Straßlach-Dingharting

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Straßlach-Dingharting
Straßlach-Dingharting
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Straßlach-Dingharting hervorgehoben
4811.516666666667635Koordinaten: 48° 0′ N, 11° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: München
Höhe: 635 m ü. NHN
Fläche: 28,34 km²
Einwohner: 2983 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82064
Vorwahl: 08170
Kfz-Kennzeichen: M, AIB, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 84 144
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 21
82064 Straßlach-Dingharting
Webpräsenz: www.strasslach-dingharting.de
Bürgermeister: Hans Sienerth (BP/FWG/SPD/UWV)
Lage der Gemeinde Straßlach-Dingharting im Landkreis München
Starnberger See Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Ebersberg Landkreis Erding Landkreis Freising Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Miesbach Landkreis Rosenheim Landkreis Starnberg Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Dachau München Forstenrieder Park Grünwalder Forst Brunnthal Höhenkirchen-Siegertsbrunn Perlacher Forst Aschheim Aying Baierbrunn Brunnthal Feldkirchen (Landkreis München) Garching bei München Gräfelfing Grasbrunn Grünwald Haar (bei München) Höhenkirchen-Siegertsbrunn Hohenbrunn Ismaning Kirchheim bei München Neubiberg Neuried (bei München) Oberschleißheim Ottobrunn Planegg Pullach im Isartal Putzbrunn Sauerlach Schäftlarn Straßlach-Dingharting Taufkirchen (bei München) Unterföhring Unterhaching Unterschleißheim OberhachingKarte
Über dieses Bild

Straßlach-Dingharting ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis München.

Straßlach-Dingharting besteht aus zehn Ortsteilen, diese sind: Straßlach, Großdingharting, Kleindingharting, Hailafing, Holzhausen, Beigarten, Deigstetten, Ebertshausen, Mühlthal und Epolding.

Die Gemeinde Straßlach-Dingharting erstreckt sich bis hinunter in das Isartal, dort liegt das Mühltal. Heute befinden sich dort am Mühltalkanal das Wasserkraftwerk Mühltal und der Ausflugsgasthof „Zur Mühle“.

Da auf der Isar Floßfahrt betrieben wird, gibt es neben dem Kraftwerk eine betonierte Floßrutsche, über die ein Floß die Staustufe überwinden kann. Sie gilt als die längste Floßrutsche der Welt.

Ortsteile[Bearbeiten]

Insgesamt hat die Gemeinde knapp 3.000 Einwohner (Stand 2008).

Straßlach[Bearbeiten]

Kirche in Straßlach

Die Ortschaft Straßlach liegt als typisches Straßendorf an der alten Tölzer Straße zwischen München und Bad Tölz östlich des Isartals etwa 4 km südlich von Grünwald und damit 7 km südlich von München. Ihr Name leitet sich von der Straße (Straz), die bereits seit der Römerzeit existiert und von Oberhaching her kommt und dann auf der Frundsberghöhe die Isar überquert, und dem Wald (Loh), durch den sie verlief, her. Zusammen ergibt das „Strazloh“ – woraus, wie oben genannt „Straßlach“ entstand. Die Ortschaft entstand ziemlich spät, im Gegensatz zu den anderen Ortsteilen.

Im Ort befindet sich das Gasthaus zum Wildpark, dessen Wirt Toni Roiderer Sprecher der Wiesnwirte ist und auf dem Oktoberfest das Hacker-Festzelt betreibt. Dieser Gasthof existiert bereits seit der Zeit, als der zwischen Straßlach und dem Isartal gelegene Wildpark noch königlich bayerisches Jagdrevier war.

An den Ortsausgängen steht jeweils eine Pestsäule, die an die Opfer des Schwarzen Todes im 14. Jahrhundert erinnert.

Hailafing[Bearbeiten]

Hailafing ist deutlich älter als Straßlach; der Name geht wohl auf einen Stammesführer namens Haidolf zurück.

