Straßenbahn Augsburg

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Straßenbahn
Straßenbahn Augsburg
Bild
Combino 844 auf der Linie 4 in der Wendeschleife am Hauptbahnhof
Basisinformationen
Staat Deutschland
Stadt Augsburg
Eröffnung 8. Mai 1881
Betreiber AVG
Verkehrsverbund AVV
Infrastruktur
Streckenlänge 45,4 km[1]
Spurweite 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem 600 Volt DC Oberleitung
Haltestellen 92[2]
Tunnelbahnhöfe 0 (einer in Bau)
Betriebshöfe 1
Betrieb
Linien 5, zuzüglich 2 Sonderlinien
Takt in der HVZ 5 min
Takt in der SVZ 15 min
Fahrzeuge 7 Düwag M8C
11 Adtranz GT6M
41 Siemens Combino NF8
27 Bombardier Cityflex CF8
Höchstgeschwindigkeit 70 km/h
Statistik
Bezugsjahr 2012[3]
Fahrgäste 34,247 Mio. jährlich (2012)
Einwohner im
Einzugsgebiet
393 Tsd.
Netzplan
Streckennetz

Die Straßenbahn Augsburg bildet das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in Augsburg und ist das zweitgrößte Straßenbahnsystem Bayerns nach München und vor Nürnberg und Würzburg. Das meterspurige Netz ist 45,4 Kilometer lang und wird von fünf Linien bedient. Die 1881 eröffnete Straßenbahn befördert jährlich etwa 37,1 Millionen Fahrgäste und wird heute von der Augsburger Verkehrsgesellschaft mbH (AVG) betrieben. An drei Stellen überquert sie die Stadtgrenze, so dass ein Teil des Netzes in den Nachbarstädten Friedberg und Stadtbergen liegt. Ergänzt wird das Straßenbahnnetz durch den 1927 aufgenommenen städtischen Omnibusverkehr, zwischen 1943 und 1959 verkehrte außerdem der Oberleitungsbus Augsburg in der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Pferdebahn (1881–1898)[Bearbeiten]

König Ludwig II. von Bayern erteilte 1880 im Schloss Linderhof die Konzession zum Betrieb einer Pferdebahn in Augsburg und in den damals selbstständigen Gemeinden Göggingen, Lechhausen und Pfersee. Daraufhin gründeten Charles de Féral und Emil von Pirch mit Hilfe von Berliner Bankiers als Finanziers am 19. November 1880 die Augsburger Trambahn AG, welche über ein Grundkapital von 1,25 Millionen Mark verfügte.[4] Am 8. Mai 1881 ging schließlich die erste Pferdebahnstrecke zwischen Perlach und dem Hauptbahnhof in Betrieb, sie war in der Normalspur von 1435 Millimetern ausgeführt. Noch im selben Jahr kamen 16 weitere Kilometer hinzu, auf denen insgesamt sechs Linien verkehrten, die mit sogenannten Signalfarben gekennzeichnet waren. 1881 bestand folgendes Netz:

Pferdebahnwagen Nummer 19
Ludwigsplatz (Perlach) – Hauptbahnhof
Drentwettstraße – Göggingen
Ludwigsplatz (Perlach) – St. Ulrich
St. Ulrich – Pferseer Straße
Windgasse (Pfärrle) – Hauptbahnhof
Metzgplatz – Lechhauser Straße (Gastwirtschaft Sonne)

Dampfstraßenbahn (1886–1887)[Bearbeiten]

Um den Betrieb effizienter zu gestalten, untersuchte die Augsburger Trambahn AG die Einführung einer Dampfstraßenbahn. Hierzu erhielt sie am 14. Juni 1886 die Genehmigung für einen Probebetrieb auf der Gögginger Strecke. Dieser bestand zwischen dem 12. September 1886 und dem 15. Juni 1887, als Beiwagen hinter den drei geliehenen Tramwaylokomotiven von Krauss-Maffei dienten die vorhandenen Pferdebahnwagen. Der Dampfbetrieb wurde von der Bevölkerung jedoch nicht angenommen. Sie fühlten sich durch Rauch, Ruß und Lärm stark belästigt. Es blieb beim Probebetrieb und im Anschluss daran erfolgte die Rückgabe an den Hersteller.

Elektrischer Betrieb[Bearbeiten]

Einführung (1898)[Bearbeiten]

Dieser Triebwagen des Baujahrs 1898 gehört zur ersten Generation elektrischer Fahrzeuge

Ab 1895 führte das Unternehmen Schuckert & Co. aus Nürnberg Versuche auf einer meterspurigen und elektrifizierten Strecke durch, am 1. September 1898 begann der elektrische Regelbetrieb, nachdem am Tag zuvor die letzte Pferdebahn fuhr. Das vorhandene Netz wurde teilweise stillgelegt, der Großteil auf eine Spurweite von 1000 Millimetern umgespurt. Die ehemaligen Pferdebahnwagen wurden 1901 und 1908 ebenfalls umgespurt und dienten fortan als Beiwagen hinter den elektrischen Triebwagen, darunter befanden sich auch offene Sommerwagen.[5] Zum Zeitpunkt der Elektrifizierung verkehrten folgende vier Linien, die Netzlänge stieg von 12,3 auf 14,370 Kilometer an:

weiße Linie Lechhausen Schlößle – Pfersee Eberlestraße
grüne Linie Oberhausen Drentwettstraße – Göggingen Rathaus
blaue Linie KönigsplatzRotes Tor
rote Linie Perlach – Haunstetter Straße

1900 gründete Schuckert & Co schließlich die private Elektrische Straßenbahn AG, welche fortan den gesamten Betrieb führte.

Kommunalisierung (1908)[Bearbeiten]

1908 wurde das Unternehmen unter der neuen Bezeichnung Städtische Straßenbahn Augsburg kommunalisiert und fortan kontinuierlich ausgebaut. 1913 wurden, zusätzlich zu den Signalfarben, folgende Liniennummern eingeführt:

Linie 1 (weiß) Lechhausen Schlößle – Pfersee Leitershofer Straße
Linie 2 (grün) Kriegshaber – Göggingen Rathaus
Linie 3 (blau) Oberhausen Hirblinger Straße – Infanteriekaserne
Linie 4 (rot) Hauptbahnhof – Schertlinstrasse

1917 ging die Linie 5 Senkelbach–Barfüßerbrücke in Betrieb, 1920 folgte die Linie 6 HauptbahnhofHochzoll.[6] Zwischen 1920 und 1960 erreichte die Straßenbahn mit wiederum sechs Linien ihre vorläufig größte Ausdehnung. Das Ende des Ersten Weltkrieges und die Wirtschaftskrise der 1920er Jahre unterbanden den ursprünglich geplanten großzügigen Ausbau des Netzes.

In der Zeit des Nationalsozialismus erfolgte 1938 die Konzentration der städtischen Infrastrukturbetriebe unter dem Dach der neu gegründeten Stadtwerke Augsburg. Aufgrund wirtschaftlicher Zwänge, aber auch gemäß nationalsozialistischer Doktrin, generell dem Automobil beziehungsweise Omnibussen und Oberleitungsbussen den Vorrang vor dem Schienenverkehr zu geben, wurden keine wesentlichen Erweiterungen mehr vorgenommen. Einzige Ausnahme war die kurze Verlängerung der Linie 6 bis Hochzoll Mitte am 9. Mai 1934. Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Fahrzeuge durch die alliierten Angriffe zerstört. Dadurch bestand wie in vielen anderen deutschen Städten Fahrzeugmangel, weswegen aus Genua übernommene Wagen aushalfen. Sie waren die ersten Augsburger Einrichtungsfahrzeuge und mussten nach Kriegsende wieder nach Italien zurückgegeben werden.[7][8]

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Kriegsstraßenbahnwagen am Königsplatz

Die im Krieg zerstörten Strecken wurden alle instand gesetzt. Beschädigte Fahrzeuge wurden neu aufgebaut und dabei teilweise modernisiert, wobei die hölzernen Wagenkästen verblecht wurden. 1948 erhielt Augsburg mit den sogenannten Kriegsstraßenbahnwagen (KSW) die ersten Neufahrzeuge nach 1945. Sie wurden noch während des Kriegs bestellt, schließlich motorlos angeliefert und erhielten Antriebe von älteren – zu Beiwagen umgebauten – Triebwagen.[9]

Ab 1956 kamen schließlich die ersten Großraumwagen in Form von Lenkdreiachsern zum Einsatz, sie waren die ersten Augsburger Fahrzeuge mit automatischen Türen. In den 1960er Jahren wurde das Netz – wie in vielen deutschen Städten – zu Gunsten des Omnibusverkehrs stark reduziert. Darunter fiel insbesondere die Stilllegung der Linie 3 im Jahr 1952 und der Linien 5 und 6 im Jahr 1960.[10][9] In weiter entfernte Neubaugebiete wie Hochzoll und Friedberg fuhren von Beginn an Omnibusse. Ab 1964 wurden erstmals auch Gelenkwagen eingesetzt.[9]

1964 stellten die Stadtwerke die Triebwagen auf schaffnerlosen Einmannbetrieb um, die Fahrgäste mussten fortan die Türen selbst per Druckknopf öffnen. Die Knöpfe im Innenraum dienten gleichzeitig auch als Haltewunschtaster. Durch Entfall des festen Schaffnerplatzes und Aufgabe des Fahrgastflusses konnten fortan mehr Personen befördert werden.

