Straßenbahn Ulm
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Combino an der Haltestelle Donaustadion
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| Streckenlänge: | 10,2 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 1000 mm (Meterspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die seit 1897 bestehende Straßenbahn Ulm ist der kleinste Straßenbahnbetrieb in den alten Bundesländern, sie wird von den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm GmbH (SWU) betrieben. Die am 21. März 2009 auf 10,2 Kilometer verlängerte, vormals 5,5 Kilometer lange, meterspurige Straßenbahn Ulm besteht aus einer einzigen Linie, diese führt als Durchmesserlinie von Ulm-Söflingen im Westen bis Böfingen im Osten der Stadt. Früher verkehrte die Straßenbahn außerdem auch in die bayerische Nachbarstadt Neu-Ulm.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte bis 1945
Am 15. Mai 1897 wurde die in Ulm und Neu-Ulm verlaufende Straßenbahn mit zwei Linien eröffnet. Eine Ringbahn verlief auf dem heutigen Inneren Ring von der Straßenbahnhalle Olgastraße über die Olgastraße, den Hauptbahnhof, Hirschstraße, Münsterplatz und die Frauenstraße zurück in die Olgastraße. Die zweite Linie verlief von Ulm nach Neu-Ulm, beginnend am Hauptbahnhof über die Hirschstraße, Münsterplatz, Herdbruckerstraße, Ludwig-Wilhelm-Brücke, Donauinsel, Marienstraße, Augsburger Straße, Ludwigstraße und Bahnhof Neu-Ulm.
Am 20. Oktober 1900 nahm mit der Platzgassenlinie eine dritte Straßenbahnlinie ihren Dienst auf. Diese führte vom Münsterplatz über die Platzgasse, Syrlinstraße und Karlstraße zum Stuttgarter Tor. Vier Jahre später, am 25. Juni 1904, wurde die Linienführung geändert und den Linien neue Nummern zugewiesen.Die Linie 1 führte nun vom Hauptbahnhof Ulm über die Olgastraße über das Frauentor zur Olgastraße (Ecke König-Wilhelm-Str.), ähnlich einem Teilstück des heutigen Verlaufs. Die Linie 2 verkehrte vom Hauptbahnhof Ulm über Hirschstraße, Münsterplatz, Lange Straße und Frauenstraße zum Frauentor, und die Linie 3 vom Bahnhof Neu-Ulm über die Ludwig-Wilhelm-Brücke, Herdbruckerstraße, Münsterplatz, Platzgasse, Syrlinstraße und Karlsstraße zum Stuttgarter Tor.
Am 18. Oktober 1906 erhielt der 1905 eingemeindete Ortsteil Söflingen als Zugeständnis und Gegenleistung der Stadt Ulm hierfür neben der Kanalisation unter anderem auch einen Straßenbahnanschluss. Die bestehenden drei Linien wurden deshalb erneut verändert.
Die Linie 1 fuhr nun vom Bahnhof Neu-Ulm über die Ludwig-Wilhelm-Brücke, den Münsterplatz, den Hauptbahnhof Ulm und der Olgastraße zum Frauentor und zur Olga-/König-Wilhelm-Straße. Die Linie 2 fuhr vom Frauentor über die Lange Straße, den Münsterplatz, Platzgasse, Syrlinstraße, Karlstraße zum Stuttgarter Tor. Die teilweise neue Linie 3 („Söflinger Linie“) verkehrte vom Münsterplatz über die Hirschstraße, Glöcklerstraße, Zinglerstraße, Beyerstraße, Wagnerstraße über die Söflinger Straße zur evangelischen Christuskirche. Bereits am 19. Dezember 1907 wurde die Linie eingleisig ohne Schleife bis zum Söflinger Gemeindeplatz verlängert. Heute endet diese Linie als Linie 1 an der Leonhardskapelle zweigleisig mit Schleife.
Am 29. Oktober 1927 wurden neue Liniennummern mit neuen Linienführungen vergeben. Die heutige Linie 1 erhielt hierbei ihre heutige Liniennummer. Diese startete damals am Stuttgarter Tor über die König-Wilhelm-Straße, Olgastraße, Frauenstraße, Lange Straße, Münsterplatz, Glöcklerstraße, Zinglerstraße, Beyerstraße, Wagnerstraße, Söflinger Straße zum Söflinger Gemeindeplatz. Am 18. Dezember 1927 wurde die Strecke ab dem Stuttgarter Tor über die Stuttgarter-/Heidenheimer Straße zum Ostplatz verlängert, jedoch am 29. April 1928 in der Linienführung auf den heutigen Verlauf von der Olgastraße über die Thalfinger Straße und die Friedrichsau verlegt.
