Struve-Bogen

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Struve-Bogen*
UNESCO-Welterbe Welterbe.svg

Hammerfest Meridianstein.jpg
Meridianmonument in Hammerfest, nach einen Entwurf von Wilhelm von Hanno (1856) gebaut
Staatsgebiet EstlandEstland Estland
FinnlandFinnland Finnland
LettlandLettland Lettland
LitauenLitauen Litauen
MoldawienMoldawien Moldawien
NorwegenNorwegen Norwegen
RusslandRussland Russland
SchwedenSchweden Schweden
UkraineUkraine Ukraine
WeissrusslandWeißrussland Weißrussland
Typ Kultur
Kriterien ii, iii, vi
Referenz-Nr. 1187
Regionª Europa
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung 2005  (Sitzung 29)

* Der Name ist auf der Welterbe-Liste aufgeführt.
ª Die Region ist von der UNESCO klassifiziert.

Friedrich Georg Wilhelm von Struve (1793–1864)

Der skandinavisch-russische Meridianbogen oder kurz Struve-Bogen, benannt nach dem deutschbaltischen Astronomen Wilhelm von Struve (1793–1864), ist ein langgestrecktes Netz geodätischer Vermessungspunkte. Er hat etwa den Verlauf eines Meridianbogens und ist fast 3.000 km lang. Seine durch Triangulation versteifte doppelte Punktkette wurde von 1816 bis 1852 unter der Aufsicht Struves und des russischen Offiziers Carl F. Tenner (1783-1859) errichtet, um zur genauen Bestimmung der Erdfigur (Größe, Form, Abplattung) in Nord- und Osteuropa zu dienen.

Der Struve-Bogen zählt zu den genauesten und größten Projekten der damaligen Erdmessung und wird weiterhin (?) international betreut unter Federführung der Fédération Internationale des Géomètres (Internationale Vereinigung der Vermessungsingenieure, FIG).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Verlauf

Der Struve-Bogen reicht von Fuglenes (70° 40′ 11″ N, 23° 38′ 48″ O70.66972222222223.646666666667, bei Hammerfest am Nordkap) bis Staro-Nekrassowka (45° 20′ 48″ N, 28° 55′ 48″ O45.34666666666728.93, bei Ismajil am Schwarzen Meer) und durchläuft dabei von Norden nach Süden das Gebiet der Staaten Norwegen, Schweden, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Ukraine und Moldawien. Er erstreckt sich damit in Nord-Süd-Richtung über insgesamt 2.821,833 km (= 25°20'08"). Der Struve-Bogen besteht aus insgesamt 265 Vermessungspunkten, die 258 Hauptdreiecke bilden. Hierzu kommen über 60 Nebenvermessungspunkte.

Kirche von Alatornio

Lediglich zwei Messpunkte befinden sich in Gebäuden:

  • Das Observatorium von Tartu[1] (Tartu, Estland / Anfang 19. Jh. von J. W. Krause errichtet) dient als Ursprung der Triangulation. Nach einer Restaurierung soll hier ein Struve-Museum eingerichtet werden (Stand: Oktober 2005).

Bei den weiteren Punkten handelt es sich um Obelisken, Steinhügel und ähnliches.

Messpunkt auf Gogland

[Bearbeiten] UNESCO-Weltkulturerbe

Der Struve-Bogen ist neben seiner Bedeutung für die Geodäsie auch ein frühes Beispiel für die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit. Repräsentiert durch 34 seiner Messpunkte wurde er daher vom World Heritage Committee der UNESCO am 15. Juli 2005 in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen und ist damit das erste „wissenschaftliche Instrument“ in dieser Liste.

Die folgenden Messpunkte, die Teil des Weltkulturerbes sind, wurden entsprechend ihrer Bedeutung ausgewählt. Sie sind gleichmäßig über den kompletten Bogen verteilt, repräsentieren alle beteiligten Länder, entsprechen den ursprünglich verwendeten Punkten, sind nur in geringer Weise gefährdet und können durch lokale Institutionen unterhalten werden.[2]

Verlauf des Struve-Bogens

[Bearbeiten] Sonstiges

  • Wilhelm von Hanno entwarf 1854 das Meridianmonument für den Struwe-Bogen, es wurde 1856 fertiggestellt.
  • Die erste „viereckige“ Gedenkmünze Weißrusslands (29. Dez. 2006, 1 Rubel, Ag925, D=36 mm, 33,63 g, Auflage 5000 Stk.) zeigt auf der einen Seite den kompletten Verlauf und auf der anderen Seite den weißrussischen Teil des Struve-Bogens.[4]
  • Eine estnische Briefmarke (1932) zeigt das Observatorium in Tartu

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Struve Geodetic Arc – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Quellen

  1. Bild des Observatoriums
  2. Koordinaten nach Angaben der UNESCO
  3. Beschreibung der finnischen Messpunkte
  4. Bild der Münze
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