Straubenhardt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Straubenhardt
Straubenhardt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Straubenhardt hervorgehoben
48.8452777777788.5458333333333438Koordinaten: 48° 51′ N, 8° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Enzkreis
Höhe: 438 m ü. NHN
Fläche: 33,08 km²
Einwohner: 10.728 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 324 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75334
Vorwahlen: 07082, 07248 (Langenalb)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PF
Gemeindeschlüssel: 08 2 36 072
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
75334 Straubenhardt
Webpräsenz: www.straubenhardt.de
Bürgermeister: Helge Viehweg
Lage der Gemeinde Straubenhardt im Enzkreis
Birkenfeld Eisingen Engelsbrand Friolzheim Heimsheim Illingen Ispringen Kieselbronn Knittlingen Knittlingen Knittlingen Knittlingen Maulbronn Mönsheim Mühlacker Neuenbürg Neuhausen Niefern-Öschelbronn Ötisheim Sternenfels Tiefenbronn Wiernsheim Wimsheim Wurmberg Wurmberg Keltern Remchingen Straubenhardt Neulingen Kämpfelbach Ölbronn-Dürrn Ölbronn-Dürrn Ölbronn-Dürrn Königsbach-SteinKarte
Über dieses Bild

Straubenhardt ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Straubenhardt besteht aus den ehemaligen Gemeinden Conweiler, Feldrennach, Langenalb, Ottenhausen und Schwann. Zur ehemaligen Gemeinde Feldrennach gehören die Dörfer Feldrennach und Pfinzweiler und die Häuser Hasenstock-Sägmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Langenalb gehören das Dorf Langenalb und die Häuser Bitzenhühlersägmühle, Brücklessägmühle, Dampfsägmühle, Wohnhaus zur Feldrennachersägmühle, Wohnhaus zur Heinzensägmühle und Maisenmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Ottenhausen gehören das Dorf Ottenhausen, die Wochenendsiedlung Hardthof und die Häuser Hochmühle.

Die 1292 als Rutmerspach erstmals erwähnte Ortschaft Rudmersbach ist in Ottenhausen aufgegangen.[2]

Klima[Bearbeiten]

Monatsmittelwerte für Straubenhardt-Schwann, 1961 bis 1990
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2 4 9 14 18 21 23 23 20 13 7 3 Ø 13,1
Min. Temperatur (°C) -4 -3 0 4 8 11 12 12 9 5 1 -2 Ø 4,5
Sonnenstunden (h/d) 2 3 5 6 7 7 8 7 6 4 2 1 Ø 4,8
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2
-4
4
-3
9
0
14
4
18
8
21
11
23
12
23
12
20
9
13
5
7
1
3
-2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
{{{nbjan}}}
{{{nbfeb}}}
{{{nbmär}}}
{{{nbapr}}}
{{{nbmai}}}
{{{nbjun}}}
{{{nbjul}}}
{{{nbaug}}}
{{{nbsep}}}
{{{nbokt}}}
{{{nbnov}}}
{{{nbdez}}}
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD Klimadaten Deutschland[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Stein mit den Wappen aller Ortsteile

Um das Jahr 1000 ließen die Grafen von Calw zwischen den Ortschaften Schwann und Dennach eine Burg errichten, die nach der unwirtlichen Gegend Straubenhardt (alemannisch: „struben Hardt“ – rauer Forst) benannt wurde. Die Reste dieser Burgruine gehören heute zur Gemarkung der Gemeinde Neuenbürg. Der Burgvogt nahm bald den Namen der Burg an. Sein Geschlecht der Edlen von Straubenhardt lässt sich bis in das 15. Jahrhundert nachweisen. Ab 1320 gerieten Burg und Umland immer mehr unter die Vorherrschaft des Hauses Württemberg. Die mit den Herren von Straubenhardt verschwägerten und ebenfalls auf der Burg wohnenden Schmalensteiner schlossen sich deshalb dem Schleglerbund unter Führung Wolf von Ebersteins an. 1367 verübte der Ritterbund einen Überfall auf Graf Eberhard II. von Württemberg, als sich dieser im Wildbad aufhielt. Ob es sich dabei um das heutige Bad Wildbad oder um Bad Teinach handelt, ist nicht geklärt. Allerdings spricht die Fluchtroute dafür, dass es sich um Bad Wildbad handelte[4]. Eberhard konnte auf die Burg Zavelstein flüchten. Als Vergeltung nahm Eberhard im Folgenden die Burg Straubenhardt ein und gab sie erst wieder frei, nachdem Württemberg 1374 das Öffnungsrecht für die Burg Straubenhardt eingeräumt wurde. Vermutlich gab es danach weitere Differenzen mit dem Grafen von Württemberg, sodass dieser die Burg 1381 zerstören ließ[5]. Die männliche Linie des Hauses Straubenhardt endete 1442 mit dem Tod von Hans von Straubenhardt.[6] Seit Ende des 15. Jahrhunderts taucht in den Urkunden die Familie Schöner von Straubenhardt auf. Es scheint erwiesen, dass diese Familie nicht mit den ehemaligen von Straubenhardts verwandt sind. Jedoch scheint nicht geklärt, wie die Schöner von Straubenhardt zu ihren Besitztümern in der Gegend gelangten. Um 1598, 1599 verkauften die Schöner von Straubenhardt einen Großteil ihres Besitzes in der Umgebung. Jedoch ist das Schloss Rudmersbach (im heutigen Ottenhausen) auch 1623 noch weiterhin in deren Besitz.[7]

Die heutige Gemeinde Straubenhardt entstand durch Zusammenschluss der Gemeinden Conweiler, Feldrennach mit Pfinzweiler und Schwann zum 1. Dezember 1973. Zum 1. Januar 1974 wurde Ottenhausen mit freiwilliger Vereinbarung und zum 1. Januar 1975 Langenalb durch das Gemeindereformgesetz Baden-Württemberg eingegliedert. Mit der Namensgebung und Übernahme des Wappens derer von Straubenhardt wurde die geschichtliche Verbindung zum früheren Rittergeschlecht der Edlen von Straubenhardt wiederhergestellt. Die Namensgebung von Straubenhardt ist auf die ursprüngliche Annahme zurückzuführen, dass auch die Gemeinde Dennach, auf deren Gemarkung die Ruine der Burg Straubenhardt liegt, der neuen Verbandsgemeinde zugegliedert wird. In der letzten Runde der Reformverhandlungen wurde Dennach jedoch Neuenbürg zugeschlagen.[8]

Conweiler[Bearbeiten]

Infotafel zur Nachbildung des römischen Dreigöttersteins
Nachbildung des römischen Dreigöttersteins

Conweiler wurde im Hochmittelalter als Waldhufendorf durch die Herren von Straubenhardt gegründet. Erste urkundliche Erwähnungen stammen aus dem Jahr 1297 als „Cunnenwilre“. Nördlich von Conweiler stand die Cunnenburg, die im Besitz der Herren von Schmalenstein war. Vermutlich wurden Burg und Siedlung nach Cuno von Schmalenstein benannt. Der Hauptsitz der Schmalensteins war ursprünglich die gleichnamige Burg Schmalenstein. Allmählich entwickelte sich jedoch die Cunnenburg zum Zentrum ihrer Adelsherrschaft.[9] Die Familien Straubenhardt und Schmalenstein sind zwei verschiedenen Zweige derselben Familie[10] Die Cunnenburg Burg wurde 1384 vom Grafen Eberhard II zerstört. 1435 besaß Württemberg bereits sieben Achtel des Ortes, 1446 konnte es den Rest von den Herren von Remchingen erwerben.

Feldrennach[Bearbeiten]

Der „springende Stier“
Stephanskirche in Feldrennach

Auch Feldrennach wurde als Waldhufendorf von den Herren von Straubenhardt angelegt. Der Ort bekam seinen Namen wahrscheinlich von dem durch den Ort fließenden Bach, der Rennach. Feldrennach wurde bereits in den Jahren 1256 und 1277 als Roneh bzw. Veltrunche erwähnt.[11] 1418 gelangte der Ort an den Grafen von Württemberg.

Langenalb[Bearbeiten]

Gedenkstein am Langenalber Rathaus
Rathaus in Langenalb

Die Gründung von Langenalb als Waldhufendorf geht auf die Herren von Straubenhardt zurück. Erstmals erwähnt wurde das Dorf als Grangia et Pascua Alba im Jahre 1177 in der Güterliste des Klosters Maulbronn. Die Oberherrschaft über Langenalb hatten die Herren von Schmalenstein, die Langenalbe im Jahre 1382 an die Markgrafen Bernhard und Rudolf von Baden verkauften.[12] Danach war Langenalb, als einziger der 6 Teilorte von Straubenhardt, vollständig badisch. 1560 erhielt Langenalb seine eigene Pfarrei. Zuvor war Langenalb kirchlich zu Rudmersbach bzw. Feldrennach zugegliedert.

Ottenhausen[Bearbeiten]

Ottenhausen entstand als Straßendorf und wurde erstmals 1327 als Ottenhusen urkundlich erwähnt. Jedoch bereits 1262 fand der Ort Rudmersbach als Rutmerspach Erwähnung. Rudmersbach ist in Ottenhausen aufgegangen und seit 1. April 1909 wurde aus den Teilgemeinden offiziell eine Einheitsgemeinde. Ab 1418 konnte Württemberg Anteile an Ottenhausen erwerben. Jedoch dauerte es bis 1602 bevor Württemberg alle Anteile erworben hatte.

Pfinzweiler[Bearbeiten]

Das ursprüngliche Pfinzweiler war Ortsteil von Feldrennach. Es wurde jedoch im 30-Jährigen Krieg zerstört, aber 1713 wiederbesiedelt.

Auferstehungskirche in Pfinzweiler

Schwann[Bearbeiten]

Der „Rechenmacher“ (Emil Gauss) vor dem Schwanner Rathaus

Schwann wurde auch als Waldhufendorf gegründet. Ab 1400 war Schwann Residenz der Herren von Straubenhardt, ihr Schloss stand hinter der Kirche. Nach dem Tode von Hans von Straubenhardt, dem letzten männlichen Nachkommen des Hauses von Straubenhardt, im Jahre 1442, erwarb Württemberg die Hälfte von Schwann von Straubenhardts Erben. Dadurch gehörte Schwann je zur Hälfte zu Württemberg und Baden. Am 1. Juli 1528 erstand Württemberg weitere Anteile im Tausch und 1599 den Rest. 1605 wurde Schwann in den Ritterkanton Neckar-Schwarzwald inkorporiert.[13]

Wappen der Ortsteile[Bearbeiten]

Gemeindereform in Baden Württemberg[Bearbeiten]

  • 1974: Ottenhausen, freiwillige Beitrittsvereinbarung zum 1. Januar 1974
  • 1975: Langenalb, Anschluss als 6. Ortsteil in Straubenhardt, durch Gemeindereformgesetz

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bis zum Jahre 1973 wurde in jedem der damals fünf selbständigen Gemeinden jeweils ein Bürgermeister gewählt.

  • 1974–1991: Walter Weissinger (SPD)
  • 1991–2013: Willi Rutschmann (CDU)
  • seit Juli 2013: Helge Viehweg

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[14]
Wahlbeteiligung: 51,2 % (2004: 54,4 %)
 %
30
20
10
0
28,7 %
27,5 %
25,1 %
18,7 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 20
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-1,5 %p
-3,2 %p
-0,4 %p
+18,7 %p
-13,5 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d Grüne Liste – Mensch und Umwelt Straubenhardt

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Sitzverteilung:

SPD 28,7 % 5 Sitze (±0)
CDU 27,5 % 5 Sitze (–1)
FW 25,1 % 5 Sitze (±0)
Grüne Liste 18,7 % 3 Sitze (+3)

Partnerschaft[Bearbeiten]

Eine Partnerschaft besteht seit dem Jahre 2000 mit dem französischen Kommunalverband (Communauté de communes) Canton de Pont-de-Veyle. Erste Kontakte zum Verband in der französischen Bresse im Département Ain wurden im Jahr 1996 geknüpft. Motor der Partnerschaft waren die Wilhelm-Ganzhorn-Realschule in Straubenhardt und das Collège Georges Sand in Pont-de-Veyle. Auf der Basis deutsch-französischer Partnerschaft und Freundschaft entwickelte sich aus der Schulpartnerschaft, vermittelt durch Roger Herbet, schon nach kurzer Zeit eine offizielle Gemeindepartnerschaft, die im Jahr 2000 bei einem gemeinsamen Partnerschaftsfest in Pont-de-Veyle durch die Bürgermeister Willi Rutschmann (Straubenhardt mit seinen 6 Teilorten) und Christophe Greffet (für den Kommunalverband Canton de Pont-de-Veyle mit 12 Gemeinden) besiegelt wurde. Im Jahre 2001 wurde in einem Begegnungsfest diese neue deutsch-französische Gemeindepartnerschaft in Straubenhardt gefeiert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der ÖPNV wird vom Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis (VPE) gewährleistet. Vom zentralen Omnibusbahnhof Pforzheim-Mitte sind alle Straubenhardter Ortsteile mit den VPE-Buslinien 708 (Langenalb/Ittersbach), 716 (Bad Herrenalb), 717 (Langenalb/Ittersbach) und 718 (Pfinzweiler) zu erreichen. Verkehrspolitisches Fernziel ist der Neubau einer Stadtbahn-Verbindung von Ittersbach über die Straubenhardter Ortsteile Conweiler und Schwann, Neuenbürg und Birkenfeld nach Pforzheim. Diese Bahnverbindung soll in das Streckennetz der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft eingebunden und wie die Enztalbahn mit Zweisystem-Stadtbahnwagen betrieben werden (siehe auch Pforzheimer Kleinbahn). Eine Machbarkeitsstudie hat die technische Realisierung des Projektes ergeben. In einer standardisierten Bewertung wurde der geplanten S-Bahn jedoch die Wirtschaftlichkeit abgesprochen. Die Trasse für eine zukünftige Strecke wird in den Flächennutzungsplänen der Anliegergemeinden jedoch weiterhin freigehalten.

