Stubičke toplice

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Stubičke toplice
Wappen von Stubičke toplice
Stubičke toplice (Kroatien)
DEC
45.96611111111115.93Koordinaten: 45° 57′ 58″ N, 15° 55′ 48″ O
Basisdaten
Staat: Kroatische Flagge Kroatien
Gespanschaft: Flagge der Gespanschaft Krapina-Zagorje Krapina-Zagorje
Fläche: 27 km²
Einwohner: 2752 (2001)
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+385) 049
Postleitzahl: 40 244
Struktur und Verwaltung
(Stand: 2009, vgl.)
Gemeindeart: Gemeinde
Webpräsenz:

Die Ortschaft Stubičke Toplice (Stubica-Töplitz) liegt in der Gespanschaft Krapina-Zagorje, etwa 20 Kilometer nördlich von Zagreb in Kroatien. Sie ist durch ihre warmen Quellen bekannt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Gemeinde

Die Gemeinde besteht aus vier Siedlungen auf einer Fläche von 27 km2 und umfasst etwa 2.700 Einwohner (97,9 % kroatischer Abstammung). Sie gliedert sich in die vier Teile: Stubičke Toplice, Strmec Stubički, Pila und Sljeme.[1] [2]

[Bearbeiten] Thermalquellen

[Bearbeiten] Lage

Die Thermalquellen liegen unweit der Ortschaft Donja Stubica am NW-Fuß des Bergs Kamenjak. Das Zentrum befindet sich in der Nähe des Zusammenflusses der beiden Wasserläufe Vukšenac und Vidak potok zum Toplicki potok (Toplica). Warme Quellen liegen auch zwei Kilometer nordöstlich davon, bei der Häusergruppe Jezerčica (Warme Tümpel).

[Bearbeiten] Geschichte

Die Thermalquellen werden als "Zlubiza" erstmals Anfang des 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Die Erwähnung bezieht sich auf eine Urkunde von 1205, die eine Landrückgabe zwischen König Andreas II. von Ungarn und dem Comes Wratislaw dokumentiert.

Die Nutzung der warmen Quellen erfolgte bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts in einfachster Form. Man badete in hölzernen Gefäßen unter freiem Himmel und logierte in einfachen Wirtshäusern vor Ort. Es war üblich, mit allerlei Mitteln der überlieferten Kurpfuscherei Blutreinigungen vorzunehmen. Besonders die ländliche Bevölkerung nutzte die angebotenen Möglichkeiten des Kurzweils.

Als Agramer Bischof Maximilian Vrhovac von Rakitovecs die Region um 1820 in seinen Besitz brachte, begann der Ausbau des Areals zum Kurbad mit befestigten und teilweise noch heute erhaltenen Bauten. Eine wichtige bauliche Erweiterung erfolgte erst wieder 1895.

Die nach 1820 vorgenommenen Ausbauten weckten das wissenschaftliche Interesse an den Quellen und der Umgebung. Im Auftrag von der Landwirthschafts-Gesellschaft in Steyermark unter der Präsidentschaft von Erzherzog Johann wurden die Quellen erstmals aus dem zeitgenössischen naturwissenschaftlichen Blickwinkel untersucht. In der Publikation aus dem Jahr 1820 Physisch-chemische Untersuchung der Mineralquellen von Sztubitza in Croatien legte Friedrich Baumbach eine Beschreibung des Quellgebietes einschließlich einer Kupferstichansicht und eines Lageplanes vor.

Im Jahr 1856 nahm Karl Ritter von Hauer eine chemische Analyse der Quellen vor.

Ungenügende Wasserregulierungen haben im 19. Jahrhundert dem Badeareal mehrfach Überschwemmungen eingebracht. Als Reaktion darauf sind mehrfach Begradigungsarbeiten und Aufschüttungen in den Uferzonen vorgenommen worden.

[Bearbeiten] Quellarten

Es bestehen im Areal Kalt- und Warmwasserquellen. Die Wassertemperaturen schwanken je nach Quelle und Jahreszeit und liegen zwischen 43 und 69 °C.

An Warmwasserquellen sind bekannt (Temperaturen nach Angaben von 1910):

  • Maximilianeum (50 °C)
  • Hauptquelle (59 °C)
  • Wiesenquelle (44 °C)
  • Antonia-Schlammbad (mehrere Quellen, früher eine Schlammgrube)
  • Levinbrunnen
  • Levinquelle (63 °C)
  • Stegquelle (63 °C)

und außerhalb des Badeareals:

  • Jezerčica (Warme Tümpel), am westlichen Ortsausgang von Donja Stubica

[Bearbeiten] Geologie

Die Warmwasserquellen entstammen drei Parallelspalten, in denen das Wasser empor dringt. Sie Steichen in der Richtung NO-SW. Bei den Untersuchungen von Karlo Gorjanović-Kramberger wurde als Hauptgestein der nahen Umgebung Leithakalk (mit Lithothamnien) aus dem Miozän und darüber liegende hellgelbe plattige Kalkmergel festgestellt. Der Talboden wird von alluvialen Sedimenten gebildet.

An vielen Stellen des Toplicabaches tritt warmes Wasser aus und erhöht so die Temperatur des Bachlaufes bis zum seitlichen Einmünden des Videkbaches. Auf dem Gelände vom Kurbad ist insgesamt eine signifikant höhere Bodentemperatur festzustellen. Die Thermalquellen von Stubičke Toplice zählen zu den wärmsten ihrer Art in Kroatien.

Der von den aufsteigenden Quellwässern mitgeführte Schlamm ist nach Untersuchungen von Ferdo Koch sowie Mijo Kišpatić eine Mischung aus Quarz, Feldspat, Turmalin, Epidot, Muskovit, Eisenoxide, Pyroxen und Calcit. Besonders an der Hauptquelle wird Kalksinter abgelagert.

[Bearbeiten] Literatur

  • Gorjanović-Kramberger / Chr. Baron Steeb / Milan Melkus: Die geologischen und hydrographischen Verhältnisse der Therme "Stubičke Toplice" in Kroatien und deren chemisch-physikalischen Eigenschaften. in: JB d. k.k. geol. Reichsanstalt, Bd. 60 (1910), 1. Heft, S. 1-66

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. DRŽAVNI ZAVOD ZA STATISTIKU (Crostat) kroatische Statistikbehörde, Census 2001
  2. Crostat, Census 2001

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks


Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen