Straßenbahn Augsburg

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Straßenbahn
Straßenbahn Augsburg
Bild
Combino 844 auf Linie 4 in der Wendeschleife am Hauptbahnhof
Basisinformationen
Staat Deutschland
Stadt Augsburg
Eröffnung 8. Mai 1881
Betreiber AVG
Verkehrsverbund AVV
Infrastruktur
Streckenlänge 45,4 km[1]
Spurweite 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem 600 Volt DC Oberleitung
Haltestellen 92[2]
Tunnelbahnhöfe 0 (zukünftig unter dem Hauptbahnhof)
Betriebshöfe 1 (ein zweiter ist in Planung)
Betrieb
Linien 5, zuzüglich 2 Sonderlinien
Takt in der HVZ 5 min
Takt in der SVZ 15 min
Fahrzeuge 7 Düwag M8C
11 Adtranz GT6M
41 Siemens Combino NF8
27 Bombardier Cityflex CF8
Höchstgeschwindigkeit 70 km/h
Statistik
Bezugsjahr 2012 [3]
Fahrgäste 34,247 Mio. jährlich (2012)
Einwohner im
Einzugsgebiet
393 Tsd.
Mitarbeiter 3801 (2012)
Netzplan
Streckennetz

Die Straßenbahn Augsburg bildet das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in Augsburg und ist das zweitgrößte Straßenbahnsystem Bayerns nach München und vor Nürnberg und Würzburg. Das meterspurige Netz ist 45,4 Kilometer lang und wird von fünf Linien bedient. Die 1881 eröffnete Straßenbahn befördert jährlich etwa 37,1 Millionen Fahrgäste und wird heute von der Augsburger Verkehrsgesellschaft mbH (AVG) betrieben. An drei Stellen überquert sie die Stadtgrenze, so dass ein Teil des Netzes in den Nachbarstädten Friedberg und Stadtbergen liegt. Ergänzt wird das Straßenbahnnetz durch den 1927 aufgenommenen städtischen Omnibusverkehr, zwischen 1943 und 1959 verkehrte außerdem der Oberleitungsbus Augsburg in der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Pferdebahn[Bearbeiten]

König Ludwig II. von Bayern erteilte 1880 im Schloss Linderhof die Konzession zum Betrieb einer Pferdebahn in Augsburg und in den damals selbstständigen Gemeinden Göggingen, Lechhausen und Pfersee. Daraufhin gründeten Charles de Féral und Emil von Pirch mit Hilfe von Berliner Bankiers als Finanziers am 19. November 1880 die Augsburger Trambahn AG, welche über ein Grundkapital von 1,25 Millionen Mark verfügte.[4] Am 8. Mai 1881 ging schließlich die erste Pferdebahnstrecke zwischen Perlach und dem Hauptbahnhof in Betrieb, sie war in der Normalspur von 1435 Millimetern ausgeführt. Noch im selben Jahr kamen 16 weitere Kilometer hinzu, auf denen insgesamt sechs Linien verkehrten, die mit sogenannten Signalfarben gekennzeichnet waren. 1881 bestand folgendes Netz:

Pferdebahnwagen Nummer 19
Ludwigsplatz (Perlach) – Hauptbahnhof
Drentwettstraße – Göggingen
Ludwigsplatz (Perlach) – St. Ulrich
St. Ulrich – Pferseer Straße
Windgasse (Pfärrle) – Hauptbahnhof
Metzgplatz – Lechhauser Straße (Gastwirtschaft Sonne)

Dampfstraßenbahn[Bearbeiten]

Um den Betrieb effizienter zu gestalten, untersuchte die Augsburger Trambahn AG die Einführung einer Dampfstraßenbahn. Hierzu erhielt sie am 14. Juni 1886 die Genehmigung für einen Probebetrieb auf der Gögginger Strecke. Dieser bestand zwischen dem 12. September 1886 und dem 15. Juni 1887, als Beiwagen hinter den Tramwaylokomotiven dienten die vorhandenen Pferdebahnwagen. Der Dampfbetrieb wurde von der Bevölkerung jedoch nicht angenommen. Es blieb beim Probebetrieb und im Anschluss daran erfolgte die Rückgabe an den Hersteller.

Elektrische[Bearbeiten]

Dieser Triebwagen des Baujahrs 1898 gehört zur ersten Generation elektrischer Fahrzeuge

Ab 1895 führte das Unternehmen Schuckert & Co. aus Nürnberg Versuche auf einer meterspurigen und elektrifizierten Strecke durch, am 1. September 1898 begann der elektrische Regelbetrieb, nachdem am Tag zuvor die letzte Pferdebahn fuhr. Das vorhandene Schienennetz wurde teilweise stillgelegt, die verbliebenen Strecken auf eine Spurweite von 1000 Millimetern umgespurt. Die ehemaligen Pferdebahnwagen wurden ebenfalls umgespurt und dienten fortan als Beiwagen hinter den ersten elektrischen Triebwagen, diese wurden von MAN geliefert. Zum Zeitpunkt der Elektrifizierung verkehrten folgende vier Linien, die Netzlänge stieg von 12,3 auf 14,370 Kilometer an:

weiße Linie Lechhausen Schlößle – Pfersee Eberlestraße
grüne Linie Oberhausen Drentwettstraße – Göggingen Rathaus
blaue Linie KönigsplatzRotes Tor
rote Linie Perlach – Haunstetter Straße

1900 gründete Schuckert & Co schließlich die private Elektrische Straßenbahn AG, welche fortan den gesamten Betrieb führte. Erst 1908 wurde das Unternehmen unter der neuen Bezeichnung Städtische Straßenbahn Augsburg kommunalisiert. Ab 1908 wurde das Augsburger Straßenbahnnetz kontinuierlich ausgebaut. 1913 wurden, zusätzlich zu den Signalfarben, Liniennummern eingeführt. Damals verkehrten die Linien wie folgt:

Linie 1 (weiß) Lechhausen Schlößle – Pfersee Leitershofer Straße
Linie 2 (grün) Kriegshaber – Göggingen Rathaus
Linie 3 (blau) Oberhausen Hirblinger Straße – Infanteriekaserne
Linie 4 (rot) Hauptbahnhof – Schertlinstrasse

Im Jahr 1917 wurde die Linie 5 auf der Strecke Senkelbach – Barfüßerbrücke eröffnet. Drei Jahre später, 1920, folgt die Linie 6 auf der Strecke HauptbahnhofHochzoll[5].

