Sturzfaktor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Sturzfaktor ist eine Kenngröße bei einem Sturz in eine Auffangausrüstung (Seil, Falldämpfer, Höhensicherungsgerät, ...), wie er beim Klettern, bei seilunterstützen Arbeitsverfahren und bei der seilunterstützten Baumklettertechnik vorkommen kann. Man bezeichnet damit den Quotienten aus Sturzhöhe und Länge des ausgegebenen Verbindungsmittels (z. B des Seils inklusive der Verbindungselemente (Karabiner) bis zur Öse des Klettergurtes).

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Sturzfaktor ist eine Größe bei der Entstehung der Kräfte in einem Auffangsystem (beim Klettern oder bei der Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz im Beruf). Da man üblicherweise nicht mehr als die doppelte ausgegebene Länge der Verbindung zwischen Ankerpunkt und Gurt fallen kann (siehe Grafik 'Sturzfaktoren'), ist der maximale Sturzfaktor 2 (entspricht einem Sturz in den Stand beim Alpinklettern). Ausnahme sind Klettersteige oder die "Sicherung" an vertikalen Strukturen wie Rohren oder Seilen.

Zum Test von Seilen findet der so genannte Normsturz Anwendung. Dieser ist nach EN zertifiziert und gewährleistet eine Vergleichbarkeit der Qualität der Seile. Der Sturzfaktor des Normsturzes beträgt ungefähr 1,7.

Berechnung[Bearbeiten]

Sturzfaktoren

Der Sturzfaktor f_s errechnet sich aus der Sturzhöhe h dividiert durch die ausgegebene Seillänge l.

 f_s = \frac{h}{l}

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Walter Fimml, Michael Larcher: Energie ist Kraft mal Weg. Teil 2 (PDF; 913 kB). In: bergundsteigen. Nr. 4, 2000, S. 14-20.
  • Helmut Mägdefrau: Die Belastungen des menschlichen Körpers beim Sturz ins Seil und deren Folgen. Dissertation München Ludwig-Maximilian-Universität. 1989.

Weblinks[Bearbeiten]