SVZ 15 min
Fahrzeuge 7 Düwag M8C
11 Adtranz GT6M
41 Siemens Combino NF8
27 Bombardier Cityflex CF8
Höchstgeschwindigkeit 70 km/h
Statistik
Bezugsjahr 2012 [3]
Fahrgäste 34,247 Mio. jährlich (2012)
Einwohner im
Einzugsgebiet
393 Tsd.
Mitarbeiter 3801 (2012)
Netzplan
Streckennetz

Die Straßenbahn Augsburg bildet das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in Augsburg und ist das zweitgrößte Straßenbahnsystem Bayerns nach München und vor Nürnberg und Würzburg. Das meterspurige Netz ist 45,4 Kilometer lang und wird von fünf Linien bedient. Die 1881 eröffnete Straßenbahn befördert jährlich etwa 37,1 Millionen Fahrgäste und wird heute von der Augsburger Verkehrsgesellschaft mbH (AVG) betrieben. An drei Stellen überquert sie die Stadtgrenze, so dass ein Teil des Netzes in den Nachbarstädten Friedberg und Stadtbergen liegt. Ergänzt wird das Straßenbahnnetz durch den 1927 aufgenommenen städtischen Omnibusverkehr, zwischen 1943 und 1959 verkehrte außerdem der Oberleitungsbus Augsburg in der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten]

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Pferdebahn[Bearbeiten]

Pferdebahnwagen Nummer 19

König Ludwig II. von Bayern erteilte 1880 im Schloss Linderhof die Konzession zum Betrieb einer Pferdebahn in Augsburg und in den damals selbstständigen Gemeinden Göggingen, Lechhausen und Pfersee. Daraufhin gründeten Charles de Féral und Emil von Pirch mit Hilfe von Berliner Bankiers als Finanziers am 19. November 1880 die Augsburger Trambahn AG, welche über ein Grundkapital von 1,25 Millionen Mark verfügte.[4] Am 8. Mai 1881 ging schließlich die erste Pferdebahnstrecke zwischen Perlach und dem Hauptbahnhof in Betrieb, sie war in der Normalspur von 1435 Millimetern ausgeführt. Noch im selben Jahr kamen 16 weitere Kilometer hinzu, auf denen insgesamt sechs Linien verkehrten (siehe Geschichte der Linien).

Dampfbetrieb[Bearbeiten]

Um den Betrieb effizienter zu gestalten, untersuchte die Augsburger Trambahn AG die Einführung einer Dampfstraßenbahn. Hierzu erhielt sie am 14. Juni 1886 die Genehmigung für einen Probebetrieb auf der Gögginger Strecke. Dieser bestand zwischen dem 12. September 1886 und dem 15. Juni 1887, als Beiwagen hinter den Tramwaylokomotiven dienten die vorhandenen Pferdebahnwagen. Der Dampfbetrieb wurde von der Bevölkerung jedoch nicht angenommen. Es blieb beim Probebetrieb und im Anschluss daran erfolgte die Rückgabe an den Hersteller.

Elektrifizierung[Bearbeiten]

Dieser Triebwagen des Baujahrs 1898 gehört zur ersten Generation elektrischer Fahrzeuge

Ab 1895 wurden durch das Unternehmen Schuckert & Co. aus Nürnberg Versuche auf einer meterspurigen und elektrifizierten Strecke durchgeführt, am 1. September 1898 begann der elektrische Regelbetrieb, nachdem am Tag zuvor die letzte Pferdebahn fuhr. Das vorhandene Schienennetz wurde teilweise stillgelegt, die verbliebenen Strecken auf eine Spurweite von 1000 Millimetern umgespurt. Die ehemaligen Pferdebahnwagen wurden ebenfalls umgespurt und dienten fortan als Beiwagen hinter den ersten elektrischen Triebwagen, diese wurden von MAN geliefert. 1900 gründete Schuckert & Co schließlich die private Elektrische Straßenbahn AG, welche fortan den gesamten Betrieb führte. Erst 1908 wurde das Unternehmen unter der neuen Bezeichnung Städtische Straßenbahn Augsburg kommunalisiert.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Ab 1908 wurde das Augsburger Straßenbahnnetz kontinuierlich ausgebaut. 1913 wurde, zusätzlich zu den Signalfarben, Liniennummern eingeführt (siehe Geschichte der Linien). Zwischen den Jahren 1920 und 1960 erreichte das Augsburger Straßenbahnnetz dann mit sechs Linien seine vorläufig größte Ausdehnung. Das Ende des Ersten Weltkrieges und die Wirtschaftskrisen der 1920er Jahre unterbanden den ursprünglich geplanten großzügigen Ausbau des Netzes.

In der Zeit des Nationalsozialismus erfolgte 1938 die Konzentration der städtischen Infrastrukturbetriebe unter dem Dach der neu gegründeten Stadtwerke. Aufgrund wirtschaftlicher Zwänge, aber auch gemäß nationalsozialistischer Doktrin, generell dem Automobil und dem Bus den Vorrang vor dem Schienenverkehr zu geben, wurden keine wesentlichen Netzerweiterungen mehr vorgenommen (Ausnahme: Verlängerung der Linie 6 um wenige hundert Meter in Richtung Hochzoll Mitte). Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Fahrzeuge durch die alliierten Angriffe zerstört. Dadurch bestand wie in vielen anderen deutschen Städten auch in Augsburg Fahrzeugmangel, weswegen einige Jahre lang aus Genua übernommene Wagen aushalfen. Diese waren die ersten Augsburger Einrichtungsfahrzeuge. Die im Krieg zerstörten Strecken wurden alle instand gesetzt. Ein Teil der zerstörten Straßenbahntriebwagen wurde mit hölzernem Wagenkasten wiederaufgebaut. Total beschädigte Fahrzeuge wurden verschrottet und durch bei MAN neu bestellte Fahrzeuge ersetzt. In den 1960er Jahren wurde das Straßenbahnnetz – wie damals in vielen deutschen Städten – zu Gunsten des Omnibusverkehrs stark zurückgebaut und verkürzt (Stilllegung der Linie 3 im Jahr 1952, Stilllegung der Linien 5 und 6 im Jahr 1960[5]).

In den 1990er Jahren kam es zur Trendwende, indem kontinuierlich die Attraktivität für die Fahrgäste verbessert wurde. Am 1. Oktober 1990 wurde auf allen Linien werktags der Fünf-Minuten-Takt eingeführt. Die dadurch ausgelösten enormen Fahrgastzuwächse erforderten die kurzfristige Beschaffung von gebrauchten Triebwagen GT4 aus Stuttgart. Auch das Netz wurde nun ausgebaut: 1994 wurde die Verlängerung der Linie 1 in Lechhausen und 1996 die neue Linie 3 nach Haunstetten eröffnet. Parallel dazu wurden das bestehende Netz und der Fahrzeugpark modernisiert.[6]

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Der Königsplatz vor dem Umbau
Königsplatz-Neubau wenige Tage vor der Eröffnung

2001 wurden der unter laufendem Betrieb neu gebaute Betriebshof am Roten Tor sowie als weitere Neubaustrecken die Verlängerung der Linie 4 nach Augsburg Nord und der Linie 2 zum Klinikum eröffnet.[6]

Durch den Verkehrszuwachs geriet das Gesamtsystem der Augsburger Straßenbahn zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. Mit dem Projekt Mobilitätsdrehscheibe Augsburg wird es derzeit mit Gesamtkosten von 214 Millionen Euro für weitere Fahrgastzuwächse bereit gemacht. In diesem Rahmen wurde bereits am 12. Dezember 2010 die Neubaustrecke der Linie 6 nach Friedberg realisiert. Sie fährt auf annähernd derselben Trasse wie die frühere Linie 6, die zwischen 1920/34 und 1960 verkehrte. Zwischen 2011 und Dezember 2013 wurde die überlastete zentrale Umsteigehaltestelle am Königsplatz umfassend umgebaut und erweitert.[7]

Zu dem Gesamtprojekt gehört auch der im Bau befindliche Straßenbahntunnel unter dem Hauptbahnhof, der die Straßenbahn direkt an die Bahnsteige des Hauptbahnhofs anbinden wird. In diesem Zusammenhang sollen auch eine neue Linie 5 nach Augsburg West mit Anschluss zur Linie 2 gebaut und die Linie 1 bis zum Bahnhof Hochzoll verlängert werden. Die Fertigstellung ist für 2019 vorgesehen.[7]

Betrieb[Bearbeiten]

Linien[Bearbeiten]

Geschichte der Linien[Bearbeiten]

Vor 1913 hatten die Linien keine Liniennummern, sondern lediglich sogenannte Signalfarben. Im Jahr 1881 war des Netz der Pferdebahn in folgende Linien unterteilt:

  • Ludwigsplatz (Perlach) – Hauptbahnhof
  • Drentwettstraße – Göggingen
  • Ludwigsplatz (Perlach) – St. Ulrich
  • St. Ulrich – Pferseer Straße
  • Windgasse (Pfärrle) – Hauptbahnhof
  • Metzgplatz – Lechhauser Straße (Gastwirtschaft Sonne)

Im Jahr 1913 wurden die Liniennummern wie folgt zugeteilt:

Im Jahr 1917 wurde die Linie 5 auf der Strecke Senkelbach - Barfüßer Brücke eröffnet. Drei Jahre später, 1920, folgt die Linie 6 auf der Strecke Hauptbahnhof - Hochzoll[8].

Linien heute[Bearbeiten]

Derzeit verkehren fünf reguläre Straßenbahnlinien sowie zwei Sonderlinien, die Linie 8 anlässlich von Fußballspielen in der SGL arena und die Linie 9 bei Großmessen und ausgesuchten Veranstaltungen in der Messe Augsburg, so beispielsweise zur Augsburger Frühjahrsausstellung. Wenn wegen Gleisbaustellen und/ oder bei Veranstaltungen die Straßenbahnlinien abschnittsweise, oder komplett nicht fahren können, dann werden Busse als Schienenersatzverkehr, mit dem Buchstaben "B" vor der Straßenbahnliniennummer, im Anzeigefeld eingesetzt.

Linie 1 Regellinie Durchmesserlinie Neuer Ostfriedhof – Göggingen 25 Haltestellen
Linie 2 Regellinie Durchmesserlinie P+R Augsburg West – Haunstetten Nord 29 Haltestellen
Linie 3 Regellinie Durchmesserlinie Stadtbergen – Haunstetten West 26 Haltestellen
Linie 4 Regellinie Durchmesserlinie P+R Augsburg Nord – Hauptbahnhof 13 Haltestellen
Linie 6 Regellinie Durchmesserlinie Hauptbahnhof – P+R Friedberg West 15 Haltestellen
Linie 8 Sonderlinie Radiallinie (Hauptbahnhof –) Königsplatz – Stadion (16) 15 Haltestellen
Linie 9 Sonderlinie Radiallinie (Hauptbahnhof –) Königsplatz – Messezentrum (12) 11 Haltestellen

Wenn die Sonderlinie 8 bei einem Fußballspiel in der SGL arena und/ oder die Linie 9 bei Großmessen verkehren, dann fährt die Linie 6 nicht zum Hauptbahnhof, sondern wird zum Theater, in die dortige Theaterschleife umgeleitet.

Zwischen dem 30. Juli und 15. September (während der Sommerferien) gilt aufgrund von Bauarbeiten ein Ersatzfahrplan. Wegen einer Baustelle am Hauptbahnhof können die Linien 3, 4 und 6 dort nicht fahren. Auch an der Schertlinstraße (Linie 2 und 3) und am Neuen Ostfriedhof (Linie 1) wird gebaut. Aus diesem Grund wurden die Ersatzbuslinien B1 und B3 eingerichtet, die am Königsplatz miteinander verknüpft sind. Die Straßenbahnlinie 3 verkehrt von Haunstetten West kommend nur bis zur Haltestelle Haunstetter Straße und wendet anschließend am Rorten Tor. Die Linien 1 und 4 verkehren jeweils nur bis zum Königsplatz und sind dort miteinander verknüpft. Auch die Linie 6 kann nur bis zum Königsplatz fahren und wendet anschließend am Theater.[9][10]