Zwischen 1920 und 1960 erreichte das Straßenbahnnetz mit wiederum sechs Linien seine vorläufig größte Ausdehnung. Das Ende des Ersten Weltkrieges und die Wirtschaftskrisen der 1920er Jahre unterbanden den ursprünglich geplanten großzügigen Ausbau des Netzes.

In der Zeit des Nationalsozialismus erfolgte 1938 die Konzentration der städtischen Infrastrukturbetriebe unter dem Dach der neu gegründeten Stadtwerke. Aufgrund wirtschaftlicher Zwänge, aber auch gemäß nationalsozialistischer Doktrin, generell dem Automobil und dem Bus den Vorrang vor dem Schienenverkehr zu geben, wurden keine wesentlichen Netzerweiterungen mehr vorgenommen. Einzige Ausnahme war die Verlängerung der Linie 6 um wenige hundert Meter in Richtung Hochzoll Mitte. Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Fahrzeuge durch die alliierten Angriffe zerstört. Dadurch bestand wie in vielen anderen deutschen Städten auch in Augsburg Fahrzeugmangel, weswegen einige Jahre lang aus Genua übernommene Wagen aushalfen. Diese waren die ersten Augsburger Einrichtungsfahrzeuge. Die im Krieg zerstörten Strecken wurden alle instand gesetzt. Ein Teil der zerstörten Straßenbahntriebwagen wurde mit hölzernem Wagenkasten wiederaufgebaut. Total beschädigte Fahrzeuge wurden verschrottet und durch bei MAN neu bestellte Fahrzeuge ersetzt. In den 1960er Jahren wurde das Straßenbahnnetz – wie damals in vielen deutschen Städten – zu Gunsten des Omnibusverkehrs stark zurückgebaut und verkürzt. Darunter fiel insbesondere die Stilllegung der Linie 3 im Jahr 1952 und die Stilllegung der Linien 5 und 6 im Jahr 1960.[6]

In den 1990er Jahren kam es zur Trendwende, indem kontinuierlich die Attraktivität für die Fahrgäste verbessert wurde. Am 1. Oktober 1990 wurde auf allen Linien werktags der Fünf-Minuten-Takt eingeführt. Die dadurch ausgelösten enormen Fahrgastzuwächse erforderten die kurzfristige Beschaffung von gebrauchten Triebwagen GT4 aus Stuttgart. Auch das Netz wurde nun ausgebaut: 1994 wurde die Verlängerung der Linie 1 in Lechhausen und 1996 die neue Linie 3 nach Haunstetten eröffnet. Parallel dazu wurden das bestehende Netz und der Fahrzeugpark modernisiert.[7]

Der Königsplatz vor dem Umbau
Königsplatz-Neubau wenige Tage vor der Eröffnung

2001 wurden der unter laufendem Betrieb neu gebaute Betriebshof am Roten Tor sowie als weitere Neubaustrecken die Verlängerung der Linie 4 nach Augsburg Nord und der Linie 2 zum Klinikum eröffnet.[7]

Durch den Verkehrszuwachs geriet das Gesamtsystem der Augsburger Straßenbahn zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. Mit dem Projekt Mobilitätsdrehscheibe Augsburg wird es derzeit mit Gesamtkosten von 214 Millionen Euro für weitere Fahrgastzuwächse bereit gemacht. In diesem Rahmen wurde bereits am 12. Dezember 2010 die Neubaustrecke der Linie 6 nach Friedberg realisiert. Sie fährt auf annähernd derselben Trasse wie die frühere Linie 6, die zwischen 1920/34 und 1960 verkehrte. Zwischen 2011 und Dezember 2013 wurde die überlastete zentrale Umsteigehaltestelle am Königsplatz umfassend umgebaut und erweitert.[8]

Zu dem Gesamtprojekt gehört auch der im Bau befindliche Straßenbahntunnel unter dem Hauptbahnhof, der die Straßenbahn direkt an die Bahnsteige des Hauptbahnhofs anbinden wird. In diesem Zusammenhang sollen auch eine neue Linie 5 nach Augsburg West mit Anschluss zur Linie 2 gebaut und die Linie 1 bis zum Bahnhof Hochzoll verlängert werden. Die Fertigstellung ist für 2019 vorgesehen.[8]

Betrieb[Bearbeiten]

Linien[Bearbeiten]

Derzeit verkehren fünf reguläre Straßenbahnlinien sowie zwei Sonderlinien, die Linie 8 anlässlich von Fußballspielen in der SGL arena und die Linie 9 bei Großmessen und ausgesuchten Veranstaltungen in der Messe Augsburg, so beispielsweise zur Augsburger Frühjahrsausstellung. Wenn wegen Gleisbaustellen und/ oder bei Veranstaltungen die Straßenbahnlinien abschnittsweise, oder komplett nicht fahren können, dann werden Busse als Schienenersatzverkehr, mit dem Buchstaben „B“ vor der Straßenbahnliniennummer, im Anzeigefeld eingesetzt.

Linie 1 Regellinie Durchmesserlinie Lechhausen Neuer Ostfriedhof – Göggingen 25 Haltestellen
Linie 2 Regellinie Durchmesserlinie P+R Augsburg West – Haunstetten Nord 29 Haltestellen
Linie 3 Regellinie Durchmesserlinie Stadtbergen – Haunstetten West 26 Haltestellen
Linie 4 Regellinie Durchmesserlinie P+R Augsburg Nord – Hauptbahnhof 13 Haltestellen
Linie 6 Regellinie Durchmesserlinie Hauptbahnhof – P+R Friedberg West 15 Haltestellen
Linie 8 Sonderlinie Radiallinie (Hauptbahnhof –) Königsplatz – Stadion (16) 15 Haltestellen
Linie 9 Sonderlinie Radiallinie (Hauptbahnhof –) Königsplatz – Messezentrum (12) 11 Haltestellen

Wenn die Sonderlinie 8 bei einem Fußballspiel in der SGL arena und/ oder die Linie 9 bei Großmessen verkehren, dann fährt die Linie 6 nicht zum Hauptbahnhof, sondern wird zum Theater in die dortige Theaterschleife umgeleitet.

Zweimal jährlich, immer zur Plärrerzeit, kommt es auf der Straßenbahnlinie 4 in den Abendstunden zu erhöhtem Fahrgastaufkommen. Daher bietet die Augsburger Verkehrsgesellschaft (AVG) dann in den Abendstunden zwischen Hauptbahnhof und Plärrer und zurück Verstärkerbusse an. Nach dem Halt an der Haltestelle Plärrer wenden diese Busse an der Wertachbrücke, ohne an der gleichnamigen Haltestelle zu halten.

Takt[Bearbeiten]

Regulär verkehren alle Straßenbahnlinien bereits seit 1990 montags bis freitags an Schultagen zwischen 6:30 und 18:30 Uhr im Fünf-Minuten-Takt, in den Ferien alle siebeneinhalb Minuten. Am Samstag ab 8:00 Uhr und wochentags von 5:00 bis 6:30 Uhr sowie nach 18:30 Uhr werden die Haltestellen im Zehn-Minuten-Takt und sonn- und feiertags ab 9:00 Uhr sowie täglich nach 19:00 Uhr im 15-Minuten-Takt bedient. In den Schwachverkehrszeiten besteht am Königsplatz Sammelanschluss. Seit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 gilt Werktags an Schultagen zwischen 18:00 Uhr und 20:15 Uhr der siebeneinhalb-Minuten-Takt, anstatt des 15-Minuten-Takts. Seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 gilt Werktags an Schultagen zwischen 8:00 Uhr und 12:00 Uhr der siebeneinhalb-Minuten-Takt, anstatt des gewohnten Fünf-Minuten-Takts. Im morgendlichen Schulverkehr werden jedoch weiterhin auf einzelnen Streckenabschnitten Verstärkerfahrten angeboten.[9]

Im Innenstadtbereich kommt es durch Linienüberlagerung zu einem dichteren Takt. So verkehrt auf dem Abschnitt Königsplatz – Moritzplatz – Rathausplatz alle zweieinhalb Minuten eine Bahn, im Abschnitt Königsplatz – Theodor-Heuss-Platz/IHK – Rotes Tor beträgt die Wagenfolge im Mittel 100 Sekunden. Der Abschnitt Hauptbahnhof – Königsplatz wird von den drei dort verkehrenden Linien ebenfalls alle 100 Sekunden bedient.

Haltestellen[Bearbeiten]

Haltestelle Universität

Die Bahnsteige vieler Haltestellen haben eine Länge von 52 Metern, mindestens aber 42 Meter, damit auch bei modernen 42 Meter langen Combino-Straßenbahnen ein sicherer Fahrgastwechsel möglich ist. Ferner sind die meisten Haltestellen mit einem Fahrgastinformationssystem zur Anzeige der Abfahrtszeiten, meist in Kombination mit einer Ansage der Abfahrtszeiten auf Abruf, nach Betätigung einer großen Drucktaste, genau wie bei Fußgängerampeln mit Anforderung, sowie Fahrkartenautomaten ausgestattet und barrierefrei ausgebaut. Eine Besonderheit an den zweigleisigen Start-Haltestellen, wo die Augsburger Straßenbahnlinien beginnen und beide Gleise für den Linienverkehr genutzt werden, waren lange Jahre Infotafeln, die mit zwei abwechselnd grün aufblinkenden Lämpchen ausgestattet waren, wie man sie auch von den Abflugsanzeigen an den Flughäfen her kennt. Da stand der Haltestellennamen, die Linie, die Endstation/das Ziel und der Text: „Nächste Strab Abfahrt hier“ drauf. Es handelte sich dabei nicht um eine Haltestellentafel, sondern um einen zusätzlichen Service für die Fahrgäste. Dieses System hat sich jedoch in Augsburg nicht durchgesetzt und wurde wieder abgeschafft. Heute zeigt das Fahrgastinformationssystem an, auf welchem Bahnsteig die nächste Straßenbahn abfährt.

Betriebsstrecken[Bearbeiten]

  • Schleife Bürgermeister-Bohl-Straße
  • Schleife Oberhausen
  • Schleife Schülestraße, ersetzte die Schleife Theodor-Heuss-Platz/IHK
  • Schleife Theater, ehemals Schleife Stadttheater
  • Streckenabschnitt Betriebshof Rotes Tor/Baumgartnerstraße, mit Schleife
  • Streckenabschnitt über die südliche Maximilianstraße, während des zweiten Königsplatz-Umbaus Umleitungsstrecke
  • Wendemöglichkeit mit Wagenhalle in Kriegshaber (mit Blick auf das Hallentor jedoch nur das linke Gleis, das rechte Gleis ist stillgelegt und gesperrt)

Depots[Bearbeiten]

Depot Baumgartnerstraße
Depot Ulmer Straße (Kriegshaber)
Rotes Tor/Baumgartnerstraße
Das einzige verbliebene Depot der Augsburger Straßenbahn befindet sich in der Nähe des Roten Tors an der Baumgartnerstraße. Darin integriert ist ein Gebäudeteil, der 1838 von der München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft als Bahnhofshalle des ersten Augsburger Hauptbahnhofs errichtet wurde. Hier sind die Augsburger Straßenbahnen während der nächtlichen Betriebspause untergebracht. Aus Platzgründen werden einige Straßenbahnen jedoch planmäßig auch in der nächtlichen Betriebspause bewacht in der Stadionschleife abgestellt.
Kriegshaber
Ursprünglich nur für die Nutzung als Beiwagenhalle erbaut, wurde die Halle später dann zur offiziellen Wagenhalle. Die Halle befindet sich an der Ulmer Straße 174, wurde 1910 erbaut, 1911 in Betrieb genommen und 1976 stillgelegt. Bis zur 2001 erfolgten Verlängerung der Linie 2 zum P&R Augsburg West diente das ehemalige Depot ferner als Wendemöglichkeit wegen Endstation mit Gleisdreieck. Von 1996 an befanden sich dabei auch zwei Abfahrtsbahnsteige in der Wagenhalle. Das Gebäude und an das Straßenbahnnetz angeschlossene Gleisreste sind noch vorhanden, werden aber seit 2001 nicht mehr planmäßig genutzt. Das Gebäude ist Baudenkmal, wurde 1988, 1995/1996 (mit Umbau) und 2014/2015 saniert (siehe auch Liste der Baudenkmäler in Augsburg-Kriegshaber)
Lechhausen
Die Wagenhalle ist aufgelassen, das Gebäude sowie nicht mehr an das Straßenbahnnetz angeschlossene Gleisreste sind noch vorhanden. Das Gelände ist an die „Freunde der Augsburger Straßenbahn e. V.“ vermietet, die dort einen Großteil der nicht betriebsfähigen Museumswagen unterbringen.
Senkelbach/Wertachstraße
Ehemals Straßenbahn- und Omnibusbetriebshof I Senkelbach, zuletzt nur noch Wagenhalle. Die Gebäude und an das Straßenbahnnetz angeschlossene Gleisreste sind noch vorhanden, die Oberleitungen sind jedoch abgebaut, das Gelände wurde verkauft.[10]

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Ehemalige Fahrzeuge[Bearbeiten]

Gegenwärtiger Bestand[Bearbeiten]

Arbeitswagen[Bearbeiten]

Die Augsburger Straßenbahn verfügt zurzeit über einen zum Arbeitswagen umgebauten GT8 mit der Nummer 806 und einen von Windhoff gebauten Schleifwagen mit der Nummer 41.

M8C[Bearbeiten]

M8C-Triebwagen 8007 an der neuen Haltestellenanlage Königsplatz

Die zwölf Stadtbahnwagen des Typs M8C wurden 1985 von Düwag in Zusammenarbeit mit MAN für Augsburg produziert. Die Zweirichtungsfahrzeuge ersetzten zwischen 1985 und 1989 insgesamt acht der ältesten GT5, die 1956 von der MAN damals als dreiachsige Triebwagen, bzw. dazu passende dreiachsige Beiwagen hergestellt wurden. Eine Augsburger Besonderheit sind dabei die zusätzlichen Einstiege im Mittelteil. Die ersten beiden M8C – 8010 und 8011 – wurden 2010 ausgemustert. 8001, 8003 und 8012 folgten 2012. Die Wagen 8001 und 8011 gingen im April 2012 an die Straßenbahn Darmstadt, wo ein Arbeitswagen (Schleifzug) aus einem Fahrzeug entstehen soll und das zweite Fahrzeug als Ersatzteilspender dienen soll. Die drei Wagen 8003, 8010 und 8012 wurden im April 2013 zum Stückpreis von 13.000 Euro an die Straßenbahn Elbląg in Polen verkauft und am 13. Mai 2013 aus Augsburg abtransportiert. Dort wurden sie modernisiert und die Hochflur-Mittelteile wurden durch Niederflur-Mittelteile ersetzt.

Die sieben in Augsburg verbliebenen M8C – die während des Königsplatz-Umbaus nicht benötigt wurden und daher nicht im regulären Linienverkehr eingesetzt wurden – werden seit Dezember 2013, nach erfolgter Wiedereröffnung des Königsplatzes während des Fünf-Minuten-Takts wieder im regulären Linienverkehr eingesetzt und sollen voraussichtlich bis zum letzten Schultag vor den Bayerischen Sommerferien 2015 im Dienst bleiben.[11] Während des zweiten Königsplatz-Umbaus erfolgte kein regulärer Einsatz, sondern nur auf der Linie 13 als Verstärker im morgendlichen Schulverkehr im Abschnitt Theater (Betriebsfahrt), bzw. Königsplatz (Manzubogen), bzw. Rotes Tor (Schüleschleife) – Universität (und in Gegenrichtung), von wo aus sie als Leerfahrt zum Wenden bis zur Stadionschleife fuhren. Sie kommen auf den Linien 1, 2, 4 und in Ausnahmefällen auch auf der Linie 6 auf dem gesamten Linienweg zum Einsatz. Auf der Linie 3 verkehren sie nur als Verstärker im morgendlichen Schulverkehr im Abschnitt Hauptbahnhof, meist jedoch Königsplatz – Universität (und in Gegenrichtung), von wo aus sie als Leerfahrt zum Wenden bis zur Stadionschleife fahren, sowie im Abschnitt Königsplatz – Bgm.-Bohl-Straße (und in Gegenrichtung). Wegen einer Fahrplanänderung im Fahrplan von 2014/2015 erfolgt der Einsatz am Morgen an Schultagen nun auch außerhalb des Fünf-Minuten-Takts. Zurzeit kein Einsatz als Verstärker, sondern nur normaler Linienverkehr. Langfristig ist geplant, einen M8C museal zu erhalten. Seit einigen Monaten werden die Fahrzeuge wieder verstärkt für den normalen Linienverkehr herangezogen, da wegen HU-Ablauf, Modernisierung der GT6M und unfallbedingt viele Niederflur-Straßenbahnen für den normalen Linienverkehr ausfallen, bzw. fehlen.[12]

GT6M[Bearbeiten]

GT6M vor der Unterführung Pferseer Straße

Mit den 27 Meter langen, dreiteiligen und sechsachsigen GT6M von Adtranz wandte sich Augsburg bereits 1993 der Niederflurbauweise zu. Damals lieferte das Vorläuferunternehmen MAN/AEG den Prototyp am 29. Januar 1993 an. Die Wagennummer war 601 (Erstbesetzung). Das Fahrzeug wurde intensiv auf allen Augsburger Straßenbahnlinien erprobt. Am 27. Juli 1993 erfolgte die Freigabe für den Linienverkehr mit Fahrgastbeförderung vom TÜV Süd. Seither wurde das Fahrzeug auf der Linie 4 eingesetzt. Es war ursprünglich geplant das Fahrzeug optisch und technisch an die bestellten 10 Augsburger Serienfahrzeuge anzugleichen. Da das Fahrzeug jedoch am 7. Dezember 1995 auf der Linie 4 einen Unfall mit einem LKW hatte, der das Rotlicht missachtete und im Frontbereich schwer beschädigt wurde, wurde dieses Vorhaben jedoch verworfen und das Fahrzeug wurde aufgegeben, obwoh der Schaden hätte repariert werden können. Das Fahrzeug wurde ausgemustert und am 23. Dezember 1995 an den Hersteller nach Nürnberg zurückgegeben.[13] 2001 kam das Fahrzeug zu Siemens nach Krefeld. Der weitere Verbleib des Fahrzeugs ist unbekannt. Am 18. Dezember 1995 wurde wegen der Ausmusterung des Prototyps die Bestellung der 10 Serienfahrzeuge auf 11 Serienfahrzeuge erhöht. Die Serienfahrzeuge wurden von Adtranz hergestellt. Bis Ende Oktober 1996 wurde die Auslieferung der 11 Fahrzeuge abgeschlossen. Das letzte gelieferte Fahrzeug, mit der Wagennummer 611 war ursprünglich als vierteiliges, also als achtachsiges Fahrzeug (GT8M) geplant. Dieses Vorhaben wurde jedoch verworfen. Die Fahrzeuge wurden extra für die damals neue Linie 3 beschafft. Tests mit dem Prototyp ergaben jedoch, dass der Wagen obwohl er auf allen Augsburger Straßenbahnlinien getestet wurde, im Linienverkehr nur auf der Linie 3 engesetzt werden konnte. Nach dem Umbau der Wertachbrücke fiel die Linie 4, auf dem der Prototyp eingesetzt wurde als Einsatzmöglichkeit jedoch weg. Aufgrund konstruktiv bedingter Einschränkungen fiel die Linie 1 wegen des Perlachbergs ebenfalls als Einsatzmöglichkeit im Fahrgastbetrieb weg. Die 11 Fahrzeuge tragen die Wagennummer 601 (Zweitbesetzung) bis 611. Der GT6M verkehrt auf den Linien 3, 6 und 9. Zurzeit erfolgt jedoch nur ein Einsatz auf der Linie 6. Während des zweiten Königsplatz-Umbaus erfolgte baustellenbedingt kein regulärer Einsatz, sondern nur auf der Linie 13 als Verstärker im morgendlichen Schulverkehr im Abschnitt Theater (Betriebsfahrt), bzw. Königsplatz (Manzubogen), bzw. Rotes Tor (Schüleschleife) – Universität (und in Gegenrichtung), von wo aus sie als Leerfahrt zum Wenden bis zur Stadionschleife fuhren, sowie als Sonderlinie 9 ab Theater (Betriebsfahrt), bzw. Königsplatz zur afa 2013 (und in Gegenrichtung). Nach Fahrplan von 2013/2014 erfolgte der Einsatz meist während des Fünf-Minuten-Takts. Wegen einer Fahrplanänderung im Fahrplan von 2014/2015 erfolgt der Einsatz am Morgen an Schultagen nun auch außerhalb des Fünf-Minuten-Takts. Seit 2013 läuft die Modernisierung der Augsburger Fahrzeuge bei der IFTEC in Leipzig. Bislang wurden die Wagen 603, 605 (2013), 601, 608 und 602 (2014) modernisiert.[14] Die modernisierten Wagen warten jedoch noch auf ihre Neuzulassung.[15] Mit Stand vom Dezember 2014 ist der Wagen 603 als erstes modernisiertes Fahrzeug im Dezember 2014 wieder in den Linieneinsatz zurückgekehrt. Die modernisierten GT6M sollen nun leiser sein als die noch nicht modernisierten Fahrzeuge. Außerdem verfügen die modernisierten Fahrzeuge nun über eine mobile Rollstuhlrampe für Rollstuhlfahrer beim Fahrereinstieg.[16] Besonderheiten: Wagen 601 II hat als erstes Fahrzeug diese Armlehnen am Fahrersitz, wie sie die NF8 Combinos serienmäßig haben erhalten. Wagen 602 wurde für die Testfahrten des noch nicht neu eröffneten Königsplatzes von Oktober 2013 bis Dezember 2013 verwendet.

NF8 Combino[Bearbeiten]

Combino Nummer 832 im Einsatz auf der Linie 3

Längster Augsburger Straßenbahnwagen ist der 42 Meter lange Combino von Siemens, in Augsburg als NF8 bezeichnet. Die Lieferung der 41 wiederum niederflurigen Fahrzeuge erfolgte in den Jahren 2000 und 2002. Nach größeren technischen Problemen in der Anfangszeit befinden sich mittlerweile alle Fahrzeuge im Linienverkehr. Die Combinos ersetzten die ersten ehemaligen SSB GT4 aus Stuttgart, sowie die letzten GT5. Sie fahren auf allen Linien. Seit 2012 wird der Wagen 822 jährlich in der Adventszeit ab der letzten Novemberwoche bis kurz vor dem Heiligen Abend zur Christkindl-Tram und fährt mit Weihnachtsmotiv bis ca. Mitte/Ende Januar des Folgejahres auf den fünf regulären Augsburger Straßenbahnlinien.

CF8 CityFlex[Bearbeiten]

Cityflex

Der modernste Straßenbahntyp Augsburgs sind die 27 in den Jahren 2009 und 2010 gelieferten CityFlex von Bombardier Transportation GmbH, in Augsburg als CF8 bezeichnet. Erstmals in der Geschichte der Augsburger Straßenbahn verfügt dieser Typ durchgehend über Klimaanlagen. Bis auf drei Wagen wurde die Option auf weitere Fahrzeuge eingelöst. Nach einer von technischen Defekten geprägten Inbetriebnahmephase befinden sich mittlerweile alle CF8 im Linienverkehr. Sie ersetzten die letzten ehemaligen SSB GT4 aus Stuttgart, alle GT8 – wobei bis auf ein Fahrzeug wegen befürchteter Ausfälle durch technische Defekte alle Fahrzeuge von 2010 bis 2012 als Reserve abgestellt vorgehalten wurden – sowie einen Teil der M8C. Die CF8 verkehren auf allen Linien.

Museumswagen[Bearbeiten]

Die Augsburger Straßenbahn verfügt derzeit über insgesamt 17 Museumswagen, darunter drei Arbeitswagen, zwei ehemalige SSB GT4-Triebwagen aus Stuttgart stammend und bei der Mittenwalder Gerätebau GmbH (MGB) modernisierte GT4-Garnitur – bestehend aus einem GT4-Triebwagen und aus einem dazu passenden geführten GT4-Triebwagen (diese Einheit zählt als zwei Museumswagen) – sowie einem Beiwagen. Aktuell ist davon aber nur der KSW Nummer 506 – jedoch kein Wintereinsatz mehr – und der GT8 Nummer 807 in Betrieb. Beide können für Miet-Sonderfahrten, wie beispielsweise Stadtrundfahrten, Geburtstage, Hochzeiten oder ähnliche Veranstaltungen gemietet werden. In Einzelfällen wird auch der zum Arbeitswagen umgebaute GT8 Nummer 806 für Miet-Sonderfahrten eingesetzt.

Planungen[Bearbeiten]

Netzausbau[Bearbeiten]

Linie 1[Bearbeiten]

Untersucht wird eine Verlängerung der Linie 1 nach Hochzoll mit Querung der Linie 6 zum Bahnhof Hochzoll.[17]

Linie 3[Bearbeiten]

Geplant ist eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 von der Endhaltestelle Haunstetten West an der Inninger Straße zum Busbahnhof Königsbrunn, wobei der Bau schon mehrfach wegen der nicht geklärten Kostenverteilung der beteiligten Partner verschoben wurde.[18]

Linie 3a[Bearbeiten]

Geplant ist eine Straßenbahnlinie 3a über die Firnhaberstraße[19] zur Erschließung des Hochfelds sowie des Augsburger Innovationsparks.[20]

Linie 5[Bearbeiten]

In den kommenden Jahren soll die Linie 5 über die Bgm-Ackermann-Straße und über P+R Augsburg West zum Klinikum Augsburg verwirklicht werden. Diese Linie soll die Buslinie 32 ersetzen, die derzeit werktags im 15-Minuten-Takt betrieben wird. Mit Stand vom 13. Dezember und noch einmal bestätigt am 18. Dezember 2014 steht nun der Linienverlauf fest. Es hat sich nun doch die ursprüngliche Streckenführung durchgesetzt. Die Linie 5 soll nach dem Sebastian-Buchegger-Platz aus dem Bahnhofstunnel kommend, geflügelt werden. Stadtauswärts geht es über die Rosenaustraße und stadteinwärts geht es über die Hörbrotstraße. Es geht hin zur Haltestelle Luitpold-Brücke und wird über die gleichnamige Brücke geführt, die Augsburger Localbahn kreuzen, wo sie in die Hessenbachstraße einbiegt und parallel neben den Localbahngleisen verlaufen soll. Hier sollen die Bäume gefällt werden und die Schrebergärten sollen aufgelöst werden. Dann soll die Linie 5 über die bestehende Rampe auf die Bgm-Ackermann-Straße einbiegen, wo sie in der Straßenmitte, zwischen dem Straßenverkehr auf dem heutigen Grünstreifen zum P+R Augsburg West weitergeführt werden soll. Hier soll sie dann auf den bestehenden Gleisen der Linie 2 zum Klinikum Augsburg weitergeführt werden. Die Endhaltestelle ist am Klinikum Augsburg geplant, wo eine Wendeschleife gebaut werden soll.[21] Die direkte Führung über die Rosenaustraße, die Führung über die Hörbrot- und Holzbachstraße wurden nun verworfen. Das Planfeststellungsverfahren ist ab 2015 angedacht. Der Bau soll zwischen Herbst 2016 und Frühjahr 2019 erfolgen.[19][22] Mit Stand von November 2014 wird die Linie 5 voraussichtlich noch vor dem Bahnhofstunnel eröffnet.[19]

Hauptbahnhof[Bearbeiten]

Im Zuge der Errichtung des oben erwähnten Straßenbahntunnels am Hauptbahnhof, soll auch eine unterirdische Wendeschleife entstehen. Über sie soll die an der Haltestelle unter dem Augsburger Hauptbahnhof endende Linie 4 wenden. Die bisherige Wendeschleife in der Bahnhof- und Hübnerstraße bleibt weiterhin bestehen. Über diese sollen wie auch bisher die beiden Sonderlinien 8 und 9 wenden. Des Weiteren wird die bisherige Wendeschleife für eine Wendemöglichkeit bei Betriebsstörungen vorgehalten. Mit Stand von November 2014 wird die Linie 5 voraussichtlich noch vor dem Bahnhofstunnel eröffnet. Die Fertigstellung des Bahnhofsumbaus, inklusive des Bahnhofstunnels war für 2019 geplant, verschiebt sich aber nun bis voraussichtlich 2022. Nach der Fertigstellung der Linie 5 wird die Linie 6 als Linie 5 über P+R Augsburg West zum Klinikum Augsburg weiterfahren. Gleichzeitig wird die Linie 5 nach der Ankunft unter dem Hauptbahnhof als Linie 6 weiterfahren. Somit wird man zukünftig umsteigefrei von P+R Augsburg West, bzw. Klinikum Augsburg nach P+R Friedberg West fahren können.[23][19]

Straßenbahnlinie über Maximilianstraße[Bearbeiten]

Im Jahr 2013 wurde beschlossen, dass eine Straßenbahnlinie ab 2016 dauerhaft und planmäßig über die Maximilianstraße geführt werden soll.[24] Noch ist allerdings nicht klar, welche. Aus ursprünglich 57 Vorschlägen wählten die Stadt und die Stadtwerke vier aus. Ein externer Gutachter soll diese bis zum Sommer 2014 untersuchen. Allerdings kündigten die Stadtarchäologen von Augsburg bereits im September 2013 an, dass sie für Grabungen auf der Maximilianstraße mindestens zwei Jahre benötigen, da dort mit interessanten Funden zu rechnen ist. Im Zuge der Bauarbeiten soll auch die starke Wölbung der Straße verringert, die komplette Straße neu gepflastert und den beiden Plätzen auf der Prachtmeile ein platzähnlicheres Aussehen verliehen werden.[25]


Im Dezember 2014 wurde aber klar das dies aufgrund mehrer Gründen frühestens 2020 realisiert werden kann.[27]

Projekt Primove[Bearbeiten]

Am 26. Mai 2010 unterzeichneten die Bombardier Transportation GmbH und die Stadtwerke Augsburg einen Projektvertrag zum Einsatz von Straßenbahnen ohne Oberleitung. Bombardier hat unter dem Namen Primove ein Verfahren entwickelt, das das Fahren ohne Fahrdraht ermöglicht.[28] Dieses wurde in der Augsburger Messeschleife getestet, weiterentwickelt und dort auch zur Serienreife gebracht. Für die Testfahrten auf der 600 Meter langen Messeschleife kam die Variobahn Nummer 4149 (seit Februar 2014 Nummer 4349 Fahrschulwagen; 2010–2013 Eigentum der Fa. Bombardier) der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) nach Augsburg, die extra von Bombardier zu diesem Zweck von der rnv angemietet wurde. Das Projekt wurde von der Fachhochschule Augsburg begleitet.[29]

Zur afa 2013 nahm die Linie 9 erstmals nach, bzw. seit dem Test ihren Betrieb wieder auf. Wegen des Königsplatz-Umbaus allerdings nicht wie gewohnt täglich im 5-Minuten-Takt, sondern täglich im 15-Minuten-Takt. Der offizielle Start war der Königsplatz. Die Straßenbahnen wendeten in der umgebauten Theaterschleife, die nun in, bzw. von beide(n) Fahrtrichtungen angefahren werden kann.

Seitens der Stadtwerke Augsburg war geplant, die Maximilianstraße oberleitungsfrei auszubauen. Da die Augsburger Straßenbahnflotte gerade modernisiert wurde, wäre eine nachträgliche Umrüstung zu teuer geworden. Daher wurde das Projekt bereits in der Planungsphase wieder eingestellt. Am 31. Mai 2012 stellte Bombardier in Augsburg Fahrzeuge mit induktiver Energieübertragung vor.

Geplantes Straßenbahnmuseum[Bearbeiten]

Die „Freunde der Augsburger Straßenbahn e. V.“ planen mit Unterstützung der Stadtwerke Augsburg die Errichtung eines Straßenbahnmuseums. Als Standort war zuerst der ehemalige und heute stillgelegte Betriebshof I Senkelbach/Wertachstraße angedacht, inzwischen wurde die Halle aber endgültig stillgelegt, der Fahrdraht abgebaut und das Gelände samt Wagenhalle verkauft.[30] Aktuell ist geplant, das Straßenbahnmuseum in den Bahnpark Augsburg zu integrieren.

Zurückgestellte Projekte[Bearbeiten]

  • Das Vorhaben für den Bau dreier Trassen vom Hauptbahnhof über Hochfeld zur Messe beziehungsweise in entgegengesetzter Richtung über die Karlstraße zur Linie 1 im Abschnitt Rathaus-Jakobertor, sowie von Lechhausen zur Hammerschmiede.
  • Eine neue Trasse, über den Leonhardsberg, als Ersatz für die Führung über den steilen Perlachberg, für inzwischen ausgemusterte Straßenbahntypen und für die historischen Straßenbahnen.
  • Eine Wendeschleife als Ersatz für die abgebaute Wendeschleife an der Barfüßerbrücke, vom Rathausplatz her kommend.
  • Eine Wendeschleife beim Omnibusbetriebshof in der Lechhauser Straße zum vorzeitigen Wenden bei Störungen.

Verworfene Projekte[Bearbeiten]

  • Alle anderen Ringlinien, beispielsweise Linien 2 und 3 in Königsbrunn, Linien 2 und 5 am P+R Augsburg West oder am Klinikum/BKH sowie weitere Ringlinien am Hauptbahnhof.
  • Eine zweite Wendeschleife beim Theodor-Heuss-Platz/IHK in entgegengesetzter Richtung. Die neu gebaute Wendeschleife in der Schülestraße, ersetzte aber nun die bestehende Wendeschleife und es muss nun auch nicht mehr über den Straßenbahnbetriebshof Rotes Tor/Baumgartnerstraße gewendet werden. Im Zuge des zweiten Königsplatz-Umbaus wurde die bislang nur vom Königsplatz her zum Wenden verwendbare Schleife daher stillgelegt und abgebaut.
  • Eine Ausweichtrasse durch die Prinzregentenstraße zur Verbindung der Linien 3 und 4 zwischen Hauptbahnhof und Theater.
  • Eine Ausweichtrasse zwischen Stadtwerke und Theater über die Karlstraße, für eine Verbindung von den Linien 1 und 2 zur Linie 4, um bei Veranstaltungen auf dem Rathausplatz, beispielsweise dem Engelssingen, den Schienenersatzverkehr zu sparen.
  • Eine Haltestelle in der Pferseer Bahnunterführung mit Zugang zu den Bahngleisen der Deutsche Bahn. Dieses Vorhaben wurde jedoch zu Gunsten des Bahnhofstunnels verworfen.
  • Errichtung eines neuen Betriebshofs beim ehemaligen Bahnbetriebswerk Augsburg, in der Nähe des Bahnparks Augsburg. Stattdessen wurde der Betriebshof Rotes Tor/Baumgartnerstraße renoviert und erweitert.
  • Reaktivierung der Trasse über die Bahnhofstraße.
  • Reaktivierung der Wagenhalle Senkelbach auf dem Gelände des ehemaligen Betriebshof I Senkelbach/Wertachstraße. Inzwischen wurde die Halle endgültig stillgelegt, der Fahrdraht abgebaut und das Gelände samt Wagenhalle verkauft.[31]
  • Verlängerung der Linie 2 (vormals 4) nach Königsbrunn.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Albrecht Sappel: Einmal Königsplatz und zurück! 100 Jahre Stadtverkehr in Augsburg. Alba, Düsseldorf 1981, ISBN 3-87094-325-4.
  •  Herbert Waßner: 100 Jahre Augsburger Nahverkehrsfahrzeuge im Bild. F.d.A.S., Augsburg 1998.
  •  Freunde der Augsburger Straßenbahn (Hrsg.): Rückblick auf 20 Jahre „Freunde der Augsburger Straßenbahn“. 2009.
  • Dieter Höltge und Michael Kochems: Stadtwerke Augsburg – Verkehrs-GmbH in: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland. Band 10: Bayern. EK-Verlag Freiburg 2006, ISBN 978-3-88255-391-8, Seite 12 bis 66

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Straßenbahn Augsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.sw-augsburg.de/fahrgaeste/zahlen_und_fakten.php Zahlen und Fakten
  2. http://www.sw-augsburg.de/fahrgaeste/linienfahrplaene.php
  3. http://www.sw-augsburg.de/downloads/Zahlenspiegel_2012_final.pdf
  4. Die Pferdebahn und die Dampfbahn auf www.f-d-a-s.de
  5. http://www.tram-augsburg.com/Geschichte
  6. http://www.tram-augsburg.com/Geschichte
  7. a b Dieter Höltge und Michael Kochems: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland. Band 10: Bayern. EK-Verlag Freiburg 2006, ISBN 978-3-88255-391-8, Seite 34ff
  8. a b Offizielle Website des Projekts Augsburg City
  9. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Kletterpartie-fuer-Fahrgaeste-id32300047.html
  10. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Mazda-Museum-im-ehemaligen-Tramdepot-id17285146.html
  11. Straßenbahn Magazin März 2013
  12. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Kletterpartie-fuer-Fahrgaeste-id32300047.html
  13. http://strassenbahn-magazin.de/sites/strassenbahn-magazin.de/files//blick-ins-heft/531407/index.html#15/z
  14. Blickpunkt Straßenbahn und die Wagenliste Augsburg von tram-info (http://www.tram-info.de/wagenp/augsburg.htm)
  15. Zeitungsartikel von der Augsburger Allgemeine vom 9. Januar 2014; die AZ stellte eine Anfrage an den Stadtwerke Augsburg Pressesprecher Jürgen Fergg
  16. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Kletterpartie-fuer-Fahrgaeste-id32300047.html
  17. Linie 1, Stadtwerke Augsburg abgerufen am 26. September 2013
  18. Straßenbahn nach Königsbrunn muss her Augsburger Allgemeine vom 9. Mai 2013, abgerufen am 26. September 2013
  19. a b c d „Augsburger Allgemeine“ (AZ) und „Stadtwerke Augsburg“
  20. Bebauungsplan Nr. 900, Stadt Augsburg, abgerufen am 26. September 2013
  21. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/So-soll-die-Linie-5-kuenftig-fahren-id32322257.html
  22. Go west, Projekt augsburg city, abgerufen am 26. September 2013
  23. http://www.sw-augsburg.de/fahrgaeste/6154.php
  24. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Ab-2016-faehrt-die-Tram-durch-die-Maxstrasse-id25165836.html
  25. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Maxstrasse-wird-mindestens-zwei-Jahre-spaeter-fertig-id27060512.html
  26. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Neue-Vorschlaege-fuer-die-Tram-in-der-Maxstrasse-id28539377.html
  27. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Stadtwerke-Vorerst-soll-keine-Tram-durch-die-Maxstrasse-fahren-id32377932.html
  28.  Fahrdrahtlose Energieübertragung für Strassen- und Stadtbahnen. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 9, Luzern 2009, S. 118–120, ISSN 1421-2811.
  29. Oberleitungsfreie Straßenbahn in Augsburg, Stadtwerke Augsburg
  30. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Mazda-Museum-im-ehemaligen-Tramdepot-id17285146.html
  31. http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Mazda-Museum-im-ehemaligen-Tramdepot-id17285146.html