Strausberger Eisenbahn

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Strausberger Eisenbahn
Ein Flexity an der Endhaltestelle Lustgarten
Ein Flexity an der Endhaltestelle Lustgarten
Kursbuchstrecke (DB): keine, ehemals 107c
Streckenlänge: 6,192[1] km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 750 Volt =
Maximale Neigung: 10 
Minimaler Radius: 100 m
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von Berlin
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ehemaliges Übergabegleis zur DB
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0,0 S-Bahnhof (DB-Bezeichnung: Strausberg)
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nach Herzfelde
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nach Küstrin
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nach Strausberg Nord
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0,8 Landhausstraße
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2,1 Schlagmühle
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3,2 Stadtwald
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3,5 Hegermühle
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3,9 Wolfstal (bis 2011)
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Heinrich-Heine-Straße (seit 2011)
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4,5 Käthe-Kollwitz-Straße
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5,3 Elisabethstraße
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6,0 Strausberg Stadt (ehemals Bahnhof)
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6,2 Lustgarten
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6,0 Große Straße
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6,5 Marktplatz
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6,0 Badstraße
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7,1 Landesjugendheim

Strausberger Eisenbahn, bis 1920 Strausberger Kleinbahn, ist der Name eines östlich von Berlin gelegenen Straßenbahn-Betriebs im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland. Gleichzeitig ist dies auch die heutige Bezeichnung des Verkehrsunternehmens welches die Bahn betreibt, der Strausberger Eisenbahn GmbH (STE).

Die als Linie 89 bezeichnete Straßenbahn verbindet das Stadtzentrum von Strausberg mit dem peripher gelegenen Bahnhof Strausberg an der Preußischen Ostbahn. Dort besteht Anschluss an die S5 der S-Bahn Berlin und an die Regionalbahnlinie RB26 der Niederbarnimer Eisenbahn.

Die Strausberger Eisenbahn wird seit Anfang 2006 nur noch im Personenverkehr betrieben und ist seither vollständig nach der Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung (BOStrab) konzessioniert.[2][3][4] Zuvor fand auf einer Teilstrecke auch Güterverkehr statt und die Strecke wurde im Mischbetriebsabschnitt nach der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) betrieben. Ferner betreibt die STE auch noch die elektrisch betriebene Strausseefähre.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte und Inbetriebnahme[Bearbeiten]

Gemäß dem Wunsch, eine Verbindung zu der 1867 in Betrieb genommenen Ostbahn herzustellen, wurde am 2. Mai 1893[5] eine Aktiengesellschaft gegründet, an ihr waren die Provinz Brandenburg und der Landkreis Oberbarnim beteiligt. Schon am 17. August 1893 konnte eine 6,0 Kilometer lange normalspurige Kleinbahn zwischen den Bahnhöfen Strausberg Vorstadt und Strausberg Stadt eröffnet werden, sie bediente zunächst nur die drei Zwischenstationen Landhaus (heute Landhausstraße), Schlagmühle und Hegermühle. Die neue Stichbahn bediente sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr, eigens für Letzteren wurde zur Preußischen Ostbahn ein Übergabegleis angelegt, die Übergabe von Güterwagen war dadurch ohne Umladung möglich. Die Bahn wurde zunächst mit kleinen zweiachsigen Dampflokomotiven betrieben und entwickelte sich gut. Betriebsmittelpunkt der Strausberger Kleinbahn war der Bahnhof Strausberg Stadt, dort existierten ein Lokschuppen, eine Güterabfertigung und ein Empfangsgebäude.

Elektrifizierung und Erweiterung[Bearbeiten]

Die Strausberger Eisenbahn 1993

Um die Bahn – die das bebaute Stadtgebiet Strausbergs östlich umging – näher an die Wohngebiete und die Innenstadt zu bringen, eröffnete die Strausberger Eisenbahn am 16. März 1921 eine neue Trasse. Diese zweigt am Bahnhof Hegermühle von der ursprünglichen Strecke Richtung Bahnhof Strausberg Stadt ab und ist ab dort – als Straßenbahn und unter Verwendung von Rillenschienen – weitgehend im Straßenraum trassiert. Die neue Endstation lag damals wie heute beim Lustgarten. Am gleichen Tag wurde die Strausberger Eisenbahn außerdem auf elektrischen Betrieb umgestellt, ein Dampfbetrieb wäre in den dicht bebauten Straßenzügen im Verlauf der neuen Innenstadtstrecke nicht mehr zeitgemäß gewesen.

Die alte Trasse zwischen Hegermühle und Strausberg Stadt blieb für den Güterverkehr erhalten und wurde ebenfalls elektrifiziert. Betriebsmittelpunkt der Bahn war weiterhin der Bahnhof Strausberg Stadt, dort wurde auch ein neues dreiständiges Depot für die elektrischen Fahrzeuge errichtet. Dieses Depot wurde mittels einer circa 100 Meter langen Verbindungskurve auch an den neuen Streckenendpunkt Lustgarten angeschlossen, so dass der Bahnhof Strausberg Stadt fortan über beide Strecken erreichbar war. 1926 wurde die Innenstadtstrecke zweimal verlängert: zunächst ging am 8. Februar 1926 der 300 Meter lange Abschnitt LustgartenMarktplatz in Betrieb, am 16. April 1926 folgte der 600 Meter lange Abschnitt MarktplatzProvinzialanstalt (später Landesjugendheim).

Ab 1934 begann mit der militärischen Aufrüstung der Ausbau des Strausberger Industrie- und Gewerbegebietes an der Kleinbahnstrecke. Neben der Schuhfabrik Diamant, vormals Tack, siedelten sich dort eine Munitionsfabrik der Fritz Werner AG unter dem Tarnnamen Märkische Walzwerk GmbH sowie das Flugzeugreparaturwerk Alfred Friedrich an. Im südlichen Teil des Geländes lag unmittelbar an der Bahnstrecke ein Lager für Fremd- und Zwangsarbeiter der Rüstungsbetriebe. Auf der Strecke bestand ein reger Güterverkehr und sogar Personenverkehr mit Ellok und Personenwagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg unterhielten dort die sowjetischen Streitkräfte eine Versorgungsbasis.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Tw 05 und Lok 15 am Bahnhof, 1991
August 2004: Triebwagen 22 der Strausberger Eisenbahn an der Endstation S-Bahnhof, im Hintergrund das Ende 2005 aufgelassene Übergabegleis zur Deutschen Bahn

Als nach Kriegsende 1945 die Verstaatlichung der Gesellschaft drohte, konnte die Stadt Strausberg darauf verweisen, dass sie inzwischen rund 95 Prozent der Aktien besaß, und den Betrieb in ein kommunales Wirtschaftsunternehmen (KWU) umwandeln – die Strausberger Eisenbahn entging damit der Integration in die Deutsche Reichsbahn.

Am 1. Oktober 1970 wurde der Abschnitt LustgartenLandesjugendheim stillgelegt, die drohende Gesamtstilllegung in den 1980er-Jahren unterblieb wegen des Treibstoffmangels in der DDR. Für nennenswerten Güterverkehr auf der Güterstrecke HegermühleStrausberg Stadt sorgten bis 1990 der Schrottplatz in der Hegermühlenstraße sowie die Kaserne der Sowjetarmee. Nach dem Anfang der 1990er-Jahre erfolgten Abzug der Russischen Streitkräfte (die 1991 aus der Sowjetarmee hervorgegangen waren) entfiel der Großteil des Güterverkehrs. Nachdem auch die übrigen Anschlussinhaber kein Interesse am weiteren Bahntransport zeigten, wurde der Güterverkehr nur noch sporadisch durchgeführt und schließlich zum Jahresende 2005 komplett aufgegeben – damals wurde der Gleisanschluss zur DB Netz AG gekündigt. Daraufhin wurde das Anschlussgleis Anfang 2006 gekappt, die Strausberger Eisenbahn ist seither ein Inselbetrieb. Die ebenfalls nicht mehr benötigte Güterstrecke vom Bahnhof Hegermühle durch das ehemalige Zwangsarbeiterlager (inzwischen mit Einfamilienhäusern bebaut) und durch das ehemalige Kasernengelände zum alten Bahnhof Strausberg Stadt – also der ursprüngliche Streckenverlauf der Strausberger Eisenbahn – wurde schließlich im Jahre 2006 zurückgebaut.

