Straßenbahn Île-de-France

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Tramway d'Île-de-France
Bild
Zwei Garnituren der Linie T7 an der Haltestelle Villejuif
Basisinformationen
Staat Frankreich
Stadt Île-de-France
Eröffnung 1855 bzw. 1992 (aktuelles Netz)
Stilllegung 1957 (altes Netz)
Betreiber RATP bzw. SNCF
Infrastruktur
Streckenlänge 104 km
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem 750 Volt = (Oberleitung)
Haltestellen 181
Betrieb
Linien 9
Fahrzeuge TFS, Alstom Citadis 302 u. 402, Avanto S 70, Translohr STE 3, STE 6
Statistik
Fahrgäste ca 400.000 pro Tag (in 2011)
Netzplan
Netzplan der Straßenbahnen der Ile-de-France

Die Straßenbahn Île-de-France (frz. Tramway d'Île-de-France) ergänzt das Nahverkehrssystem im Ballungsgebiet der Île-de-France um die französische Hauptstadt Paris herum. Zusätzlich zu RER, Metro und Bussen verkehren sie vor allem in den Vorstädten, die Stadt Paris selbst wird nur am Rande von den Linien T3a und T3b gestreift und soll in Zukunft durch eine weitere Verlängerung der Linie T3b weiter erschlossen werden. Langfristig könnte daraus sogar eine Ringlinie entlang der Stadtgrenze von Paris werden.

Der regionale Verkehrsbetrieb RATP betreibt bereits acht Linien (T1, T2, T3a, T3b, T5, T6, T7 und T8), die französische Staatsbahn SNCF eine weitere (T4). Die Linien T5 und T6 sind allerdings keine echten Straßenbahnen, sondern nach deutschem Sprachgebrauch spurgeführte Oberleitungsbusse nach dem System Translohr.

Nach Fertigstellung der Linien 1 bis 8 erreicht das Straßenbahnnetz der RATP eine Gesamtlänge von mehr als 100 km. Mit 181 Haltestellen ist es das größte Straßenbahnnetz Frankreichs. Hinsichtlich der Fahrgastzahlen wird es mit durchschnittlich 830 000 Benutzern täglich[1] zum drittgrößten Europas aufsteigen.[2] Für 2020 erwarten die Betreiber sogar bis zu 1 Million Fahrgäste täglich. [3]

Die alte Straßenbahn (1855 bis 1938)[Bearbeiten]

Straßenbahnen an der Porte de Clignancourt

Die Compagnie générale des omnibus[Bearbeiten]

Die nach der 1839 eröffneten Straßenbahn Montbrison–Montrond zweite Straßenbahn der Alten Welt ging 1855 in Ruel-Malmaison in Betrieb und war eine Pferdestraßenbahn.

Durch den Zusammenschluss mehrerer Tranportunternehmen - welcher auf Druck amtlicher Stellen erfolgte - entstand 1854 die Compagnie générale des omnibus, kurz CGO genannt. Es war eine Zeit des technischen Umbruchs und die Straßenbahn gesellschaften experimentiert mit verschiedenen Verkehrsmitteln: Pferdeomnibus, Straßenbahn, Autobus, Oberleitungsbus... Die CGO hatte das Monopol für den Personentransport innerhalb von Paris erkauft: gegen Zahlung einer jährlichen Gebühr von 640 000 Francs durften bis zu 350 Fahrzeuge eingesetzt werden. Für jedes weitere Fahrzeug waren 1000 Francs jährlich zu entrichten.

Anläßlich der Erweiterung des Pariser Stadtgebiet im Jahr 1860 wurde auch die Konzession für die CGO angepasst, d.h. auf die neuen Bezirke erweitert, die Dauer der Konzession von 30 auf 50 Jahre verlängert und die jährliche Pachtgebühr angepasst.

Die erste Pferdestraßenbahn in Paris ging auf die Initiative des französischen Ingenieurs Alphonse Loubat zurück, welche pferdegezogenen Straßenbahnen in den USA gesehen hatte. Er meldetein 1852 in Frankreich Patent auf u-förmige Schienen an, welche in die Fahrbahn versenkt werden konnten und daher den restlichen Straßenverkehr nicht behinderten. Im November konnte Loubat eine etwa 2 km lange Strecke in Paris in Betrieb nehmen.

Pferdeomnibus auf dem Boulvard Sébastopol (Karte von 1906)

1872 äußerte die Präfektur des Département Seine - auf der Grundlage einer umfangreichen Studie - die Absicht, ein Straßenbahnnetz in Paris und in seinen Vororten einzurichten: in Paris eine Ringbahn, welche in fünf voneinander unabhängige Abschnitte unterteilt ist. Die Vororte sollten durch zehn Linien erschlossen werden. Gesamtlänge des Netzes: 105,3 km. Die Ringliniekonzession ging an die CGO, die Konzessionen für die Vorortlinien wurden an zwei neue Gesellschaften vergeben: Les Tramways Nord und Les Tramways Sud.

Im Juni 1873 nahm die CGO ihre ersten Linien in Betrieb: Louvre ↔ Vincennes, als logische Verlängerung der Linie von Loubat, welche bereits seit 20 Jahren betrieben wird und wenige Tage später die Strecke Place de l'Étoile ↔ Villette. Die Fahrzeuge waren von den Wägen der Pferdeomnibusse abgeleitet, waren aber deutlich länger und der Zugang erfolgte von hinten. Zum Wenden benötigte man eine Wendeschleife oder eine Drehscheibe.

Die erste Linie der Gesellschaft Les Tramways Nord Courbevoie (Pont de Neuilly) ↔ Etoile ging im September 1874 in Betrieb. Les Tramways Sud betrieben seit November 1875 die Strecke Porte de Châtillon ↔ Saint-Germain-des-Prés.

Zur Weltausstellung des Jahres 1878 konnten bereits mehr als 40 Linien angeboten werden. Die Hälfte davon verlief innerhalb von Paris und wurde demgemäß von der CGO betrieben.

Erste Versuchsfahrten mit einer Dampfstraßenbahn führte die Gesellschaft Les Tramways Sud 1875 auf dem Teilstück Porte de Châtillon ↔ Saint-Germain-des-Prés durch. Es handelte sich um eine aus Großbritannien importierte Maschine. Da die Versuche positiv ausfielen, wurde bereits ab August 1876 als erste Linie Montparnasse ↔ Place Valhubert regelmäßig befahren. Auch die CGO experimentiert ab 1876 mit Dampfbetrieb. Da die Dampfgewinnung aber teuer war kehrte man bald wieder - wie auch die Tramways Sud - wieder zu den Pferdegespannen zurück. Die Tramways Nord verwendeten probeweise Lokomotiven mit zwei Führerständen. Die Fahrzeuge waren aber zu schwer für die damaligen Gleisstrukturen. 1882 endete bereits die Aera Dampfstraßenbahn in Paris.

Straßenbahn mit Druckluftantrieb nach dem von Louis Mékarski entworfenem System wurden ab 1887 zunächst von der Gesellschaft Les nouveaux Chemins de Fer Nogentais (CFN) auf der Strecke Vincennes ↔ Ville-Evrard eingesetzt. Auch die CGO setzte eine Reihe von Mékarskibahnen ein. Die letzten Fahrzeuge dieser Art waren bis August 1914 im Einsatz.

Zwei Bahnen der Kabelstraßenbahn Rébublique - Belleville an einer Ausweichstelle

Ende der 1880er Jahre waren alle Stadtteile von Paris an die Straßenbahn angeschlossen, mit Ausnahme der Bereiche Butte Montmartre und Belleville, weil die topographischen Gegebenheiten dem Bau von Straßenbahnen entgegenstanden. In Belleville erreichten die Straßensteigungen bis zu 70 mm/m. Deswegen wurde 1891 auf der Steilstrecke Place de la République ↔ Eglise de Belleville eine 2 km lange Kabelstraßenbahn eingerichtet. Den Bau der Strecke führte die Stadt Paris durch, der Straßenbahnbetrieb wurde der Compagnie du Tramway Funiculaire de Belleville übetragen. Es handelte sich um eine einspurige Bahn der Spurweite 1000 mm mit fünf Ausweichstellen.

Nachdem die erste elektrische Straßenbahn in Paris unter Federführung von Siemens im August 1881 in Betrieb ging, begann erst 1912 die systematische Elektrifizierung. Die letzte Pariser Pferdebahn wurde am 12. Januar 1913 eingestellt.

[4]

1921 - 1938 Neuortientierung und abruptes Ende[Bearbeiten]

Nach dem Ende des 1. Weltkrieg waren die Straßenbahngesellschaften finanziell ausgeblutet und allein nicht überlebensfähig. Es wurde daher die STCRP (Société des transports en commun de la région parisienne) gegründet, welche ab 1921 den Straßenbahnbetrieb der CGO und sechs weiterer Gesellschaften übernahm. 1922 und 1924 wurden jeweils eine weitere Vorortgesellschaft übernommen. 1922 existierten 112 Straßenbahnlinien in der Île-de-France, welche ein Streckennetz von 960 km besaßen und jährlich 720 Millionen Fahrgäste beförderten. Mit einer Streckenlänge von 1111 Kilometern war es eines der größten Netze weltweit. Der Fuhrpark umfaßte 1 775 Motorwagen und 785 Beiwagen. Darüber hianus hatte die STCRP auch 41 Buslinien übernommen.

Die STCRP stand vor einer großen Aufgabe: manche Linien wurden doppelt bedient, Verwaltungsvorschriften und Arbeitspläne waren zu vereinheitlichen. Schlecht trassierte Strecken wurden eingestellt; bei anderen wurde die Streckenführung optimiert und teilweise sogar in die Vororte verlängert. Zwischen 1921 und 1932 werden 1000 km Gleise modernisiert.

Aber die wichtigste Aufgabe war die Modernisierung des Rollmaterials: Dies kam ja von verschiedenen Gesellschaften, war oft - auch wegen des vorausgegangenen Krieges - in einem schlechten Zustand. Die unterschiedlichen Modelle waren oft nicht miteinander kombinierbar. Veraltete Fahrzeuge wurden verschrottet, andere modernisiert und neue Fahrzeuge wurden erworben: Bereits 1922 werden 100 2-Achs-Fahrzeuge, in einer verbesserten Version einer bereits 1911 entworfenen Baureihe, in Dienst gestellt. Die zugehörigen Beiwagen besaßen ebenfalls eine Führerkabine.

Motorwagen der Baureihe L der STCRP auf der Linie 44

Eine echte Verbesserung war die neue Baureihe L (=légère= leicht). L deshalb, weil die Fahrzeuge 2,5 t weniger wogen, als die bisherigen Motorwagen. Die machte sich in einem deutlich geringerem Energieverbrauch und einer verringerten Schienenabnutzung bemerkbar. 475 Fahrzeuge dieses Typs wurden zusammen mit 395 Beiwagen ab 1924 angeschaft.

Dies bedeutete den Wendepunkt für die Straßenbahn: Das bereits weitentwickelte Metronetz und der zunehmende Busverkehr führten zu einem rapiden Rückgang der Nachfrage und, als Konsequenz daraus, auch des Streckenangebots.[5]


Bereits 1938 wurde die Straßenbahn angesichts der Konkurrenz durch das wachsende Metronetz als veraltet angesehen und der Betrieb eingestellt. Die Entscheidung dazu war bereits 1932 getroffen worden. Einige Wagen kamen danach zur Straßenbahn Marseille. Im benachbarten Versailles wurde die Straßenbahn hingegen noch bis 1957 betrieben.

Die neuen Straßenbahnen (ab 1992)[Bearbeiten]

35 Jahre nach der Einstellung der letzten Straßenbahnlinie im Großraum Paris, genauer in Versailles, erlebte die Straßenbahn 1992 eine Renaissance. Nach Nantes und Grenoble entschied man sich auch in der Region Île-de-France zum Bau einer Straßenbahnlinie. Heute sind in der Region fünf Straßenbahnlinien auf vier verschiedenen Strecken in Betrieb. Die Strecken sind untereinander nicht verbunden und teilweise auch aufgrund unterschiedlicher Fahrzeugbreiten und unterschiedlicher Fahrwegsysteme zueinander inkompatibel.

Entwicklung des Straßenbahnnetzes der Île-de-France[Bearbeiten]

  • 2010: 4 Linien (Gesamtlänge 41,4 km; 71 Haltestellen) sind in Betrieb; täglich 370 000 Benützer
  • 2014: 9 Linien (Gesamtlänge 105 km; 187 Haltestellen) sind in Betrieb; täglich 830 000 Benützer
  • nach Erledigung der jetzigen Planungen: auf 11 Linien sind 320 Straßenbahngarnituren unterwegs( Gesamtstreckenlänge 123 km; 276 Haltestellen); sie verbinden 57 Gemeinden; täglich mehr als 1 000 000 Benützer

Die Daten für zukünftige Inbetriebnahmen von Neubaustrecken bzw. Streckenverlängerungen stammen aus einer Veröffentlichung des STIF aus dem Jahr 2014.[6]

Linie T1[Bearbeiten]

Die erste Linie, T1 genannt, ist eine tangentiale Verbindung der Vororte nördlich von Paris – in der ersten Ausbaustufe verbindet sie Saint-Denis mit Bobigny, seit 2003 erreicht sie im Osten Noisy-le-Sec. 2012 wurde sie im Westen bis Asnières - Genevilliers verlängert.

Die Inbetriebnahme der östlichen Verlängerung Noisy-leSec - Val de Fontenay ist für 2017 vorgesehen. Die Verlängerung im Westen (Asnières-Gennevillers - Victor Basch - Ruel Malmaison) wird wohl erst 2023 in Betrieb gehen.

Linie T2[Bearbeiten]

Als zweite Linie der neuen Straßenbahnen folgte 1997 die Linie T2, welche allerdings eher einer Stadtbahn entspricht. Die 1997 eröffnete Strecke verläuft großteils auf einer adaptierten Eisenbahnstrecke und verbindet La Défense mit Issy-Val de Seine (in Issy-les-Moulineaux). Sie wurde 2009 im Osten bis Porte de Versailles verlängert und war damit nach der T3 die zweite Linie, die das Stadtgebiet von Paris erreichte. 2012 erfolgte eine weitere Verlängerung, diesmal im Westen bis Pont de Bezons (Bezons).

Linien T3a und T3b[Bearbeiten]

Mit der Linie T3 erfolgte die Rückkehr der Straßenbahn innerhalb der Grenzen von Paris: Auf den Boulevards des Maréchaux, einem Ring in Paris, nahe der Stadtgrenze, verkehrt seit Ende 2006 eine Straßenbahn. Zunächst verkehrte die Linie T3 zwischen den Haltestellen Porte d'Ivry und Pont du Garigliano. Eine Verlängerung entlang des Ringes Richtung Osten und in weiterer Folge nach Norden zur Haltestelle Porte de la Chapelle wurde im Dezember 2012 eröffnet. Dabei wurde die Linie in zwei Linienteile gebrochen. Die frühere Linie T3 wurde im Osten bis Porte de Vincennes verlängert und fährt nun als Linie T3a von Pont du Garigliano bis Porte de Vincennes. Die Linie T3b fährt von Porte de Vincennes nach Porte de la Chapelle.

Eine Verlängerung der Linie T3b von der Porte de la Chapelle nach Nordwesten bis Porte d'Asnières ist in Planung. Sie geht vermutlich 2017 in Betrieb.

Linie T4[Bearbeiten]

Die 2006 eröffnete Linie T4 verkehrt als Tram-Train und verbindet Bondy mit Aulnay-sous-Bois. Hier kommen Straßenbahnfahrzeuge, welche sowohl auf Vollbahn- als auch Straßenbahnstrecken fahren können, auf einer adaptierten Eisenbahnstrecke zum Einsatz. Die Möglichkeit des Übergangs von Eisenbahn auf Straßenbahn wird im Augenblick nicht genutzt. Dies geschieht erst mit der für 2017 geplanten Inbetriebnahme des Zweigs Gargan - Montfermeil. Im Unterschied zu den anderen Linien, welche von der RATP betrieben werden, wird die Linie T4 von der SNCF betrieben.

Linie T5[Bearbeiten]

Am 29. Juli 2013 eröffnete die Linie T5, die von Saint-Denis Richtung Norden nach Garges-Sarcelles führt. Obwohl als Tramway bezeichnet, ist diese Linie als Spur-Obus nach dem System Translohr ausgeführt. Dies sind Oberleitungsbusse auf Gummirädern mit einer Spurschiene. Die 6,6 km lange Strecke hat 16 Haltestellen und wird von der RATP betrieben.[7]

Linie T6[Bearbeiten]

Die Linie T6 verläuft südlich von Paris von der Endstelle Châtillon – Montrouge der Métro-Linie 13 Richtung Westen nach Viroflay und wurde am 13. Dezember 2104 in Betrieb genommen. Diese Linie ist wie die T5 als Spur-Obus nach dem System Translohr gebaut, sie wird iom Endausbau 14 km lang sein und 21 Haltestellen haben. Augenblicklich fehlen noch der unterirdisch verlaufenden Teil der Strecke: es handelt sich um 1,6 km und die Haltestellen Viroflay-Rive Gauche und Viroflay-Rive Droite - Ende 2015 freigegeben werden sollen. Die Strecke durchquert die Gemeinden Châtillon, Clamart, Fontenay-aux-Roses, Meudon, Vélizy-Villacoublay und Viroflay.[8] Es entstehen Anschlüsse an die Metrolinie 13, die Transilien-Strecken L und N, und den RER C sowie verschiedene Buslinien. [9]

Linie T7[Bearbeiten]

Die Linie T7, welche am 16. November 2013 in Betrieb ging, wurde als klassische Straßenbahn auf Stahlrädern ausgeführt. Vom südlichen Endpunkt Villejuif – Louis Aragon der Métro-Linie 7 führt die 11,2 km lange Strecke mit insgesamt 18 Haltestellen über den Flughafen Orly bis nach Athis-Mons. Zum Einsatz kommen Gliederzüge des Typs Alstom Citadis. Die Straßenbahn bietet Anschlüsse an den RER C, die Métrolinie 7 und den Metrobus Trans-Val-de-Marne.[10] Bis 2018 wird eine Verlängerung bis Juvisy-sur-Orge erwartet. [11]

Linie T8[Bearbeiten]

Die Linie T8, welche am 16. Dezember 2014 ihren Dienst aufnahm, ist eine klassische Straßenbahn auf Stahlrädern. Sie führt von der Métrostation Saint-Denis – Porte de Paris Richtung Norden nach Épinay-sur-Seine, ein Zweigast geht zur Universität in Villetaneuse. Die Teilstrecken sind insgesamt 8,5 km lang. Es gibt 17 Haltestellen, darunter 3 Endhaltestellen. [12] Aufgrund der Streckenführung trägt die Linie auch die Bezeichnung Tram'y. Für die Verlängerung um 3 km nach Süden, zum noch zu bauenden RER-Bahnhof Rosa Parks der RER-Linie E und zur gleichnamigen Straßenbahnhaltestelle der Linie T3b ist noch kein Fertigstellungsdatum genannt. [13]

Zukünftige Linien[Bearbeiten]

Linie T9: Porte de Choisy - Orly[Bearbeiten]

Vor Zuteilung einer Liniennummer trug das Projekt die Bezeichnung Tramway Porte de Choisy - Orly Ville. Diese Linie von der Metro-Station Porte de Choisy im Süden von Paris nach Orly soll die Buslinie RATP 183 ersetzen, welche die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit erreicht. Sie wird die Gemeinden Paris, Ivry-sur-Seine, Vitry-sur-Seine, Choisy-le-Roi, Thiais und Orly miteinander verbinden. Auf der rund 10 km langen Strecke sollen etwa 20 Haltestellen entstehen. Fertigstellung ist für ca. 2020 geplant[14][15]. Die Endhaltestelle in Orly ist so gewählt, dass die Strecke zu einem späteren Zeitpunkt problemlos bis zum Flughafengelände Orly verlängert werden kann. Dort gäbe es dann Umstreigemöglichkeiten zur Linie T7 und den Linien M 14 und M 18 des geplanten Grand Paris Express.

Linie T10: Tramway Antony – Clamart[Bearbeiten]

Von der geplanten Straßenbahn von Antony nach Clamart werden auch die Gemeinden Châtenay-Malabry und Le Plessis-Robinson profitieren. Die Strecke wird 8,5 km lang sein und 14 Haltestellen erhalten. Im Einzugsbereich dieser Linie leben 160.000 Menschen.

An der Endstation im Osten, d.h. in Antony wird es Anschlüsse geben an den RER B und an das Metrobussystem Trans-Val-de-Marne. Im westlichen Teil der Strecke, auf dem Stadtgebiet von Clamart,wird eine Umsteigeverbindung zur Straßenbahnlinie 6 entstehen. Mit einem Baubeginn wird allerdings nicht vor 2017 gerechnet; Inbetriebnahme für 2021 vorgesehen. [16]

Die Tram-Express-Strecken[Bearbeiten]

Die drei folgenden Strecken sind Tram-Train-Strecken. Zwei davon mit echtem Tram-Train-Betrieb, d.h. also Eisenbahn auf einem Teil der Strecke, und im Straßenbahn-Modus auf einem zweiten Streckenteil.

Tram Express Sud: Évry - Massy - Versailles Chantiers[Bearbeiten]

Die Strecke wird im Streckenabschnitt Massy - Épinay-sur-Orge auf einer Eisenbahnstrecke fahren und hier eine Teilstrecke des RER C übernehmen. Der Abschnitt Épinay-sur-Orge - Évry wird als Straßenbahnlinie gebaut werden. Die Strecke wird 20 km lang und mehrfach mit dem RER-Netz verknüpft werden: In Massy-Palaiseau mit RER B; in Épinay mit dem RER C und in Évry-Courcouronnes mit dem RER D. in einem zweiten Bauabschnitt wird die Strecke Massy -Versailles Chantiers ausgebaut. Die bestehende Eisenbahnlinie wird zunächst von der Ost-Westspange des RER C betrieben; es ist vor allem eine Anpassung der Bahnhöfe notwendig, welche ja auch aller weiterhin betrieben werden sollen. [17] Sie befindet sich noch im Planungsstadium. Baubeginn ist für 2015 vorgesehen, die Inbetriebnahme für 2020. [18]

Das STIF genehmigte im Juni 2014 den Ausbau der Tram-Train-Strecke zwischen Massy und Evry.[19]

Letztenendes wird also die Ost-Westspange im RER-C-Netz, vollständig vom Tram-Train übernommen. Alternativ stand auch zur Diskussion, dass der Westteil, als die Strecke Versailles - Massy, zu einer Verlängerung eines anderen RER-C-Astes wird.

Tram Express Nord: bisherige Bezeichnung Tangentielle Nord[Bearbeiten]

Hauptartikel: Tangentielle Nord

Tram Express Ouest: Saint-Cyr - Saint-Germain-en-Laye - Archères[Bearbeiten]

Der Tram Express Ouest wird auch am Bahnhof Saint-Germain-Grande-Ceinture halten

Der Tram Express Ouest ist ein Tram-Train. Die erste Teilstrecke ist 19 km lang, von denen 14,5 km auf den Gleisanlagen des Großen Pariser Eisenbahnrings westlich von Paris verlaufen wird. Sie wird den RER-Bahnhof von Saint-Cyr (Linie RER C) mit dem RER-Bahnhof in Saint-Germain-en-Laye (RER A) verbinden. Inbetriebnahme ist für 2018 vorgesehen.

2019, also bereits ein Jahr später soll eine Verlängerung von Saint Germain-en-Laye über Poissy nach Archères ihren Dienst aufnehmen. Es ergeben sich in sowohl in Poissy als auch in Archères Umstiegsmöglichkeiten zur RER A und zu verschiedenen Linien des Transilien-Netzes.

Ein dritter Abschnitt, der erst später realisiert werden soll, verlängert dann die Strecke von Archéres bis Cergy.

Es sollen Citadis-Züge von Alstom in der Dualis-Version zum Einsatz kommen. Für den ersten Streckenabschnitt werden 10 Einheiten benötigt.

Linienübersicht[Bearbeiten]

Linie Streckenverlauf Eröffnung Länge in km Stationen
Tramway-T.svgT1Logo Paris tram ligne1.svg Asnières - Gennevilliers - Les Courtilles ↔ Noisy-le-Sec 1992 17 36
Tramway-T.svgT2Logo Paris tram ligne2.svg Pont de Bezons ↔ Porte de Versailles 1997 17,9 24
Tramway-T.svgT3aLogo Paris tram ligne3a.svg Pont du Garigliano ↔ Porte de Vincennes 2006 12,4 25
Tramway-T.svgT3bLogo Paris tram ligne3b.svg Porte de Vincennes ↔ Porte de la Chapelle 2012 9,9 18
Tramway-T.svgT4Logo Paris tram ligne4.svg Bondy ↔ Aulnay-sous-Bois 2006 7,9 11
Tramway-T.svgT5Logo Paris tram ligne5.svg Marché de Saint-Denis ↔ Garges - Sarcelles 2013 6,6 16
Tramway-T.svgT6Logo Paris tram ligne6.svg Châtillon - Montrouge ↔ Viroflay-Rive-Droite 2014 14 21
Tramway-T.svgT7Logo Paris tram ligne7.svg Villejuif - Louis Aragon ↔ Athis-Mons - Porte de l'Essonne 2013 11,2 18
Tramway-T.svgT8Logo Paris tram ligne8.svg Saint-Denis - Porte de Paris ↔ Villetaneuse-Université / Épinay-sur-Seine 2014 8,5 17
  • Tramway-T.svgT1Logo Paris tram ligne1.svg: Tangentiallinie in den nördlichen Vororten von Paris, verbindet Asnières-Gennevilliers über Saint-Denis mit Noisy-le-Sec
  • Tramway-T.svgT2Logo Paris tram ligne2.svg: Tangentiallinie westlich von Paris, verbindet Bezons über das Geschäftsviertel La Défense mit Porte de Versailles in Paris, verkehrt großteils auf einer vormaligen SNCF-Strecke
  • Tramway-T.svgT3aLogo Paris tram ligne3a.svg: Tramway des Maréchaux sud, war erste Linie in Paris (intra-muros), verkehrt am südlichen und östlichen Stadtrand zwischen Pont du Garigliano und Porte de Vincennes
  • Tramway-T.svgT3bLogo Paris tram ligne3b.svg: Tramway des Maréchaux est, Verlängerung der T3a (ehem. T3), verkehrt am östlichen und nördlichen Stadtrand zwischen Porte de Vincennes und Porte de la Chapelle
  • Tramway-T.svgT4Logo Paris tram ligne4.svg: nördlich von Paris, verbindet Bondy mit Aulnay-sous-Bois, wird von der SNCF als Tram-Train betrieben
  • Tramway-T.svgT5Logo Paris tram ligne5.svg: nördlich von Paris, verbindet Saint-Denis mit Garges-Sarcelles, wird als Spur-Obus (System Translohr) betrieben
  • Tramway-T.svgT6Logo Paris tram ligne6.svg: südlich von Paris, verbindet - im Endausbau - Châtillon – Montrouge (südliche Endstation der Métro 13Paris m 13 jms.svg) mit Viroflay; wird als Spur-Obus betrieben
  • Tramway-T.svgT7Logo Paris tram ligne7.svg: südlich von Paris, verbindet Villejuif (südliche Endstation der Métro 07Paris m 7 jms.svg) mit Athis-Mons
  • Tramway-T.svgT8Logo Paris tram ligne8.svg: Tram'y, nördlich von Paris, verbindet Saint-Denis in zwei Zweigen mit Épinay-sur-Seine und Velletaneuse

Bilder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jean Robert: Les tramways parisiens. 3. Auflage. Eigenverlag, 1992.
  •  Jean Tricoire: Le tramway à Paris et en Île-de-France. La Vie du Rail, 2007, ISBN 978-2-915034-66-0.
  •  Clive Lamming: Paris Tram. Parigramme, 2003.
  •  Claude Wagner: Les petits trains et les tramways des Yvelines et de l’Ouest parisien du XIXe aux années 2000. Éditions du Valhermeil, 1997, ISBN 2-905684-85-2..

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Compagnie générale des omnibus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Straßenbahn Île-de-France – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. evous (frz.) vom Oktober 2013 abgerufen 23. April 2014
  2. http://www.ratp.fr/fr/ratp/c_5045/tramway/ (frz.) abgerufen 13. November 2013
  3. Le Figaro vom 19.11.2012 abgerufen am 18. Dezember 2014 (französisch)
  4. Veröffentlichung des AMTUIR; vgl. Literatur
  5. Le Tramway en Île-de-France Pressemitteilung des STIF Dezember 2014, 44 Seiten, viele Karten; abgerufen am 25. Dezember 2014 (französisch)
  6. http://www.stif.info/IMG/pdf/nouveau_grand_paris.pdf Nouveau Grand Paris Veröffentlichung des STIF vom Januar 2014; mit sehr übersichtlicher Karte
  7. http://www.tramway-t5.fr/19/l-essentiel.html abgerufen am 10. Juli 2013
  8. http://www.velizy-villacoublay.fr/fr/vie-pratique/se-deplacer/tramway-t6.html (frz.)
  9. http://www.ratp.fr/fr/ratp/c_5057/tramway/
  10. http://www.portesessonne.fr/Votre-agglo/Toute-l-actu/Vivre-et-Entreprendre/Inauguration-du-T7-RDV-le-16-novembre-pour-un-premier-voyage
  11. http://www.ratp.fr/fr/ratp/c_10326/carte-d-identite/
  12. http://www.ratp.fr/fr/ratp/c_10050/t8/
  13. http://www.ratp.fr/ja/ratp/r_40742/des-rames-pour-t7-et-t8/
  14. http://www.stif.org/les-developpements-avenir/les-projets-investissement/tramway/projets/tramway-porte-choisy-orly-4399.html (franz.) abgerufen am 2. Oktober 2013
  15. http://archive.wikiwix.com/cache/?url=http://www.stif.org/IMG/pdf/STIF_-_Tramway_Porte_de_Choisy_-_Orly_Ville-2.pdf&title=Un%20nouveau%20tramway%20entre%20la%20Porte%20de%20Choisy%20%28Paris%2013e%29%20et%20Orly%20Ville (franz.) abgerufen am 4. Oktober 2013
  16. http://www.stif.org/les-developpements-avenir/les-contrats-projets-region-departement-ile-france-cprd/tram-fer/projets/5-dot-tram-croix-berny-clamart-dept-92-3923.html
  17. http://www.tramtrain-massyevry.fr/spip.php?rubrique2 (franz.) abgerufen am 2. Oktober 2013
  18. http://archive.wikiwix.com/cache/?url=http://www.tramtrain-massyevry.fr/Les-caracteristiques-du-tram-train&title=Site%20officiel%20-%20Les%20caract%C3%A9ristiques%20du%20tram-train (franz.) abgerufen am 2. Oktober 21013
  19. France 3 Mitteileing vom 5. Juni 2014 (frz.) abgerufen am 6. Juni 2014