Stratigraphie
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Stratigraphie bzw. -grafie (lat. stratum (Pl. strata; zu sternere „ausbreiten“) „Schicht“ und gr. γράφειν grápheïn (-graphie) „schreiben“) oder Schichtenkunde bezeichnet die Untersuchung von Schichtungen und ihre zeitliche Zuordnung. Das Stratigraphische Prinzip wurde erstmals 1669 von Nicolaus Steno (1638-1686) in seinem Werk De solido intra solidum („Vom Festen im Festen“) formuliert, nachdem er die Gesteine des Apennins in der Nähe von Florenz untersucht hatte.
Der Begriff wird heute in folgenden Fachgebieten verwendet:
- Geowissenschaften: Stratigraphie der Geologie (insbesondere die Lithostratigraphie), Bodenhorizonte der Bodenkunde
- Stratigraphie der Archäologie, Anthropologie und Paläobiologie: Abfolge der Fundeinbettung an Fundorten, Fundhorizonte, Sammelfundaufbau
- Kunstgeschichte: Schichtenkunde von Aufbau und Beschichtung eines künstlerischen Werks (Malmittel, Gründe, Farbauftrag der Fassungen, Firnisse, usw.)
Die Untersuchungsmethoden der Stratigraphie in diesen drei Fachgebieten unterscheiden sich zum Teil erheblich. Gemeinsam ist ihnen, dass aus der räumlichen Abfolge eine Chronologie erstellt werden kann: Die Stratigraphie ist darum immer eine Methode der Datierung.