Ebenfalls am 29. Oktober 1927 startete die Linie 4 von der Friedrichsau über die Olgastraße zum Hauptbahnhof Ulm. Am 29. April 1928 wurde diese von der Heidenheimer Straße über die König-Wilhelm-Straße und die Olgastraße zum Bahnhof Ulm trassiert und am 15. Juli 1928 ab dem Hauptbahnhof Ulm über die Friedrich-Ebert-Straße, Zinglerstraße und Hasslerstraße zur Römerstraße verlängert.
Die Linie 3, die von der Heidenheimer Straße über das Stuttgarter Tor, Karlstraße, Syrlinstraße und Platzgasse zum Münsterplatz führte, wurde am 1. September 1939 eingestellt.
Während des 2. Weltkriegs wurden die Straßenbahntrassen bei einem alliierten Luftangriff am 17. Dezember 1944 schwer beschädigt. Dies führte zu vorübergehenden Betriebseinstellungen.
Der Betrieb der Linie 2, die vom Bahnhof Neu-Ulm über den Münsterplatz und der Hirschstraße zum Hauptbahnhof Ulm führte, wurde am 17. Dezember 1944 als Folge der alliierten Bombenangriffe eingestellt und später nicht wieder aufgenommen.
Der Betrieb der Linie 4 musste ebenfalls am 17. Dezember 1944 wegen der Kriegseinwirkungen zunächst eingestellt werden.
Am 24. Dezember 1944 konnte der Betrieb vom Bismarckring über die Wagnerstraße, Söflinger Straße und Söflinger Leonhardskapelle wieder aufgenommen werden. Dennoch kam es im Laufe des Krieges zu weiteren Betriebseinstellungen. Im Oktober 1945 konnte der Betrieb von der Heidenheimer Straße bis zum Söflinger Gemeindeplatz wieder aufgenommen werden.
[Bearbeiten] Geschichte nach 1945
Die Linie 4 erreichte aber am 6. Dezember 1951 nach diversen Änderungen mit der Streckenführung von der Steinhövelstraße, Heidenheimer Straße, Ostplatz, König-Wilhelm-Straße, Olgastraße, Frauenstraße, Neue Straße, Münsterplatz, Glöcklerstraße, Zinglerstraße, Hasslerstraße, Römerstraße, Kaserne Kuhberg die längste Linienführung einer Straßenbahn in Ulm.
Während des Wiederaufbaus 1955 wurde die Linienführung von der Friedrichsau über die Olgastraße nach Söflingen geführt. Drei Jahre später führte die Straßenbahn vom Safranberg über die Heidenheimer Straße, Ostplatz, König-Wilhelm-Straße, Olgastraße, Frauenstraße, Neue Straße, Münsterplatz, Glöcklerstraße, Zinglerstraße, Bismarckring und Wagnerstraße nach Söflingen.
Ab dem 15. August 1964 verlief die Linie 1 vom Stadion Friedrichsau über den Berliner Platz (heute Willy-Brandt-Platz) über die Olgastraße zum Hauptbahnhof Ulm, und von dort ab weiter über Zinglerstraße, Bismarckring, Wagnerstraße und Söflinger Straße zur Söflinger Leonhardskapelle. Ab dem 29. Mai 1967 wurde die Linie 1 statt über die Zinglerstraße/Zinglerbrücke und den Bismarckring nun über das Ehinger Tor geführt. Die heutige Endhaltestelle an der Donauhalle wurde am 14. April 1980 mit der Verlängerung vom Stadion Friedrichsau (heute Donaustadion) zur Donauhalle erreicht.
Ab dem 26. April 1958 wurde die Strecke beginnend vom Stadion Friedrichsau über den Berliner Platz, Olgastraße und Hauptbahnhof bis Kaserne Kuhberg gekürzt. 1964 verlief die Strecke kurz vor Ihrer Einstellung über die Zinglerstraße, Schillerstraße, Bismarckring, Wagnerstraße und Westplatz, wurde jedoch am 15. August 1964 komplett eingestellt. Heute führt die Buslinie 4 von Böfingen über Willy-Brandt-Platz (Berliner Platz) - Frauenstr. - Neue Str.- Ehinger Tor - Römerplatz und Kuhberg weiter nach Grimmelfingen. Auf deren Weg fuhr bis zu ihrer Einstellung 1964 die Straßenbahnlinie 4 zwischen Glockenhütte und Kaserne Kuhberg.
[Bearbeiten] Gescheiterte Ausbaupläne in den 1990er-Jahren
In den Neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde ein Ausbau der Straßenbahn auf Basis eines „Fünf-Linien-Konzepts“ angestrebt. Das Jahr 1999 markierte dann jedoch den vorläufigen Endpunkt dieser Entwicklung, als im Rahmen eines Bürgerentscheids der Bau einer zweiten Straßenbahnlinie von der Wissenschaftsstadt auf dem Ulmer Eselsberg in den südlich von Ulm/Neu-Ulm gelegenen Neu-Ulmer Stadtteil Ludwigsfeld mit 51:49 % der Stimmen abgelehnt wurde. Diese Linienführung bedient seit dem Fahrplanwechsel 2008 die Buslinie 5.
Obwohl der Bürgerentscheid damals am erforderlichen Quorum von 30 % der Wählerstimmen klar scheiterte – die Wahlbeteiligung lag bei 45,5 %, so dass keine der beiden Seiten die erforderliche Stimmenzahl erreichen konnte[1] –, griff der Ulmer Gemeinderat das Fünf-Linien-Konzept in der Folgezeit nicht mehr auf. Statt dessen wurde im Jahr 2000 beschlossen, eine Verlängerung der bestehenden Linie 1 in den Ulmer Stadtteil Böfingen zu untersuchen sowie den Straßenbahn-Wagenpark komplett zu erneuern.
Nach dem am 22. August 2007 erfolgten Baubeginn – der offizielle erste Spatenstich wurde am 28. August 2007 nachgeholt – des zwischenzeitlich beschlossenen Ausbaus der Linie 1 wird auch der Neubau weiterer Strecken wieder diskutiert. Im Gespräch sind bspw. eine Straßenbahnlinie auf den Eselsberg zur Universität sowie zum Schulzentrum auf dem Kuhberg. Auch auf Neu-Ulmer Seite werden wieder Überlegungen zum Bau einer Straßenbahnlinie angestellt, z.B. nach Ludwigsfeld. Die Befürworter des Straßenbahnausbaus, zu denen auch Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner zählt, führen als Argument u.a. eine notwendige Entlastung der teilweise bereits im Fünf-Minuten-Takt verkehrenden Buslinien an. Seitens der Gegner eines Ausbaus wird oftmals auf die hohen Investitionskosten sowie die im Vergleich zu einem Busnetz geringere Flexibilität verwiesen.
[Bearbeiten] Verlängerung der Linie 1 nach Böfingen
Die Verlängerung der Linie von Söflingen zur Donauhalle verlaufenden Straßenbahnlinie 1 nach Böfingen wurde am 21. März 2009 in Betrieb genommen. Der 4,6 Kilometer lange Neubauabschnitt ist auf der gesamten Länge bis zur neuen Endhaltestelle Ostpreußenweg zweigleisig ausgeführt. Die Trassierung erfolgt in Seitenlage auf gleichem Höhenniveau zur parallel verlaufenden Straße. Entlang des Messegeländes ist die Straßenbahntrasse auf der Ostseite der Böfinger Straße gebaut. Im Bereich Hoher Steg quert die Trasse die Böfinger Straße, führt unter der Brenzbahn hindurch und ist im Anschluss bis zum Egertweg auf nord-östlicher Seite der Böfinger Steige geführt. Unmittelbar vor dem Egertweg wechselt die Trassierung auf die nord-westliche Seite der Böfinger Steige und führt auf dieser Seite bis zur Wendeschleife am Ende der Neubaustrecke in Böfingen. Die beiden Straßenquerungen werden durch Ampelanlagen gesichert.
Auf dem Streckenabschnitt entlang der Böfinger Steige hat die Trasse auf etwa 300 m Länge eine Steigung von 7,7 % und zählt damit zu den steilsten Straßenbahnstrecken in Deutschland.[2]
Die Baumaßnahme umfasst die Erstellung sieben neuer Haltestellen sowie die Umgestaltung der damaligen Endhaltestelle Donauhalle. Im Einzelnen sind dies:
- Donauhalle: Die bestehende Wendeschleife entfällt und wird zurückgebaut, die Haltestelle selbst um ca. 150 Meter nach Osten direkt vor den Haupteingang des Messegeländes verlegt
- Eugen-Bolz-Straße
- Alfred-Delp-Weg
- Egertweg
- Haslacher Weg
- Thüringenweg
- Mecklenburgweg
- Ostpreußenweg
Als Ersatz für die wegfallende Wendemöglichkeit an der Donauhalle ist im Messebereich nördlich des Fertighauszentrums eine neue Wendeschleife eingerichtet.
[Bearbeiten] Geplante Erweiterungen und Neubaustrecken
Zu Beginn 2009 wird der Bau einer neuen Straßenbahnlinie von der Universität über den Hauptbahnhof, Neue Mitte über die Stadtmitte Neu-Ulm, dem Wiley bis nach Ludwigsfeld diskutiert. Sogar ein späterer Weiterbau der Straßenbahn bis nach Senden wird angedacht. Ein Neubau der Strecke von der Universität bis nach Ludwigsfeld gilt dabei als sehr wahrscheinlich. Im Bereich der Neuen Mitte wurde während des Neubaus bereits ein getrennter Fahrweg für Straßenbahn und Busse eingerichtet. Vorgesehen ist bis Ende 2010 eine Kosten-Nutzen-Analyse zu erstellen, um auch wichtige Fördergelder für den Bau der Strecke zu erhalten. Bis 2012 soll bei einer positiven Analyse das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen sein. Bereits jetzt wird mit Anwohnern über eine entsprechende Linienführung diskutiert. Bei einem Baubeginn im Jahr 2013 könnte 2015 mit der Betriebsaufnahme der neuen Linie gerechnet werden.
Des Weiteren ist eine weitere Linie zum Schulzentrum Kuhberg geplant. Diese wird aber erst nach der Realisierung obiger Straßenbahnlinie in Angriff genommen. Auch Linien, die im 5-Linien-Konzept vorgesehen, nach Wiblingen und Neu-Ulm/Pfuhl gebaut werden sollten, werden als noch für spätere Erweiterungen offen gehalten.
[Bearbeiten] Fahrzeuge
Die ersten Neuanschaffungen nach dem Krieg waren 1958 zehn Fahrzeuge vom Typ GRW4 Maschinenfabrik Esslingen. Ausgemustert wurden diese bis Anfang 1988. Von 1982 bis 1984 beschaffte die SWU noch drei GT4 von der SSB, die davor in Reutlingen verkehrten. Diese Fahrzeuge wurden nach relativ kurzer Zeit, im Laufe des Jahres 1988, außer Dienst gestellt und verschrottet. Von 1986 bis 2003 wurde der Verkehr mit Gelenktriebwagen der Bauart GT4 durchgeführt, bis diese 2003 durch acht Niederflur-Wagen des Typs Combino NGT 6 UL ersetzt wurden.
Um die verlängerte Linie 1 nach Böfingen im gewohnten Takt bedienen zu können, wurden 2008 zwei weitere Fahrzeuge gekauft. Hierbei entschied man sich ebenfalls für den Typ Combino. Diese Option über zwei weitere Fahrzeuge war bereits beim Kauf der acht Niederflurbahnen vereinbart worden.
Die Ulmer Straßenbahnen tragen als Besonderheit Namen von bekannten und verdienstvollen Ulmer Persönlichkeiten:
- Wagen 41: Albrecht Berblinger, Schneidermeister und Erfinder
- Wagen 42: Agathe Streicher, Ärztin
- Wagen 43: Albert Einstein, Physiker und Nobelpreisträger
- Wagen 44: Max Eyth, Ingenieur und Schriftsteller
- Wagen 45: Otl Aicher, Bildhauer und Grafiker
- Wagen 46: Johannes Kepler, Astronom und Mathematiker
- Wagen 47: Jörg Syrlin (der Ältere), Holzbildhauer, Schreiner und Unternehmer
- Wagen 48: Sophie Scholl, Studentin und Widerstandskämpferin in der Zeit des Nationalsozialismus
- Wagen 49: Hans Scholl, Student und Widerstandskämpfer in der Zeit des Nationalsozialismus
- Wagen 50: Resi Weglein, deportierte jüdische Krankenschwester im KZ Theresienstadt
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Hauptstaatsarchiv Stuttgart. 12. Juli 1999.
- ↑ DINGFO. Dezember 2008 / Ausgabe Ulm, S. 6. Kundenzeitschrift. DING, Olgastr. 95, 89073 Ulm.