Heutiger Betrieb[Bearbeiten]

Ein Tatra KT8D5 an der Endhaltestelle Lustgarten

Die Strausberger Eisenbahn wird zurzeit wie folgt betrieben (jeweils ab beziehungsweise bis Endstelle Lustgarten, Stand 12. Dezember 2010):

Werktags außer samstags Umlauf 1 von 4:46 Uhr bis 20:39 Uhr 24 Zugpaare
Werktags außer samstags Umlauf 2 von 5:06 Uhr bis 22:19 Uhr 26 Zugpaare
Samstags, sonntags und feiertags Umlauf 1 von 7:06 Uhr bis 22:19 Uhr 23 Zugpaare

Es besteht ein starrer 20-Minuten-Takt mit zwei Umläufen mit Anschluss von und zu jeder S-Bahn. Am Wochenende gilt ein starrer 40-Minuten-Takt mit nur einem Umlauf. Gekreuzt wird ausschließlich in der Station Hegermühle (ehemals Bahnhof), alle anderen Stationen der Bahn sind einfache Haltestellen (ehemalige Haltepunkte) ohne Begegnungsmöglichkeit. Die einfache Fahrt dauert jeweils 13 Minuten, die Wendezeit beträgt an beiden Endstellen jeweils sieben Minuten.

Am 11. Dezember 2011 ging die neue Haltestelle Heinrich-Heine-Straße in Betrieb. Gleichzeitig wurde die etwas südlicher gelegene Haltestelle Wolfstal außer Betrieb genommen.[6]

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Inneneinrichtung eines KT8D5-Triebwagens der Strausberger Eisenbahn
Oktober 2005: Der historische Triebwagen 16 vor dem Depot, dieses befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs Strausberg Stadt. Am linken Bildrand ist der Einzelgänger Nummer 30 des Typs T6C5 zu erkennen

Personenverkehr[Bearbeiten]

1995 übernahm die Gesellschaft drei Tatra-Wagen des Typs KT8D5 aus Košice. Die drei Fahrzeuge der Baujahre 1989 und 1990 wurden umfangreich modernisiert und erhielten die Wagennummern 21 bis 23. Nach einem Brand im Jahr 2006 war der Triebwagen 23 bis 2008 abgestellt.

Im Jahr 2003 übernahm man von Siemens einen Prototyp des Typs T6C5. Dieser wurde 1998 von ČKD für New Orleans gebaut, wo er auch einige Zeit im Linienbetrieb verkehrte, und 2001 an Siemens verkauft. Er wurde unter der Wagennummer 30 in den Bestand eingereiht, war jedoch aufgrund von Ersatzteilmangel eine Zeit lang abgestellt. Aktuell verkehrt er aber regelmäßig am Wochenende, wenn ein geringerer Kapazitätsbedarf besteht. Eine Zeit lang war dieser Wagen auch in der Woche in der Hauptverkehrszeit als zusätzlicher Schülerkurs im Einsatz.

Der zuvor als Schülerkurs eingesetzte Wagen 05 – der letzte noch betriebsfähige Strausberger Reko-Wagen TZ 69 – konnte 2004 nach dem Zugang des T6C5 ausgesondert werden. Er ist heute historisches Fahrzeug.

Weiterhin befindet sich der historische Triebwagen 16 im Fuhrpark, er kam 1940 von der Straßenbahn Düsseldorf nach Strausberg, ursprünglich (bis 1937) war er bei der Kreis Mettmanner Straßenbahn im Einsatz. Seit dem 31. Oktober 2005 ist er jedoch ohne Betriebserlaubnis abgestellt.[7]

2010 war für Testfahrten ein Berliner Flexity-Fahrzeug in Strausberg im Einsatz. Im Zusammenhang mit der Bestellung der Berliner Verkehrsbetriebe beschaffte die Strausberger Eisenbahn in der Folge zwei sechsachsige Zweirichtungsfahrzeuge dieses Typs.[8]. Seit Ende März 2013 werden die beiden Fahrzeuge mit den Nummern 0041 und 0042 in der für Berlin typischen gelben Farbgebung im Liniendienst eingesetzt.[9]

Güterlokomotiven[Bearbeiten]

Lok 15

Für den Armee-Verkehr zur sowjetischen Kaserne wurden 1960 und 1963 beim Lokomotivbau Elektrotechnische Werke in Hennigsdorf zwei elektrische Lokomotiven des Typs EL 4 beschafft. Sie lösten die zuvor eingesetzten leistungsschwächeren Lokomotiven älterer Bauart ab. Nach dem Entfall des Güterverkehrs für die Armee wurden die beiden E-Loks ab Anfang der 1990er-Jahre nur noch sporadisch eingesetzt, 2004 und 2005 wurden sie schließlich als Dauerleihgabe an die Buckower Kleinbahn abgegeben.

Tabelle[Bearbeiten]

Diese Tabelle listet alle Fahrzeuge auf, die seit der Elektrifizierung der Strausberger Eisenbahn im Personenverkehr anzutreffen waren. Hierbei handelte es sich ausschließlich um Zweirichtungsfahrzeuge. Fett markierte Fahrzeuge befinden sich noch im Bestand.


Übersicht Triebwagen[10][11]
Nummer Hersteller Typ Achsen Baujahr Übernahme Abgabe Anmerkungen
1 Wismar / Bergmann 4 1921 1921 1980 1980 ausgemustert; Aufarbeitung zum historischen Triebwagen abgebrochen; 2005 verschrottet
2 Wismar / Bergmann 4 1921 1921 1958 1958 ausgemustert
2II Falkenried / Siemens TF 21 S 2 1921 1965 1966 ex Berlin 4302; 1966 ausgemustert
2III Gotha / Sachsenwerk/Bergmann 4 1929 1967 1975 ex Leipzig 1046II; 1975 ausgemustert
2IV C&U / Bergmann 4 1929 1968 1980 ex Leipzig 1010II; ab 1976 im Einsatz; 1980 ausgemustert
3 Wismar / Bergmann 4 1921 1921 1971 1971 ausgebrannt
3II Bautzen / Sachsenwerk/Bergmann 4 1929 1971 1981 ex Leipzig 1037II; 1981 ausgemustert
4 siehe 14
5 Bautzen / Sachsenwerk/Bergmann 4 1929 1968 1981 ex Leipzig 1038II; 1981 ausgemustert
7 Gotha / Sachsenwerk/Bergmann 4 1929 1967 1981 ex Leipzig 1047II; 1981 ausgemustert
8 Falkenried / Siemens TF 21 S 2 1921 1965 1980 ex Berlin 4305; 1971 als Arbeitswagen; 1980 nach Berlin, Aufarbeitung zum historischen Triebwagen vorgesehen
8II Bautzen / Sachsenwerk/Bergmann 4 1929 1971 1981 ex Leipzig 1025II; 1981 ausgemustert
9 Werdau / Bergmann 4 1928 1928 1968 1968 ausgemustert
9II Bautzen / Sachsenwerk/Bergmann 4 1929 1971 1981 ex Leipzig 1030II; 1981 ausgemustert
10 Gotha / Sachsenwerk/Bergmann 4 1929 1967 1971 ex Leipzig 1048II; 1971 ausgemustert
10II Bautzen / Sachsenwerk/Bergmann 4 1929 1971 1981 ex Leipzig 1031II; 1981 ausgemustert
14 Duewag / SSW 2 1924 1940 1983 ex Düsseldorf 5, 1938 ex Mettmann; 1971 in 4; 1983 ausgemustert
16 Duewag / SSW 2 1924 1940 1980 ex Düsseldorf 7, 1938 ex Mettmann 27; 1980 als Arbeitswagen; 1993 als hist. Triebwagen; 2012 an Flugplatz Strausberg
01 Raw Sw / LEW TZ 69 2 1969 1980 1997 ex Berlin 223 024; 1997 ausgemustert
02 Raw Sw / LEW TZ 69 2 1969 1981 1995 ex Berlin 223 023; 1995 ausgemustert und an Kindergarten
03 Raw Sw / LEW TZ 69 2 1969 1981 ex Berlin 223 020; 1990 in 05II; abgestellt
03II siehe 05
04 Raw Sw / LEW TZ 69 2 1969 1981 1997 ex Berlin 223 021; 1997 ausgemustert
05 Raw Sw / LEW TZ 69 2 1969 1981 1997 ex Berlin 223 019; 1990 in 3II; 1997 ausgemustert
05II siehe 03
06 Raw Sw / LEW TZ 69 2 1969 1981 ex Berlin 223 022
07 Raw Sw / LEW TZ 69 2 1969 1986 2005 ex Woltersdorf 39; 1979 ex Berlin 223 050; 2005 ausgemustert und an Grundschule
21 ČKD Tatra KT8D5 8 1990 1995 Gelenkwagen, ex Košice 527
22 ČKD Tatra KT8D5 8 1989 1995 Gelenkwagen, ex Košice 503
23 ČKD Tatra KT8D5 8 1989 1995 Gelenkwagen, ex Košice 505
30 ČKD Tatra T6C5 4 1998 2003 ex New Orleans
0041 Bombardier Flexity Berlin 6 2013 2013 Gelenkwagen, niederflurig
0042 Bombardier Flexity Berlin 6 2013 2013 Gelenkwagen, niederflurig
Übersicht Beiwagen[10][11]
Nummer Hersteller Typ Achsen Baujahr Übernahme Abgabe Anmerkungen
4 Wismar 4 1921 1921 1971 1970 in 11II; 1971 ausgemustert
5 Wismar 4 1921 1921 1971 1970 in 12; 1971 ausgemustert
6 Wismar 4 1921 1921 1971 1971 ausgemustert
7 Wismar 4 1921 1921 1957 1957 ausgemustert
10 Werdau 4 1928 1928 1971 1971 ausgemustert
11 Werdau 4 1928 1928 1957 1957 ausgemustert; Aufarbeitung zum HBw abgebrochen; 2005 verschrottet
11II siehe 4
12 siehe 5
17 Uerdingen KSW 2 1944 1944 1968 an Woltersdorf 21II; 1981 ausgemustert
18 Uerdingen KSW 2 1944 1944 1968 an Woltersdorf 24II; 1979 ausgemustert
19 Uerdingen KSW 2 1944 1944 1968 an Woltersdorf 22II; 1993 als hist. Bw in Woltersdorf
20 Uerdingen KSW 2 1944 1944 1945(?) Kriegsverlust
001 Raw Sw BZ 69 2 1969 1981 1999 ex Berlin 269 047; 1999 ausgemustert
001II siehe 002
002 Raw Sw BZ 69 2 1969 1981 2005 ex Berlin 269 047; 1998 in 001II; 2005 ausgemustert und an Schule
003 Raw Sw BZ 69 2 1969 1981 ex Berlin 269 043; abgestellt
004 Raw Sw BZ 69 2 1969 1981 199x ex Berlin 269 041; 199x ausgemustert

Besonderheiten[Bearbeiten]

Bereits vor der Umkonzessionierung von EBO auf BOStrab wies die Bahn zahlreiche Charakteristika einer Straßenbahn auf:

Das Verkehrszeichen 224 der StVO
  • Trotz der früheren gesetzlichen Einstufung als Eisenbahn wird der Personenverkehr traditionell mit klassischen Straßenbahn-Fahrzeugen durchgeführt. In der breiten Öffentlichkeit wurde die Strausberger Eisenbahn deshalb schon vor der Konzessionsänderung meist als Straßenbahn wahrgenommen. Auch vom Unternehmen selbst wurde sie stets als solche bezeichnet.
  • Für die Kennzeichnung ihrer Haltepunkte verwendet die Strausberger Eisenbahn schon seit vielen Jahren das von Straßenbahn- und Buslinien bekannte Verkehrszeichen 224 der Straßenverkehrsordnung. Zwischen 1938 und 1987 war dieses Zeichen auch in der BOStrab enthalten, im Eisenbahnbetrieb nach EBO ist es hingegen unüblich.
  • Weiterhin außergewöhnlich für eine Eisenbahn war die bei den Triebwagen der Strausberger Eisenbahn seit je her übliche Verwendung von Fahrtrichtungsanzeigern entsprechend der Straßenverkehrszulassungsordnung, umgangssprachlich Blinker genannt. Diese sind nach der EBO nicht vorgeschrieben, waren aber bei der Strausberger Eisenbahn schon früher notwendig, weil diese seit 1921 teilweise im Straßenraum fährt und somit Fahrtrichtungsänderungen den anderen Verkehrsteilnehmern anzeigen muss.
  • Ungeachtet des Einsatzes von Straßenbahnfahrzeugen entspricht das Schienenprofil der Strausberger Eisenbahn den im Eisenbahnverkehr üblichen Normen. Die eingesetzten Straßenbahnfahrzeuge sind entsprechend adaptiert und verfügen über dazu passende Radreifen. Diese sind 115 Millimeter breit, es handelt sich dabei um ein sogenanntes "Mischprofil". Im Gegensatz dazu sind "echte" Eisenbahn-Radreifen noch etwas breiter.
  • Die Liniennummer 89 führt die Bahn seit der Einführung eines einheitlichen Nummernkonzepts für die Straßenbahnlinien in Berlin und Umgebung am 2. Juni 1991. Während die Berliner Straßenbahnlinien die Nummern von 1 bis 86 reserviert bekamen, erhielt die Woltersdorfer Straßenbahn die Nummer 87, die Schöneicher Straßenbahn die Nummer 88 und die Potsdamer Straßenbahn die Nummern 90 bis 99 zugeteilt.
  • In der DDR war die Strausberger Eisenbahn eines der wenigen Eisenbahnverkehrsunternehmen neben der Deutschen Reichsbahn. Die meisten privaten Eisenbahngesellschaften wurden hingegen am 1. April 1949 verstaatlicht und in die DR integriert.
  • Obwohl es sich noch bis Ende 2005 um eine Eisenbahn handelte, ist die STE schon seit Anfang der 1950er-Jahre nicht mehr im Kursbuch aufgeführt.
  • Bei der Strausberger Eisenbahn gilt zusätzlich zum regulären Verbundtarif des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg auch ein spezieller STE-Haustarif. Fahrgäste, die nur mit der Linie 89 fahren und nicht auf andere VBB-Verkehrsmittel umsteigen, kommen so in den Genuss etwas günstigerer Fahrausweise. So kostet beispielsweise eine Einzelfahrkarte zurzeit nur 1,30 Euro statt 1,50 Euro gemäß regulärem VBB-Tarif.
  • Als eine der wenigen Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (NE) war die Strausberger Eisenbahn nicht in den sogenannten NE-Anstoßtarif integriert. Das heißt im Wechselverkehr zwischen der Deutschen Bahn AG und der Strausberger Eisenbahn konnten keine durchgehenden Fahrscheine gemäß den bundesweit gültigen Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG erworben werden. Innerhalb von Berlin und Brandenburg berechtigen Fahrscheine nach VBB-Verbundtarif jedoch seit Gründung des Verbundes sowohl zur Nutzung der Strausberger Eisenbahn, als auch der Regionalzüge der Deutschen Bahn AG.
  • Bei der Strausberger Eisenbahn lagen bis zum Umbau des Bahnhofs Hegermühle alle Bahnsteige auf der gleichen Seite, nämlich auf der Ostseite. Die nicht benötigten Türen auf der Westseite waren daher permanent verriegelt. Diese besondere Betriebsform des Zweirichtungsverkehrs mit einseitigen Türen lässt sich in Deutschland heute beispielsweise noch bei der Drachenfelsbahn oder der Kirnitzschtalbahn beobachten.

Namen der Gesellschaft[Bearbeiten]

Logo der Strausberger Eisenbahn

Die Bahngesellschaft wurde 1893 als Strausberger Kleinbahn AG gegründet. 1920 wurde unter Hinzuziehung der Provinz Brandenburg, des Kreises Oberbarnim und der Stadt Strausberg die Strausberger Eisenbahn AG gegründet, die nun den Betrieb führte. Ab 1946 nannte sie sich Strausberger Straßenbahn. Am 1. Januar 1970 wurde sie in den Zweigbetrieb Schienenverkehr des VEB Kombinat Kraftverkehr Frankfurt (Oder) eingegliedert. Seit dem 1. Januar 1991 firmiert die Bahngesellschaft als Strausberger Eisenbahn GmbH, sie ist heute ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Stadt Strausberg.

Haltestellennamen[Bearbeiten]

April 2006: Triebwagen 21 wartet an der stadtseitigen Endstation Lustgarten seine Wendezeit ab
Bahnhof Hegermühle mit Tw 07, 1992

Einige Haltestellen wechselten im Laufe der Jahre ihre Namen, teilweise sind sie bis heute unter ihrem alten Namen bekannt (beispielsweise Strausberg Vorstadt):

Heutige bzw. letzte Bezeichnung Frühere Bezeichnungen
S-Bahnhof Strausberg Vorstadt Kleinbahnhof, Strausberg Vorstadt, Strausberg
Landhausstraße Landhaus
Schlagmühle
Stadtwald Am Stadtwald
Hegermühle
Wolfstal Gauschule
Heinrich-Heine-Straße
Käthe-Kollwitz-Straße Siedlung Eckardtstein, Siedlung Eckardstein, Eckardstein
Elisabethstraße
Strausberg Stadt Strausberg Stadt Kleinbahnhof
Lustgarten Straussee-Fähre (Lustgarten), Strausberg Stadt (Fähre)
Große Straße
Marktplatz Leninplatz
Badstraße
Landesjugendheim Provinzialanstalt

Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ivo Köhler: Strausberger Eisenbahn. Von Dampfzügen, Bullen, Straßenbahnen und Oberleitungsfähren. GVE, Berlin 2013, ISBN 978-3-89218-210-8.
  • Mathias Hiller, Ivo Köhler: 100 Jahre Strausberger Eisenbahn. GVE, Berlin 1993, ISBN 3-89218-019-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Strausberger Eisenbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.kleinbahn-buckow.de
  2. Jahresrückblick 2006 der Strausberger Eisenbahn GmbH
  3. Um- und Ausbau der Bahnsteiganlagen in Strausberg
  4. www.elektrische-kleinbahnen.de
  5. www.buckower-kleinbahn.de
  6. http://psrb.de/eisenbahn/aktuell/detail.php?open_event=40149
  7. www.bahnfotokiste.de
  8. Lieferauftrag – D-Strausberg: Straßenbahnpersonenwagen
  9.  Michael Dittrich: Neue Straßenbahnwagen in Strausberg. In: Berliner Verkehrsblätter. Nr. 5, 2013, S. 87.
  10. a b  Autorenkollektiv: Straßenbahn Archiv 5. Berlin und Umgebung. transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1987, ISBN 3-344-00172-8, S. 331.
  11. a b Wagenparkliste Strausberger Eisenbahn GmbH. In: tram-info. 4. März 2013, abgerufen am 26. März 2013.