Studentische Tagung Sprachwissenschaft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo der StuTS

Die StuTS (für "Studentische Tagung Sprachwissenschaft"; im Logo auch [ʃtʊTS] geschrieben) ist eine unabhängig organisierte Konferenz von vorwiegend deutschsprachigen Studenten sprachwissenschaftlicher Fachrichtungen wie Linguistik, Germanistik, Indogermanistik, Afrikanistik, Romanistik, Phonetik oder Computerlinguistik, die jedes Semester ein Mal stattfindet. Parallel zur StuTS findet die Bundesfachschaftentagung der Sprachwissenschaften statt. Aus der StuTS gingen als Ableger die Tagung der Computerlinguistik-Studenten (TaCoS) sowie die Sprachwissenschaftliche Tagung für Promotionsstudierende (STaPs) hervor.

Die StuTS findet jedes Semester an einer anderen Universität statt und wird ausschließlich von den dortigen Studenten, oft – aber nicht immer – von Fachschaftlern, organisiert. Jede StuTS beginnt an einem Mittwochabend und endet am Sonntag mit dem Abschiedsbrunch. Die traditionellen Termine gelten weiterhin: im Sommersemester das lange Wochenende mit dem variablen Feiertag Christi Himmelfahrt (Anfang bis Ende Mai), im Wintersemester das ehemals lange Wochenende mit dem Feiertag Buß- und Bettag (Mitte bis Ende November) — auch wenn dieser Feiertag in Deutschland seit Jahren nur noch in Sachsen ein freier Tag ist.

Die Universität stellt meist die Räumlichkeiten, wenn möglich einfach die Seminarräume der jeweiligen Studienrichtung. Die Teilnehmer aus anderen Städten und Ländern zahlen ihre Anreise selbst — teilweise wird die Fahrt vom jeweiligen AStA bzw. StuRa unterstützt. Dafür ist die Unterkunft praktisch immer kostenlos, meist bei Studenten der Gastgeberuni, aber auch gern einmal an besonderen Orten wie Pfarrheimen oder Turnhallen. Außerdem umfasst der Tagungsbeitrag das Frühstück am Donnerstag bis Samstag.

Für Studenten ist die StuTS eine wichtige Gelegenheit, ohne den Druck, den Peer-Review und Anwesenheit von Koryphäen bei „echten“ wissenschaftlichen Konferenzen ausüben, eigene linguistische Theorien und Untersuchungen außerhalb von Seminaren einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen zu können. Ein besonderer Reiz kann auch sein, hochtrabende Gedankengänge oder scheinbar triviale Grundlagen der eigenen Disziplin interessierten Studenten aus anderen Bereichen vorzustellen.

Neben dem wissenschaftlichen Aspekt sind aber auch das gegenseitige Kennenlernen, Spaß und der Besuch einer anderen Stadt (Tourismus) Gründe, warum die Tagung seit über 20 Jahren regelmäßig stattfindet.

Im Jahr 2004 fand im Rahmen der DGfS-Jahrestagung die Gründung eines Fördervereins statt, der sowohl bei dem Erhalt der Infrastruktur und Finanzierung der Tagungen mithelfen soll, als auch den Kontakt zwischen ehemaligen und aktiven StuTS-Teilnehmern herstellen soll.

Übersicht vergangener Termine[Bearbeiten]

Die erste StuTS fand 1987 an der Universität Hamburg statt. Ausgerechnet dort wurde nur fünf Jahre später das Linguistik-Studium abgeschafft: Nach der Emeritierung der bis dato Institutsleiterin Els Oksaar wurde das Institut für Allgemeine Sprachwissenschaft und Indogermanistik geschlossen, die Studiengänge „Allgemeine Sprachwissenschaft“ und „Indogermanistik“ wurden in das bisherige Institut für Phonetik eingegliedert und waren nur noch als Nebenfach wählbar.

Die StuTS fand bisher dreimal außerhalb Deutschlands statt: 1992 in Graz (Österreich), im Frühjahr 2006 in Bern (Schweiz) und im Frühjahr 2008 erstmals außerhalb des deutschsprachigen Raumes, in Amsterdam (Niederlande), und war erstmals nicht auf die Himmelfahrtswoche, sondern auf die darauf folgende Woche gelegt.

Die letzte StuTS fand vom 21. bis 25. November 2012 in Berlin statt. Vom 8. bis 12. Mai 2013 wird die 53. StuTS in München abgehalten werden.

Nr.[1] Termin[1] Ort [1]
1 1987 Hamburg
2 1987 München
3 1988 Kiel
4 1988 Düsseldorf
5 1989 Konstanz
6 1989 Bonn
7 1990 Tübingen
8 1990 Hamburg
9 1991 Graz
10 1991 Trier
11 1992 Düsseldorf
12 1992 Wuppertal
13 1993 Kiel
14 1993 Osnabrück
15 1994 Hamburg
16 1994 München
17 1995 Saarbrücken
18 1995 Berlin
19 1996 Dresden
20 1996 Tübingen
21 1997 Münster
22 1997 Kiel
23 1998 Leipzig
24 1998 Köln
25 1999 Potsdam
26 1999 Bielefeld
27 2000 Bochum
28 2000 Münster
29 2001 Saarbrücken
30 2001 München
31 2002 Kiel
32 2002 Göttingen
33 2003 Maarburg
34 2003 Düsseldorf
35 2004 Leipzig
36 2004 Mainz
37 2005 Saarbrücken
38 2005 Bremen
39 2006 Bern
40 2006 Göttingen
41 2007 Bielefeld
42 2007 Kiel
43 2008 Amsterdam
44 2008 Münster
45 2009 Düsseldorf
46 2009 Bochum
47 2010 Mainz
48 2010 Potsdam
49 2011 Leipzig
50 2011 Göttingen
51 2012 Stuttgart
52 2012 Berlin
53 2013 München
54 2013 Düsseldorf

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Wohlgemuth, Jan (2011): Die StuTS Chronik, auf der Webseite der StuTS

Weblinks[Bearbeiten]