Strzmiele

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Strzmiele
Strzmiele führt kein Wappen
Strzmiele (Polen)
Strzmiele
Strzmiele
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Łobez
Gmina: Radowo Małe
Geographische Lage: 53° 39′ N, 15° 32′ O53.65138888888915.525833333333Koordinaten: 53° 39′ 5″ N, 15° 31′ 33″ O
Einwohner: 70 ([1])
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZLO
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 146 Strzmiele-Dobra
DW 147 Łobez-Wierzbięcin
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Stramehl 1929
Kirche (2011)
Herrenhaus, heute Filiale des Woiwodschaftsarchivs (2011)

Strzmiele (deutsch Stramehl) ist ein Ort in der Woiwodschaft Westpommern in Polen. Er gehört zur Gmina Radowo Małe (Landgemeinde Klein Raddow) im Powiat Łobeski (Labeser Kreis). Im Jahre 1348 erhielt der Ort unter dem Namen Wulfsberg Stadtrechte, ist später aber wieder zum Dorf herabgesunken.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt in Hinterpommern, etwa 6 Kilometer westlich von Łobez (Labes) und etwa 15 Kilometer südöstlich von Resko (Regenwalde).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Siedlung erscheint erstmals unter dem slawischen Namen Stramyl. Um 1279/1280 wird hier die Burg Wulfsberg als Besitz der Adelsfamilie Borcke genannt. Der Name „Wulfsberg“ dürfte mit dem Wappen der Borckes zusammenhängen, das zwei Wölfe zeigt. Die pommerschen Herzöge Bogislaw V., Barnim IV. und Wartislaw V. zerstörten gemeinsam mit den Bürgern Greifenbergs die Burg und ließen sich 1338 von den Borckes Urfehde schwören.

Die Familie Borcke bemühte sich, den Ort zu einer Stadt auszubauen. Im Jahre 1348 stellte Jakob von Borcke eine Handfeste aus, in der er dem Ort unter dem Namen Wulfsberg Stadtrechte nach Lübischem Recht verlieh.[2] Da die Borckes zu den pommerschen Adligen gehörten, die Ritter und Gäste des Deutschen Ordens ausraubten, zerstörte der Orden 1393 die Borckesche Burg.[3] Der Entwicklung der Stadt war dies hinderlich. Sie wurde zwar bis ins 18. Jahrhundert als Städtlein bezeichnet, dürfte aber tatsächlich bereits in dieser Zeit zum Dorf herabgesunken sein.

Die Borckes erbauten sich im 15. Jahrhundert eine neue Burg. Später verkauften Angehörige der Familie Borcke schrittweise von 1714 bis 1731 Stramehl an Otto Adrian von Edeling.[4] Ein kleinerer Teil von Stramehl war zeitweise Lehen der Familie Thun, die ihre Rechte zuletzt 1721 ebenfalls an Otto Adrian von Edeling abtrat.[4] 1742 erwarb der Tribunalsrat Johann Friedrich Loeper Stramehl.[4]

Als Vorwerke von Stramehl wurden Wedderwill und 1851/1853 Löpersdorf angelegt.

Von 1815 bis 1945 gehörte Stramehl zum Kreis Regenwalde der preußischen Provinz Pommern.

1945 wurde Stramehl, wie ganz Hinterpommern, unter polnische Verwaltung gestellt. Die polnische Verwaltungsbehörde gab dem Ort den Namen Strzmiele, vertrieb die deutsche Bevölkerung und ersetzte sie durch Polen.

Entwicklung der Einwohnerzahlen[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die im Barockstil erbaute Kirche stammt aus dem Jahre 1722. Sie stellte sich 1990 als Ruine dar, seitdem sind Instandsetzungsmaßnahmen erfolgt.
  • Das Herrenhaus beherbergt seit 1990 eine Filiale des Woiwodschaftsarchivs.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

  • Joachim Holce (1683–1742), deutscher Pädagoge und Theologe, Professor für Mathematik und Beredsamkeit am Collegium Groeningianum in Stargard

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Bahr, Klaus Conrad: Stramehl. In: Helge Bei der Wieden, Roderich Schmidt (Hrsg.): Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands. Band 12. Mecklenburg Pommern. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1996, S. 298–299.
  • Johannes Hinz: Pommern. Wegweiser durch ein unvergessenes Land. Flechsig-Buchvertrieb, Würzburg 2002, ISBN 3-88189-439-X, S. 372.
  • Peter Johanek, Franz-Joseph Post (Hrsg.); Thomas Tippach, Roland Lesniak (Bearb.): Städtebuch Hinterpommern. Deutsches Städtebuch, Band 3, 2. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2003, ISBN 3-17-018152-1, S. 294–295.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Strzmiele – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Szukacz.pl, Strzmiele - Informacje dodatkowe, abgerufen am 20. Dezember 2010
  2. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil 2, Band 1, Stettin 1784, S. 354–355, Nr. 59
  3. Martin Wehrmann: Geschichte von Pommern. Band 1. 2. Auflage. Verlag Friedrich Andreas Perthes, Gotha 1919, S. 177. (Nachdruck: Augsburg 1992, ISBN 3-89350-112-6)
  4. a b c Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. II. Teil, 1. Band. Stettin 1784, S. 355. (Online)
  5. a b c d e f Peter Johanek, Franz-Joseph Post (Hrsg.); Thomas Tippach, Roland Lesniak (Bearb.): Städtebuch Hinterpommern. Deutsches Städtebuch, Band 3, 2. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2003, ISBN 3-17-018152-1, S. 295.