Stuart Parkin

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Dresden Barkhausen Award 2009

Stuart Parkin FRS (* 1955 in Watford) ist ein britischer Experimentalphysiker. Im April 2014 wurde er auf eine Alexander von Humboldt-Professur an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg berufen[1] und zum Direktor am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle bestellt.

Leben[Bearbeiten]

Parkin erhielt 1977 den BSc in Physik und theoretischer Physik am Trinity College, Universität Cambridge. 1980 erhielt er seinen Doktor am Cavendish Laboratory. Dann arbeitete er für zwei Jahre an der Royal Society European Exchange Fellowship der Universität Paris-Süd. 1982 kam er ans IBM Almaden Research Center. Seit April 2014 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle und Alexander-von-Humboldt Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Ursprünglich arbeitete er an Supraleitern und untersuchte organische und keramische Hochtemperatursupraleiter. Später forschte er an dünnen magnetischen Filmstrukturen und schaffte wichtige Beiträge zum Verständnis des GMR-Effekt. Die konkrete Möglichkeit, den GMR-Effekt u. a. in einen Sensor für ein magnetisches Feld einzusetzen (und damit als einen neuen Typ von Lesekopf in einer Computerfestplatte), die bereits implizit von den genannten zwei Nobelpreisträgern erkannt worden war, wurde hauptsächlich durch ein IBM-Forschungsteam unter Stuart Parkin sehr schnell realisiert, wobei Parkin vor allem die oszillatorische Abhängigkeit von der Breite der magnetischen Schicht untersuchte. Er replizierte den Effekt mit polykristallinen Schichten. IBM stellte im Dezember 1997 das erste kommerzielle Laufwerk her, das diesen Effekt nutzte.

In den letzten Jahren (2010, 2011) befasst sich Parkin vor allem mit dem sogenannten Racetrack-Speicher, einem neuartigen, auf Magnetoelektronik basierenden Speichermedium, das er selbst seit 2008 bei IBM konzipiert und vorangetrieben hat. Er hat etwa 400 wissenschaftliche Aufsätze veröffentlicht und hält rund 90 Patente.[2] Parkin ist mit der Physikerin Claudia Felser liiert, die unter anderem in Dresden tätig ist.[3]

Ehrungen[Bearbeiten]

Für seine Arbeiten erhielt Parkin 1994 den International New Materials Prize der American Physical Society und den European Physical Society Hewlett-Packard Europhysics Prize 1997, die beiden letztgenannten Preise zusammen mit den späteren Nobelpreisträgern Albert Fert und Peter Grünberg für die Arbeiten am GMR-Effekt, der von letzteren 1988 entdeckt wurde und hauptsächlich von Stuart Parkin und Mitarbeitern in konkrete Anwendungen umgesetzt wurde. Alle drei erhielten auch gemeinsam im Jahre 2007 die Ehrendoktorwürde der RWTH Aachen. Am 25. November 2008 erhielt Parkin den Gutenberg Research Award der Graduiertenschule Materials Science in Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Der Materialforschungsverbund Dresden, zusammen mit weiteren Partnern, verlieh Parkin 2009 den Dresden Barkhausen Award. Ebenfalls 2009 erhielt Stuart Parkin am 27. Juli eine der höchsten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Erforschung des Magnetismus: Er wurde in Karlsruhe mit dem „International Union of Pure and Applied Physics magnetism Award“ (IUPAP) und der Louis-Neel-Medaille ausgezeichnet. Am 20. Dezember 2011 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Fakultät für Physik der Universität Regensburg. 2012 wurde ihm der Von Hippel Award zugesprochen. Am 3. Juni 2013 verlieh ihm der Fachbereich Physik der Technischen Universität Kaiserslautern die Ehrendoktorwürde.[4] Ebenfalls 2013 wurde er mit der Swan Medal des Institute of Physics ausgezeichnet. Zuvor wurde Parkin 1999 zum IBM Fellow ernannt, im Jahr 2000 zum Fellow of the Royal Society und im Jahr 2011 zum Fellow des Gutenberg-Forschungskollegs der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Für 2014 wurde ihm der Millennium Technology Prize zugesprochen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spitzenphysiker Stuart Parkin forscht ab April in Halle Pressemitteilung vom 1. April 2014 (uni-halle.de)
  2. Angaben auf einer Seite der IBM, abgerufen am 10. April 2014
  3. siehe Kerri Smith: Love in the lab: Close collaborators, in Nature Vol 510, 26. Juni 2014, Seite 458
  4. Ehrendoktorwürde der TU Kaiserslautern für Pionier moderner Computertechnologie. 3. Juni 2013, abgerufen am 8. Juni 2013.