Einstellungsdiskussion in den 1970er Jahren[Bearbeiten]

Straßenbahn vom Typ Mannheim am Königsplatz

Zum 1. März 1971 wurden neue Fahrscheine eingeführt, die sich erstmals für automatische Entwerter eigneten. Die ersten dieser elektrischen Entwerter kauften die Stadtwerke Augsburg gebraucht von den Stadtwerken München und setzten sie bis 1976 ein, bevor sie durch neu beschaffte Geräte ersetzt wurden. 1973 wollten sich die Stadtwerke endgültig von den personalaufwändigen Zweiwagenzügen trennen, die damals noch als E-Wagen im Einsatz waren. Dies gelang durch die Beschaffung von Gebrauchtfahrzeugen von der damals stillgelegten Straßenbahn Aachen. Mit der damit verbundenen Aufgabe des Beiwagenbetriebs konnten die letzten Schaffner eingespart werden, fortan verkehrten ausschließlich Gelenktriebwagen.[9]

In den Jahren 1973 bis 1976 plante der Betreiber die Straßenbahn einzustellen. Obwohl damals ausreichend Wagen vorhanden waren, bestellte die Stadt Augsburg daher in der Hoffnung auf Linienverlängerungen 1974 zwölf neue Doppelgelenktriebwagen des Typs Mannheim, die 1976 geliefert und an die Verkehrsbetriebe verschenkt wurden, um die Stilllegung zu verhindern. Letztlich ersetzten sie aber nur ältere Fahrzeuge.[9]

1977 wurde das neue Haltestellendreieck auf dem Königsplatz eröffnet und die alte Haltestelleanlage unter Protest der Bevölkerung im April 1977 abgerissen. 1985 gelangten erstmals moderne Stadtbahnwagen nach Augsburg. Zuvor war bereits im Mai 1980 ein solches Fahrzeug von der Essener Verkehrs-AG ausgeliehen und im gesamten Netz getestet worden.[9]

Ausbau und Modernisierung seit 1990[Bearbeiten]

Der Königsplatz vor dem Umbau
Königsplatz-Neubau wenige Tage vor der Eröffnung

In den 1990er Jahren kam es zur Trendwende, indem kontinuierlich die Attraktivität für die Fahrgäste verbessert wurde. Am 1. Oktober 1990 wurde auf allen Linien werktags der Fünf-Minuten-Takt eingeführt.[11] Der dadurch ausgelöste Fahrgastzuwachs erforderte 1993 die kurzfristige Beschaffung von Gebrauchtwagen aus Stuttgart. Ebenfalls 1993 begann das Niederflurzeitalter.

Parallel dazu erfolgte der Streckenausbau. Am 10. September 1994 ging die Verlängerung der Linie 1 zum neuen Ostfriedhof in Betrieb, am 27. April 1996 folgte die neue Linie 3 zur Inninger Straße und am 13. November 1999 schließlich die Messesonderlinie 9.[12]

2000 kamen erstmals Fahrzeuge mit ausfahrbarer Rollstuhlrampe nach Augsburg. Am 10. Juni 2001 wurde die Verlängerung der Linie 4 zum P&R Augsburg Nord in Betrieb genommen, am 29. November 2001 folgte die Verlängerung der Linie 2 zum P&R Augsburg West. Am 26. Juli 2009 wurde die Stadionsonderlinie 8 eingeweiht. 2009 erhielt Augsburg mit dem Typ CityFlex erstmals Fahrzeuge mit Klimaanlage.

Nachdem die Straßenbahn in den 2000er Jahren zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen geriet, wird sie seit 2010 mit dem 214 Millionen Euro teuren Projekt Mobilitätsdrehscheibe Augsburg für weitere Fahrgastzuwächse ertüchtigt. Erste Maßnahme war dabei die am 12. Dezember 2010 eröffnete Strecke nach Friedberg. Sie wird von der neuen Linie 6 bedient, die annähernd auf derselben Route wie die frühere Linie 6 fährt. Zwischen 2011 und dem 15. Dezember 2013 wurde zudem die überlastete zentrale Umsteigehaltestelle am Königsplatz aus Kapazitäts- und Sicherheitsgründen erneut umfassend umgebaut und erweitert.[13]

Betrieb[Bearbeiten]

Linien[Bearbeiten]

Derzeit verkehren fünf reguläre Straßenbahnlinien sowie zwei Sonderlinien, die Linie 8 anlässlich von Fußballspielen in der SGL arena und die Linie 9 bei Großveranstaltungen in der Messe Augsburg, so beispielsweise der Augsburger Frühjahrsausstellung. Muss Schienenersatzverkehr gefahren werden, werden die in diesem Fall eingesetzten Busse mit einem "B" vor der Liniennummer gekennzeichnet.

Linie 1 Regellinie Durchmesserlinie Lechhausen Neuer Ostfriedhof – Göggingen 25 Haltestellen
Linie 2 Regellinie Durchmesserlinie P+R Augsburg West – Haunstetten Nord 29 Haltestellen
Linie 3 Regellinie Durchmesserlinie Stadtbergen – Haunstetten West 26 Haltestellen
Linie 4 Regellinie Durchmesserlinie P+R Augsburg Nord – Hauptbahnhof 13 Haltestellen
Linie 6 Regellinie Durchmesserlinie Hauptbahnhof – P+R Friedberg West 15 Haltestellen
Linie 8 Sonderlinie Radiallinie (Hauptbahnhof –) Königsplatz – Stadion (16) 15 Haltestellen
Linie 9 Sonderlinie Radiallinie (Hauptbahnhof –) Königsplatz – Messezentrum (12) 11 Haltestellen

Wenn die Linien 8 und/oder 9 verkehren, wird die Linie 6 zur Schleife beim Theater umgeleitet. Zweimal jährlich kommt es außerdem zur Plärrerzeit auf der Linie 4 in den Abendstunden zu einem erhöhten Fahrgastaufkommen, das mit Verstärkerbussen zwischen Hauptbahnhof und Plärrer abgedeckt wird. Diese wenden nach dem Halt am Plärrer an der Wertachbrücke, ohne die gleichnamige Haltestelle zu bedienen.

Takt[Bearbeiten]

Regulär verkehren alle Straßenbahnlinien montags bis freitags zwischen 6:30 und 8:00 sowie 12:00 und 18:30 Uhr im Fünf-Minuten-Takt, dazwischen sowie danach – beziehungsweise in den Ferien ganztägig – alle siebeneinhalb Minuten. Samstags ab 8:00 Uhr und wochentags vor 6:30 Uhr alle zehn Minuten gefahren, sonn- und feiertags ab 9:00 Uhr sowie täglich ab 20:15 Uhr im 15-Minuten-Takt.[14][15][16] In den Schwachverkehrszeiten besteht am Königsplatz Sammelanschluss in alle Richtungen.

Im Zentrum bestehen durch Linienüberlagerungen dichtere Abstände. So verkehrt auf dem Abschnitt Königsplatz – Rathausplatz durchschnittlich alle zweieinhalb Minuten eine Bahn, im Abschnitt Königsplatz – Rotes Tor beträgt die Wagenfolge im Mittel 100 Sekunden, ebenso im Abschnitt Hauptbahnhof – Königsplatz. An Schultagen werden außerdem in der morgendlichen Hauptverkehrszeit abschnittsweise zusätzlich fünf Verstärkerkurse angeboten.

Haltestellen[Bearbeiten]

Haltestelle Universität

Die Bahnsteige vieler Haltestellen haben eine Länge von 52 Metern. Die Mindestlänge beträgt 42 Meter, damit sie auch von den Combinos bedient werden können. Ferner sind die meisten Stationen barrierefrei ausgebaut und mit Fahrkartenautomaten sowie einem Fahrgastinformationssystem ausgestattet. Meist wird – nach Betätigung einer großen Drucktaste – zusätzlich eine Ansage der Abfahrtszeiten, Linien und Ziele, sowie zusätzliche Informationen, wie z. B. Umleitungen und Verspätungen angeboten. Alle Haltestellen sind Bedarfshalte.

Depots[Bearbeiten]

Depot Rotes Tor
Ehemaliges Depot Kriegshaber
Rotes Tor/Baumgartnerstraße
Das einzige verbliebene Depot der Augsburger Straßenbahn befindet sich in der Nähe des Roten Tors an der Baumgartnerstraße. Darin integriert ist ein Gebäudeteil, der 1838 von der München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft als Bahnhofshalle des ersten Augsburger Hauptbahnhofs errichtet wurde. Das alte Depot wurde schließlich aus Kapazitätsgründen – bis auf die denkmalgeschützte Haupthalle – abgerissen, unter laufendem Betrieb neu gebaut und 2001 wiedereröffnet. Während der Bauarbeiten wurden die Fahrzeuge in den ehemaligen Betriebshof Senkelbach ausgelagert.[12] Aus Platzgründen werden einige Straßenbahnen nachts in der Stadionschleife bewacht abgestellt. Das Depot liegt an der Strecke der Linie 6, als direkte Zufahrt aus nördlicher Richtung dient zudem eine Betriebsstrecke durch die Maximilianstraße, den Milchberg und die Remboldstraße.
Kriegshaber
Ursprünglich 1910 als reine Beiwagenhalle erbaut und 1911 eröffnet, diente die Anlage später auch der Unterstellung von Triebwagen. Sie befindet sich an der Ulmer Straße 174 und wurde 1976 aufgelassen. Bis zur Verlängerung der Linie 2 zum P&R Augsburg West diente die Zufahrt zum Depot noch als planmäßige Wendemöglichkeit in Form eines Gleisdreiecks, das seit 2001 nur noch ausnahmsweise genutzt wird. Seit 1996 befinden sich dabei auch die Abfahrtsbahnsteige in der Halle. Das Gebäude ist Baudenkmal und wurde 1988, 1995/1996 (mit Umbau) sowie 2014/2015 saniert (siehe auch Liste der Baudenkmäler in Augsburg-Kriegshaber)
Lechhausen
Die Wagenhalle ist aufgelassen, das Gebäude sowie nicht mehr an das Straßenbahnnetz angeschlossene Gleisreste sind noch vorhanden. Das Gelände ist an die „Freunde der Augsburger Straßenbahn e. V.“ vermietet, die dort einen Großteil der nicht betriebsfähigen Museumswagen unterbringen.
Senkelbach/Wertachstraße
der ehemalige Straßenbahn- und Omnibusbetriebshof I Senkelbach an der Wertachstraße, der zuletzt nur noch als Wagenhalle diente, stammt aus dem Jahr 1897 und steht unter Denkmalschutz. Das Gelände wurde 2011 verkauft und soll zu einem Automobilmuseum werden.[17]

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Eine Übersicht über die Geschichte der Straßenbahnfahrzeuge und -typen, die in Augsburg eingesetzt wurden und werden, sind im oben angegebenen Hauptartikel zu finden. Dort sind zudem Informationen über aktuelle Arbeitswagen sowie über technische Details und besondere Vorkommnisse der Augsburger Straßenbahnfahrzeuge zu finden.

Planungen[Bearbeiten]

Netzausbau[Bearbeiten]

Linie 1[Bearbeiten]

Untersucht wird eine Verlängerung der Linie 1 nach Hochzoll mit Querung der Linie 6 zum Bahnhof Hochzoll.[18]

Linie 3[Bearbeiten]

Geplant ist eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 von der Endhaltestelle Haunstetten West an der Inninger Straße zum Busbahnhof Königsbrunn, wobei der Bau schon mehrfach wegen der nicht geklärten Kostenverteilung der beteiligten Partner verschoben wurde.[19] Am 24. März 2015 traf der königsbrunner Stadtrat eine Grundsatzentscheidung für die Verlängerung ins Stadtgebiet. Die Umsetzung des Projektes wird bis 2019 angestrebt.[20]

Linie 3a[Bearbeiten]

Eine Linie 3a soll das Hochfeld sowie den Augsburger Innovationspark erschließen.[21] Die neue Strecke soll ab dem Sebastian-Buchegger-Platz den Bahngleisen in südliche Richtung folgen und von dort via Firnhaberstraße, Messeschleife und Universitätsstraße an die Stadionschleife angebunden werden.

Linie 5[Bearbeiten]

Die Linie 5 soll künftig via Bürgermeister-Ackermann-Straße und P+R Augsburg West zum Klinikum Augsburg fahren und die Buslinie 32 ersetzen, die derzeit werktags alle 15 Minuten fährt. 2014 setzte sich dabei die ursprüngliche Planung durch, nach der die Strecke sich – aus dem Bahnhofstunnel kommend – nach dem Sebastian-Buchegger-Platz aufteilen soll. Stadtauswärts folgt sie dabei der Rosenaustraße, stadteinwärts der Hörbrotstraße. Die neue Linie bedient anschließend die Haltestelle Luitpoldbrücke auf dem gleichnamigen Bauwerk, kreuzt die Augsburger Localbahn, biegt in die Hessenbachstraße ein und verläuft ab dort parallel zur Localbahn. Dort sollen Bäume gefällt und Schrebergärten aufgelöst werden. Anschließend soll die Linie 5 über die bestehende Rampe auf die Bürgermeister-Ackermann-Straße einbiegen, wo sie in der Straßenmitte, zwischen dem Straßenverkehr auf dem heutigen Grünstreifen, zum P+R Augsburg West weiterführen soll. Ab dort soll sie die bestehende Infrastruktur der Linie 2 zum Klinikum nutzen. Die Wendeschleife der Linie 2 soll erhalten bleiben. Die Linie 5 soll am Klinikum enden, wo eine Wendeschleife geplant ist.[22] Die direkte Führung über die Rosenaustraße, die Hörbrot- und die Holzbachstraße wurde hingegen verworfen. Das Planfeststellungsverfahren ist ab 2015 angedacht. Der Bau soll zwischen Herbst 2016 und Frühjahr 2019 erfolgen.[23] Mit Stand von November 2014 wird die Linie 5 voraussichtlich noch vor dem Bahnhofstunnel eröffnet.

Hauptbahnhof[Bearbeiten]

Mit Errichtung des Straßenbahntunnels am Hauptbahnhof soll auch eine unterirdische Wendeschleife für die Linie 4 entstehen. Die bisherige Schleife durch die Bahnhof- und Hübnerstraße soll für die Sonderlinien 8 und 9 und für Betriebsstörungen weiterhin vorgehalten werden. Die Fertigstellung des Bahnhofsumbaus, inklusive Tunnel war ursprünglich für 2019 geplant, verschiebt sich aber voraussichtlich bis 2022. Nach Fertigstellung der Linie 5 soll diese am Hauptbahnhof betrieblich mit der Linie 6 verknüpft werden, um eine Direktverbindung zwischen P+R Augsburg West beziehungsweise Klinikum Augsburg und P+R Friedberg West anbieten zu können.[24] Mit Stand von November 2014 wird die Linie 5 voraussichtlich noch vor dem Bahnhofstunnel eröffnet.

Straßenbahnlinie über Maximilianstraße[Bearbeiten]

2013 wurde beschlossen, dass eine Straßenbahnlinie ab 2016 planmäßig über die Maximilianstraße geführt werden soll.[25] Noch ist allerdings nicht klar, welche. Aus ursprünglich 57 Vorschlägen wählten Stadt und Stadtwerke vier aus und ließen diese extern untersuchen. Stadtarchäologen kündigten zudem im September 2013 an, dass sie für Grabungen auf der Maximilianstraße mindestens zwei Jahre benötigen, da dort mit interessanten Funden zu rechnen ist. Im Zuge der Bauarbeiten soll auch die starke Wölbung verringert sowie die Straße neu gepflastert werden, um ihr ein platzähnlicheres Aussehen zu verleihen.[26]

  • Flügelung der Linie 2: Zwischen Moritzplatz und Rotem Tor fahren die Straßenbahnen abwechselnd über die Maximilianstraße oder über den Königsplatz.
  • Teilung der Linie 2: Die Linie 2 wird in zwei unterschiedliche Linien aufgeteilt (Nord und Süd). Die südliche Linie fährt über die Maximilianstraße, den Königsplatz und die Konrad-Adenauer-Allee zurück nach Haunstetten. Die nördliche Linie fährt über Rathausplatz, Maximilianstraße, Rotes Tor, den Königsplatz und Moritzplatz zurück nach Augsburg West.
  • Ringlinie: Eine eigene Linie fährt vom Königsplatz aus über Rotes Tor, Milchberg, Maximilianstraße und Moritzplatz zurück zum Königsplatz.
  • Flügelung der Linie 6: Zwischen den Haltestellen Gärtnerstraße und Königsplatz fahren die Straßenbahnen abwechselnd über die Maximilianstraße und das Rote Tor.[27] Im Dezember 2014 wurde bekannt, dass dies frühestens 2020 realisiert werden kann.[28]

Projekt Primove[Bearbeiten]

Am 26. Mai 2010 unterzeichneten die Bombardier Transportation GmbH und die Stadtwerke Augsburg einen Projektvertrag zum Einsatz von Straßenbahnen ohne Oberleitung. Bombardier hat unter dem Namen Primove ein Verfahren entwickelt, das das Fahren ohne Fahrdraht ermöglicht.[29] Dieses wurde in der Augsburger Messeschleife getestet, weiterentwickelt und dort auch zur Serienreife gebracht. Für die Testfahrten auf der 600 Meter langen Messeschleife kam die Variobahn Nummer 4149 der Rhein-Neckar-Verkehr nach Augsburg, die von Bombardier zu diesem Zweck angemietet wurde. Das Projekt wurde von der Fachhochschule Augsburg begleitet.[30]

Seitens der Stadtwerke Augsburg war geplant, die Maximilianstraße oberleitungsfrei auszubauen. Jedoch wurde die Augsburger Straßenbahnflotte damals gerade modernisiert und eine nachträgliche Umrüstung wäre zu teuer geworden. Daher wurde das Projekt bereits in der Planungsphase wieder eingestellt. Alternativ stellte Bombardier am 31. Mai 2012 Fahrzeuge mit induktiver Energieübertragung vor.

Straßenbahnmuseum[Bearbeiten]

Die „Freunde der Augsburger Straßenbahn e. V.“ planen mit Unterstützung der Stadtwerke Augsburg die Errichtung eines Straßenbahnmuseums. Als Standort war zuerst der Betriebshof Wertachstraße angedacht,[31] seit dessen Stilllegung ist geplant, das Museum in den Bahnpark Augsburg zu integrieren.

Zurückgestellte Projekte[Bearbeiten]

  • Das Vorhaben für den Bau dreier Trassen vom Hauptbahnhof über Hochfeld zur Messe beziehungsweise in entgegengesetzter Richtung über die Karlstraße zur Linie 1 im Abschnitt Rathaus-Jakobertor, sowie von Lechhausen zur Hammerschmiede.
  • Eine neue Trasse, über den Leonhardsberg, als Ersatz für die Führung über den steilen Perlachberg, für inzwischen ausgemusterte Straßenbahntypen und für die historischen Straßenbahnen.
  • Eine neue Wendeschleife an der Jakobskirche beim Brunnen, als Ersatz für die abgebaute Schleife von Richtung Rathausplatz her kommend, da heute nur noch die Wendeschleife an der Haltestelle Barfüßerbrücke vom neuen Ostfriedhof her kommend existiert.
  • Eine Wendeschleife beim Omnibusbetriebshof in der Lechhauser Straße zum vorzeitigen Wenden bei Störungen.
  • Eine Brechung der Linie 1 am Schlössle. Ein Linienteil fährt weiter zum neuen Ostfriedhof, bzw. später zum Bahnhof Hochzoll und ein Linienteil fährt auf einer neu zu bauenden Trasse in die Hammerschmiede und/ oder Firnhaberau.
  • Eine Ringlinie im Innenstadtbereich
  • Eine Museumslinie mit historischen Straßenbahnen

Verworfene Projekte[Bearbeiten]

  • Ringschlüsse zwischen den Linien 2 und 3 in Königsbrunn, den Linien 2 und 5 am P+R Augsburg West oder am Klinikum/BKH sowie weitere Ringlinien am Hauptbahnhof.
  • Eine zweite Wendeschleife beim Theodor-Heuss-Platz in entgegengesetzter Richtung. Letztlich ersetzte die neue Wendeschleife in der Schülestraße die bestehende Anlage wodurch auch die Wendefahrten zum Betriebshof Rotes Tor entfielen. Im Zuge des zweiten Königsplatz-Umbaus wurde die bislang nur vom Königsplatz her befahrbare Schleife daher stillgelegt und abgebaut.
  • Eine Ausweichtrasse durch die Prinzregentenstraße zur Verbindung der Linien 3 und 4 zwischen Hauptbahnhof und Theater.
  • Eine Ausweichtrasse zwischen Stadtwerke und Theater über die Karlstraße, für eine Verbindung von den Linien 1 und 2 zur Linie 4, um bei Veranstaltungen auf dem Rathausplatz, beispielsweise dem Engelssingen, auf Schienenersatzverkehr verzichten zu können.
  • Eine Haltestelle in der Pferseer Bahnunterführung mit Zugang zu den Bahnsteigen, verworfen zu Gunsten des Bahnhofstunnels.
  • Errichtung eines neuen Betriebshofs beim ehemaligen Bahnbetriebswerk Augsburg, in der Nähe des Bahnparks Augsburg. Stattdessen wurde der Betriebshof Rotes Tor renoviert und erweitert.
  • Reaktivierung der Trasse über die Bahnhofstraße.
  • Verlängerung der Linie 2 (vormals 4) nach Königsbrunn.

Sonstiges[Bearbeiten]

Im März 2011 lehnte der Augsburger Stadtrat mit großer Mehrheit einen Vorschlag der Grünen und von Teilen der CSU ab, ein Werbeverbot für Bier auf den Augsburger Straßenbahnen zu erlassen. Ein solches Verbot sei überzogen, hieß es in der Begründung.[32][33]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Albrecht Sappel: Einmal Königsplatz und zurück! 100 Jahre Stadtverkehr in Augsburg. Alba, Düsseldorf 1981, ISBN 3-87094-325-4.
  •  Herbert Waßner: 100 Jahre Augsburger Nahverkehrsfahrzeuge im Bild. F.d.A.S., Augsburg 1998.
  •  Freunde der Augsburger Straßenbahn (Hrsg.): Rückblick auf 20 Jahre „Freunde der Augsburger Straßenbahn“. 2009.
  • Dieter Höltge und Michael Kochems: Stadtwerke Augsburg – Verkehrs-GmbH in: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland. Band 10: Bayern. EK-Verlag Freiburg 2006, ISBN 978-3-88255-391-8, Seite 12 bis 66

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Straßenbahn Augsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.sw-augsburg.de/fahrgaeste/zahlen_und_fakten.php Zahlen und Fakten
  2. http://www.sw-augsburg.de/fahrgaeste/linienfahrplaene.php
  3. http://www.sw-augsburg.de/downloads/Zahlenspiegel_2012_final.pdf
  4. Die Pferdebahn und die Dampfbahn auf www.f-d-a-s.de
  5. http://www.f-d-a-s.de/pages/strassenbahnen/beiwagen/wagen-61-76.php
  6. http://www.tram-augsburg.com/Geschichte
  7. http://www.f-d-a-s.de/pages/strassenbahnen/fahrzeugliste/wagen-189-192.php
  8. Herbert Waßner: 100 Jahre Augsburger Nahverkehrsfahrzeuge im Bild. F.d.A.S., Augsburg 1998
  9. a b c d e f  Albrecht Sappel: Einmal Königsplatz und zurück! 100 Jahre Stadtverkehr in Augsburg. Alba, Düsseldorf 1981, ISBN 3-87094-325-4.
  10. http://www.tram-augsburg.com/Geschichte
  11. VGA Zeitung, Ausgabe 3 vom September 1990,
  12. a b Dieter Höltge und Michael Kochems: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland. Band 10: Bayern. EK-Verlag Freiburg 2006, ISBN 978-3-88255-391-8, Seite 34ff
  13. Offizielle Website des Projekts Augsburg City
  14. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Kletterpartie-fuer-Fahrgaeste-id32300047.html
  15. http://www.augsburg.de/aktuelles-aus-der-stadt/mehr-strassenbahnen-am-abend-1326/
  16. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Stadtwerke-Neuer-Takt-kommt-an-id32430492.html
  17. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Mazda-Museum-im-ehemaligen-Tramdepot-id17285146.html
  18. Linie 1, Stadtwerke Augsburg abgerufen am 26. September 2013
  19. Straßenbahn nach Königsbrunn muss her Augsburger Allgemeine vom 9. Mai 2013, abgerufen am 26. September 2013
  20. Stadt Königsbrunn: Beschluss aus dem Sitzungsbuch des Stadtrates der Stadt Königsbrunn vom 24. März 2015: Grundsatzentscheidung zur Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 nach Königsbrunn
  21. Bebauungsplan Nr. 900, Stadt Augsburg, abgerufen am 26. September 2013
  22. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/So-soll-die-Linie-5-kuenftig-fahren-id32322257.html
  23. Go west, Projekt augsburg city, abgerufen am 26. September 2013
  24. http://www.sw-augsburg.de/fahrgaeste/6154.php
  25. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Ab-2016-faehrt-die-Tram-durch-die-Maxstrasse-id25165836.html
  26. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Maxstrasse-wird-mindestens-zwei-Jahre-spaeter-fertig-id27060512.html
  27. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Neue-Vorschlaege-fuer-die-Tram-in-der-Maxstrasse-id28539377.html
  28. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Stadtwerke-Vorerst-soll-keine-Tram-durch-die-Maxstrasse-fahren-id32377932.html
  29.  Fahrdrahtlose Energieübertragung für Strassen- und Stadtbahnen. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 9, Luzern 2009, S. 118–120, ISSN 1421-2811.
  30. Oberleitungsfreie Straßenbahn in Augsburg, Stadtwerke Augsburg
  31. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Mazda-Museum-im-ehemaligen-Tramdepot-id17285146.html
  32. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Stadtraete-wollen-keine-Bierwerbung-auf-der-Tram-id14112576.html
  33. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Die-Bierwerbung-bleibt-id14448656.html