Strompreis

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Durchschnittlicher Strompreis in Deutschland 2012 für private Haushalte und Industrie[1][2]

Der Strompreis ist das Entgelt für die Belieferung mit elektrischer Energie. Er setzt sich aus den Preisen für die Stromerzeugung, Netznutzung sowie aus Abgaben, Umlagen und Steuern zusammen.

Der Strompreis unterscheidet sich zwischen den Stromanbietern und den angebotenen Tarifen und kann durch einen Stromanbieterwechsel oder Wechsel des Tarifs durch den Kunden beeinflusst werden.

Strompreis in Deutschland[Bearbeiten]

Bestandteile des Strompreises[Bearbeiten]

Bestandteile des Strompreises für private Haushalte in Deutschland Jan. 2014 – Angaben von Check24 (s. unten)

Der Strompreis setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Für das Jahr 2014 gilt für private Haushalte folgende Zusammensetzung: 23,86 % Energieerzeugung und Vertrieb, 23,17 % Netzkosten, 21,71 % EEG-Umlage, 15,97 % Mehrwertsteuer, 7,13 % Stromsteuer, 6,33 % Konzessionsabgabe sowie KWK-,Offshore-, §19-Umlage und der Umlage für abschaltbare Lasten (AbLa). [3]

Stromerzeugung[Bearbeiten]

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Stromerzeuger (Elektrizitätsversorgungsunternehmen („EVUs“) und andere) produzieren Strom in Stromkraftwerken und seit einigen Jahrzehnten auch mittels Windkraftanlagen (WKA) und Photovoltaikanlagen.

Diese Anlagen haben Fixkosten und variable Kosten; ex post kann der Stromerzeuger ermitteln, wie viel ihn die Stromerzeugung gekostet hat (Kostenrechnung, Bilanz). Dabei hat er wie jeder Produzent kalkulatorische Spielräume.

Die Preise, die ein Kraftwerksbetreiber für seinen Strom erhält, werden weitgehend an Strombörsen bestimmt. Der Erzeugerpreis für in Deutschland erzeugte erneuerbare Energien (beispielsweise in Deutschland erzeugter Windstrom) ist im EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) festgelegt.

An der European Energy Exchange (EEX) (in Leipzig) wird Strom aus Deutschland, Frankreich und Österreich gehandelt; Strom aus fünf skandinavischen Ländern an der Börse Nord Pool. Spanien und Portugal, Tschechien, die Slowakei haben eine Börse; ebenso Ungarn, Italien und Slowenien.

Anfang Oktober 2013 hat die EU-Kommission den EU-Mitgliedstaaten den Vorschlag vorgelegt, eine einheitliche europäische Strombörse (siehe auch Binnenmarkt) bis Ende 2015 zu schaffen.[4][5]

Der Strompreis beinhaltet die Kosten für die CO2-Emissionsrechte und den Gewinn des Stromerzeugers.

Die Großhandelspreise für Strom bilden sich an der Strombörse nach dem Marktmechanismus (am Strommarkt Merit-Order genannt): Beginnend mit den niedrigsten Grenzkosten (Kernkraft- und Braunkohlekraftwerke), werden so lange Kraftwerke mit höheren Grenzkosten zugeschaltet (Steinkohle- und Gaskraftwerke), bis die Nachfrage gedeckt ist. An der Strombörse bestimmt das letzte Gebot, das noch einen Zuschlag erhält, den Strompreis (Market Clearing Price). Der Börsenpreis für Strom wird also durch das jeweils teuerste Kraftwerk bestimmt, das noch benötigt wird, um die Stromnachfrage zu decken. Günstige Kraftwerke kommen sowohl den Produzenten über die Differenz zwischen Kosten und Marktpreis zugute (Produzentenrente) als auch den Konsumenten über die Verdrängung teurer Kraftwerke (Konsumentenrente).

An den Strombörsen EEX und EPEX SPOT wird zwar lediglich ein Teil des kurz- und langfristig in Deutschland gehandelten Stroms gehandelt – der Preis wird aber auch für die außerbörslichen Geschäfte (OTC-Handel) als Referenz und Grundlage der Preisfindung genutzt. An der Strombörse wird der Strom in unterschiedlichen Vorlauf- und Laufzeiten gehandelt. Am Spotmarkt wird der Bedarf für den nächsten Tag mit Blockprodukten gehandelt, die den Lastgang durch Grundlast-, Spitzenlast- und Einzelstundenkontrakte abbilden. Am Terminmarkt werden die längerfristigen Lieferverträge mit Laufzeiten bis zu mehreren Jahren gehandelt.

Vermehrt treten in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern, an den Strombörsen negative Strompreise auf.[6] Das heißt also, dass für die Lieferung von elektrischem Strom nicht vom Käufer sondern vom Verkäufer bezahlt wird. Strom ist technisch nicht zu lagern, sondern muss sofort abgegeben werden. Ursache für negative Strompreise ist, dass einige Kraftwerke (insbesondere sogenannte Must-run-Kraftwerke) aufgrund von hohen An- und Abfahrkosten sowie niedrigen variablen Kosten negative kurzfristige Grenzkosten haben.[7] Das bedeutet, dass Kraftwerksbetreiber die Kosten, Strom zu negativen Preisen abzugeben, mit den Kosten ein Kraftwerk abzuschalten und später wieder neu zu starten, vergleichen.[8] Neben dem Zubau fluktuierender erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarstrom ist die geringe Steuerungsflexibilität zentraler Braunkohle- und Kernkraftwerke für das Zustandekommen negativer Strompreise verantwortlich.[9] So liefen trotz negativer Börsenstrompreise Braunkohlekraftwerke mit einer Auslastung von bis zu 73 %, bei Niedrigpreisen mit bis zu 83 % weiter. Eine Auslastung von 42 % wurde dabei nie unterschritten. Kernkraftwerke wurden zu Zeiten negativer Preise mit bis zu 96 % der installierten Leistung gefahren. Die minimale Auslastung lag bei 49 %.[10][11][12] Im ersten Halbjahr 2013 gab es 36 Stunden mit negativen Börsenstrompreisen; die Anzahl der Stunden mit negativen Strompreisen hat gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 um etwa 50 % zugenommen.[10] Im Zuge der Debatte um eine Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke (die das Kabinett Merkel II und Ende 2010 der Deutsche Bundestag beschlossen) und der Debatte um einen Atomausstieg Deutschlands (seit März 2011 = der Nuklearkatastrophe von Fukushima) wurde von KKW-Betreibern dargelegt, dass Kernkraftwerke - auch Druckwasserreaktoren - für einen Lastfolgebetrieb geeignet sind.[13] Eine im Januar 2011 erschienene Studie im Auftrag von Greenpeace weist auf Risiken und Grenzen hin.[14]

Netznutzung[Bearbeiten]

Rechtliche Grundlage für das staatlich regulierte Entgelt für den Transport und die Verteilung der Energie durch Übertragungsnetzbetreiber und die örtlichen Verteilnetzbetreiber bildet die Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV). Sie hat ab Mitte 2005 die vorherige privatrechtliche Verbändevereinbarung für Strom ersetzt. Sie ist zwischenzeitlich ergänzt worden durch die Anreizregulierungsverordnung (ARegV), die am 7. Nov. 2007 in Kraft getreten ist.

Laut Bundesnetzagentur betrug das Netznutzungsentgelt für Haushaltskunden in der Grundversorgung 2010 etwa 6 ct/kWh und somit etwa 25 % des Strompreises, wobei dies einer Verringerung von über 20 % seit 2006 entspricht.[15] Für Industriekunden, die an höhere Spannungsebenen angeschlossen sind, ist der Anteil des Netznutzungsentgeltes deutlich niedriger.

Aufgrund der Ausweitung der Netzentgelt-Vergünstigungen (§ 19 der Strom-Netzzugangs-Verordnung) vom Herbst 2011 wurden Großverbraucher deutlich von Netzentgelten entlastet. Das Entlastungsvolumen steigt von 805 Mio. Euro 2013 auf 1,1 bis 1,2 Mrd. Euro im Jahr 2014. Die hier vorgenommenen Entlastungen werden auf Privathaushalte und Kleingewerbe umgewälzt (sog. "§ 19-Umlage").[16]

Abgaben und Umlagen[Bearbeiten]

Die staatlich festgesetzten Abgaben und Umlagen auf Stromlieferungen in Deutschland machen bei Haushaltskunden derzeit (Stand Mai 2014) insgesamt rund 52 % des Strompreises aus[17] und gliedern sich wie folgt (in zeitlicher Reihenfolge ihrer Einführung):

  • Die Konzessionsabgabe ist als Entgelt für die Einräumung von Wegerechten in den Kommunen eingeführt worden. Diese Regelungen gehen auf das Energiewirtschaftsgesetz 1935 zurück, das zwischenzeitlich mehrfach novelliert, in diesem Regelungsbereich aber beibehalten wurde. Die Einnahmen sind für die Kommunen eine wesentliche Finanzquelle.
  • Die EEG-Umlage ist mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Jahr 2000 eingeführt worden. Sie gleicht den Unterschied zwischen dem Strompreis aus konventionellen und erneuerbaren Energiequellen aus. Ihre Höhe wird jährlich aus der Differenz zwischen Aufwendungen (Zahlungen an EEG-Einspeiser und zugehörige Aufwendungen) und Einnahmen (Verkauf des EEG-Stroms) ermittelt.[18] Wegen ihrer Umverteilungswirkungen und hier vor allem aufgrund der Tatsache, dass energieintensive Unternehmen mit ihrem 1 GWh/Jahr übersteigenden Stromverbrauch weitgehend von der EEG-Umlage befreit sind,[19] ist die EEG-Umlage immer wieder Gegenstand der politischen Diskussion. Zudem ist ihre Berechnung als Differenz zwischen Börsenstrompreis und gesetzlichen Vergütungen problembehaftet, da der Börsenstrompreis aufgrund des Merit-Order-Effekts mit steigender Einspeisung von erneuerbaren Energien sinkt, sodass die kalkulatorischen Differenzkosten trotz unveränderter effektiver Kostenbelastung steigen.[20]
  • Die KWK-Umlage ist mit dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) im Jahr 2002 eingeführt worden. Das Gesetz dient der Förderung der Stromerzeugung aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung.
  • Die Umlage nach § 19 Abs. 2 StromNEV (Stromnetzentgeltverordnung) ist im Jahr 2012 zum Ausgleich für Netzentgeltbefreiungen stromintensiver Unternehmen eingeführt worden.
  • Die Offshore-Haftungsumlage nach § 17f EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) ist im Jahr 2013 zur Deckung von Schadensersatzkosten eingeführt worden, die durch verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks an das Übertragungsnetz an Land oder durch langdauernde Netzunterbrechungen entstehen können.
  • Die Umlage für abschaltbare Lasten nach § 18 AbLaV (Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten) wurde im Jahr 2014 eingeführt. Die von den Übertragungsnetzbetreibern „abLa-Umlage“ genannt Umlage dient zur Deckung von Kosten abschaltbarer Lasten zur Aufrechterhaltung der Netz- und Systemsicherheit.[21]

Daneben unterliegen auch die Netznutzungsentgelte der staatlichen Regulierung.[22]

Steuern[Bearbeiten]

Zu den Steuern auf Stromlieferungen zählen in Deutschland:

  • Die Stromsteuer („Ökosteuer“) zur Förderung klimapolitischer Ziele sowie zur Absenkung und Stabilisierung des Rentenbeitragssatzes mit einem Volumen 2013 von rd. 7 Mrd. €.[17]
  • Die Mehrwertsteuer, die auf die Stromlieferung und auf alle Umlagen und Abgaben erhoben wird. Aus dem Stromverkauf wurden 2011 Mehrwertsteuereinnahmen von rd. 12,4 Mrd. € erzielt.

Darüber hinaus werden Steuern auf den Verbrauch bestimmter Primärenergieträger erhoben, etwa die Brennelementesteuer bei Kernkraftwerken, sofern von 2011 bis 2016 neue Brennelemente eingebaut werden.

Höhe des Strompreises für private Haushalte[Bearbeiten]

Die Entwicklung des Strompreises für Haushalte mit drei Personen und einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3500 kWh/Jahr ist in der folgenden Tabelle ab 1998 nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) dargestellt. Der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte ist demnach zwischen 1998 und 2014 von 17,11 auf 29,13 Cent/kWh gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von etwa 70 % bzw. durchschnittlich 3,4 % pro Jahr.

Als Kostengruppen sind in der Tabelle die Erzeugungs-, Transport- und Vertriebskosten gefolgt von den verschiedenen Abgaben und Steuern dargestellt, aus denen sich der Bruttostrompreis zusammensetzt. Die Erzeugungs-, Transport- und Vertriebskosten sind als Folge der Marktliberalisierung in den Jahren um die Jahrtausendwende zunächst gesunken, in den Folgejahren wieder gestiegen. Die KWK- und EEG-Umlage decken die Mehrkosten bei der Stromerzeugung aus Kraftwärmekopplung bzw. erneuerbaren Energien. Die Umlage nach § 19 StromNEV deckt die Mehrkosten für Netzentgeltbefreiungen.[23] Mit der Offshore-Haftungsumlage nach § 17f EnWG übernehmen die Verbraucher zu einem großen Teil Schadensersatzkosten, die durch verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks an das Übertragungsnetz an Land oder durch langdauernde Netzunterbrechungen entstehen können.[24]

Strompreisentwicklung für einen 3-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 kWh in Cent/kWh laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (Durchschnittswerte)[17]
Jahr Erzeugung,
Transport,
Vertrieb(1)
Kon-
zessions-
abgabe
Strom-
steuer


KWK-
Umlage

(2)
EEG-
Umlage

(3)
§19-
Umlage


Offshore-
Umlage

AbLa-
Umlage

Mehrwert-
steuer


Strom-
preis
Brutto
Bruttopreis inflations-
bereinigt
Basis 1998[25]
Anteil
Steuern,
Abgaben und Umlagen
1998 12,91 1,79 - - 0,08 - - - 2,33 17,11 17,11 25 %
1999 11,59 1,79 0,77 - 0,10 - - - 2,28 16,53 16,50 30 %
2000 8,62 1,79 1,28 0,13 0,20 - - - 1,92 13,94 13,73 38 %
2001 8,60 1,79 1,53 0,20 0,23 - - - 1,97 14,32 13,80 40 %
2002 9,71 1,79 1,79 0,25 0,35 - - - 2,22 16,11 15,32 40 %
2003 10,23 1,79 2,05 0,33 0,42 - - - 2,37 17,19 16,15 40 %
2004 10,82 1,79 2,05 0,31 0,51 - - - 2,48 17,96 16,70 40 %
2005 11,22 1,79 2,05 0,34 0,69 - - - 2,57 18,66 16,97 40 %
2006 11,75 1,79 2,05 0,31 0,88 - - - 2,68 19,46 17,33 40 %
2007 12,19 1,79 2,05 0,29 1,03 - - - 3,29 20,64 18,13 40 %
2008 13,01 1,79 2,05 0,19 1,16 - - - 3,46 21,65 18,44 40 %
2009 14,12 1,79 2,05 0,24 1,31 - - - 3,71 23,21 19,56 39 %
2010 13,89 1,79 2,05 0,13 2,05 - - - 3,78 23,69 19,80 41 %
2011 13,80 1,79 2,05 0,03 3,53 - - - 4,03 25,23 20,70 45 %
2012 14,17 1,79 2,05 0,002 3,59 0,15 - - 4,13 25,89 20,74 45 %
2013 14,42 1,79 2,05 0,13 5,28 0,33 0,25 - 4,60 28,84 50 %
2014 13,87 1,79 2,05 0,18 6,24 0,09 0,25 0,01 4,65 29,13 52 %
(1) Beinhaltet nicht die Kosten derjenigen erzeugten Strommenge, die nach EEG oder KWKG abgerechnet wird.
(2) Deckt einen Teil der Kosten derjenigen erzeugten Strommenge, die nach KWKG abgerechnet wird (im Jahr 2013 voraussichtlich 12,9 TWh).[26]
(3) Deckt einen Teil der Kosten derjenigen erzeugten Strommenge, die nach EEG (bis April 2000: nach dem Stromeinspeisungsgesetz) abgerechnet wird (im Jahr 2013 voraussichtlich 134,4 TWh).[27]

Abzüglich der allgemeinen Preissteigerung seit 1998 läge der Strompreis 2011 um etwa 21 % über dem Strompreis von 1998. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Preissteigerung von 1,6 % über der allgemeinen Preissteigerung.

Bei den Ausgaben der privaten Haushalte machten 2012 die Kosten für Strombezug 2,4 % aus (siehe nebenstehende Tabelle).

Ausgaben der privaten Haushalte
in Deutschland für Strom
Daten des Statistischen Bundesamtes[28]
Jahr Gesamt-
ausgaben
für Konsum[29]
davon
für Strom[30]
Anteil
Mrd. € Mrd. € %
2012 1441,3 34,0 2,4
2011 1409,8 33,0 2,3
2010 1359,5 31,0 2,3
2009 1319,2 29,4 2,2
2008 1317,3 27,5 2,1
2007 1287,4 26,9 2,1

Höhe des Strompreises für industrielle Abnehmer[Bearbeiten]

Entwicklung der Strompreise in Deutschland zwischen 2004 und 2012 für private Haushalte und Industrie[31][32][33][34]

Der durchschnittliche Strompreis für industrielle und gewerbliche Abnehmer lag 2012 in Deutschland nach Angaben des Statistischen Amts der Europäischen Union, kurz Eurostat, bei 11,6 ct/kWh (Abnahme von 20 bis 500 MWh pro Jahr) und bei 10,5 ct/kWh (Abnahme von 2.000 bis 20.000 MWh/a).[35][36] Enthalten sind die Abgaben und Steuern, die nicht auf Produktpreise umwälzbar sind. Die Mehrwertsteuer ist nicht enthalten, da sie generell im Zuge des Vorsteuerabzugs gegen gerechnet werden kann.

Die Entwicklung seit 2004 ist in der nebenstehenden Grafik dargestellt. Die Auswertungen sind von Eurostat nach 2007 grundlegend geändert worden: Seitdem werden die Daten in Gruppen angegeben, die mit der Spannweite des Stromverbrauchs gekennzeichnet sind (beispielsweise 20 bis 500 MWh/a); vorher erfolgte die Kennzeichnung anhand des Mittelwerts (beispielsweise 10.000 MWh/a).

Seit Mitte 2008 bis Ende 2012 haben sich die durchschnittlichen Strompreise für die Industrie (Sondervertragskunden) um etwa 1 Prozent erhöht. Im Vergleich dazu sind sich bei Privathaushalten (Tarifkunden) die Strompreise um 35 Prozent gestiegen. Für die Privaten stieg der Durchschnittspreis um 7 ct/kWh auf 27 ct/kWh im Jahr 2012. Bei der Industrie hingegen stieg der Preis seit 2008 nur um 0,1 ct/kWh auf 10,1 ct/kWh im Jahr 2012.[37] Zu den Gründen gehören u.a. diverse Ausnahmeregelungen bei Steuern, Abgaben und Entgelten, die sich für 2014 auf über 16,2 Mrd. Euro summieren.[38]

Im Jahr 2013 kostete eine Kilowattstunde am Spotmarkt im Schnitt 3,78 Cent. Ein Grund dafür ist die zunehmende Einspeisung Erneuerbarer Energien. In Frankreich kostete das gleiche Produkt im selben Jahr dagegen 4,3 Cent, in Italien und Großbritannien sogar 6,2 Cent. In den Vereinigten Staaten steigen die Börsenstrompreise seit dem Jahr 2012 wieder an und liegen in manchen Regionen ebenfalls über dem deutschen Niveau. Auch die Strompreise im außerbörslichen Handel werden immer günstiger. Für die Jahre 2015 bis 2017 kostet der Strom bei direkten Lieferverträgen laut dem Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) zwischen 2,68 und 4,28 Cent pro Kilowattstunde.[39][40]

Strompreis in der politischen Diskussion[Bearbeiten]

Strompreisentwicklung für Privathaushalte (rot) und Preisentwicklung an der Strombörse (grün). Daneben für Gewerbe- und Sonderkunden. Bezugsgröße sind die Strompreise im Jahre 2005

In der Diskussion um die Strompreise steht die starke Preissteigerung der letzten Jahre häufig im Vordergrund, als deren Ursache häufig auf die Förderung der Erneuerbaren Energien durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verwiesen wird. Die damit zusammenhängende EEG-Umlage macht derzeit 14,2 % des Strompreises aus. Die Preiserhöhungen haben sich in den letzten Jahren auch in den Erzeugungs-, Transport- und Vertriebskosten sowie in der Stromsteuer und Umsatzsteuer ergeben (s. Tab. und Grafik Durchschnittlicher Strompreis für einen 3-Personen-Haushalt in Deutschland). Auf der anderen Seite führen die Erneuerbaren Energien zu einem preissenkenden Effekt an der Strombörse durch den so genannten Merit-Order-Effekt.[41] Nach einer Studie des Fraunhofer ISI führte Strom aus regenerativen Energien im Jahr 2010 zu einer Dämpfung des Börsenstrompreises um gut 0,5 ct/kWh, was einer Gesamtentlastung in Höhe von rund 2,8 Milliarden Euro entspricht. Da stromintensive Branchen von der EEG-Umlage befreit sind, aber vom sinkenden Börsenstrompreis profitieren, ziehen sie im Saldo wirtschaftliche Vorteile aus der Energiewende.[42] Die Strompreise für die Industrie lagen daher im Jahr 2011 unter dem Niveau der vorhergehenden vier Jahre.[43][44]

In der politischen Diskussion meldeten sich zahlreiche Stimmen zu Wort:

  • Die Expertenkommission zum Monitoring-Bericht der Bundesregierung stellte 2012 fest: „Der Anstieg der Kosten für Elektrizität verlief in der aggregierten Sichtweise für den Zeitraum bis einschließlich 2011 nicht so dramatisch wie in der Öffentlichkeit oft dargestellt. Der Anteil der Ausgaben für Elektrizität am nominalen Bruttoinlandsprodukt liegt mit 2,5 % im Jahr 2011 auf dem Niveau von 1991.“[45]
  • Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) veröffentlichte im November 2012 ein 40-seitiges "Faktenpapier Strompreise in Deutschland".[46]
  • Eine Umfrage von TNS Emnid im Auftrag von Germanwatch ermittelte im Januar 2013, dass über zwei Drittel der Deutschen bereit sind, höhere Energiepreise zu akzeptieren, wenn sie der Energiewende dienen.[47]
  • Das Öko-Institut erwartet für 2014 sinkende Haushaltsstrompreise trotz steigender rechnerischer EEG-Umlage. Gründe sind der Merit-Order-Effekt und damit verbundene sinkende Börsenstrompreise sowie die niedrigen CO2-Preise im Emissionshandel. „Die Ergebnisse zeigen, dass allein der Blick auf die EEG-Umlage nicht ausreicht, um die entscheidende Frage zu beantworten: Wie wirkt sich die Förderung erneuerbarer Energien auf die Kosten der Stromversorgung aus?“, so das Institut. Die Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage bilde nach seinen Analysen einen weitaus besseren Indikator für die Bewertung der Strompreisentwicklung. Die Weitergabe dieser fallenden Systemkosten an die Kunden erweise sich damit als eine der wesentlichen, aber politisch weitgehend ignorierten Herausforderungen.[20]
  • Der Bundesverband Erneuerbare Energie stellte fest, dass die gestiegenen Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien zu einem großen Teil nicht den direkten Förderkosten anzulasten seien, sondern den ausgeweiteten Ausnahmeregelungen für die Industrie, den gesunkenen Börsenstrompreisen (wodurch die Differenz zu den nominalen Förderkosten größer ausfällt) sowie durch die neue Marktprämie und die Liquiditätsreserve.[48][49] Vertreter der Erneuerbaren-Energien-Branche argumentierten zudem unter Hinweis auf den preisdämpfenden Effekt der erneuerbaren Energien an der Strombörse, erneuerbare Energien würden die Strompreise nicht deutlich erhöhen, insbesondere nicht für die Industrie.[50] Netto werde die Industrie durch den Merit-Order-Effekt sowie Ausnahmeregelungen durch die Erneuerbare-Energien-Förderung erheblich entlastet statt belastet.[51] Zudem wurden die verbrauchsintensive Industrie rückwirkend zum Jahresbeginn 2011 von den Netzkosten ausgenommen, wodurch 2013 rund 800 Mio Euro zusätzlich von den übrigen Verbraucher getragen werden müssen.[52]
  • Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen kritisierte die Preiserhöhungen der Stromkonzerne als ungerechtfertigte Mehrerlöse zulasten der Stromkunden, die durch gestiegene Beschaffungskosten oder gestiegen Förderkosten für erneuerbare Energie nicht nachvollziehbar seien. Hierzu gab die Fraktion mehrere Gutachten in Auftrag.[53] Zudem kritisierten die Grünen die Verteilung der Kosten zulasten der Privatverbraucher und forderten, das Erneuerbare-Energien-Gesetz zu reformieren.[54]
  • Der Bundesverband Windenergie schrieb im Oktober 2013 (als Reaktion auf die 2014 um fast 1 ct/kWh steigende EEG-Umlage), vom Strompreis für Endverbraucher (über 25 ct/kWh) gehe 2014 nur 0,25 Cent je kWh (knapp 1 Prozent) in die Förderung der Windenergie an Land.[55]
  • Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärte im August 2010, die Stromunternehmen stünden in einem harten Wettbewerb um Kunden: „Keiner kann es sich erlauben, überhöhte Preise zu verlangen“. Er forderte die Politik auf, auch öffentlich Verantwortung für die steigenden Staatslasten auf die Strompreise zu übernehmen.[56] Nach Angaben des BDEW wird der Anteil der staatlichen Steuern und Abgaben am Strompreis für Privatkunden im Jahr 2013 erstmalig auf 50 Prozent ansteigen. Gründe dafür seien die stark gestiegene EEG-Umlage und steigende Netzentgelte, die wiederum zur Erhöhung weiterer staatlich festgelegter Preisbestandteile führen.[57]
  • Die industrienahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft warnte vor einer „Deindustrialisierung Deutschlands“, wobei insbesondere die besonders energieintensiven Branchen wie die Aluminiumindustrie und die Papierindustrie abwandern würden.[58] Die zivilgesellschaftliche Organisation Campact nahm dies zum Anlass für eine Gegenkampagne und verwies auf die umfangreichen Sonderregelungen für Industrieunternehmen sowie auf gesunkene Börsenstrompreise.[59][60] So hat beispielsweise der Aluminiumhersteller Norsk Hydro angekündigt, die Produktion in Deutschland aufgrund günstiger Strombeschaffungskosten wieder zu verdreifachen, nachdem die Produktion 2009 angeblich vor allem wegen hoher Stromkosten auf Notbetrieb gedrosselt wurde.[61]
  • Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) kam in einer Studie vom Frühjahr 2012 zu der These, dass Warnungen vor Strompreisexplosionen aufgrund der Energiewende übertrieben seien; es gebe ähnlich viele preissteigernde wie -senkenden Faktoren.[62]
  • Verbraucherzentralen kritisierten, immer mehr ärmere Haushalte würden von steigenden Energiepreisen getroffen. So wurde im Jahr 2010 über drei Millionen Mal die Zahlung von Stromrechnungen angemahnt. 340.000 Haushalten sei die Sperrung des Anschlusses angedroht worden, 62.000 Kunden sei der Strom tatsächlich abgestellt worden. Preiserhöhungen bei Strom und Gas in Höhe von durchschnittlich 15 Prozent hätten Energie für viele Haushalte in den vergangenen beiden Jahren „zur unbezahlbaren Ware werden lassen“.[63]
  • Bundesumweltminister Peter Altmaier kritisierte im November 2012 die geplanten Strompreiserhöhungen in Deutschland um durchschnittlich zwölf Prozent als teilweise ungerechtfertigt: „Viele Stromversorger liegen mit ihrer Erhöhung deutlich über der Erhöhung der Erneuerbare-Energien-Umlage“ … „Das ist schwer zu verstehen, weil die Börsenstrompreise seit dem letzten Jahr auf breiter Front gesunken sind“.[64]
  • Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) legte im Januar 2013 im Auftrag der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen eine Analyse der Börsenstrompreise im europäischen Vergleich vor, der zufolge sich die Wettbewerbssituation großer und stromintensiver Unternehmen seit 2007 verbessert hat. Der für Großabnehmer maßgebliche Strompreis an der deutschen Strombörse ist demnach zwischen Januar 2008 und Oktober 2012 um 22 Prozent gesunken. Eine Ursache dafür sei der so genannte Merit-Order-Effekt der Erneuerbaren Energien, ein komplexer Preisbildungsmechanismus. Die durchschnittlichen deutschen Industriestrompreise inklusive Steuern und Abgaben lägen zwar etwas höher als in den meisten Ländern Europas. Dies sei aber kein Phänomen der Energiewende, sondern traditionell so.[65] Im März 2013 legte der FÖS eine weitere Auftragsstudie der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen vor, welche die Förderkosten für erneuerbare Energien, die vermiedenen Kosten für fossile Energien, die Kostendämpfung an der Strombörse und vermiedene Umweltschadenskosten gegenüberstellt. Demzufolge zeichne sich eine volkswirtschaftlich positive Bilanz der Energiewende ab 2030 ab.[66] Die Ausnahmeregelungen für die Industrie berechnete der FÖS auf ein Volumen von mind. 16,2 Mrd. € im Jahr 2014.[38]
  • Der Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung forderte im Februar 2013 mehr Weitsicht in der Strompreisdebatte, die „unter Schieflagen“ leide und nicht nachhaltig sei. Die Energiewende sei nur für einen Teil der Kostensteigerungen verantwortlich; oft werde aber sie allein dafür verantwortlich gemacht.[67]
  • Greenpeace forderte im August 2013 eine "Abzockbremse" gegen überhöhte Strompreise. In einem ersten Schritt sollen die Kartellbehörden untersuchen, ob Energiekonzerne oder Stadtwerke mit ihren Grundversorgungstarifen eine marktbeherrschende Stellung missbrauchen. Zweitens sollen die Standardtarife vorab staatlich geprüft werden, wie es bis 2007 gesetzlich gehandhabt wurde. Drittens sollen die Ausnahmeregelungen für die Industrie zurückgefahren werden.[68]
  • Angesichts stetig steigender Strompreise wurde im November 2012 eine Online-Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht, die bezahlbaren und nachhaltigen Strom fordert. Die Petition unterstützt eine sofortige Senkung des staatlichen Anteils (derzeit ca. 50 %[17]) am Strompreis sowie die Förderung von Forschungsarbeiten zur Stromerzeugung und Speicherung; sie will dabei keine Technologie bevorzugen. Die erforderliche Zahl von 50.000 Mitunterzeichnern wurde knapp nicht erreicht.[69]
  • Laut einer Studie der Verbraucherzentrale NRW sind im Zeitraum 2010 bis 2014 die Einkaufspreise für Strom im Schnitt um etwa ein Viertel gesunken. Tatsächlich haben die Energiekonzerne die Preise für die Endkunden in diesem Zeitraum um 23 Prozent erhöht und begründen dies mit den Kosten der Energiewende wie Ökostromumlage und Netzentgelte. Der Branchenverband BDEW wiederholte eine solche Aussage erst Mitte September 2014 in einer Pressemitteilung. Insbesondere RWE und Eon haben deutlich die Strompreise erhöht wogegen kleine Versorger wie die Stadtwerke Oerlinghausen im gleichen Zeitraum ihren Stromtarif deutlich gesenkt haben.[70]

Strompreis in der EU und der Eurozone[Bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten]

Die Strompreise in Europa werden vom Statistischen Amt der Europäischen Union, kurz Eurostat, erfasst, ausgewertet und monatlich veröffentlicht.[71][72] Diese Daten werden in regelmäßigen Abständen zusammengefasst und analysiert, wie im aktuellen, im Mai 2012 erschienenen Bericht „Statistics Explained Archive Vol. 4 — Agriculture, environment, energy and transport statistics“ (ausgewerteter Sachstand 1. Halbjahr 2011).[73]

Der durchschnittliche Strompreis lag 2012 nach Angaben von Eurostat in der Europäischen Union (EU) (27 Staaten)

  • für Haushaltskunden bei 18,4 ct/kWh (inkl. Steuern und Abgaben),[74]
  • für Industriekunden bei 11,7 ct/kWh (ohne umwälzbare Steuern und Abgaben).[75]

Dieser Endpreis umfasst alle kostenwirksamen Anteile, neben dem Stromlieferpreis (Erzeugung und Netznutzung) damit die Abgaben, Umlagen und Steuern, die beim Kunden verbleiben und nicht erlassen, erstattet oder gegengerechnet werden.[73] Für Privatkunden sind dies alle Abgaben und Steuern einschließlich der Mehrwertsteuer. Für Industriekunden entfällt die Mehrwertsteuer, da sie generell im Zuge des Vorsteuerabzugs gegen gerechnet werden kann. Darüber hinaus gelten in den Ländern der EU unterschiedliche Regelungen für die zu zahlenden Abgaben und Umlagen.[73]

Eurostat ermittelt auch den mittleren Strompreis in der Eurozone (17 Staaten). Für beide Verbrauchergruppen ergibt sich ein etwas höheres Preisniveau: Der Durchschnitt des Strompreises lag 2012 in der Eurozone

  • für Privatkunden bei 19,34 ct/kWh (inkl. Steuern und Abgaben),[71]
  • für Industriekunden bei 12,4 ct/kWh (ohne umwälzbare Steuern und Abgaben).[72]

Laut einer Studie der EU nahm von 2000 bis 2013, wegen der gestiegenen Strompreise, der Anteil der Industrie am BIP von 18 % auf 15 % ab.[76]

Erfassungsmethode und Begriffe[Bearbeiten]

Als Haushaltskunden werden von Eurostat Privatverbraucher mit einem jährlichen Stromverbrauch zwischen 500 und 5000 kWh/a erfasst. Die Erhebungen erfolgen für fünf unterschiedliche Haushaltstypen, um die Bandbreite der Tarifarten und die Unterschiede im Jahresverbrauch einzubeziehen. Der EU-weite Mittelwert wird anhand des nationalen Stromverbrauchs im Privatsektor (Basisjahr derzeit 2009) durch statistische Gewichtung errechnet.[73] Als Industriekunden werden Betriebe mit einem jährlichen Stromverbrauch zwischen 500.000 und 2.000.000 kWh/a erfasst. Die Erhebungen sind verbindlich durch den Beschluss der EU-Kommission 2007/394/EG geregelt.[77] Die Bandbreite der unterschiedlichen Tarife und Verbrauchshöhen wird in diesem Sektor durch sieben verschiedene Gruppen erfasst. Die Hochrechnung zum EU-weiten Mittelwert erfolgt wie bei den Privatkunden durch Gewichtung des nationalen Verbrauchs im Industriesektor.

Einzelheiten zum Strompreisvergleich in der Eurozone[Bearbeiten]

Entwicklung der Strompreise in Europäischen Union,
Quelle: Eurostat, Zeitreihe nrg_pc_204.

Für Privatkunden wurden 2011 in der Eurozone die höchsten Strompreise in Deutschland (25,3 ct/kWh), Zypern (24,1 ct/kWh) und Belgien (21,2 ct/kWh) festgestellt, die niedrigsten in Griechenland (12,4 ct/kWh) und Estland (10,4 ct/kWh). Die Preisspanne liegt bei rund dem Zweifachen. Der Anteil von Steuern und Abgaben (bezogen auf den Endpreis) bei der Stromlieferung an Privathaushalte liegt im Mittel bei 32 % und reicht von rd. 45 % in Deutschland bis knapp 5 % in Malta.[71]

Für Industriekunden wurden 2011 in der Eurozone die höchsten Strompreise in Zypern (24,1 ct/kWh) und Italien (19,1 ct/kWh) festgestellt, die niedrigsten in Finnland (9,7 ct/kWh) und Estland (9,1 ct/kWh). Die Preisspanne liegt bei knapp dem Dreifachen. Deutschland liegt beim durchschnittlichen Strompreis der Industriekunden im Mittelfeld der Eurozone,[72] obwohl aufgrund statistischer Erhebungsprobleme (u.a. Ausnahmeregelungen Eigenstromverbrauch, überhöhte Schätzwerte EEG-Umlage) die Industriestrompreise in Deutschland von Eurostat überzeichnet angegeben werden.[78] Auch Daten des deutschen Statistikamtes Destatis zu den tatsächlichen Stromkosten unterschiedlicher Branchen weisen eine sehr große Bandbreite auf. Der Anteil von Steuern und Abgaben (bezogen auf den Endpreis; ohne umwälzbare Steuern) bei der Stromlieferung an Industriekunden liegt im Mittel bei 20 % und reicht von 30 % in Deutschland und 28 % in Italien bis 2,6 % in Irland und 0 (keine Abgaben oder Steuern) in Malta.[72]

Laut dem Preisindex des Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) gingen die Strompreise für energieintensive Unternehmen seit 2011 zurück und sind 2013 auf dem Stand von 2005. Nach Angaben der KfW-Bankengruppe ist der Strompreis (inklusive aller Steuern und Abgaben) zwischen 2008 und 2012 im EU-weiten Durchschnitt um fünf Prozent gestiegen, während der Strompreis in Deutschland im gleichen Zeitraum für die Industrie um 4,8 Prozent gestiegen ist. Laut KfW habe die deutsche energieintensive Industrie von der Energiewende aufgrund sinkender Börsenstrompreise (Merit-Order-Effekt) profitiert „Ein Wettbewerbsnachteil im EU-Vergleich scheint deshalb nicht offensichtlich.“, so die KfW.[79][80] Laut einer im Juni 2013 vorgelegten Analyse des Öko-Instituts bezog die energieintensive Industrie in Deutschland im Jahr 2012 so günstig Strom wie zuletzt Anfang 2005. Darüber hinaus ist der Strompreis für die energieintensive Industrie in Deutschland seit 2007 geringer gestiegen als in der Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten. Insbesondere die energieintensive Industrie komme in den Genuss verschiedener abgabenrechtlicher Privilegierungen. Dazu gehören u.a. die weitgehende Befreiung von Netznutzungsentgelten und der EEG-Umlage, die Kompensation für den CO2-Preisbestandteil des Stromgroßhandelspreises und die kostenlose Zuteilung im EU-Emissionshandel.[81]

Im Januar 2014 kündigte eine niederländische Aluminiumhütte ihre Schließung an, da sie aufgrund des billigen Industriestroms in Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig sei.[82] Dagegen entschied sich die Hydro Aluminium, seine Produktion am Standort Grevenbroich deutlich auszuweiten.[83] Der französische Industrieverband Uniden forderte im März 2014 von der französischen Regierung eine Preisbegrenzung für Atomstrom, da die Stromkosten für große industrielle Abnehmer in Deutschland bald um 35% niedriger lägen als in Frankreich.[84] Laut dem deutschen Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) lagen die Stromkosten für industrielle Abnehmer Anfang 2014 auf dem Niveau von zehn Jahren zuvor.[85]

Strompreis in Österreich[Bearbeiten]

Die Strompreise in Österreich werden vom Statistischen Amt der Europäischen Union, kurz Eurostat veröffentlicht.[71][72] In regelmäßigen Abständen werden diese Daten zusammengefasst und EU-weit analysiert, wie im aktuellen, im Mai 2012 erschienenen Bericht „Statistics Explained Archive Vol. 4 — Agriculture, environment, energy and transport statistics“ (ausgewerteter Sachstand 1. Halbjahr 2011).[73]

Der durchschnittliche Strompreis in Österreich lag 2012 nach Angaben von Eurostat

  • für Haushaltskunden bei 19,65 ct/kWh (inkl. Steuern und Abgaben),[86]
  • für Industriekunden bei 11,09 ct/kWh (ohne umwälzbare Steuern und Abgaben).[87]

Dieser Endpreis umfasst alle kostenwirksamen Anteile, neben dem Stromlieferpreis (Erzeugung und Netznutzung) damit die Abgaben, Umlagen und Steuern, die beim Kunden verbleiben und nicht erlassen, erstattet oder gegengerechnet werden.[73] Für Privatkunden sind dies alle Abgaben und Steuern einschließlich der Mehrwertsteuer. Für Industriekunden entfällt die Mehrwertsteuer, da sie generell im Zuge des Vorsteuerabzugs gegen gerechnet werden kann.[73]

Strompreis in der Schweiz[Bearbeiten]

Die Strompreise in der Schweiz werden vom landesweiten Dachverband der Elektrizitätsunternehmen, dem Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), veröffentlicht.[88] Der durchschnittliche Strompreis in der Schweiz lag 2012 einschließlich der Steuern und Abgaben demnach

  • für Haushaltskunden mit einem Verbrauch von 2500 kWh/a bei 22,91 Rp./kWh (Rappen je kWh)
  • für Haushaltskunden mit einem Verbrauch von 4500 kWh/a bei 18,87 Rp./kWh
  • für Gewerbekunden mit einem Verbrauch von 150.000 kWh/a bei 18,13 Rp./kWh
  • für industrielle Kunden mit einem Verbrauch von 1.500.000 kWh/a bei 14,83 Rp./kWh.[89]

Strompreis in Großbritannien[Bearbeiten]

Der britische Energieversorger British Gas will ab Mitte 2014[veraltet] den Strom an Samstagen kostenlos anbieten, um Privatkunden dazu zu animieren, während der Woche weniger Elektrizität zu verbrauchen.[90]

Stromtarife[Bearbeiten]

Struktur von Stromtarifen[Bearbeiten]

Stromtarife für Privathaushalte und Kleingewerbe werden aus einem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis (entsprechend der genutzten Strommenge (kWh)) und einem festen, verbrauchsunabhängigen Bereitstellungs- und Verrechnungspreis (umgangssprachlich: Grundpreis) gebildet. Bei Großkunden kommt zusätzlich ein Leistungspreis für die maximal beanspruchte elektrische Leistung im Abrechnungszeitraum hinzu. Mit diesem Grundsystem bieten die Energieversorgungsunternehmen unterschiedliche Tarife an, die nach Leistungsbedarf und Stromverbrauch gestaffelt sind.

Grundversorgung[Bearbeiten]

Energieversorgungsunternehmen sind verpflichtet Tarife anzubieten, zu denen jedermann das Recht hat, mit elektrischer Energie beliefert zu werden. Diese Tarife wurden in der Vergangenheit als die sogenannten „Allgemeinen Tarife“ bezeichnet. Diese Tarife unterlagen gemäß der Bundestarifordnung Elektrizität bis Mitte 2007 der Genehmigung durch die zuständigen Landesbehörden und mussten dort von den Energieversorgungsunternehmen beantragt werden. Nach der Neufassung des Energiewirtschaftsgesetzes werden sie in § 39 EnWG als „Allgemeine Preise“ bezeichnet. Durch den Bezug von Elektrizität kommt automatisch ein Liefervertrag zu den „Allgemeinen Preisen“ zustande. Er hat eine Kündigungsfrist von einem Monat zum Monatsende.

Stromdiscounter[Bearbeiten]

Hauptartikel: Stromdiscounter

Stromdiscounter bieten tatsächlich oder vermeintlich vergleichsweise günstigen Strom an. Oftmals optimieren Stromdiscounter ihre Preise für Preisvergleichsportale im Internet und gewinnen auch dort ihre Kunden.

Verträge für Haushalte[Bearbeiten]

Stromlieferverträge für Haushalte bestehen in der Regel aus einer Kombination von Arbeits- und Grundpreis. Nach Ansicht der Energieversorger ist dieses zweigliedrige Tarifsystem für den Verbraucher verständlicher als mehrgliedrige Gewerbe- und Sonderverträge und einfach nachvollziehbar. Es werden auch Tarife angeboten, die nur aus dem Arbeitspreis bestehen.

Arbeitspreis (verbrauchsabhängig)
Dies ist das Entgelt je verbrauchter Einheit an elektrischer Arbeit, angegeben als Euro (oder umgerechnet in Cent) pro Kilowattstunde (€/kWh). Das zu zahlende Arbeitsentgelt (in €) ergibt sich aus den verbrauchten Einheiten (kWh) multipliziert mit dem Arbeitspreis (€/kWh).
Bereitstellungs- und Verrechnungspreis (verbrauchsunabhängiger Grundpreis)
Der Bereitstellungspreis dient dazu, die Kosten für die Lieferbereitschaft zu decken. Der Verrechnungspreis wird zur Kostendeckung der Messeinrichtung (Zähler und Zubehör), der Verbrauchsmessung (Ablesung) sowie der Rechnungsstellung und des Inkassos angesetzt. Die Abrechnung erfolgt pro Monat oder Jahr, zumeist aber taggenau.
Variable Strompreise
Ab dem Jahr 2011 ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Stromanbieter Variable Tarife anbieten (§ 40 Abs. 5 EnWG). Durch die digitalen Stromzähler (verpflichtender Einbau sog. Smart Meters ab 2010 in Neubauten und renovierten Altbauten) wird gleichzeitig eine Visualisierung des Stromverbrauches möglich sein. Diverse (Forschungs-) Projekte beschäftigen sich mit dieser Lösung, die den sensibilisierten Verbrauchern durch verfeinerte Gerätesteuerungen weitergehende Lösungen bieten könnten, um den Stromverbrauch bzw. die Stromkosten zu senken.

Die Energieversorgungsunternehmen bieten eine breite Palette von Tarifen an und reagieren damit auf rechtliche Anforderungen und Kundenwünsche. Neben unterschiedlichen Arten der Abrechnung (Verhältnis von verbrauchsabhängigem Arbeitspreis zum festen Bereitstellungs- und Verrechnungspreis) werden unterschiedliche Herkunftsbereiche des Stroms angeboten (konventionelle Kraftwerke, Erneuerbare Energiequellen „Ökostrom“ oder auch ein Strom-Mix). Die Versorgung der Haushalte, und somit zahlreiche Vorgaben zum Beispiel bei der Tarif-, Vertrags- und Rechnungs-Gestaltung, werden durch das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) Teil 4 Energielieferung an Letztverbraucher[91] gemacht. So ist die Liste der dort vorgeschrieben Rechnungsdetails lang und eine 5-seitige Stromrechnung keine Seltenheit. Hintergrundinformationen zur Stromrechnung für Privathaushalte bietet die Agentur für Erneuerbare Energien unter dem Blickwinkel der Kosten der Ökostrom-Förderkosten und der externen Kosten.[92]

Gewerbetarife[Bearbeiten]

Auch Gewerbetarife bestehen üblicherweise aus einer Kombination von Arbeitspreis (verbrauchsabhängig) und Grundpreis (verbrauchsunabhängig), wobei sich der Grundpreis in einen Verrechnungspreis und einen festen Leistungspreis aufgliedern kann. Der Verrechnungspreis beinhaltet die Kosten für die Messeinrichtung, die Verbrauchsmessung sowie die Rechnungsstellung und das Inkasso. Der Leistungspreis deckt die Kosten für die Lieferbereitschaft ab.

Sonderverträge[Bearbeiten]

Für gewerbliche und industrielle Stromverbraucher werden individuell abgestimmte Sonderverträge abgeschlossen, meist mit Laufzeiten von einem bis mehreren Jahren.

Die Strompreise dieser Sonderverträge unterliegen nicht der Preiskontrolle der Landesbehörden sondern dem Wettbewerb auf dem Strommarkt. Die Preisregelung ist im Vergleich zu Haushalts- und Gewerbetarifen umfangreicher. Der maximale Leistungsbedarf kommt als Abrechnungsgröße hinzu. Dazu erfolgt für Verbraucher mit einem Strombedarf über 100.000 kWh/Jahr die registrierende Leistungsmessung, die den höchsten Leistungsbedarf (gemessen als kW) eines Abrechnungszeitraums erfasst.

Die Preisregelung von Sonderverträgen für gewerbliche und industrielle Stromverbraucher beinhaltet:

  • Arbeitspreis (verbrauchsabhängig)
  • Leistungspreis (verbrauchsabhängig): Entgelt für den höchsten Leistungsmittelwert eines Abrechnungszeitraum, Abrechnungseinheit €/kW
  • Grund- und Messpreis (verbrauchsunabhängig)
  • Blindmehrarbeit (verbrauchsabhängig) Berechnung, sofern keine ausreichende Blindleistungskompensation vorhanden ist.

Abrechnungsbeispiele für Stromtarife[Bearbeiten]

Singlehaushalt[Bearbeiten]

Die Abrechnung des Stromverbrauchs nach einem typischen Haushaltstarif (Grundversorgung) ist im folgenden Beispiel für den Ablese-Zeitraum 23. September 2007 bis 21. September 2008 dargelegt. Aufgeführt sind die wesentlichen Tarifbestandteile. Innerhalb des Abrechnungszeitraums sind demnach zum 1. Januar 2008 die Vergütungssätze angehoben worden. Die erforderliche Unterteilung des Abrechnungszeitraums erfolgt zeitanteilig.

Verbrauchsermittlung
Sparte Zähler-Nr. ZW* Datum Zählerstand Art** Verbrauch Faktor Abzurechnender
Verbrauch
Strom S00985632 ET 23.09.2007 8270 01A
31.12.2007 8640 02S
21.09.2008 9370 01A 1100 1 1100 kWh
Betragsermittlung
Tarif Zone Zeitraum Menge Tage Preis Betrag (€)
Arbeitspreis (2007) 1 23.09.07–31.12.07 370 0,142500 €/kWh 52,73
Arbeitspreis (2008) 1 01.01.08–21.09.08 730 0,147500 €/kWh 107,68
Bereitstellungspreis (2007) 1 23.09.07–31.12.07 1 100 35,00 €/Jahr 9,59
Bereitstellungspreis (2008) 1 01.01.08–21.09.08 1 264 40,00 €/Jahr 28,93
Verrechnungspreis (2007) 1 23.09.07–31.12.07 1 100 25,00 €/Jahr 6,85
Verrechnungspreis (2008) 1 01.01.08–21.09.08 1 264 30,00 €/Jahr 21,70
Stromsteuer 1 23.09.07–21.09.08 1100 0,020500 €/kWh 22,55
Nettosumme Strom 250,03
Umsatzsteuer (19 %) 47,51
Bruttogesamtsumme 297,54

*Legende zu ZW (Zählwerk):
ET – Eintarifzähler, DT – Doppel- oder Zweitarifzähler
**Legende zu Art (Ablesegrund):
01 Turnusablesung, 02 Abgrenzung, S geschätzt, A abgelesen.

Der angegebene Arbeitspreis enthält unter anderem das Netznutzungsentgelt für den Transport des Stroms, die Konzessionsabgabe und die Umlagen nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz sowie dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Das Netznutzungsentgelt wird gesondert ausgewiesen, die übrigen Umlagen meist nicht. Auf der Rechnung muss die Energieträgerverwendung angegeben werden, also die Erzeugungsart des Stroms.

Sondervertragskunde[Bearbeiten]

Die Abrechnung des Stromverbrauchs für einen typischen Großkunden nach einem Tarif mit Monatsleistungspreis ist im folgenden Beispiel für den Ablese-Zeitraum Juni 2007 dargelegt. Die grundlegenden Abrechnungsgruppen sind Wirkarbeit, Leistung und Blindarbeit, die Wirk- und Blindarbeit ist in Hochtarif- (HT, tagsüber) und Niedrigtarifzeiten (NT, nachts) unterteilt.

Verbrauchsermittlung für Zählpunkt DE 000815 01815 00000000000000000815
ZW* von bis Zählerstand
alt
Zählerstand
neu
Differenz Wandler-
faktor
Verbrauch
WHT 01.06.2007 30.06.2007 130.409,25 144.622,03 14.212,78 40 568.512 kWh
WNT 01.06.2007 30.06.2007 143.194,60 156.836,54 13.641,94 40 545.677 kWh
LSTG 01.06.2007 30.06.2007 35,398 82,348 46,950 40 1878,4 kW
BHT 01.06.2007 30.06.2007 11.697,06 13.573,46 1876,40 40 75.056 kVArh
BNT 01.06.2007 30.06.2007 12.949,73 14.470,01 1520,28 40 60.811 kVArh
Betragsermittlung für Zählpunkt DE 000815 01815 00000000000000000815
Bezeichnung von bis Verbrauch Preis Betrag (€)
Leistungspreis 01.06.2007 30.06.2007 1878,4 kW 5,50000 €/kW 10.331,20
Arbeitspreis HT 01.06.2007 30.06.2007 568.512 kWh 0,07430 €/kWh 42.240,44
Arbeitspreis NT 01.06.2007 30.06.2007 545.667 kWh 0,04430 €/kWh 24.173,05
KWKG 01.06.2007 30.06.2007 8333 kWh 0,00289 €/kWh 24,08
KWKG (vergünstigt) 01.06.2007 30.06.2007 1.105.856 kWh 0,00050 €/kWh 552,93
EEG 01.06.2007 30.06.2007 1.114.189 kWh 0,00880 €/kWh 9.804,86
Stromsteuer 01.06.2007 30.06.2007 1.114.189 kWh 0,02050 €/kWh 22.840,87
Messpreis 01.06.2007 30.06.2007 30 Tage 960 €/ 365 Tage 78,90
Trafomiete 01.06.2007 30.06.2007 30 Tage 1424 €/ 365 Tage 117,04
Blindmehrarbeit 01.06.2007 30.06.2007 0 kVArh 0,01090 €/kVArh 0,00
Nettobetrag 110.163,73
Umsatzsteuer (19 %) 20.931,11
Rechnungsbetrag 131.094,84

*Legende zu ZW (Zählwerk):
WHT – Wirkarbeit Hochtarif, WNT – Wirkarbeit Niedertarif, LSTG – Leistung, BHT – Blindarbeit Hochtarif, BNT – Blindarbeit Niedertarif

Der angegebene Arbeitspreis enthält bereits die Kosten für die Netznutzung sowie die Konzessionsabgabe. Die Kosten für die Netznutzung werden in diesem Zusammenhang gesondert ausgewiesen. Auf der Rechnung muss die Energieträgerverwendung angegeben werden, also die Erzeugungsart des Stroms.

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Strompreis – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten]

  •  Agentur für Erneuerbare Energien (Hrsg.): Industrie profitiert vom strompreissenkenden Effekt der Erneuerbaren Energien. In: Renews Kompakt. 25. April 2012 (Online als PDF, 1,1 MB, abgerufen am 22. Juli 2013).
  •  Agentur für Erneuerbare Energien (Hrsg.): Haushaltsstrompreise und Erneuerbare Energien. In: Renews Kompakt. 1. Oktober 2012 (Online als PDF, 1,3 MB, abgerufen am 22. Juli 2013).
  •  Uwe Dankert: Wie Sie Ihre Stromkosten spürbar senken. Leicht gemacht, Geld und Ärger gespart! (= Franzis do it yourself - im Haus. Band 7). 2. aktualisierte Auflage. Franzis, Poing 2008, ISBN 978-3-7723-4226-4.
  •  Uwe Dankert: Das inoffizielle Billigstrom-Buch. Hier steht, was die Konzerne nicht verraten …. Franzis, Poing 2008, ISBN 978-3-7723-4187-8.
  •  Swantje Küchler, Bettina Meyer, Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (Hrsg.): Was Strom wirklich kostet. Vergleich der staatlichen Förderungen und gesamtgesellschaftlichen Kosten konventioneller und erneuerbarer Energien. Langfassung, überarbeitete und aktualisierte Auflage. (online als PDF, 556 kB, abgerufen am 30. Januar 2013).
  •  Felix Matthes: Aktuelle Stromkosten für die energieintensiven Industrien in Deutschland. Berlin 23. Juni 2013 (online als PDF, 261 kB, abgerufen am 22. Juli 2013).
  •  Lukas Emele: Entwicklung der Strompreise im Verhältnis zur Kaufkraft und Abhängigkeit der Strompreise von den Primärenergiekosten im Untersuchungszeitraum 1950 bis heute. Rottenburg am Neckar Juni 2009 (Projektarbeit an der HFR Rottenburg in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg, online als PDF, 2,7 MB, abgerufen am 19. August 2012).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Amt der Europäischen Union (Eurostat): Electricity prices for domestic consumers, from 2007 onwards - bi-annual data Strompreise der privaten Haushalte,nach 2007 (halbjährliche Angaben), abgerufen 17. August 2013.
  2. Statistisches Amt der Europäischen Union (Eurostat): Electricity prices for domestic consumers, from 2007 onwards - bi-annual data Strompreise der industriellen Abnehmer, nach 2007 (halbjährliche Angaben), abgerufen 17. August 2013.
  3. check24.de 1/2014 Zusammensetzung des Strompreises in 2014
  4. FAZ 25. September 2013: EU will eine einheitliche Strombörse
  5. wirtschaftsblatt.at 27. September 2013: Brüssel fordert EU-weite Strombörse
  6. Sia Partners: Power at a negative price: an insidious effect of a market model promoting renewables, 23. Juli 2013, abgerufen am 17. September 2013.
  7.  Axel Ockenfels, Veronika Grimm, Gregor Zoettl: Strommarktdesign. Preisbildungsmechanismus im Auktionsverfahren für Stromstundenkontrakte an der EEX. 18. März 2008, S. 36 (Online als PDF, 1 MB, abgerufen am 17. September 2013).
  8. EPEX Spor: Negative Prices – Q & A, abgerufen am 17. September 2013.
  9.  Jürgen Neubarth: Negative Strompreise: Wer zahlt die Zeche?. Marktakteure sind unterschiedlich betroffen. In: ew. 109, Nr. 13, 2010, S. 26-28 (Online als PDF; 466 KiB).
  10. a b Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme: Kohleverstromung zu Zeiten niedriger Börsenstrompreise. August 2013 (PDF; 1,9 MB)
  11. DUH-Hintergrund: Energiewende? Kohlewende! Kohlekraftwerke im Dauerbetrieb treiben den Stromexport auf historische Höhen und gefährden die nationalen Klimaschutzziele. Berlin 2013 (PDF; 907 kB)
  12. DIW: Erneuerbare Energien: Überschüsse sind ein lösbares Problem. Wochenbericht Nr. 34/2013 (PDF; 507 kB)
  13. Lastfolgebetrieb und Primärregelung für das Kernkraftwerk Isar 2 (PDF; 761 kB)
  14. Grenzen und Sicherheitsrisiken des Lastfolgebetriebs von Kernkraftwerken (PDF; 540 kB)
  15. Netzentgelte 2006 - 2010. BnetzA, abgerufen am 1. November 2012 (PDF; 1,6 MB).
  16. FÖS: Ausnahmeregelungen bei den Stromnetzentgelten – Entwicklung und Ausblick. 6/2013 (PDF; 270 kB)
  17. a b c d BDEW-Strompreisanalyse Juni 2014. Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, 20. Juni 2014, S. 6, abgerufen am 8. Juli 2014 (PDF, Stand: Mai 2014).
  18. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU): Informationen zur Kalkulation der EEG-Umlage für das Jahr 2012 (PDF-Datei; 413 kB) Berlin 2012, angerufen am 15. Sep. 2012.
  19. Gesetze im Internet, EEG, Teil 4, Abschnitt 2, Besondere Ausgleichsregelungen abgerufen am 25. März 2013.
  20. a b Öko-Institut: EEG-Umlage und die Kosten der Stromversorgung für 2014. Eine Analyse von Trends, Ursachen und Wechselwirkungen. Berlin 2013 (PDF; 1,0 MB)
  21. Umlage für abschaltbare Lasten für 2014 nach § 18 AbLaV. In: EEG / KWK-G Informationsplattform der deutschen Übertragungsnetzbetreiber. 50Hertz Transmission, Amprion, TransnetBW, TenneT TSO, abgerufen am 16. Oktober 2013.
  22. BMWi: Wettbewerb im Energiebereich, abgerufen am 23. Juli 2013
  23. Umlage nach § 19 Abs. 2 StromNEV für 2012. In: EEG / KWK-G Informationsplattform der deutschen Übertragungsnetzbetreiber. 50Hertz Transmission, Amprion, TransnetBW, TenneT TSO, abgerufen am 18. August 2012.
  24. Offshore-Haftungsumlage für 2013 nach § 17 f EnWG. In: EEG / KWK-G Informationsplattform der deutschen Übertragungsnetzbetreiber. 50Hertz Transmission, Amprion, TransnetBW, TenneT TSO, abgerufen am 9. Januar 2013.
  25. Eurostat - Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HICP)
  26. Datenbasis zum KWKG (PDF; 63 kB)
  27. Prognose der EEG-Umlage 2013 nach AusglMechV (PDF; 98 kB)
  28. Statistisches Bundesamt (DESTATIS): „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Private Konsumausgaben und Verfügbares Einkommen, Reihe 1.1, 1. Vierteljahr 2013“ abgerufen am 12. August 2013.
  29. Statistisches Bundesamt (DESTATIS): „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Private Konsumausgaben und Verfügbares Einkommen, Reihe 1.1, 1. Vierteljahr 2013“ Tab. 2.10 Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland nach Verwendungszwecken und nach Dauerhaftigkeit der Güter in jeweiligen Preisen, Gesamt in Mrd. EUR, S. 26, abgerufen am 12. August 2013.
  30. Statistisches Bundesamt (DESTATIS): „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Private Konsumausgaben und Verfügbares Einkommen, Reihe 1.1, 1. Vierteljahr 2013“ Tab. 2.10 Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland nach Verwendungszwecken und nach Dauerhaftigkeit der Güter in jeweiligen Preisen, Ausgaben für Strom in Mrd. EUR, S. 24, abgerufen am 12. August 2013.
  31. Statistisches Amt der Europäischen Union (Eurostat): Electricity prices for domestic consumers, from 2007 onwards - bi-annual data Strompreise der privaten Haushalte,nach 2007 (halbjährliche Angaben), abgerufen 17. August 2013.
  32. Statistisches Amt der Europäischen Union (Eurostat): Electricity - domestic consumers, old methodology until 2007 Strompreise der privaten Haushalte, vorherige Methode bis 2007, abgerufen 17. August 2013.
  33. Statistisches Amt der Europäischen Union (Eurostat): Electricity prices for industrial consumers, from 2007 onwards - bi-annual data Strompreise der industriellen Abnehmer, nach 2007 (halbjährliche Angaben), abgerufen 17. August 2013.
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  38. a b FÖS: Ausnahmeregelungen für die Industrie bei Energie- und Strompreisen Überblick über die geltenden Regelungen und finanzielles Volumen 2005-2014, Oktober 2013.
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  40. Agentur für Erneuerbare Energien: Erneuerbare Energien. Ein Gewinn für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Berlin 2014
  41. Funktionsweise des Merit order Effekts, Broschüre
  42. Pressemitteilung: Erneuerbare Energien sind keine Preistreiber für Industriestrom Agentur für Erneuerbare Energien am 18. November 2011, zuletzt abgerufen am 27. März 2012.
  43. Daten des Statistischen Bundesamts
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  45. Expertenkommission zum Monitoring-Prozess „Energie der Zukunft“, Stellungnahme zum ersten Monitoring-Bericht der Bundesregierung für das Berichtsjahr 2011, Berlin · Mannheim · Stuttgart, Dezember 2012, S. Z-8 (PDF-Datei; 419 kB)
  46. dihk.de
  47. Deutsche bereit für höhere Strompreise, wenn es der Energiewende dient. Pressemitteilung, 21. Februar 2013
  48. BEE: Hintergrundpapier EEG-Umlage 2012 (PDF-Datei; 538 kB)
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  50. Agentur für Erneuerbare Energien: Erneuerbare Energien sind keine Preistreiber für Industriestrom
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  54. Bundesregierung zerstört Akzeptanz der Energiewende, Homepage der Grünen
  55. EEG-Umlage 2014: Was schätzen Sie…
  56. BDEW zu aktueller Auftrags-Studie zu Strompreisen
  57. Stromtipp.de 15. Oktober 2012: Strompreis: Anteil von Steuern und Abgaben steigt auf 50 Prozent
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  59. Kampagnen-Homepage von Campact
  60. Klima-Lügendetektor zur INSM-Kampagne
  61. Norsk Hydro erhöht Aluminiumproduktion in Neuss. dapd, 4. September 2012. Abgerufen am 9. Januar 2013.
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  82. Deutscher Strom zu billig - Energiewende verrückt FAZ vom 12. Januar 2014
  83. Hydro: Hydro steigert beträchtlich Kapazität für den Zukunftsmarkt Automobil
  84. Large German industrial power users will pay 35 percent less for their electricity next year than those in France Bloomberg News, 17. März 2014
  85. Auch im März 2014 leichter Rückgang des VIK-Index zu verzeichnen Meldung/Grafik
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  90. FAZ 1. August 2013
  91. Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) Teil 4 Energielieferung an Letztverbraucher
  92. Ihre Stromrechnung unter der Lupe