Strophanthus

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Strophanthus
Strophanthus hispidus, Illustration

Strophanthus hispidus, Illustration

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Apocynoideae
Tribus: Nerieae
Gattung: Strophanthus
Wissenschaftlicher Name
Strophanthus
DC.

Strophanthus (Syn.: Cercocoma, Christya, Roupellia, Roupellina, Zygonerion) ist eine Pflanzengattung aus der Unterfamilie Apocynoideae in der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Strophanthus-Arten sind verholzende Pflanzen: sie wachsen als Sträucher oder kleine Bäume, meist in Waldgebieten; Sie können jedoch auch als Lianen an Bäumen klettern und so bis zu den Baumwipfeln wachsen. Die gegenständigen Laubblätter sind einfach.

Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig. Die fünf Kronblätter sind röhrig verwachsen. Die fünf Kronzipfel sind bei manchen Arten sehr lang.

Medizinische Bedeutung / Toxikologie[Bearbeiten]

Die Strophanthus-Arten enthalten pharmakologisch wirksame Inhaltsstoffe. Neben dem Alkaloid Inoein enthalten mehrere der Arten (S. eminii, S. kombe, S. hispidus und S. gratus) giftige herzwirksame Glykoside, die Strophanthine, die zu den Herzglykosiden gezählt werden. Sie sind hauptsächlich in den Samen (Strophanthi Semina) zu finden. Unterschieden werden die verschiedenen Strophanthin-Strukturen durch einen vorangestellten Buchstaben, der auf die Art hinweist, in der das jeweilige Glycosid hauptsächlich vorkommt:

  • Strophanthus kombé enthält k-Strophanthin (außerdem sind Helveticosid (Erysimin) und Cymarin enthalten)
  • Strophanthus gratus enthält g-Strophanthin (engl. = ouabain)
  • Strophanthus eminii enthält e-Strophanthin
  • Strophanthus hispidus enthält h-Strophanthin

Diese Gifte wurden als Pfeilgifte in Afrika benutzt. Etwa 50 µg sind für ein Meerschweinchen tödlich (zirka 250 µg je kg Körpergewicht). Es gibt kein Gegenmittel, und die Giftigkeit ist höher als die von Schlangengiften. Bewohner Ostafrikas gewannen aus der Rinde des Afrikanischen Affenbrotbaumes (Adansonia digitata) jedoch einen bis jetzt unbekannten Wirkstoff, der sie vor der Wirkung der Strophanthus-Pfeilgifte schützen sollte.

g- und k-Strophanthin werden in der Medizin bei Herzschwäche eingesetzt; g-Strophanthin oral und k-Strophanthin intravenös. Außer in Strophanthus gratus kommt g-Strophanthin (Ouabain) auch in Acokanthera ouabaio vor.

Das Aglykon des k-Strophanthins, das ebenfalls sehr giftige k-Strophanthidin, ist in dem auch im europäischen Raum heimischen Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) enthalten.

Arten und Verbreitung[Bearbeiten]

Die meisten der etwa 38 bis 48 verschiedenen Strophanthus-Arten sind in Afrika zu finden. Einige Arten sind jedoch auch in Asien beheimatet.

Bilder[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Strophanthus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien