Strauchkaninchen

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Strauchkaninchen
American Rabbit.jpg

Strauchkaninchen (Sylvilagus bachmani)

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Gattung: Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus)
Art: Strauchkaninchen
Wissenschaftlicher Name
Sylvilagus bachmani
(Waterhouse, 1838)

Das Strauchkaninchen (Sylvilagus bachmani) ist eine Säugetierart aus der Gattung der Baumwollschwanzkaninchen innerhalb der Hasenartigen. Es lebt entlang der amerikanischen Pazifikküste vor allem in dichten Strauchbeständen.

Merkmale[Bearbeiten]

Das Strauchkaninchen ist eine relativ kleine Art der Gattung mit einem Körpergewicht von weniger als 1000 Gramm und einer Körpergröße von 30,0 bis 37,5 Zentimeter. Die Rückenfarbe und der Schwanz sind graubraun bis dunkelbraun, die Bauchseite und die Unterseite des Schwanzes sind weißlich gefärbt. Der Schwanz, die Ohren und die Beine sind verhältnismäßig kurz, die Füße sind kurz und nur leicht behaart.[1][2]

Verbreitung[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Strauchkaninchens

Das Verbreitungsgebiet des Strauchkaninchens zieht sich entlang der amerikanischen Pazifikküste vom Columbia River nach Süden über Oregon und Kalifornien bis zur Baja California. Die östliche Grenze des Verbreitungsgebietes bildet die Sierra Nevada.[3]

Als Lebensräume besiedelt die Art vor allem dichtbewachsene, strauchige Habitate wie etwa Rubus-Bestände.[1]

Lebensweise[Bearbeiten]

Das Strauchkaninchen benötigt sehr dichte Strauchbestände als Lebensraum, die ihm Schutz bieten. Die individuellen Aktionsgebiete sind dabei sehr klein und liegen bei unter 2.000 m². Die Sträucher beinhalten Durchgänge, die die Tiere als Pfade nutzen, sowie Tierbauten, die von den Kaninchen genutzt aber nicht selbst gegraben werden. Zum Äsen bewegen sie sich sehr vorsichtig aus den Sträuchern heraus.[1] Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Gräsern, saisonal kommen weitere Pflanzenbestandteile wie Blätter und Beeren hinzu. Anders als die meisten Hasen sind sie in der Lage, in niedrige Sträucher oder Bäume zu klettern.[1]

Die Paarungszeit ist regional unterschiedlich und hängt von den Temperaturen und anderen Faktoren ab. Im nördlichen Oregon beginnt sie in der Regel im Februar und endet im August, in Kalifornien dauert sie von Dezember bis Mai oder Juni. Die Würfe bestehen durchschnittlich aus 2,8 Jungtieren in Oregon und 3,5 bis 4,0 in Kalifornien. Im Jahr bringen die Weibchen in fünf bis sechs Würfen etwa 15 Jungtiere zur Welt bei einer Tragzeit von 27 Tagen pro Wurf.[1][3]

Systematik[Bearbeiten]

Das Strauchkaninchen wird als eigenständige Art den Baumwollschwanzkaninchen (Gattung Sylvilagus) zugeordnet. Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde die Art 1838 von dem britischen Zoologen George Robert Waterhouse, der sie nach dem Naturgelehrten und lutherischen Priester John Bachman benannt.

Je nach Quelle sind bis zu 13 Unterarten beschrieben:[2]

  • Sylvilagus bachmani bachmani
  • S. b. cinerascens
  • S. b. peninsularis
  • S. b. cerrosensis
  • S. b. ubericolor
  • S. b. exiguus
  • S. b. mariposae
  • S. b. virgulti
  • S. b. howelli
  • S. b. macrorhinus
  • S. b. riparius
  • S. b. tehamae
  • S. b. rosaphagus

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten]

Das Strauchkaninchen wird von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) aufgrund der Bestandsgröße und des großen Verbreitungsgebietes als nicht gefährdet (least concern) eingestuft.[3]

Für die meisten Populationen der Art ist kein Rückgang bekannt, die Unterart S. b. riparius wird jedoch aufgrund zunehmender Lebensraumveränderungen sowie der Bedrohung durch Waldbrände und Überflutungen vom Staat Kalifornien und dem U.S. Fish and Wildlife Service als gefährdet eingestuft. Sie kommt ausschließlich im Caswell Memorial State Park am Stanislaus River sowie im Gebiet des südlichen Deltas des San Joaquin River vor.[3]

Belege[Bearbeiten]

  1. a b c d e Joseph A. Chapman, John E. C. Flux (Hrsg.): Rabbits, Hares and Pikas. Status Survey and Conservation Action Plan. (PDF-Datei; 10,74 MB) International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN), Gland 1990; S. 99. ISBN 2-8317-0019-1.
  2. a b  Joseph A. Chapman: Sylvilagus bachmani. In: Mammalian Species. 34, 1974, S. 1–4 (Volltext (PDF-Datei; 372 kB)).
  3. a b c d Sylvilagus bachmani in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: Mexican Association for Conservation and Study of Lagomorphs (AMCELA), F.J. Romero Malpica, H. Rangel Cordero und D.F. Williams, 2008. Abgerufen am 10. Juni 2012

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sylvilagus bachmani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Sylvilagus bachmani in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: Mexican Association for Conservation and Study of Lagomorphs (AMCELA), F.J. Romero Malpica, H. Rangel Cordero und D.F. Williams, 2008. Abgerufen am 10. Juni 2012