Strehla
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Dresden | |
| Landkreis: | Meißen | |
| Höhe: | 95 m ü. NN | |
| Fläche: | 30,07 km² | |
| Einwohner: | 4094 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 136 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 01616 | |
| Vorwahl: | 035264 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MEI (alt: RG, RIE) | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 27 270 | |
| Stadtgliederung: | 7 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 01616 Strehla |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Harry Güldner (CDU) | |
Strehla ist eine charakteristische mittelalterlich geprägte Kleinstadt im Landkreis Meißen in Sachsen. Sie liegt an der Elbe nördlich von Riesa. Der Name kommt aus dem Sorbischen und bedeutet „Pfeil“.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Ortsgliederung
Ortsteile: Forberge, Görzig/Trebnitz, Großrügeln, Lößnig, Paußnitz, Oppitzsch und Unterreußen
[Bearbeiten] Geschichte
Strehla wurde 1002 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Es lag an der Hohen Straße, Handelsstraße (alte "Salzstraße") und gleichzeitig Jakobsweg von Görlitz nach Santiago de Compostela. Frühzeitig wurde der Flussübergang durch eine Burg gesichert, die nur einen Pfeilschuss von der Furt entfernt war.
Die Herren von Strehla (Strele) werden den Nachfahren Widukinds zugerechnet[2]. Als Ritter von Strele wurden sie in der Lausitz bekannt, als sie ab Beginn des 13. Jahrhunderts vom Markgraf Konrad mit den Herrschaften Storkow und Beeskow belehnt wurden und in den nächsten zweihundert Jahren zahlreiche weitere Burgen, Siedlungen und Städte besaßen. Die Familie von Strele starb 1384 aus.[3]
Die Stammburg Strehla gehört seit der Zeit der Renaissance der Familie von Pflugk.
Im Rahmen des Siebenjährigen Krieges fand in der Nähe des Ortes am 20. August 1760 das Gefecht bei Strehla zwischen preußischen Truppen und der Reichsarmee statt.[4]
Am 22. April 1945 sprengten Wehrmachtseinheiten eine mit über 400 Flüchtlingen besetzte Notbrücke über die Elbe. Das Kriegsverbrechen zum Ende des Zweiten Weltkriegs sollte den Rückzug versprengter deutscher Soldaten ermöglichen, um nicht in sowjetische Kriegsgefangenschaft zu geraten. Am 25. April 1945 trafen in Kreinitz bei Strehla erstmals US-Truppen und Soldaten der Roten Armee aufeinander. Am 26. April 1945 wurde unterdessen die erste Begegnung von Soldaten der USA und UdSSR in Torgau an der Elbe nachträglich für die Kameras inszeniert und ist heute auch bekannt als „Elbe Day“.
[Bearbeiten] Wappen
Beschreibung:. In Rot ein torloser zinnengekrönter spitzbedachter silberner Turm mit goldenem Knauf, vorn begleitet von einem sechsstrahligen gekanteten goldenen Stern, hinten von einem goldenen Pfeil.
Der Pfeil (sorbisch „streyl" oder „ztrele") lässt ein redendes Wappen vermuten. Ein Wappennachweis gab es bereits am 1751 abgebrannten Rathaus. Das 1756 neu erbaute Rathaus wurde wieder mit dem Wappen geschmückt. Eine endgültige Form erhielt es im Jahre 1912 im Zusammenhang der Überprüfung und Neugestaltung der Wappen und Siegel der sächsischen Städte[5].
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Die Stadt Strehla unterhält eine Städtepartnerschaft mit der hessischen Stadt Pohlheim
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- spätgotische Stadtkirche "Zum heiligen Leichnam", aus dem 15. Jahrhundert (Anfänge vor 1209), mit kunstgeschichtlich einzigartiger tönerner Kanzel von 1565
- Tierpark
- Schloss Strehla (im Renaissancestil, 15./16. Jahrhundert
- historischer Markt mit barockem Rathaus (1756 Wiederaufbau nach Brand im Jahr 1751[5].) und alter Apotheke und Sächsische Postmeilensäule von 1729[5]
- Nixstein (Felsen an der Elbe)
[Bearbeiten] Denkmäler und Gedenkstätten
- Denkmal zur Erinnerung an die erste Begegnung russischer und amerikanischer Truppen im April 1945
- Eine Grabstätte und Gedenktafel auf dem Ortsfriedhof erinnern an 13 unbekannte KZ-Häftlinge eines Todesmarsches aus dem Stalag VIIIC von Zagan, die hier begraben wurden.
- Ein Ehrenfriedhof mit VVN-Gedenkstein erinnert an fünf sowjetische Kriegsgefangene, die im Zweiten Weltkrieg Opfer von Zwangsarbeit wurden.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Friedrich List hatte für die Streckenführung der ersten deutschen Ferneisenbahn ursprünglich die Elbüberquerung bei Strehla vorgesehen, aber der Rat der Stadt lehnte das ab. Ursache dürfte die finanzielle Belastung sowie die Haltung der Adelsfamilie v. Pflugk gewesen sein, die in der Zeit der Ablösung des Feudalsystems jede Beeinflussung der Bevölkerung ihres Territoriums fürchtete. So wurde die Bahnlinie 1839 durch das kleinere Riesa gelegt, zumal das höhere Elbufer einen besseren Schutz vor Überschwemmungen bot. Riesa, anfangs noch ohne Stadtrecht, wuchs sprunghaft und Strehla verlor an Bedeutung: Das Zollamt wurde 1860 nach Riesa verlegt und 1883 folgte das Königliche Gerichtsamt.
Bald sahen die Strehlaer den begangenen Fehler ein und bemühten sich um Anschluss an das Eisenbahnnetz, in der Hoffnung auf Industrieansiedlungen. 1883 wurde der Ständeversammlung des Königreiches Sachsen eine entsprechende Petition überreicht, unterschrieben von 18 Stadt- und Landgemeinden sowie neun Rittergutsbesitzern. Erst 1890 genehmigte das Finanzministerium den Bau und bewilligte 950.000 Mark.
Aus dem Strehlaer Wochenblatt:
„Es schien alles wie umgewandelt, sämtliche Häuser hatten geflaggt. Behäbige und sonst bedächtig dahinschreitende Bürger sah man flüchtigen Schrittes durch die Straßen eilen, während von Seiten der Schützengesellschaft Böllerschüsse gelöst wurden. Zur Arbeit war fast nirgends mehr die gehörige Lust vorhanden…“
1891 konnte die Schmalspurbahn nach Oschatz mit 750 mm Spurweite eingeweiht werden. Die Kosten betrugen nur 708.885 Mark, deutlich weniger als bewilligt. Statt der ursprünglich geplanten 19 km langen Strecke, die acht größere Ortschaften und einen Steinbruch berührt hätte, wurde aus Kostengründen nur die kürzestmögliche Verbindung von 12 km Länge gebaut, die nur zwei unbedeutende Siedlungen berührte. Deshalb blieben die Passagierzahlen und auch das Frachtaufkommen gering. Zeitweise fuhren nur zwei Züge am Tag. So wurde die Bahnlinie Oschatz-Strehla zur unrentabelsten Schmalspurbahn Sachsens. Die Hoffnung auf Industrieansiedlungen in Strehla blieb weitgehend unerfüllt.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Friedrich Hofmeister (1782–1864), Verleger
- Paul Schreiber (1848-1924), Direktor der Sächsischen Landeswetterwarte
- Heinz Kuhrig (1929-2001), Minister für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft der DDR
- Werner Unger (1931-2002), Fußballspieler
[Bearbeiten] Literatur
- Heinrich Gotthelf Ruppel (Hrsg. G. Luck): Aus Strehlas vergangenen Tagen: Ein Stück Heimatgeschichte. Bd. 1-2. Strehla 1938.
- Bruno Herrmann: Die Herrschaft des Hochstifts Naumburg an der mittleren Elbe. Reihe: Mitteldeutsche Forschungen Band 59. Böhlau Verlag , Köln 1970.
[Bearbeiten] Fußnoten und Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung
- ↑ Nachfahren Widukinds aufgerufen 1. März 2008
- ↑ Stadt Storkow.de aufgerufen 1. März 2009
- ↑ Siehe: Gefechtsplan von 1790 (Plan der Gefechte bei Strehla zwischen einem preußischen Corps und einem Corps der Reichsarmee, 20. August 1760).
- ↑ a b c Lexikon Städte und Wappen der DDR, Dr. habil. Karlheinz Blaschke, Prof. Dr. sc. Gerhard Kehrer, Heinz Machatscheck, VEB Verlag Enzyklopädie Leipzig, 1979, 1. Auflage
[Bearbeiten] Weblinks
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