Straßenbahn Le Mans

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Straßenbahn
Straßenbahn Le Mans
Bild
Basisinformationen
Staat Frankreich
Stadt Le Mans
Eröffnung 17. November 2007
Betreiber SETRAM
Infrastruktur
Streckenlänge 21,3 km
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem 750 V DC Oberleitung
Haltestellen 35
Betrieb
Linien 2
Takt in der HVZ Stammstrecke: 3 min
Fahrzeuge 34 Alstom Citadis 302
Statistik
Fahrgäste 48 000 pro Tag
Netzplan
Netzplan, gültig seit Ende August 2014

Die Linie 1 der Straßenbahn Le Mans (frz. Tramway du Mans) war für 302 Millionen Euro die billigste unter den Neubauten der letzten Jahre in Frankreich. Das erste Stück, die Strecke Antarès – Université ist seit dem 17. November 2007 zur Benützung freigegeben. Die Abzweigung von der Haltestelle Saint-Martin bis zur östlichen Endhaltestelle Espal ging am 22. Dezember 2007 in Betrieb.

Die Straßenbahnverkehr wird von der Gesellschaft Société des transports en commun de l'agglomération mancelle (SETRAM) betrieben. Sie organisiert auch den Busverkehr in der Metropolregion Le Mans, dem neben Le Mans acht weitere Gemeinden angehören.

Die Straßenbahn 1897 – 1947[Bearbeiten]

„Pont en X“, 1908

Bereits von 1897 bis 1947 gab es eine meterspurige Straßenbahn in Le Mans. Vier elektrische Linien fuhren im Stadtbereich, das Umland war mit einem Liniennetz von Schmalspur-Dampfstraßenbahnen mit der Stadt verbunden. Eine der Linien hatte einen Tunnel, womit sie das Stadtzentrum unterquerte. Beide Streckennetze wurden damals als Tramway (Straßenbahn) bezeichnet.[1]

Eine technische Besonderheit war der sogenannte „Pont en X“ (die x-förmige Brücke). Es handelte sich um zwei Metallbrücken, die den Fluss Sarthe überquerten. Sie verliefen aber nicht senkrecht zum Ufer wie es meistens der Fall ist, sondern schräg dazu und kreuzten sich in der Flussmitte. Die eine Brücke wurde von der elektrischen Straßenbahn benützt, die andere von der Eisenbahn. 1944 wurde diese Konstruktion bei einem Luftangriff zerstört.[1]

Die neue Straßenbahn[Bearbeiten]

Erste Planungen für eine Wiedereinführung der Straßenbahn reichen ins Jahr 1992 zurück. Im Jahr 1997 wurde die Streckenführung der 15,4 km langen Linie festgelegt.[1] Als Fahrzeug kam das Translohrsystem in Erwägung, schlussendlich wurde 2001 Alstom mit der Lieferung von klassischen Straßenbahnen vom Typ Citadis beauftragt. Im Jahr 2002 wurden die Kosten für den Bau der Straßenbahn und der Fahrzeuge auf 290 Millionen Euro geschätzt. Die "Déclaration d'utilité publique" wurde im Frühjahr 2004 unterzeichnet. Die Arbeiten begannen im Sommer 2004 damit, dass die zukünftige Trasse von Versorgungsleitungen freigemacht wurde. Im November begannen die Arbeiten am Betriebshof. Bereits im Februar 2006 konnten die ersten Schienen verlegt werden.[1] Die Kosten für Bau der Strecke und für den Erwerb der Fahrzeuge betrugen 302 Mio. Euro.

Die ersten Versuchsfahrten begannen bereits Mitte Juli 2007. Am 20. Juli befuhr eine Garnitur zum ersten Mal die gesamte Strecke von Süden nach Norden. Die Strecke Antarès – Université wurde als erstes Stück am 17. November 2007 eröffnet. Am 22. Dezember 2007 wurde dann der Verkehr auch auf dem östlichen Zweig Saint Martin – Espal aufgenommen.

Die durchschnittliche Auslastung der Straßenbahn liegt zwischen 45 000 und 48 000 Fahrgästen pro Tag.

Das Streckennetz[Bearbeiten]

Das Streckennetz besteht aus zwei Linien mit einer Stammstrecke, welche von beiden Linien befahren wird und auf welcher sieben Haltestellen liegen.

Bis zu Eröffnung der Linie 2 hatte betrug Gesamtlänge der Strecken 15,4 km. Das Netz bildete einen dreizackigen Stern mit der Station Saint Martin als Knotenpunkt, wobei die beiden Streckenteile südlich bzw. östlich von Saint Martin (Saint Martin – Antarès sowie Saint Martin – Espal) abwechselnd bedient wurden. Insgesamt gab es 30 Haltestellen, inklusive der drei Endhaltestellen.

Trotz der Bemühungen, die Baukosten niedrig zu halten, sind 10 km des Netzes als Rasengleis ausgeführt. Beim Bau wurde – wie bei neuen französischen Straßenbahnen üblich – allgemein viel Wert auf eine hochwertige Ausgestaltung der Strecke und Haltestellen gelegt, damit sich die Straßenbahn nahtlos in das Stadtbild einfügt.

Linie T1[Bearbeiten]

Strecke Université – Saint Martin[Bearbeiten]

Der westliche Teil dieser besteht aus der längsten und wichtigsten Teilstrecke, welche die Universität von Maine Le Mans, das Klinikum, den Zugang zur historischen Altstadt und die Innenstadt mit der Fußgängerzone sowie mit dem Bahnhof bei der Haltestelle Gares abdeckt. Am Bahnhof bestehen Umsteigemöglichkeiten zu den Zügen des Regional- und des Fernverkehrs als auch zu mehreren Stadt- und Umlandbuslinien. Zwischen den Haltestellen Préfecture und Saint Martin verläuft die auch von den Straßenbahnzügen der Linie 2 befahren wird.

Strecke Saint Martin – Antarès[Bearbeiten]

Die Strecke verläuft von Saint Martin aus Richtung Süden bis zum Kulturzentrum Antarès am Rande der Stadt, wo sich neben der bekannte Motorsport-Rennstrecke Circuit des 24 Heures auch das 2011 eröffnete Fußballstadion MMArena befindet.

Linie T2[Bearbeiten]

Die Linie T2 nahm im August 2014 den Betrieb auf. Der Betreiber erhofft sich durch Kapazitäts- und Attraktivitätserhöhung für die Straßenbahn bis zu 23 000 zusätzliche Fahrgäste pro Tag.

Strecke Bellevue - Haut de Coulaines[Bearbeiten]

Es handelt sich um eine 3,6 km lange Neubaustrecke, mit insgesamt sechs weiteren Haltestellen, welche von der Station Préfecture aus nach Norden führt. Ihre Inbetriebnahme erfolgte zeitgleich mit der Einrichtung der Linie 2. Sie führt über den beliebten Place des Jacobins, nahe der Cathédrale Saint-Julien und endet nahe der Stadtgrenze von Coulaines.

Strecke Saint Martin – Espal[Bearbeiten]

Sie erschließt das östlich von Saint Martin gelegene Stadtviertel Sablons. An der Endstation Espal befindet sich der Arche de la nature, ein Erholungs- und Ausflugsgebiet. Diese Strecke wurde bis zum Eröffnung der Linie 2 von der Linie 1 mit bedient.

Fuhrpark[Bearbeiten]

Citadis 302
Straßenbahn in der Avenue du Général Leclerc

Für den Betrieb wurden zunächst 23 Wagengarnituren angeschafft. Anlässlich des Baus der Linie 2 wurde der Fuhrpark auf 34 Fahrzeuge vergrößert. Es handelt sich um Niederflurgelenktriebwagen des Herstellers Alstom vom Typ Citadis 302. Der erste Triebzug wurde im Januar 2007 geliefert, der letzte am 7. November 2007. Die Stromversorgung erfolgt über eine Oberleitung, die mit 750 V Spannung betrieben wird.

Die mit Klimaanlage ausgestatteten Triebzüge sind 32 m lang und 2,40 m breit, sie haben 64 Sitzplätze und können über 200 Personen aufnehmen. Durch Hinzuzufügen eines weiteren Moduls könnten sie um weitere 10 m verlängert werden.

Die Züge tragen alle einen Namen. Mit Ausnahme der zuerst gelieferten Einheit mit dem Namen “Désir“ wurden Namen gewählt, die mit der Stadt Le Mans bzw. den Umlandgemeinden in irgendeiner Weise verbunden sind.

Betriebszeiten[Bearbeiten]

Die Straßenbahnen fahren von 5 h morgens bis 1 h nachts.

Der zeitliche Abstand zwischen zwei Bahnen betrug zunächst zu den Hauptverkehrszeiten nur 5 Minuten auf der Hauptstrecke Université – Saint Martin und 10 Minuten auf den Strecken Saint Martin – Antarès und Saint Martin – Espal. Für die Strecke Université – Antarès wurden 34 Minuten; für die Verbindung Université – Espal 31 Minuten Fahrzeit prognostiziert. Nach dem SETRAM-Fahrplan ergab sich vor Inbetriebnahme der Linie 2 jedoch 37,5 Minuten für den Abschnitt Université – Antarès bzw. 34 Minuten für den Abschnitt Université – Espal.

Mit Inbetriebnahme der Linie T2 im August 2014 wurde die Taktfrequenz abgeändert: Auf der Stammstrecke Préfecture - Saint-Martin fährt nun ganztägig alle 3 Minuten eine Bahn. Auf den Außenstrecken (welche nur von je einer Linie bedient werden) kommen die Bahnen im 6-Minuten-Abstand.[2]

Ausbaupläne: Eine Linie T3, aber keine Straßenbahn[Bearbeiten]

Damit dürften die Ausbaupläne für Le Mans für die nächste Zeit erledigt sein. Es ist eine Linie T3 vom Bahnhof Le mans in die Nachbargemeinde Allonners im Bau, die Inbetriebnahme ist für 2ß16 geplant. Es ist aber keine Straßenbahn sondern ein Metrobus (BHNS = Bus à haut niveau de service), für den abschnittsweise eigene Fahrbahnen angelegt werden. Für die Strecke mit 14 Haltestellen werden rund 40 Millionen Euro ausgegeben. Die Fahrzeit soll durch die buseigenen Fahrstreifen und Vorrangschaltungen an Kreuzungen von bisher 33 Minuten auf 20 Minuten sinken.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d  Jean Tricoire: Le tramway en France. La Vie du Rail, Paris 2007, ISBN 978-2-915034-73-8, S. 156-157.
  2. Le Maine libre Probebetrieb der Linie 2 vom 21. August 2014 (frz.), abgerufen am 20. November 2014
  3. Decideurs en region (frz.) vom 4. September 2014 abgerufen am 21. November 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Straßenbahn Le Mans – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien