Sturmius

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sturmius (Begriffsklärung) aufgeführt.

Sturmius (selten auch Sturmio, in den Quellen jedoch zumeist in nicht latinisierter Form Sturmi, Sturmis, gelegentlich auch Styrmi, Styrme, in älterer Sekundärliteratur meist Sturm genannt[1]; * wohl nach 700 als Spross „einer westbayerischen Grundherrenfamilie aus dem Sempt-Isengebiet unweit von Freising[2], nach einer lokalen Überlieferung in Aiglsdorf Markt Nandlstadt; † ca. 17. Dezember 779 in Fulda) war Missionar, Gründer und erster Abt des Klosters Fulda.

Abbildung St. Sturmius auf Notgeld der Gemeinde Marsberg

Kirchengeschichtliche Zeitumstände[Bearbeiten]

Sturmis Leben fällt in die Epoche der angelsächsischen Mission des 8. Jahrhunderts auf dem Kontinent. Als Schüler des bedeutendsten der angelsächsischen Missionare, die damals als monachi peregrini (Pilgermönche) zur Verbreitung des christlichen Glaubens unter den noch unbekehrten oder nur oberflächlich mit dem Christentum in Berührung gekommenen germanischen Stämmen der Baiern, Alemannen, Mainfranken, Thüringer, Friesen und Sachsen auf den Kontinent kamen,[3] des Winfried Bonifatius, unterstützte er diesen beim Aufbau einer kirchlichen Organisation und Infrastruktur im mainfränkisch-thüringischen Raum. Entscheidend war seine Rolle als Gründerabt der späteren Reichsabtei Fulda, die eine große Bedeutung als Stützpunkt der Sachsenmission und auch bei der militärischen Sicherung des von Karl dem Großen eroberten Sachsen (Eresburg) sowie als kulturelles Zentrum im rechtsrheinischen Germanien nördlich der Mainlinie spielte. Wichtig für die Zukunft des Klosters war Sturmis erfolgreicher Kampf für dessen Unabhängigkeit und um die Reliquien des Bonifatius, die auch von Mainz als seinem Amtssitz und Dokkum, seinem Sterbeort, beansprucht wurden.

Leben[Bearbeiten]

Die meisten Informationen über das Leben des Sturmius stammen aus der von Sturmis Verwandtem und späterem Fuldaer Abt Eigil von Fulda verfassten Vita Sturmi, für deren vieldiskutierte, für die Interpretation wichtige Datierung sich ein später Ansatz in die Zeit 818-820 durchzusetzen scheint, woraus sich ergibt, dass der Rückblick auf die Gründergestalt und Gründungsgeschichte aus der Perspektive der nach Abt Ratgars Sturz 817 eingeleiteten monastischen Reform erfolgt.[4] Die frühe Sturmi-Chronologie ist unsicher. Umstritten ist, bei welcher der drei Reisen des Winfried Bonifatius nach Bayern es zur Begegnung mit Sturmi kam, der ihm noch als Knabe (wohl als puer oblatus) von seinen Eltern anvertraut wurde. Am wahrscheinlichsten ist die erste Reise (um 719), während die auch erwogene Ansetzung während einer der beiden späteren Reisen von vermutlich 734 und 738, als ersterer die Neuordnung der Kirchenorganisation im bayerischen bzw. österreichischen Gebiet durchführte (Gründung der Bistümer Salzburg, Regensburg und Passau, sowie Freising), verschiedene chronologische Schwierigkeiten mit sich bringen würde.[5] Er schloss sich Bonifatius an und wurde im Benediktinerkloster Fritzlar bei Abt Wigbert ausgebildet. Im nordhessischen Raum war er als Missionar unterwegs, wo er nach unsicherer Überlieferung 736, wahrscheinlich aber erst 742/743 in Haerulfisfeld (heute Bad Hersfeld) eine mönchische Einsiedelei errichtete.[6] Zu einem unbestimmten Zeitpunkt wurde er in Fritzlar zum Priester geweiht. Im Jahre 744 wurde er von Bonifatius beauftragt, in einem Gebiet namens Eichloha (vermutlich war es der Name einer Zentmark oder Hundertschaft im Altgau Buchonia) ein Kloster zu gründen. Der Grundbesitz, vier Meilen um das neue Kloster, war eine Schenkung des fränkischen Hausmeiers Karlmann, die auf dessen Initiative von den lokalen Grundbesitzern ergänzt wurde. Da letztere an Sturmi tradiert haben sollen[7], dürfte dieser, und nicht Bonifatius, auch der Empfänger der Karlmannstiftung gewesen sein. Das Kloster errichtete Sturmi an einer Furt über die Fulda, wo sich vermutlich ein etwa 50 Jahre zuvor von Sachsen verwüsteter Herrenhof befunden hatte.

Nach der Gründungsphase wurde Abt Sturmi in den Jahren 747 und 748 für einen längeren Aufenthalt im Kloster des heiligen Benedikt von Nursia Monte Cassino nach Italien gesandt, um dort die vermeintlich urbenediktinischen consuetudines (Lebensformen) kennenzulernen und sie in Fulda einführen zu können. 751 erreichte Bonifatius, der angesichts seines schwindenden Einflusses und der Unsicherheit hinsichtlich seiner Nachfolge um die Zukunft seines Missions- und Reformwerkes besorgt gewesen sein muss, durch das in seinem Auftrag von Lullus erwirkte sogenannte Zachariasprivileg von Papst Zacharias I. eine begrenzte Exemption für die Abtei, die somit – eher symbolisch – direkt dem Papst unterstellt und dadurch unabhängig von bischöflicher und weltlicher Gewalt wurde. Zuständig für Weihen und andere bischöfliche Amtshandlungen blieb jedoch weiterhin der Diözesan, in dessen Sprengel die Amtshandlung vorzunehmen war. Er durfte allerdings nicht auf eigene Initiative tätig werden, sondern hatte die Einladung (Invitatio) durch Abt und Konvent abzuwarten. Dies sollte nach dem Tode von Bonifatius zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Bonifatiusschülern, dem Bischof und späteren Erzbischof von Mainz Lullus und Sturmi, führen.

Trotz dieser Umstände gelang es Sturmi, sich gegen die Bischöfe von Utrecht und Mainz durchzusetzen und Bonifatius in Fulda beisetzen zu lassen. Dies steigerte die Bedeutung der Abtei Fulda stark. Die Abtei erhielt dadurch viele Schenkungen und wurde zu einem bedeutenden Wallfahrtsort im ostfränkischen Reich, an den auch viele Angelsachsen pilgerten.

Sturmi konnte sich auch gegen die Bischöfe von Mainz (bzw. nach älterer Auffassung Würzburg) behaupten, die versuchten, die Exemption der Abtei rückgängig zu machen. Sturmi wurde in diesem Zusammenhang bei dem Hausmeier Pippin denunziert, von diesem abgesetzt und von 763 bis 765 in die Abtei Jumièges (Normandie) in die Verbannung geschickt, während das Kloster Fulda, unter Beschlagnahmung des Zachariasprivilegs, Bischof Lullus von Mainz unterstellt wurde. Er wurde jedoch 765 rehabilitiert, und das Zachariasprivileg wurde zurückerstattet. 774 erhielt die Abtei Fulda von Karl dem Großen den Königsschutz und damit den Status eines Königsklosters bzw. einer Reichsabtei. In diesem Jahr erhielt Sturmi für die Abtei ein Missionsgebiet an der Diemel und der Weser. Das Stift Sankt Bonifatii in Hameln wurde von Sturmius gegründet. Auch Minden gehörte in dieses Missionsgebiet. 779 begleitete Sturmi Karl den Großen auf einem Feldzug nach Sachsen, wo er erkrankte. Bald nach seiner Rückkehr nach Fulda starb er.

Kultische Verehrung[Bearbeiten]

Bereits die Wahl des herausgehobenen Begräbnisortes, der Ostchor der Salvatorbasilika in Fulda, wo kurz danach auch die Nichte des Bonifatius, die später ebenfalls als Heilige verehrte Äbtissin Lioba von Tauberbischofsheim († um 782), bestattet wurde, lässt erkennen, dass sich ein schrittweiser Übergang von Memoria zu kultischer Verehrung anbahnte. Die weiteren Schritte wurden von Abt Eigil von Fulda, einem Verwandten Sturmis, der über zwanzig Jahre in Fulda unter Sturmius Mönch gewesen war, vorangetrieben. Nach der 818 wegen des Kryptenbaus in der neuen Ratgerbasilika erforderlich gewordenen Umbettung der beiden "geistlichen Kinder" des Bonifatius, erfolgte 820 deren feierliche Translation in das südliche Seitenschiff zum Ignatiusaltar. Spätestens von diesem Zeitpunkt an galt Sturmi als Heiliger und hatte einen herausgehobenen Platz in der Altarlandschaft der Salvatorbasilika, die als Abbild der Heilsgeschichte und der Geschichte des Mönchtums konzipiert war.[8] Eigil war auch der Autor der wohl im Hinblick auf die Translation und Neuordnung der Anniversarfeier 820 verfassten Vita Sturmi[9] und veranlasste auch die Konzeption einer Sturmi-Messe für den Anniversartag, wohl durch Hrabanus Maurus. In dem wohl auf karolingische Vorbilder zurückgehenden illuminierten Fuldaer Sakramentar aus Göttingen (um 975) erscheint Sturmi in einer eschatologischen Bildkomposition zum Allerheiligenfest als Seelenführer seiner Mönche und kommendiert auf dem Frontispiz, als heiliger Abt nimbiert, den Hrabanus Maurus den Päpsten Gelasius I. und Gregor dem Großen.[10]. Sturmi wurde so zur Repräsentationsfigur der asketischen Anfänge des Klosters und seiner vermeintlich urbenediktinischen Tradition. Während Lioba 836 erneut umgebettet wurde und ihre endgültige Ruhestätte in St. Peter auf dem Petersberg fand, befinden sich die Reliquien Sturmis bis heute im Dom zu Fulda, allerdings aufgrund der Baumaßnahmen des 18. Jahrhunderts nicht mehr am ursprünglichen Ort. 1139 sprach Papst Innozenz II. Sturmi, dessen zunächst von seinem Verwandten Abt Eigil († 822) so entschieden geförderter Kult später in den Hintergrund getreten zu sein scheint, beim zweiten Laterankonzil in Rom offiziell heilig.[11] Ende Oktober 2009 wurde auf dem neugestalteten Fuldaer Borgiasplatz eine lebensgroße Bronzestatue des Heiligen, Nachbildung einer alten Holzplastik im Stadtteil Malkes eingeweiht. Damit wurde endlich ein Plan verwirklicht, welcher schon 1879 zum 1100. Todestag Sturmius von Stadtrat und Bürgerausschuss gefasst worden war.[12]

Gedenktag[Bearbeiten]

Der katholische, evangelische und orthodoxe Gedenktag ist der 17. Dezember, der Tag des Hl. Ignatius, auf den die Anniversarfeier Sturmis wegen der Nähe seines Todestages zu diesem Heiligenfest von Abt Eigil verlegt worden war.

Ikonografie[Bearbeiten]

  • als heiliger Abt, nimbiert, barfuß im Mönchsgewand auf dem Frontispiz des Fuldaer Sakramentars (saec. X. 3/4 , Göttingen, niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek 2 Ms. theol. 231 Cim., fol. 1v; vgl. Gereon Becht-Jördens: Litterae illuminatae. Zur Geschichte eines literarischen Formtyps in Fulda. In: Gangolf Schrimpf (Hrsg.): Kloster Fulda in der Welt der Karolinger und Ottonen [Fuldaer Studien 7]. Josef Knecht, Frankfurt am Main 1996, S. 326-364, hier S. 355-361; Abb. 5).
  • als heiliger Abt, nimbiert und mit Buch an der Spitze der Fuldaer Mönche, Fuldaer Sakramentars (saec. X. 3/4 , Göttingen, niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek 2 Ms. theol. 231 Cim., fol. 111r (Vgl. Becht-Jördens, Litterae illuminatae. Zur Geschichte eines literarischen Formtyps in Fulda. In: Gangolf Schrimpf (Hrsg.): Kloster Fulda in der Welt der Karolinger und Ottonen (s. unten Literatur) S. 348-351; Christine Sauer, Allerheiligenbilder in der Buchmalerei Fuldas. In: Gangolf Schrimpf (Hrsg.): Kloster Fulda in der Welt der Karolinger und Ottonen (s. unten Literatur) S. 365-402; Abb. 1).
  • als heiliger Abt, nimbiert und mit Spruchband zusammen mit dem heiligen Bonifatius auf dem Frontispiz des Codex Eberhardi (saec. XII., Marburg, Staatsarchiv, Hs. K. 426, fol. 6r, vgl. Becht-JördensLitterae illuminatae. Zur Geschichte eines literarischen Formtyps in Fulda. In: Gangolf Schrimpf (Hrsg.): Kloster Fulda in der Welt der Karolinger und Ottonen (s. unten Literatur) S. 357; Abb. 7).
  • spätere Darstellungen: vgl. Konrad Kunze, Sturmius von Fulda. In: Lexikon der christlichen Ikonographie, Bd. 8, Herder, Freiburg 1976, Sp. 410.

Siehe auch: Ikonografie

Literatur[Bearbeiten]

  • Gereon Becht-Jördens: Sturmi oder Bonifatius. Ein Konflikt im Zeitalter der anianischen Reform um Identität und monastisches Selbstverständnis im Spiegel der Altartituli des Hrabanus Maurus für die Salvatorbasilika zu Fulda. Mit Anhängen zur Überlieferung und kritischen Edition der Tituli sowie zu Textquellen zur Architektur und Baugeschichte der Salvatorbasilika. In: Marc-Aeilko Aris, Susanna Bullido del Barrio (Hrsg.): Hrabanus Maurus in Fulda. Mit einer Hrabanus Maurus-Bibliographie (1979-2009). Josef Knecht, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-7820-0919-5, S. 123-187. (Fuldaer Studien 13)
  • Gereon Becht-Jördens: Die Ermordung des Erzbischofs Bonifatius durch die Friesen. Suche und Ausgestaltung eines Martyriums aus kirchenpolitischer Notwendigkeit? In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte. 57, 2005, S. 95-132, hier S. 98-108; S. 118f.
  • Gereon Becht-Jördens: Neue Hinweise zum Rechtsstatus des Klosters Fulda aus der Vita Aegil des Brun Candidus. In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte. 41, 1991, S. 11-29.
  • Pius Engelbert: Die Vita Sturmi des Eigil von Fulda. Literarkritisch-historische Untersuchung und Edition. Elwert, Marburg 1968. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck 29)
  • Ulrich Hussong: Chronologische Darstellung. Die Geschichte des Klosters Fulda von der Gründung bis ins 11. Jahrhunderts. In: Wolfgang Hamberger u. a. (Hrsg.): Geschichte der Stadt Fulda. Bd. 1 Von den Anfängen bis zum Ende des Alten Reiches. Parzeller, Fulda 2009, ISBN 978-3-7900-0397-0, S. 143-165, hier S. 143-145.
  • Ulrich Hussong: Die Reichsabtei Fulda im frühen und hohen Mittelalter. Mit einem Ausblick ins späte Mittelalter. In: Walter Heinemeyer (Hrsg.): Fulda in seiner Geschichte. Landschaft, Reichsabtei, Stadt. Elwert, Marburg 1995, ISBN 3-7708-1043-0, S. 89-179, hier S. 89-107. (Veröffentlichungen der Historischen kommission für Hessen 57)
  • Werner Kathrein: Fulda, St. Salvator. Geschichtlicher Überblick. In: Germania Benedictina. Bd. 7: Hessen. Eos, St. Ottilien 2004, ISBN 3-8306-7199-7, S. 213-271, hier S. 213-218.
  • Petra Kehl: Heiligenverehrung in der Reichsabtei Fulda. In: Walter Heinemeyer (Hrsg.): Fulda in seiner Geschichte. Landschaft, Reichsabtei, Stadt. Elwert, Marburg 1995, ISBN 3-7708-1043-0, S. 181-199, hier S. 195f.
  • Stefan Patzold: Chronologische Darstellung: Der lange Weg vom Kloster zur Stadt – Fulda in der Zeit der Karolinger und Ottonen. In: Wolfgang Hamberger u. a. (Hrsg.): Geschichte der Stadt Fulda. Bd. 1 Von den Anfängen bis zum Ende des Alten Reiches. Parzeller, Fulda 2009, ISBN 978-3-7900-0397-0, S. 166-179, hier S. 166-171.
  • Mechthild Sandmann: Die Folge der Äbte. In: Karl Schmid (Hrsg.): Die Klostergemeinschaft von Fulda im früheren Mittelalter. Wilhelm Fink, München 1978, Bd. 1. ISBN 3-7705-1378-9, S. 178-204, hier S. 181-182.
  • Stefan Schipperges: Bonifatius ac socii eius. Eine sozialgeschichtliche Untersuchung des Winfrid-Bonifatius und seines Kreises. Selbstverlag, Mainz 1996, S. 142-146. (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte im Auftrag der Gesellschaft für Mittelrheinische Kirchengeschichte 79)
  • Karl Schmid: Die Anfänge der Mönchsgemeinschaft in Fulda. In: Karl Schmid (Hrsg.): Die Klostergemeinschaft von Fulda im früheren Mittelalter. Wilhelm Fink, München 1978, Bd. 1. ISBN 3-7705-1378-9, S. 108-135.
Lexikonartikel

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. P. Engelbert: Die Vita Sturmi. S. 73, Anm. 11
  2. P. Engelbert: Die Vita Sturmi. S. 6. Vgl. Wilhelm Störmer: Eine Adelsgruppe um die Fuldaer Äbte Sturmi und Eigil und den Holzkirchener Klostergründer Troand. In: Gesellschaft und Herrschaft (Festgabe für Karl Bosl). München 1969, S. 1–34.
  3. Dieter R. Bauer u. a. (Hrsg.), Mönchtum – Kirche – Herrschaft 750 – 1000. Thorbecke, Sigmaringen 1998; Friedrich Prinz, Frühes Mönchtum im Frankenreich: Kultur und Gesellschaft in Gallien, den Rheinlanden und Bayern am Beispiel der monastischen Entwicklung (4.-8. Jahrhundert). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2. erg. Aufl. Darmstadt 1988 (zuerst 1965); Arnold Angenendt, Monachi peregrini. Studien zu Pirmin und den monastischen Vorstellungen des frühen Mittelalters. Fink, München 1972;
  4. Die Frühdatierung (vor 800, spätestens 814) begründeten Georg Hüffer: Korveier Studien. Quellenkritische Untersuchungen zur Karolinger-Geschichte. 1898, S. 124, Anm. 2 und Wolfgang Hessler: Zur Abfassungszeit von Eigils Vita Sturmi. In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte. 9, 1958, S. 1-17, zuletzt verteidigt von Pius Engelbert: Wann ist Eigils Vita Sturmi entstanden. In: Walter Heinemeyer (Hrsg.): Hundert Jahre Historische Kommission für Hessen (1897-1997). Elwert, Marburg 1997, S. 35-45. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 61); Für die Spätdatierung (818-820) zuerst Gereon Becht-Jördens: Die Vita Aegil des Brun Candidus als Quelle zu Fragen aus der Geschichte Fuldas im Zeitalter der anianischen Reform. In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte. 42, 1992, S. 19–48, hier S. 38, Anm. 79; Gereon Becht-Jördens: Die Vita Aegil abbatis Fuldensis des Brun Candidus. Ein Opus geminum aus dem Zeitalter der anianischen Reform in biblisch-figuralem Hintergrundstil. Frankfurt am Main 1992, S. 19, Anm. 38. (Fuldaer Hochschulschriften 17); Gereon Becht-Jördens: Text, Bild und Architektur als Träger einer ekklesiologischen Konzeption von Klostergeschichte. Die karolingische Vita Aegil des Brun Candidus von Fulda (ca. 840). In: Gottfried Kerscher (Hrsg.): Hagiographie und Kunst. Der Heiligenkult in Schrift, Bild und Architektur. Dietrich Reimer, Berlin 1993, S. 75–106, hier S. 81 mit Anm. 37, S. 100; Gereon Becht-Jördens: Vita Aegil abbatis Fuldensis a Candido ad Modestum edita prosa et versibus. Ein opus geminum des IX. Jahrhunderts. Einleitung und kritische Edition. Marburg 1994, S. XV, Anm. 19; Gereon Becht-Jördens: Die Ermordung des Erzbischofs Bonifatius durch die Friesen. Suche und Ausgestaltung eines Martyriums aus kirchenpolitischer Notwendigkeit? In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte. 57, 2005, S. 95-132, hier S. 98, Anm. 13; im Anschluß an Becht-Jördens z. T. mit weiteren Argumenten Johannes Fried: Fulda in der Bildungs- und Geistesgeschichte des früheren Mittelalters. In: Gangolf Schrimpf (Hrsg.): Kloster Fulda in der Welt der Karolinger und Ottonen. Knecht, Frankfurt am Main 1996, S. 3-38, hier S. 17, Anm. 63. (Fuldaer Studien 7); Josef Semmler: Instituta Sancti Bonifatii. Fulda im Widerstreit der Observanzen. In: Gangolf Schrimpf (Hrsg.): Kloster Fulda in der Welt der Karolinger und Ottonen. (s. unten Literatur) S. 79-103, hier S. 82f. mit Anm. 35, S. 83; Stefan Patzold: Konflikte im Kloster. Studien zu Auseinandersetzungen in monastischen Gemeinschaften des ottonisch-salischen Reichs. Matthiesen, Husum 2000, S. 353, Anm. 232. (Historische Studien 463); Für 816/817 Petra Kehl: Die Entstehungszeit der Vita Sturmi des Eigil. In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte. 46, 1994, S. 11-20.
  5. Vgl. St. Schipperges: Bonifatius ac socii eius. Anm. 133f., S. 142.
  6. Zum Datierungsproblem siehe Abtei Hersfeld.
  7. Vita Sturmi. c. 12; vgl. Gereon Becht-Jördens: Neue Hinweise zum Rechtsstatus des Klosters Fulda aus der Vita Aegil des Brun Candidus. In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte. 41, 1991, S. 11-29, hier S. 26-29.
  8. Vgl. Becht-Jördens: Sturmi oder Bonifatius. S. 133-154; Gereon Becht-Jördens: Die Vita Aegil des Brun Candidus als Quelle zu Fragen aus der Geschichte Fuldas im Zeitalter der anianischen Reform. In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte. 42, 1992, S. 19-48, hier S. 36-39; Gereon Becht-Jördens Text, Bild und Architektur als Träger einer ekklesiologischen Konzeption von Klostergeschichte. Die karolingische Vita Aegil des Brun Candidus von Fulda (ca. 840). In: Gottfried Kerscher (Hrsg.): Hagiographie und Kunst. Der Heiligenkult in Schrift, Bild und Architektur. Dietrich Reimer, Berlin 1993, S. 75-106, hier S. 94.
  9. Zur Datierungsdiskussion s. oben.
  10. Vgl. Gereon Becht-Jördens: Litterae illuminatae. Zur Geschichte eines literarischen Formtyps in Fulda. In: Gangolf Schrimpf (Hrsg.): Kloster Fulda in der Welt der Karolinger und Ottonen. Josef Knecht, Frankfurt am Main 1996, S. 325–364, hier S. S. 348, Anm. 72; S. 355-361 (Fuldaer Studien 7); Gereon becht-Jördens Rezension Eric Palazzo: Les sacramentaire de Fulda. Étude sur L’iconographie et la liturgie àl’epoque ottonienne. Aschendorff 1994. In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte. 48, 1998, S. 401-413, hier S. 412. (Veröffentlichungen des Abt-Herwegen-Instituts der Abtei Maria Laach 77)
  11. Vgl. Petra Kehl: Heiligenverehrung in der Reichsabtei Fulda.
  12. Michael Mott: Bayerischer Querkopf im besten Sinne / Sturmius gründete Musterkloster und Siedlung Fulda / Würdiges Denkmal blieb ihm bisher versagt; in: Fuldaer Zeitung, 22. Juni 2005, S. 13
Vorgänger Amt Nachfolger
--- Abt von Fulda
744–779
Baugulf