Struppen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Struppen
Struppen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Struppen hervorgehoben
50.93527777777814.009722222222219Koordinaten: 50° 56′ N, 14° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Königstein/Sächs. Schw.
Höhe: 219 m ü. NHN
Fläche: 20,69 km²
Einwohner: 2536 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01796
Vorwahl: 035020
Kfz-Kennzeichen: PIR, DW, FTL, SEB
Gemeindeschlüssel: 14 6 28 390
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 48
01796 Struppen
Webpräsenz: www.struppen.de
Bürgermeister: Rainer Schuhmann (CDU)
Lage der Gemeinde Struppen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Altenberg (Erzgebirge) Bad Gottleuba-Berggießhübel Bad Schandau Bahretal Bannewitz Dippoldiswalde Dohma Dohna Dorfhain Dürrröhrsdorf-Dittersbach Freital Glashütte Gohrisch Hartmannsdorf-Reichenau Heidenau Hermsdorf Klingenberg Hohnstein Sebnitz Königstein (Sächsische Schweiz) Kreischa Liebstadt Lohmen Müglitztal Neustadt in Sachsen Pirna Klingenberg Rabenau Rathen Rathmannsdorf Reinhardtsdorf-Schöna Rosenthal-Bielatal Dippoldiswalde Sebnitz Sebnitz Stadt Wehlen Struppen Stolpen Tharandt Wilsdruff Sachsen Tschechien Landkreis Bautzen Dresden Landkreis Meißen Landkreis MittelsachsenKarte
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Struppen ist eine Gemeinde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Freistaat Sachsen, die in einem breiten Tal links der Elbe liegt. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Königstein/Sächs. Schw. an.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Struppen liegt rund 25 Kilometer elbaufwärts des Dresdner Stadtzentrums in der Sächsischen Schweiz. Zwischen den Städten und Gemeinden Stadt Wehlen, Rathen, Königstein (Sächsische Schweiz) und der Kreisstadt Pirna schmiegt sich das Gemeindegebiet an eine Elbschleife, ohne dabei den Flusslauf als Gemeindegrenze zu haben.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Struppener Schloss
Schloss Thürmsdorf

Bereits 1275 wurde ein im Ort vorhandener ritterlicher Herrensitz als Ztrupin genannt. Ein Bertoldus des Strupin wurde erstmals 1310, der Ort selbst als Strupein 1354 erwähnt.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Struppen gliedert sich in die Ortsteile Kleinstruppen (am 1. Februar 1918 nach Struppen eingemeindet), Neustruppen (am 1. Februar 1919 nach Struppen eingemeindet), Struppen-Siedlung, Naundorf (am 1. Januar 1994 nach Struppen eingemeindet), Thürmsdorf (am 1. Januar 1994 nach Struppen eingemeindet), Weißig (am 1. Januar 1973 nach Thürmsdorf eingemeindet), Ebenheit (am 1. Januar 1973 nach Struppen eingemeindet) und Strand.

Thürmsdorf[Bearbeiten]

Der Ort Thürmsdorf, etwa 1 km östlich vom Ortsteil Struppen zu Fuße der Bärensteine auf etwa 200 m ü. NN gelegen, wird vom Pehnabach durchzogen. Thürmsdorf wurde 1420 erstmals urkundlich erwähnt. Neben einem Kriegerdenkmal ist das schlossartige Rittergut mit berühmtem Park und Rosengarten die Hauptattraktion. Im Schlosspark steht die Bronzeplastik „Anbetung“ des norwegischen Bildhauers Stephan Sinding (1846–1922) mit Ansätzen des beginnenden Jugendstils.

Das Rittergut hatte ständig wechselnde Besitzer (19. Jahrhundert von Friesen / le Fevre, ab etwa 1900 Freiherr von Biedermann, ab 1932 Baron von Arnim). Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus diente es zeitweilig als Haftstätte für politische Gegner des NS-Staates. Nach dem Krieg wurde es Ferienheim Synthesewerk Schwarzheide, dann FDGB Erholungsheim. Vom Mausoleum (1924 von Biedermann) am Elbhang gibt es einen schönen Blick ins Elbtal. Der Pehna-Fall ist mit etwa 20 m Fallhöhe der höchste Wasserfall in der Sächsischen Schweiz.

Weißig[Bearbeiten]

Hauptartikel: Weißig (Struppen)

Am Ostrand der Hochfläche, die den Bärensteinen und dem Rauenstein vorgelagert ist, liegt Weißig am linken Elbufer nahe bei Oberrathen. Der Ortsteil, ca. 5 km vom Kern Struppens entfernt, im Halbkreis um einen Kessel angeordnet, soll bereits vor der deutschen Siedlungsnahme, als kleiner Slawenweiler existiert haben. Im Norden ragt der bewaldete Sandstein des Kulm empor, wo sich nahe der Diebeshöhle der Stein „Kleines Schiff“ befindet, der im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzkeller diente.

Naundorf[Bearbeiten]

Ortsmitte von Naundorf

Naundorf liegt in einer Bachsenke am Fuße der Bärensteine und grenzt direkt ans Elbtal bei Stadt Wehlen. Unterhalb des Dorfes fällt der Hang steil in das Elbtal ab. Hier befinden sich alte Sandsteinbrüche.

In einem Haus einer abgelegenen kleinen Häusergruppe oberhalb der Siedlung Pötzscha lebte längere Zeit der impressionistische Maler Robert Sterl (1867–1932), der durch seine „Steinbrecher-Bilder“ berühmt wurde. Sein ehemaliges Wohngebäude ist das museal eingerichtete Robert-Sterl-Haus, in dem zahlreiche Bilder und Ateliergegenstände ausgestellt sind.

Im Ort befindet sich die katholische Caritas-Familienferienstätte St. Ursula, ein Pilger- und Wallfahrtsort der Schönstattbewegung. Bemerkenswert sind der gotische Flügelaltar und eine Bronzeglocke aus dem Jahr 1781.

Ebenheit[Bearbeiten]

Ebenheit liegt auf einer von Feldern und Apfelplantagen gesäumten Ebene. Das Dorf hat knapp 100 Einwohner. Im Ort haben sich einige kleine Handwerksbetriebe niedergelassen, die früher sehr wichtige Landwirtschaft wird kaum noch als Broterwerb praktiziert. Der ortsansässige Geflügelhof Struppen hat sich auf Hühnerhaltung und Eierverkauf spezialisiert. Außerdem gibt es eine Freiwillige Feuerwehr. Neben den vielen historischen Dreiseitenhöfen zeugt eine steinerne Wegsäule aus der Zeit Napoleons von der über 450-jährigen Geschichte des Ortsteils. Nur 2 Kilometer entfernt liegt die Stadt Pirna.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Ein Gedenkstein aus dem Jahre 1948 an der Hauptstraße im Ortsteil Struppen erinnert an die Opfer des Faschismus.
  • Ein Denkmal aus dem Jahre 1948 auf dem Friedhof des Ortsteiles Struppen erinnert an die bis 1951 dort befindlichen Gräber von fünf namentlich genannten KZ-Häftlingen und Kriegsgefangenen verschiedener Länder.
  • Gedenktafeln am Haus Hauptstraße 32 sowie am Rittergut erinnerten zu DDR-Zeiten an die kommunistischen Hitlergegner Martin Hering (1933 ermordet im KZ Hohnstein) und Artur Tiermann (1935 erschossen in einem Wald bei Altenberg).

Entwicklung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • 1918: Kleinstruppen
  • 1919: Neustruppen
  • 1973: Ebenheit
  • 1994: Struppen schließt sich mit Naundorf und Thürmsdorf zur Gemeinde Struppen zusammen.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

  • 1548/51: 45 besessene Mann und 44 Inwohner
  • 1764: 29 besessene Mann, 5 Gärtner und 9 Häusler
  • 1834: 0406 Einwohner
  • 1871: 0649 Einwohner
  • 1890: 0840 Einwohner
  • 1910: 0938 Einwohner
  • 1925: 1472 Einwohner (nach den Eingemeindungen von Klein- und Neustruppen)
  • 1939: 1766 Einwohner
  • 1946: 2051 Einwohner
  • 1950: 2044 Einwohner
  • 1964: 1942 Einwohner
  • 1990: 1396 Einwohner
  • 1994: 2387 Einwohner, darunter 1.436 in Struppen, 575 in Thürmsdorf und 376 in Naundorf
  • 2000: 2853 Einwohner
  • 2005: 2736 Einwohner
  • 2007: 2634 Einwohner
  • 2008: 2613 Einwohner
  • 2009: 2563 Einwohner
  • 2010: 2560 Einwohner
  • 2011: 2572 Einwohner

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirche in Struppen

Die Kirche von 1740 enthält romanische Elemente und eine Barockorgel von 1720. Im Pfarrhaus befindet sich eine Gedenktafel für den 1758 hier geborenen Pfarrer und „Pionier der Sächsischen SchweizWilhelm Leberecht Götzinger sowie eine Sandsteintaufe aus dem 16. Jahrhundert. Im Struppener Schloss (einem 1310 erstmals erwähntem Rittergut) befindet sich ein bemerkenswerter Wendelstein aus dem 16. Jahrhundert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Robert Sterl (* 23. Juni 1867 in Großdobritz; † 10. Januar 1932 in Naundorf) war Maler und ein bedeutender Vertreter des deutschen Impressionismus. Sterl wohnte ab 1919 in Naundorf.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Richard Freiherr von Friesen (* 9. August 1808 in Thürmsdorf; † 25. Februar 1884 in Dresden) war ein sächsischer Politiker. 1858 wurde Richard von Friesen zum Finanzminister des Königreiches Sachsen ernannt.
  • Wilhelm Leberecht Götzinger (* 1. September 1758 in Struppen; † 1818 in Neustadt in Sachsen) war Pfarrer und Autor. Götzinger hatte mit seinen Veröffentlichungen Geschichte und Beschreibung des Cursächsischen Amtes Hohnstein und Schandau und seine Umgebung oder Beschreibung der Sächsischen Schweiz (1804) einen wesentlichen Anteil an der Erschließung der Sächsischen Schweiz. Er verbrachte seine Kindheit bis 1765 in Struppen.
  • Werner Großmann (* 6. März 1929) Geheimdienstoffizier, ehemaliger stellvertretender Minister für Staatssicherheit der DDR

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Bradsky von Laboun: Geschichte der Rittergüter Thürmsdorf, Kleinstruppen und Neustruppen mit ihren Dörfern. Thürmsdorf 1905.
  • Richard Steche: Struppen. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 1. Heft: Amtshauptmannschaft Pirna. C. C. Meinhold, Dresden 1882, S. 91.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Struppen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)