Sztum

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Sztum
Wappen von Sztum
Sztum (Polen)
Sztum
Sztum
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Sztum
Fläche: 4,59 km²
Geographische Lage: 53° 55′ N, 19° 2′ O53.92166666666719.033611111111Koordinaten: 53° 55′ 18″ N, 19° 2′ 1″ O
Einwohner: 10.332
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 82-400
Telefonvorwahl: (+48) 55
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 55: Nowy Dwór GdańskiMalborkKwidzynGrudziądzStolno
DW 516: Stacja kolejowa Sztum–DK 55
DW 517: Sztum–Tropy Sztumskie
Schienenweg: PKP-Linie 207: ToruńMalbork
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 34 Ortschaften
18 Schulzenämter
Fläche: 180,84 km²
Einwohner: 18.703
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 103 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2216053
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Leszek Jan Tabor
Adresse: ul. Mickiewicza 39
82-400 Sztum
Webpräsenz: www.sztum.pl

Sztum (deutsch: Stuhm) ist eine Stadt mit etwa 10.000 Einwohnern in der Wojewodschaft Pommern und Hauptstadt des Powiats Sztum in Polen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Zeichen von Besiedlung datieren zurück bis zur Zeit des Römischen Reiches. Im frühen Mittelalter existierte eine befestigte Siedlung der baltischen Pruzzen.

Als die Ritter des Deutschen Ordens das Prußenland christianisierten, eroberten sie im Jahre 1236 auch diese Siedlung, die im Jahre 1416 das Stadtrecht erhielt. Bis 1466 gehörte Stuhm zum Deutschordensland. 1492 wurde Nicolaus von Zehmen Burggraf von Stuhm und Christburg. Des Weiteren war Achatius von Zehmen Starost auf Stuhm und Christburg, wo er auch wohnte. 1517 wurde er Unterkämmerer der Marienburg, 1531 Kastellan von Danzig und 1546 Woywode der Marienburg. Nachdem der polnische Reichstag Achaz I. v. Z. alle Krongüter aberkannt hatte, stürmten seine Söhne, die Reichsfreiherren Christoph, Achaz II. und Fabian II. im Dezember 1576 die Christburg. Gegen eine Abfindung von 24000 fl., zu zahlen an das Königreich Polen, konnten schließlich die Brüder Christburg behalten.

Stadt und Burg von Stuhm um 1600

Von 1466 bis 1772 gehörte Stuhm zu Preußen königlichen Anteils. Die Stadt fungierte als Sitz des Stuhmer Landkreises innerhalb des damaligen Landes Marienburg, hier wurden auch regionale Parlamentssitzungen abgehalten. 1635 wurde im Dorf Stuhmsdorf (Sztumska Wieś), etwas südlich von Stuhm gelegen, der Vertrag von Stuhmsdorf zwischen Polen und Schweden geschlossen.

1772 kam die Stadt im Rahmen der Ersten Polnischen Teilung an das Königreich Preußen, 1871 wurde es Teil des neu gegründeten Deutschen Kaiserreiches. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges sollten die vier rechts der Weichsel gelegenen Kreise Marienburg, Marienwerder, Rosenberg und Stuhm in einer Volksabstimmung im Abstimmungsgebiet Marienwerder über ihre zukünftige Zugehörigkeit entscheiden. In der Abstimmung vom 11. Juli 1920 lehnte die Mehrheit der Einwohner den Anschluss an die 1918 neu gegründete Zweite Polnische Republik ab und votierte für den Verbleib der Stadt beim Deutschen Reich. Der Kreis Stuhm mit 19,7 % (4904 Stimmen) und die Stadt Stuhm mit 26,5 % (749 Stimmen) hatten die höchste Stimmenzahl für einen Anschluss an Polen in der gesamten Abstimmung überhaupt.

Während der Einweihung des Kriegerdenkmals für die Stuhmer Bürger – Deutsche, Polen und Juden – am 16. Juni 1929 flog der ostpreußische Segelflug-Weltrekordler Ferdinand Schulz eine Ehrenrunde über dem Marktplatz und stürzte dabei mit seinem Motorflugzeug ab. Er und sein Begleiter Bruno Kaiser fanden dabei den Tod. Am 14. Juni 1931 besuchte Reichspräsident Paul von Hindenburg die Stadt. Stuhm erlangte im Dritten Reich Bekanntheit durch sein Gefängnis und die Nationalpolitische Erziehungsanstalt.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge zerstört. Mit dem Zusammenbruch der deutschen Ostfront endete 1944 das friedliche Leben der Stuhmer. Am 21. und 22. Januar 1945 zogen Flüchtlingsströme durch die Stadt, die noch nicht geflohene Bevölkerung schloss sich Richtung Danzig und Marienburg an. Am 25. Januar wurde Stuhm kampflos von der Roten Armee besetzt. In der Stadt wurde Feuer gelegt und mehr als die Hälfte der Gebäude wurde zerstört.

Bald darauf wurde Stuhm gemäß den Beschlüssen der Konferenz von Jalta in polnische Verwaltung übergeben. Die deutsche Bevölkerung, sofern nicht bereits geflohen, wurde innerhalb der nächsten Jahre aufgrund der Bierut-Dekrete zwangsweise ausgesiedelt. Sie wurde durch polnische und ukrainisch Umsiedler ersetzt, die zunächst größtenteils aus den Gebieten östlich der Curzon-Linie kamen, die von Polen nach dem Ersten Weltkrieg bis 1923 erobert worden waren. Die Neusiedler waren an ihren Heimatorten im Allgemeinen von der zuständigen Sowjetkommandantur vor die Wahl gestellt worden, entweder eine andere Staatsangehörigkeit zu akzeptieren oder auszuwandern.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner-
zahl
Bemerkungen
1789 509 in 79 Haushalten, etwa 50% Lutheraner und 50% Katholiken,
der Sprache nach etwa 50% Deutsche and 50% Polen[2]
1831 956[3]
1875 2.145[4]
1880 2.210[4]
1890 2.265 davon 759 Protestanten, 1.405 Katholiken und 85 Juden[4]
1905 2.557 davon 706 Protestanten und 74 Juden[5]
1933 6.147 meistens Katholiken[6]
1939 7.374[4]
1943 7.099[7]
2006 9.945

Gemeinde[Bearbeiten]

Heilige-Anna-Kirche in Sztum

Zur Stadt- und Landgemeinde Sztum gehören die folgenden Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name (bis 1945)
Barlewice Barlewitz (1938–1945 Wargels)
Barlewiczki Barlewitz Vorwerk
Biała Góra Weißenberg
Brzezi Ostrów Ostrow-Brosze (1938–1945 Brosenhof)
Cygusy Cyguß (1938–1945 Ziegenfuß)
Czernin Hohendorf
Goraj Gorrey
Górki Gurken
Gościszewo Braunswalde (Vgl. Willenberg-Braunswalde-Kultur)
Gronajny Grünhagen
Grzępa Neu Hakenberg
Kępina Antonienhof
Koniecwałd Conradswalde (1938–1945 Konradswalde)
Koślinka Kiesling
Kuliki Karlsthal
Lipka Lindenkrug
Michorowo Michorowo (192?–1945 Micherau)
Nowa Wieś Königlich Neudorf (1930–1945 Neudorf)
Nowiny Neuhof
Parowy Heinen
Parpary Parpahren
Piekło Pieckel (1942–1945 Nogathaupt)
Pietrzwałd Peterswalde
Polaszki Paleschken
Postolin Pestlin
Ramzy Małe Klein Ramsen
Ramzy Wielkie Groß Ramsen
Szpitalna Wieś Hospitalsdorf
Sztum Stuhm
Sztumska Wieś Stuhmsdorf
Sztumskie Pole Stuhmerfelde
Uśnice Usznitz (1912–1945 Usnitz)
Węgry Wengern
Zajezierze Hintersee

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Nach Geburtsjahr geordnet

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sztum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 10. Juli 2014.
  2. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil II, Marienwerder 1789, S. 19.
  3. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 444, Nr. 59.
  4. a b c d Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Westpreußen, Kreis Stuhm (2006).
  5. Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage, Band 8, Leipzig und Wien 1907, S. 251.
  6. Der Große Brockhaus, 15. Auflage, Band 18, Leipzig 1934, S. 289.
  7. Ernst Bahr: Stuhm, in: Handbuch der historischen Stätten, Ost- und Westpreußen, Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X, S. 216–217.