Stromtal-Wiesenvögelchen

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Stromtal-Wiesenvögelchen
Coenonympha oedippus - Nature Conservation-001-073-g034.jpg

Stromtal-Wiesenvögelchen (Coenonympha oedippus)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Augenfalter (Satyrinae)
Gattung: Coenonympha
Art: Stromtal-Wiesenvögelchen
Wissenschaftlicher Name
Coenonympha oedippus
(Fabricius, 1787)
Präparat

Das Stromtal-Wiesenvögelchen (Coenonympha oedippus) oder Moor-Wiesenvögelchen ist ein Schmetterling (Tagfalter) aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae).

Merkmale[Bearbeiten]

Falter[Bearbeiten]

Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 26 bis 34 Millimetern, wobei die Weibchen etwas größer sind. Ihre Vorder- und Hinterflügeloberseiten sind einfarbig und zeichnungslos mattbraun gefärbt. Gelegentlich sind ein oder zwei undeutliche Augenflecke am Außenrand der Hinterflügel zu erkennen. Die Flügelunterseiten sind hellbraun und zeigen viele gelb umrandete, schwarze Augenflecke, die außerdem weiß zentriert sind. Bei den Weibchen sind diese auch auf den Vorderflügelunterseiten vorhanden, und sie zeigen zusätzlich eine auffällige, silberweiße Flügelrandbinde.

Ei, Raupe, Puppe[Bearbeiten]

Das Ei ist relativ groß und von blaugrüner Farbe. Die schlanken Raupen sind grüngelb gefärbt und haben einen dunklen Rückenstreifen und lange rosafarbene Afterspitzen. Die Puppe ist hell olivgrün und hat gelbliche, weiß eingefasste Flügelscheiden und bräunliche Kopfspitzen.[1]

Ähnliche Arten[Bearbeiten]

  • Das kleinere Wald-Wiesenvögelchen (Coenonympha hero) lässt mehrere rötlich umrandete Augenflecke auf der Hinterflügeloberseite sowie eine etwas bunter gefärbte Flügelrückseite erkennen.
  • Dem Braunen Waldvogel (Aphantopus hyperantus) fehlt die silberweiße Randbinde auf der Flügelunterseite. Er ist zudem wesentlich größer.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Tiere kommen in voneinander isolierten Kolonien lokal von Südwestfrankreich in östlicher Richtung bis Japan vor. Im deutschsprachigen Raum sind sie nur an wenigen eng begrenzten Stellen in Österreich und der Schweiz zu finden.[2] Sie sind bevorzugt auf Sumpf- und Moorwiesen anzutreffen, gelegentlich aber auch an trockenen Orten sowie auf wärmeren Stromtal-Pfeifengraswiesen.

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Falter leben jährlich in einer Generation von Mitte Juni bis Mitte August. Sie fliegen in der Sonne niedrig und langsam über Wiesen und ruhen mit geschlossenen Flügeln. Die Weibchen legen die Eier auf den Halmen der Futterpflanzen ab. Die Jungraupen überwintern. Als Futterpflanzen dienen den Raupen überwiegend Pfeifengräser (Molinia), Wollgräser (Eriophorum) oder Hirse-Segge (Carex panicea).[2] Die Verpuppung erfolgt in einer Stürzpuppe.

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten]

Die Art kam früher in Bayern vor[3], gilt aber inzwischen als ausgestorben. Die Kultivierung von Moorwiesen hat diese Sachlage wahrscheinlich beschleunigt. Das Stromtal-Wiesenvögelchen ist deshalb auf der Roten Liste gefährdeter Arten in Kategorie 0 (ausgestorben oder verschollen) geführt.[4]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. W. Forster, T. A. Wohlfahrt: Die Schmetterlinge Mitteleuropas, Band II, Tagfalter. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart 1955
  2. a b Hans-Josef Weidemann: Tagfalter: beobachten, bestimmen. Naturbuch-Verlag Augsburg 1995, ISBN 3-89440-115-X
  3. Ludwig Osthelder: Die Schmetterlinge Südbayerns. Beilage zum 15. Jg. der Münchener Entomologischen Gesellschaft.
  4. Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands. Landwirtschaftsverlag, Münster 1998, ISBN 978-3-89624-110-8

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Josef Weidemann: Tagfalter: beobachten, bestimmen. Naturbuch-Verlag Augsburg 1995, ISBN 3-89440-115-X

Weblinks[Bearbeiten]