Dingharting[Bearbeiten]

St. Laurentius in Großdingharting
Kirche in Kleindingharting

Auch Dingharting, das aus den beiden einen knappen Kilometer auseinanderliegenden Ortschaften Großdingharting und Kleindingharting besteht, ist sehr viel älter als Straßlach selbst. Woher der Name der Ortschaften kommt ist unklar. Entweder wurden sie von einem bajuwarischen Stammesführer mit Namen Degenhard gegründet oder er leitet sich von einer Thingstätte im Eichenwald (Hart) her. Gesprochen wird der Ortsname jeweils mit der Betonung auf der Silbe "Ding".

Die Großdinghartinger Dorfkirche steht auf den Fundamenten eines alten Römerturmes. Sie wurde von Jörg Fußsteiner gestiftet und von Jörg Ganghofer erbaut, der auch die Münchner Frauenkirche errichtete. Der Bau wurde im Jahre 1492 vollendet. Die Kirche ist mit zwei sogenannten „Asylkreuzen“ versehen: Ein zum Tode verurteilter Verbrecher durfte versuchen, sich vom zwischen Großdingharting und Beigarten gelegenen Galgenberg bis zur Kirche durchzuschlagen. Entging er seinen Verfolgern und gelang es ihm, das nahe dem Eingang der Kirche angebrachte Kreuz zu berühren, war er frei.

In Kleindingharting liegt als höchster Punkt der Umgebung die Ludwigshöhe (690 m über NN), die nach König Ludwig benannt wurde. Dieser wollte kurz vor seinem Tod eine Sommerresidenz auf der schönen Anhöhe bauen. Die Allee dazu wurde bereits angelegt und spendet heute noch in den warmen Sommermonaten kühlen Schatten. Zum Bau des Schlosses ist es nie gekommen.

Beigarten[Bearbeiten]

Beigarten liegt am Hang des östlichen Isarufers oberhalb des am anderen Isarufer gelegenen Kloster Schäftlarn und war der „Bienengarten“ der klösterlichen Imkerei, wovon sich auch der Name ableitet.

Weitere Ortsteile[Bearbeiten]

  • Deigstetten
  • Ebertshausen
  • Epolding
  • Holzhausen
  • Mühlthal [2]

Geschichte[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Dingharting und Straßlach zur neuen Gemeinde Straßlach zusammengeschlossen.[3] Im Jahr 1989 wurde der Gemeindename amtlich in Straßlach-Dingharting geändert.

Politik[Bearbeiten]

Partei Sitze
CSU 2
SPD 1
GRÜNE 1
BB 2
FWG 3
BP-WBL 2
UWV 3


Der Gemeinderat besteht aus 14 Mitgliedern in drei Ausschüssen.

1. Bürgermeister ist Hans Sienerth (parteifrei). Er trat mit dem Bündnis: BP-FWG-SPD-UWV zur Wahl an und erreichte 65% der abgegebenen Stimmen.

Trivia[Bearbeiten]

Dieter Reiter kandidierte 2008 in Straßlach-Dingharting für den Gemeinderat, trotz des zweiten Listenplatzes errang er kein Mandat, da die SPD nur ein Mandat gesamt für sich verzeichnen konnte. Bis April 2011 wohnte er weiterhin in Straßlach-Dingharting, bis er sich am 25. Oktober 2011 vom Münchner SPD-Vorstand als einziger Bewerber der örtlichen Nominierungsversammlung vorgeschlagen ließ.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: Über von Gold und Grün im Wellenschnitt geteiltem Schildfuß in Blau ein schwebendes silbernes Kreuz.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Straßlach-Dingharting

Besonderheiten[Bearbeiten]

Am 18. März 1871 wurde in Straßlach-Dingharting der spätere Benediktinerpater Pater Joseph Peruschitz geboren, der durch sein Verhalten beim Untergang der Titanic Berühmtheit erlangte.

Am 9. Juli 1986 wurde auf der Staatsstraße Straßlach – Grünwald kurz nach dem Ortsausgang von Straßlach der in Straßlach wohnhafte Siemens-Vorstand Karl Heinz Beckurts und sein Chauffeur Eckhard Groppler Opfer eines Bombenattentats der RAF.

Die im Straßlacher Teil der Isar liegende Floßrutsche ist die längste auf der ganzen Welt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gemeinde Straßlach-Dingharting - Die Ortsteile der Gemeinde
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 584.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Straßlach-Dingharting – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien