Strafvollzugslager Danzig-Matzkau

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Das Strafvollzugslager der SS und Polizei in Danzig-Matzkau war ein deutsches Strafgefangenenlager bei Danzig. Es unterstand der Waffen-SS. Es war für Angehörige des SS- und Polizeidienstes bestimmt, denen zum Beispiel "Befehlsverweigerung" vorgeworfen wurde. Das Strafvollzugslager Danzig-Matzkau nahm daher nur Soldaten auf, deren Vergehen disziplinarer Art war.

Während im Verband der Wehrmacht Vergehen disziplinarer und krimineller Art mit der Verurteilung zu Festungshaft- und Gefängnisstrafen, in schwersten Fällen Todesstrafe, geahndet wurden, wurde in der Waffen-SS jeder Soldat, der sich eines ehrenrührigen und kriminellen Verhaltens schuldig gemacht hatte, aus der Truppe ausgestoßen und in ein KL (Konzentrationslager) als Häftling eingewiesen. Ebenso betroffen waren SS-Angehörige, die über bewusst verschleppte Krankheiten den Status der "Wehruntüchtigkeit" erlangen wollten. Unberührt hiervon blieb die Todesstrafe. In diesen Fällen wurde der Verurteilte ausnahmslos vor Vollstreckung aus der SS ausgestoßen.

Während Soldaten der Wehrmacht, die zu Festungs- oder Strafhaft verurteilt waren, die Möglichkeit hatten, sich in einer sogenannten Feldstrafeinheit zu rehabilitieren, fiel diese Möglichkeit für Angehörige der Waffen-SS zunächst weg. Jedoch wurde im September 1943 aus Häftlingen des Strafvollzugslagers das SS-Fallschirmjäger-Bataillon 500 gebildet.[1] Ferner wurde am 20. September 1944 ein Kontingent von 1.500 Strafvollzugslager-Insassen aus Danzig-Matzkau zur Niederschlagung des Warschauer Aufstands abgestellt. Die Insassen wurden dem SS-Regiment Dirlewanger zugeteilt. Weder war die Meldung freiwillig noch konnten die Insassen ablehnen.[2] Die Einheit Dirlewanger legte bei der Niederschlagung des Aufstandes eine selbst für SS-Einheiten außerordentliche Grausamkeit und Brutalität an den Tag. Auch in das Anfang 1945 gebildete SS-Bewährungsregiment Kaltofen wurden Häftlinge aus dem SS-Strafvollzugslager Danzig-Matzkau versetzt.[3]

Das ehem. Strafvollzugslager Danzig-Matzkau lag südwestlich von Danzig in der Nähe von Borgfeld an der Straße nach Groß-Kleschkau.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bruce Quarrie: German Airborne Divisions. Mediterranean Theatre 1942-45. Oxford 2005, S. 63-65; Romedio Graf von Thun-Hohenstein: Rösselsprung. In: ÖMZ 45:1 (2007), S. 23-30 (PDF).
  2. Hellmuth Auerbach: Die Einheit Dirlewanger (PDF-Datei; 749 kB). In: Vierteljahrehefte für Zeitgeschichte, Jg. 10, Nr. 3 (Herbst 1962), S. 256.
  3. Rudolf Absolon: Die Wehrmacht im Dritten Reich. Bd. VI: 19. Dezember 1941 bis 9. Mai 1945. (Schriften des Bundesarchivs. 16). Boppard am Rhein 1995, S. 165.

54.29833333333318.601388888889Koordinaten: 54° 17′ 54″ N, 18° 36′ 5″ O