Takt[Bearbeiten]

Regulär verkehren alle Straßenbahnlinien bereits seit 1990 montags bis freitags an Schultagen zwischen 6:30 und 18:30 Uhr im Fünf-Minuten-Takt, in den Ferien alle siebeneinhalb Minuten. Am Samstag ab 8:00 Uhr und wochentags von 5:00 bis 6:30 Uhr sowie nach 18:30 Uhr werden die Haltestellen im Zehn-Minuten-Takt und sonn- und feiertags ab 9:00 Uhr sowie täglich nach 19:00 Uhr im 15-Minuten-Takt bedient. In den Schwachverkehrszeiten besteht am Königsplatz Sammelanschluss.

Im Innenstadtbereich kommt es durch Linienüberlagerung zu einem dichteren Takt. So verkehrt auf dem Abschnitt Königsplatz - Moritzplatz - Rathausplatz alle zweieinhalb Minuten eine Bahn, im Abschnitt Königsplatz – Theodor-Heuss-Platz/IHK – Rotes Tor beträgt die Wagenfolge im Mittel 100 Sekunden. Der Abschnitt Hauptbahnhof – Königsplatz wird von den drei dort verkehrenden Linien ebenfalls alle 100 Sekunden bedient.

Sonderverkehr zum Plärrer[Bearbeiten]

Zweimal jährlich, immer zur Plärrerzeit, kommt es auf der Straßenbahnlinie 4 in den Abendstunden zu erhöhtem Fahrgastaufkommen. Daher bietet die Augsburger Verkehrsgesellschaft dann in den Abendstunden zwischen Hauptbahnhof und Plärrer und zurück Verstärkerbusse an. Nach dem Halt an der Haltestelle Plärrer wenden diese Busse an der Wertachbrücke, ohne an der gleichnamigen Haltestelle zu halten.

Haltestellen[Bearbeiten]

Haltestelle Universität

Die Bahnsteige vieler Haltestellen haben eine Länge von 52 Metern, mindestens aber 42 Meter, damit auch bei modernen 42 Meter langen Combino-Straßenbahnen ein sicherer Fahrgastwechsel möglich ist. Ferner sind die meisten Haltestellen mit Informationsdisplays zur Anzeige der Abfahrtszeiten sowie Fahrkartenautomaten ausgestattet und barrierefrei ausgebaut.

Betriebsstrecken[Bearbeiten]

  • Schleife Bürgermeister-Bohl-Straße
  • Schleife Oberhausen
  • Schleife Schülestraße, ersetzte die Schleife Theodor-Heuss-Platz/IHK
  • Schleife Theater, ehemals Schleife Stadttheater
  • Streckenabschnitt Betriebshof Rotes Tor/Baumgartnerstraße, mit Schleife
  • Streckenabschnitt über die Maxstraße, während des Königsplatz-Umbaus Umleitungsstrecke

Depots[Bearbeiten]

Depot Baumgartnerstraße
Innenansicht des Depots Baumgartnerstraße, im Vordergrund die Bahnhofshalle von 1838

Die Straßenbahnen werden von einem Depot in der Nähe des Roten Tors aus eingesetzt. Darunter befindet sich ein Gebäudeteil, der 1838 von der München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft als Bahnhofshalle des ersten Augsburger Hauptbahnhofs errichtet wurde.

  • Straßenbahn- und Omnibusbetriebshof Senkelbach/Wertachstraße, zuletzt nur noch Wagenhalle (aufgelassen, Gebäude und Gleisreste noch vorhanden)
  • Straßenbahnbetriebshof Rotes Tor/Baumgartnerstraße
  • Beiwagenhalle Kriegshaber, Ulmer Straße 174; später Wagenhalle Kriegshaber (1911 in Betrieb genommen und 1976 stillgelegt, Gebäude und Gleisreste noch vorhanden. Baudenkmal, 1988 saniert, siehe auch Liste der Baudenkmäler in Augsburg-Kriegshaber)
  • Wagenhalle Lechhausen (aufgelassen, Gebäude und Gleisreste noch vorhanden)

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Ehemalige Fahrzeuge[Bearbeiten]

Gegenwärtiger Bestand[Bearbeiten]

Arbeitswagen[Bearbeiten]

Die Augsburger Straßenbahn verfügt zurzeit über einen zum Arbeitswagen umgebauten GT8 mit der Nummer 806 und einen von Windhoff gebauten Schleifwagen mit der Nummer 41.

M8C[Bearbeiten]

M8C-Triebwagen 8007 an der neuen Haltestellenanlage Königsplatz

Die zwölf Stadtbahnwagen des Typs M8C wurden 1985 von Düwag in Zusammenarbeit mit MAN für Augsburg produziert. Die Zweirichtungsfahrzeuge ersetzten damals einige der ältesten GT5. Eine Augsburger Besonderheit sind dabei die zusätzlichen Einstiege im Mittelteil. Die ersten beiden M8C – 8010 und 8011 – wurden 2010 ausgemustert. 8001, 8003 und 8012 folgten 2012. Die Wagen 8001 und 8011 gingen im April 2012 an die Straßenbahn Darmstadt, wo sie als Arbeitswagen genutzt werden. Die drei Wagen 8003, 8010 und 8012 wurden im April 2013 zum Stückpreis von 13.000 Euro an die Straßenbahn Elbląg in Polen verkauft und am 13. Mai 2013 aus Augsburg abtransportiert.

Die sieben in Augsburg verbliebenen M8C – die während des Königsplatz-Umbaus nicht benötigt wurden – werden seit Dezember 2013 während des Fünf-Minuten-Takts wieder im regulären Linienverkehr eingesetzt und sollen voraussichtlich bis 2015 im Dienst bleiben.[11] Sie kommen auf den Linien 1, 2, 4 und 6 auf dem gesamten Linienweg zum Einsatz. Auf der Linie 3 verkehren sie nur als Verstärker im Abschnitt Hauptbahnhof – Universität, von wo aus sie als Leerfahrt zum Wenden bis zur Stadionschleife fahren. Langfristig ist geplant, einen M8C museal zu erhalten.

GT6M[Bearbeiten]

GT6M vor der Unterführung Pferseer Straße

Mit den 27 Meter langen, dreiteiligen und sechsachsigen GT6M von ADtranz, wandte sich Augsburg bereits 1993 der Niederflurbauweise zu. Damals lieferte das Vorläuferunternehmen AEG den Prototyp an, der jedoch bereits 1995 nach einem Unfall ausgemustert und verschrottet wurde. 1996 folgte die elf Wagen umfassende Serienlieferung für die damals neue Linie 3. Der GT6M verkehrt auf den Linien 3, 6 und 9. Seit 2013 läuft die Modernisierung der Augsburger Fahrzeuge bei der IFTEC in Leipzig. Bislang wurden die Wagen 603, 605 (2013), 601, 608 und 602 (2014) modernisiert.

NF8 Combino[Bearbeiten]

Combino Nummer 832 im Einsatz auf der Linie 3

Längster Augsburger Straßenbahnwagen ist der 42 Meter lange Combino von Siemens, in Augsburg als NF8 bezeichnet. Die Lieferung der 41 wiederum niederflurigen Fahrzeuge erfolgte in den Jahren 2000 und 2002. Nach größeren technischen Problemen in der Anfangszeit befinden sich mittlerweile alle Fahrzeuge im Linienverkehr. Die Combinos ersetzten die ersten GT4 sowie die letzten GT5. Sie fahren auf allen Linien.

CF8 CityFlex[Bearbeiten]

Cityflex

Der modernste Straßenbahntyp Augsburgs sind die 27 in den Jahren 2009 und 2010 gelieferten CityFlex von Bombardier Transportation GmbH, in Augsburg als CF8 bezeichnet. Erstmals in der Geschichte der Augsburger Straßenbahn verfügt dieser Typ durchgehend über Klimaanlagen. Bis auf drei Wagen wurde die Option auf weitere Fahrzeuge eingelöst. Nach einer von technischen Defekten geprägten Inbetriebnahmephase befinden sich mittlerweile alle CF8 im Linienverkehr. Sie ersetzten die letzten GT4, alle GT8 sowie einen Teil der M8C. Die CF8 verkehren auf allen Linien.

Museumswagen[Bearbeiten]

Die Augsburger Straßenbahn verfügt derzeit über insgesamt 17 Museumswagen, darunter drei Arbeitswagen, ein geführter GT4-Triebwagen und ein Beiwagen. Aktuell ist davon aber nur der KSW Nummer 506 und der GT8 Nummer 807 in Betrieb. Beide können für Miet-Sonderfahrten, wie beispielsweise Stadtrundfahrten, Geburtstage, Hochzeiten oder ähnliche Veranstaltungen gemietet werden. In Einzelfällen wird auch der zum Arbeitswagen umgebaute GT8 Nummer 806 für Miet-Sonderfahrten eingesetzt.

Projekte[Bearbeiten]

Projekt Primove[Bearbeiten]

Am 26. Mai 2010 unterzeichneten die Bombardier Transportation GmbH und die Stadtwerke Augsburg einen Projektvertrag zum Einsatz von Straßenbahnen ohne Oberleitung. Bombardier hat unter dem Namen Primove ein Verfahren entwickelt, das das Fahren ohne Fahrdraht ermöglicht.[12] Dieses wurde in der Augsburger Messeschleife getestet, weiterentwickelt und dort auch zur Serienreife gebracht. Für die Testfahrten auf der 600 Meter langen Messeschleife kam die Variobahn Nummer 4149 (seit Februar 2014 Nummer 4349 Fahrschulwagen; 2010 - 2013 Eigentum der Fa. Bombardier) der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH nach Augsburg.[13]

Zur afa 2013 nahm die Linie 9 erstmals nach, bzw. seit dem Test ihren Betrieb wieder auf. Wegen des Königsplatz-Umbaus allerdings nicht wie gewohnt, täglich im 5-Minuten-Takt, sondern täglich im 15-Minuten-Takt. Der Offizielle Start war der Königsplatz. Die Straßenbahnen wendeten in der umgebauten Theaterschleife, die nun in, bzw. von beide(n) Fahrtrichtungen angefahren werden kann.

Seitens der Stadtwerke Augsburg war geplant, die Maximilianstraße oberleitungsfrei auszubauen. Da die Augsburger Straßenbahnflotte gerade modernisiert wurde, wäre eine nachträgliche Umrüstung zu teuer geworden. Daher wurde das Projekt bereits in der Planungsphase wieder eingestellt. Am 31. Mai 2012 stellte Bombardier in Augsburg Fahrzeuge mit induktiver Energieübertragung vor.

Planungen[Bearbeiten]

Linie 1[Bearbeiten]

Untersucht wird eine Verlängerung der Linie 1 nach Hochzoll mit Querung der Linie 6 zum Bahnhof Hochzoll.[14]

Linie 3[Bearbeiten]

Geplant ist eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 von der Endhaltestelle Haunstetten West an der Inninger Straße zum Busbahnhof Königsbrunn, wobei der Bau schon mehrfach wegen der nicht geklärten Kostenverteilung der beteiligten Partner verschoben wurde.[15]

Linie 3a[Bearbeiten]

Geplant ist eine Straßenbahnlinie 3a über die Firnhaberstraße[16] zur Erschließung des Hochfelds sowie des Augsburger Innovationsparks.[17]

Linie 5[Bearbeiten]

In den kommenden Jahren soll die Linie 5 über die Bgm-Ackermann-Straße zum P+R Augsburg West verwirklicht werden. Diese Linie soll die Buslinie 32 ersetzen, die derzeit werktags im 15-Minuten-Takt betrieben wird. Die Endhaltestelle ist am Klinikum Augsburg geplant, wo eine Wendeschleife gebaut werden soll. Noch nicht abschließend geklärt ist die Führung vom Tunnelportal am Hauptbahnhof zur Bgm-Ackermann-Straße. Hierzu werden drei Varianten diskutiert. Darunter die direkte Führung über die Rosenaustraße, die Führung über die Hörbrot- und Holzbachstraße und die Führung via Luitpold-Brücke und Hessenbachstraße. Das Planfeststellungsverfahren ist ab 2015 angedacht. Der Bau soll zwischen Herbst 2016 und Frühjahr 2019 erfolgen.[16][18]

Hauptbahnhof[Bearbeiten]

Im Zuge der Errichtung des oben erwähnten Straßenbahntunnels am Hauptbahnhof soll auch eine unterirdische Wendeschleife entstehen. Über sie sollen die an der Haltestelle unter dem Augsburger Hauptbahnhof endenden Linien 4 und 6 wenden. Sie ersetzt damit die bisherige Wendeschleife in der Bahnhof- und Hübnerstraße.[16] Nach der Fertigstellung der Linie 5 wird die Linie 6 nicht mehr unter dem Hauptbahnhof wenden, sondern als Linie 5 nach Augsburg West weiterfahren. Gleichzeitig wird die Linie 5 nach der Ankunft unter dem Hauptbahnhof als Linie 6 weiterfahren. Somit wird man ab 2019 umsteigefrei von Augsburg West nach Friedberg West fahren können.[19]

Straßenbahnlinie über Maximilianstraße[Bearbeiten]

Im Jahr 2013 wurde beschlossen, dass eine Straßenbahnlinie ab 2016 dauerhaft und planmäßig über die Maximilianstraße geführt werden soll.[20] Noch ist allerdings nicht klar, welche. Aus ursprünglich 57 Vorschlägen wählten die Stadt und die Stadtwerke vier aus. Ein externer Gutachter soll diese bis zum Sommer 2014 untersuchen. Allerdings kündigten die Stadtarchäologen von Augsburg bereits im September 2013 an, dass sie für Grabungen auf der Maximilianstraße mindestens zwei Jahre benötigen, da dort mit interessanten Funden zu rechnen ist. Im Zuge der Bauarbeiten soll auch die starke Wölbung der Straße verringert, die komplette Straße neu gepflastert und den beiden Plätzen auf der Prachtmeile ein platzähnlicheres Aussehen verliehen werden.[21]

Geplantes Straßenbahnmuseum[Bearbeiten]

Die „Freunde der Augsburger Straßenbahn e. V.“ planen mit Unterstützung der Stadtwerke Augsburg, die Errichtung eines Straßenbahnmuseums. Angedacht war zuerst der ehemalige und heute stillgelegte Betriebshof I am Senkelbach. Aktuell ist geplant das Straßenbahnmuseum in den Bahnpark Augsburg zu integrieren.

Weitere Projekte[Bearbeiten]

Entlang der Strecke der zukünftigen Linie 5 könnte ein zweiter Betriebshof errichtet werden.

Zurückgestellte Projekte[Bearbeiten]

  • Das Vorhaben für den Bau dreier Trassen vom Hauptbahnhof über Hochfeld zur Messe beziehungsweise in entgegengesetzter Richtung über die Karlstraße zur Linie 1 im Abschnitt Rathaus-Jakobertor, sowie von Lechhausen zur Hammerschmiede.
  • Eine neue Trasse, über den Leonhardsberg, als Ersatz für die Führung über den steilen Perlachberg, für inzwischen ausgemusterte Straßenbahntypen und für die historischen Straßenbahnen.
  • Eine Wendeschleife als Ersatz für die abgebaute Wendeschleife an der Barfüßer Brücke, vom Rathausplatz her kommend.
  • Eine Wendeschleife beim Omnibusbetriebshof in der Lechhauser Straße zum vorzeitigen Wenden bei Störungen.

Verworfene Projekte[Bearbeiten]

  • Alle anderen Ringlinien, beispielsweise Linien 2 und 3 in Königsbrunn, Linien 2 und 5 am P+R Augsburg West oder am Klinikum/BKH sowie weitere Ringlinien am Hauptbahnhof.
  • Eine zweite Wendeschleife beim Theodor-Heuss-Platz/IHK in entgegengesetzter Richtung. Stattdessen soll weiterhin über den Straßenbahnbetriebshof Rotes Tor/Baumgartnerstraße gewendet werden.
  • Eine Ausweichtrasse durch die Prinzregentenstraße zur Verbindung der Linien 3 und 4 zwischen Hauptbahnhof und Theater.
  • Eine Ausweichtrasse, zwischen Stadtwerke und Theater, über die Karlstraße, zur Verbindung von den Linien 1 und 2, mit der Linie 4, um bei Veranstaltungen auf dem Rathausplatz, beispielsweise dem Engelssingen, den Schienenersatzverkehr zu sparen.
  • Eine Haltestelle in der Pferseer Bahnunterführung mit Zugang zu den Bahngleisen.
  • Errichtung eines neuen Betriebshofs beim ehemaligen Bahnbetriebswerk Augsburg, in der Nähe des Bahnparks Augsburg. Stattdessen wurde der Betriebshof Rotes Tor/Baumgartnerstraße renoviert und erweitert.
  • Reaktivierung der Trasse über die Bahnhofstraße.
  • Reaktivierung der Wagenhalle Senkelbach (ehemals Betriebshof I Senkelbach).
  • Verlängerung der Linie 2 (vormals 4) nach Königsbrunn.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Albrecht Sappel: Einmal Königsplatz und zurück! 100 Jahre Stadtverkehr in Augsburg. Alba, Düsseldorf 1981, ISBN 3-87094-325-4.
  •  Herbert Waßner: 100 Jahre Augsburger Nahverkehrsfahrzeuge im Bild. F.d.A.S., Augsburg 1998.
  •  Freunde der Augsburger Straßenbahn (Hrsg.): Rückblick auf 20 Jahre „Freunde der Augsburger Straßenbahn“. 2009.
  • Dieter Höltge und Michael Kochems: Stadtwerke Augsburg - Verkehrs-GmbH in: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland. Band 10: Bayern. EK-Verlag Freiburg 2006, ISBN 978-3-88255-391-8, Seite 12 bis 66

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Straßenbahnen in Augsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.sw-augsburg.de/fahrgaeste/zahlen_und_fakten.php Zahlen und Fakten
  2. http://www.sw-augsburg.de/fahrgaeste/linienfahrplaene.php
  3. http://www.sw-augsburg.de/downloads/Zahlenspiegel_2012_final.pdf
  4. Die Pferdebahn und die Dampfbahn auf www.f-d-a-s.de
  5. http://www.tram-augsburg.com/Geschichte
  6. a b Dieter Höltge und Michael Kochems: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland. Band 10: Bayern. EK-Verlag Freiburg 2006, ISBN 978-3-88255-391-8, Seite 34ff
  7. a b Offizielle Website des Projekts Augsburg City
  8. http://www.tram-augsburg.com/Geschichte
  9. http://www.avv-augsburg.de/tl_files/avv_files/verkehrsnetz/Liniennetz_Baumassnahmen_SommerFerien_2014.pdf
  10. http://www.avv-augsburg.de/fahrplan/aktuelle-fahrplaninfo/?tram=sortieren
  11. Straßenbahn Magazin März 2013
  12.  Fahrdrahtlose Energieübertragung für Strassen- und Stadtbahnen. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 9, Luzern 2009, S. 118–120, ISSN 1421-2811.
  13. Oberleitungsfreie Straßenbahn in Augsburg, Stadtwerke Augsburg
  14. Linie 1, Stadtwerke Augsburg abgerufen am 26. September 2013
  15. Straßenbahn nach Königsbrunn muss her Augsburger Allgemeine vom 9. Mai 2013, abgerufen am 26. September 2013
  16. a b c „Augsburger Allgemeine“ (AZ) und „Stadtwerke Augsburg“
  17. Bebauungsplan Nr. 900, Stadt Augsburg, abgerufen am 26. September 2013
  18. Go west, Projekt augsburg city, abgerufen am 26. September 2013
  19. http://www.sw-augsburg.de/fahrgaeste/6154.php
  20. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Ab-2016-faehrt-die-Tram-durch-die-Maxstrasse-id25165836.html
  21. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Maxstrasse-wird-mindestens-zwei-Jahre-spaeter-fertig-id27060512.html
  22. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Neue-Vorschlaege-fuer-die-Tram-in-der-Maxstrasse-id28539377.html