Strassenbahn Winterthur

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Strassenbahn Winterthur
Streckenlänge: 11,140 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem: 550 Volt =
Maximale Neigung: 44 
Minimaler Radius: 15 [1] m
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Bahnhof Oberwinterthur 1
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Wülflingen Lindenplatz 2
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Stadtrain
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Stadtrainbrücke
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Bahnhof Winterthur
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Sulzer
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Deutweg
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Depot Deutweg (ab 1914)
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Töss 1
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Depot Rieter (bis 1914)
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Seen Schulhaus 2

Die Strassenbahn Winterthur war eine meterspurige Strassenbahn in der Schweizer Stadt Winterthur und ihren 1922 eingemeindeten Nachbarorten Töss, Wülflingen, Oberwinterthur und Seen. Sie bestand von 1898 bis 1951 und wurde ab 1938 sukzessive durch den bis heute verkehrenden Trolleybus Winterthur ersetzt. Zuständiges Verkehrsunternehmen war zunächst die Gesellschaft Winterthur–Töss (WT), diese wurde 1900 in Städtische Strassenbahn Winterthur (StStW) und 1940 in Verkehrsbetriebe Winterthur (VW) umbenannt. Heute firmiert das Unternehmen als Stadtbus Winterthur.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem in Winterthur zwischen 1895 und 1897 bereits Pferdeomnibusse verkehrten, war die am 13. Juli 1898 eröffnete Strassenbahn das zweite öffentliche Verkehrsmittel der Stadt. Deren erste Strecke war 1,770 Kilometer lang und führte als Radiallinie vom Bahnhof Winterthur nach Töss. Die stadtseitige Endstelle befand sich ursprünglich nicht auf dem Bahnhofplatz sondern beim Restaurant Wartmann[2] – das heisst an der Einmündung der Wartstrasse in die Rudolfstrasse und somit auf der Westseite des Bahnanlagen. Das Tram diente als Ergänzung zur bereits seit 1876 bestehenden Bahnstrecke Winterthur–Koblenz, an der die Gemeinde mit dem Bahnhof Töss bereits eine Station besass. Die stadtauswärtige Endstation befand sich etwa bei der heutigen Trolleybushaltestelle Zentrum Töss. Eine Einzelfahrt kostete zehn Rappen, das Tram verkehrte alle zehn Minuten.

Anfangs waren die Fahrzeuge der Strassenbahn in einem hölzernen Depot auf dem Gelände der in Töss ansässigen Maschinenfabrik Rieter untergestellt. Hierzu existierte in Töss im Anschluss an den im Personenverkehr bedienten Abschnitt eine 274 Meter lange Betriebsstrecke. Rieter stellte als Generalunternehmer im Auftrag der Stadt auch die Gleisanlage, die Fahrleitung und die erste Wagengeneration her. Zusätzlich war das Unternehmen zunächst auch für die Stromversorgung der von Beginn an elektrifizierten Strassenbahn zuständig, erst 1904 übernahm das städtische Elektrizitätswerk Winterthur diese Aufgabe. Die Gleichspannung betrug 550 Volt. Nach der Jahrhundertwende erweiterte man das Streckennetz wie folgt:

1. November 1912 Zürcherstrasse/Rudolfstrasse–Bahnhofplatz [1] 0,116 Kilometer Linie 1
31. Oktober 1914 Bahnhofplatz–Deutweg 1,894 Kilometer Betriebsstrecke, ab 28. Januar 1915 Linie 2
Deutweg–Depot Deutweg [2] 0,069 Kilometer Betriebsstrecke, ab 30. November 1922 Linie 2
28. Januar 1915 Bahnhofplatz–Stadtrainbrücke 1,054 Kilometer Linie 1
Bahnhofplatz–Wülflingen Lindenplatz 2,973 Kilometer Linie 2
30. November 1922 Depot Deutweg–Seen Schulhaus 1,867 Kilometer Linie 2
22. März 1926 Stadtrainbrücke–Stadtrain circa 0,3 Kilometer Linie 1
18. Dezember 1931 Stadtrain–Bahnhof Oberwinterthur 1,056 Kilometer Linie 1
  • [1] = bei gleichzeitiger Stilllegung des circa 200 Meter langen Streckenabschnitts in der Rudolfstrasse
  • [2] = bei gleichzeitiger Stilllegung der Betriebsstrecke in Töss

An der Tösstalstrasse im heutigen Quartier Mattenbach eröffnete die StStW am 31. Oktober 1914 ausserdem ein eigenes Depot für das Tram.[3] Dieses sogenannte Depot Deutweg dient bis heute der Unterstellung von Autobussen. Mit der letzten Erweiterung nach Oberwinterthur erreichte das Tramnetz seine maximale Ausdehnung von 11,140 Kilometern, davon waren 1,154 Kilometer doppelspurig.[4] Der weitere Streckenausbau – so zum Beispiel eine angedachte Erweiterung zum Zentralfriedhof im Rosenberg – unterblieb zugunsten des 1931 aufgenommen Autobusbetriebs, beziehungsweise der ab 1938 forcierten Umstellung auf Trolleybus. Infolge einer Volksabstimmung am 20. Februar 1938 wich die Strassenbahn dann wie folgt dem neuen Verkehrsmittel:

28. Dezember 1938 Bahnhof–Wülflingen Lindenplatz Linie 2
24. Juli 1941 Bahnhof–Seen Schulhaus Linie 2
6. Oktober 1951 Bahnhof–Töss Linie 1
3. November 1951 Bahnhof–Bahnhof Oberwinterthur Linie 1

Allerdings diente ein Teil der Strecke der Linie 2 den aus- und einrückenden Wagen der Linie 1 noch bis zuletzt als Betriebsstrecke von und zum Depot Deutweg.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Für die Strassenbahn Winterthur wurden im Laufe der Jahre 24 Motorwagen und neun Beiwagen beschafft:

Baujahr Art Typ Anzahl Nummern Bemerkungen
1898 Motorwagen Ce 2/2 04 1–4 1921 zu Beiwagen umgebaut, neue Nummern 61 bis 64
1898 Beiwagen C2 01 5 ab 1921 neue Nummer 65
1914 Motorwagen Ce 2/2 10 11–20
1919 Motorwagen Ce 2/2 02 21–22
1919 Beiwagen C 2 07 51–57
1921 Motorwagen Ce 2/2 03 31–33
1931 Motorwagen Ce 2/3 05 1–5
1931 Beiwagen C 3 01 81

Ergänzt wurden die Personenfahrzeuge um den Arbeitswagen Xe 2/2 111 sowie zwei offene Güterwagen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Grob: Strassenbahn Winterthur [Bildband]. Verein Tram-Museum Zürich, Zürich 1980, (= Mitteilungsblatt Band 11, ohne ISBN).
  • Hans-Peter Bärtschi: Tram und Trolley in Winterthur, Prellbock, Krattigen 2013 (ohne ISBN).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Strassenbahn Winterthur auf www.polier.ch
  2. Interessengemeinschaft Busdepot Deutweg
  3. Faltblatt Chronik der Winterthurer Verkehrsbetriebe (PDF; 3,2 MB)
  4. Die Strassenbahn Winterthur auf www.bahndaten.ch