Medien[Bearbeiten]

In Straubenhardt können die Leser zwischen drei Tageszeitungen wählen: Pforzheimer Zeitung, Pforzheimer Kurier, eine Regionalausgabe der Badischen Neuesten Nachrichten (BNN), die in Karlsruhe ihre Hauptredaktion hat, sowie Der Enztäler, bis Ende 2002 eine eigenständige Zeitung, seitdem eine Regionalausgabe des Schwarzwälder Boten, der in Oberndorf am Neckar seine Hauptredaktion hat. Mit mehr als 3300 Abonnenten hat das wöchentlich erscheinende „Amts- und Mitteilungsblatt Straubenhardt“ die größte Verbreitungsdichte in der Enzkreis-Kommune.

Bildung[Bearbeiten]

„Bleistiftturm“ der Wilhelm-Ganzhorn-Realschule

Schulen[Bearbeiten]

  • Grundschulen in Feldrennach, Langenalb, Ottenhausen und Schwann
  • Wilhelm-Ganzhorn-Grund- und Hauptschule in Conweiler
  • Wilhelm-Ganzhorn-Realschule
  • Uff d'r Pfinz Außenstelle zur Förderung der Teilhabe (Gustav-Heinemann-Schule)
  • Jugendmusikschule Neuenbürg-Straubenhardt
  • Volkshochschule vhs-Geschäftsstelle

Gymnasiasten in der Gemeinde können entweder im Nachbarort Neuenbürg oder in der nahegelegenen Großstadt Pforzheim ihr Abitur ablegen.

Kindergärten[Bearbeiten]

  • Kinderhaus St. Elisabeth, Schwann
  • Kindergarten Grabbenescht, Langenalb
  • Kindergarten Ottenhausen
  • Kindergarten Kunterbunt, Schwann
  • Kindertagesstätte Abenteuerland, Feldrennach-Pfinzweiler
  • Kindertagesstätte Villa Regenbogen, Conweiler
  • Astrid-Lindgren-Waldkindergarten

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Martinskirche in Conweiler

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Ehemaliges Schloss Rudmersbach in Ottenhausen
  • historisches Rathaus von Langenalb
  • Martinskirche in Conweiler
  • Nikolauskirche in Ottenhausen
  • Schlosskirche in Schwann
  • Stephanskirche in Feldrennach

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Straubenhardt liegt an der Fernwanderstrecke Westweg (von Pforzheim nach Basel) des Schwarzwaldvereins, die an vielen Naturdenkmälern vorbeiführt.

Natur[Bearbeiten]

„Im schönsten Wiesengrund“
Schwanner Warte

Im Tal zwischen Conweiler und Feldrennach liegt der schönste Wiesengrund – bekannt geworden durch das Gedicht Das stille Tal des Richters und Lyrikers Wilhelm Ganzhorn. Ganzhorn beschrieb die Landschaft im Stile der romantischen Dichtung so eindrücklich, dass seine Verse volkstümlich geworden sind und – auf die Melodie Drei Lilien gesungen – zu einem der bekanntesten und beliebtesten deutschen Volkslieder wurden.

Ein Großteil der landschaftlich und geografisch interessanten Flächengemeinde Straubenhardt ist von der Schwanner Warte (475 Meter über Meereshöhe) aus zu überblicken. Die Schwanner Warte mit dem Aussichtsturm des Schwarzwaldvereins ist ein beliebtes Ziel für Ausflügler und Wanderer. Vom Turm aus führt der Blick über das Rheintal hinaus bis zum Pfälzerwald, dem Odenwald und einem Teil der Vogesen. Bei guter Fernsicht können am Horizont sogar der Speyerer Dom und die Kühltürme des Kernkraftwerkes Phillipsburg entdeckt werden.

Sport[Bearbeiten]

Wettkampf der KTV Straubenhardt

Straubenhardt hat ein reichhaltiges Angebot an Sportvereinen von denen die Kunstturnvereinigung Straubenhardt (KTV) grundlegend zur Bekanntheit der Schwarzwaldgemeinde beigetragen hat.

Kunstturnvereinigung Straubenhardt (KTV)[Bearbeiten]

Mit der Teilnahme mehrerer Kunstturner bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen wurde die KTV auch in überregionalen Medien erwähnt. Der KTV gelang im Jahr 2004 die Vizemeisterschaft in der Deutschen Turnliga. 2005 wurde im Finale das Team aus Chemnitz-Halle deutlich besiegt und die KTV wurde erstmals in ihrer Vereinsgeschichte Deutscher Mannschaftsmeister. Alexei Grigoriev als Topscorer der gesamten Ligasaison, Robert Gal, Fabian Hambüchen und Thomas Taranu trugen im Finale entscheidend zum Erfolg bei. 2009 und 2011 holte man weitere Male den Meistertitel.

Aktuell ist Thomas Taranu der Leistungsträger des von Alexei Grigoriev trainierten Teams.

Flugsportclub Pforzheim und Straubenhardt[Bearbeiten]

Nahe der Schwanner Warte befindet sich das Segelfluggelände Schwann-Conweiler, welches vom FSC Pforzheim und Straubenhardt betrieben wird. Es handelt sich dabei um einen reinen Segelflugplatz mit Grasbahn und Windenbetrieb. Motorgetriebene Luftfahrzeuge jeglicher Art sind nicht zugelassen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Frühlingsfest 2006

Am 8. April 2006 veranstaltete der Turnverein Conweiler erstmals den Straubenhardter Panorama-Lauf, der von da an jedes Jahr im Frühling ausgetragen werden soll. Das Frühlingsfest am letzten Sonntag im April und das Herbstfest am letzten Sonntag im September lockt alljährlich jeweils über 10.000 Besucher nach Straubenhardt. An diesen verkaufsoffenen Sonntagen präsentieren die Mitglieder des Wirtschaftsbund Straubenhardt ihre Leistungsfähigkeit. Das Sonnwendfeuer des Schwarzwaldverein an einem Samstag um den 21. Juni an der Schwanner Warte zieht jedes Jahr rund 3.000 Besucher an. Seit 2005 findet regelmäßig zwischen den Ortsteilen Schwann und Conweiler ein Weihnachtsmarkt statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Manfred Gänger (1985)[15]
  • Walter Weissinger (1991; † 1998), Bürgermeister


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 578–580
  3. Deutscher Wetterdienst
  4. Das Wildbad im Königreich Württemberg Justinus Andreas Christian Kerner, 1839
  5. Vollständige Beschreibung von Württemberg, Scheible, Rieger und Sattler, 1843
  6. Beschreibung des Oberamts Neuenbürg, 1860
  7. Adel und Landesherren im nördlichen Schwarzwald von der Mitte des 14. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts Wilhelm Hofmann, Hansmartin Decker-Hauff, W. Kohlhammer, 1954
  8. Pforzheim und der Enzkreis Werner Burckhart, Hermann Wahl, Hans Schleuning, Theiss, 1976
  9. Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, Volume 51 Vandenhoeck und Ruprecht, 1977
  10. Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte W. Kohlhammer., 1967
  11. Das Land Baden-Württemberg: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, 1976
  12. Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band 2 Kohlhammer, 1851
  13. Beschreibung des Oberamts Neuenbürg Neuenbürg (Oberamt), 1860
  14. http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Wahlen/Kommunalwahlen_2009/GTabelle.asp?G=GE236072
  15. Gemeinde Straubenhardt: 100 Jahre Zusammenschluss Ottenhausen – Rudmersbach. 15. April 2009. Abgerufen am 26. Dezember 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Straubenhardt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien