Plieningen

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Dieser Artikel behandelt den Ort Plieningen, zu anderen Begriffen siehe Plieningen (Begriffsklärung)
Plieningen
Stadtbezirk der Landeshauptstadt Stuttgart
Stadtteil-Wappen Stadtkarte
Wappen des Stadtteils Plieningen
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Über dieses Bild
Liste der Stadtteile Stuttgarts
Eingemeindung: 1. April 1942
Höhe: 370 m ü. NHN
Bevölkerungsdichte 957 Einw./km²
Postleitzahl: 70593–70599
Vorwahl: 0711
Adresse des
Bezirksrathauses:
Filderhauptstraße 155
70599 Stuttgart
Website: www.stuttgart.de
Bezirksvorsteher: Edgar Hemmerich
Stadtbezirk Einwohner
(Stand 2011)
Fläche
Nr. Stadtteil
Plieningen 12.512 1307 ha
551 Plieningen 7.100 1103,9 ha
552 Chausseefeld 1.165 6,9 ha
561 Steckfeld 2.147 26,2 ha
571 Asemwald 1.525 14,2 ha
581 Hohenheim 575 156,3 ha
Verkehrsanbindung
Autobahn A8
Bundesstraße B27
Stadtbahn U3
Bus 65, 70, 73, 74, 75, 76, 79, 122
Quelle: Datenkompass Stuttgart

48.7019.2107Koordinaten: 48° 42′ N, 9° 13′ O

Altes Rathaus
Deutsches Landwirtschaftsmuseum

Plieningen ist der südlichste Stadtbezirk von Stuttgart, rund zehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt auf der Filderebene gelegen. Das Schloss Hohenheim, ein Teil des Stuttgarter Flughafens und das Parkhaus der Messe Stuttgart liegen auf Plieninger Gemarkung.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine römische Jupitersäule (280 n. Chr.) an der Körsch sowie ein Gutshof und einige Funde erinnern an die römische Besiedelung. Die alte Heerstraße (Echterdinger Straße) sowie die Paracelsusstraße sind alte Römerstraßen.

Um 500 erfolgte die Besiedelung durch die Pleonungen. Um 600 wurde die Urkirche St. Martinus als Holzbau errichtet. Sie war eine der ersten Kirchen auf den Fildern. Im 12. Jahrhundert nahm ein Hugo von Plieningen an einem Kreuzzug nach Jerusalem teil, darauf sollen die im Wappen enthaltenen drei Rosen am Rosenzweig zurückzuführen sein. Seit dem 12. und 13. Jahrhundert sind die Herren von Plieningen u. a. in Plieningen (Burg Plieningen), Esslingen, Göppingen und Kleinbottwar bezeugt. Der älteste Gewerbebetrieb Plieningens ist die Obere Seemühle aus dem 12. Jahrhundert im Körschtal.

1747 wurde das Alte Rathaus im Mönchhof erbaut. 1770 ließ Carl Eugen von Württemberg das neue Schloss Hohenheim auf dem Wasserschloss erbauen. In der Folge entstand die Nachbargemeinde Birkach als Straßendorf mit der Franziska-Kirche.

Bezirksrathaus Plieningen
Plieningen und Birkach wurden am 1. April 1942 nach Stuttgart zwangseingemeindet und dann als Stadtteile geführt.

Bei der Einteilung der Stadt Stuttgart in Stadtbezirke im Jahre 1956 wurde der Stadtbezirk Plieningen zunächst in die drei Stadtteile Plieningen, Hohenheim und Steckfeld aufgeteilt. Dieser wird in Personalunion mit dem Stadtbezirk Birkach, der zunächst aus den Stadtteilen Birkach und Schönberg bestand, verwaltet und hat mit diesem auch ein gemeinsames Bezirksrathaus in Plieningen (Garbe). Von 1968 bis 1972 entstand dann in Plieningen der neue Stadtteil Asemwald, so dass der Stadtbezirk Plieningen vier Stadtteile hatte. Das Ende der 1990er Jahre entstandene Wohngebiet Chausseefeld wurde bei der Neugliederung der Stuttgarter Stadtteile zum 1. Januar 2001 offiziell als eigner Stadtteil von Plieningen festgelegt, so dass sich seither der Stadtbezirk Plieningen in die fünf Stadtteile Plieningen, Asemwald, Chausseefeld, Hohenheim und Steckfeld gliedert.

Verkehr[Bearbeiten]

Über zwei Landesstraßen ist Plieningen direkt an die A 8 (Karlsruhe–München), die B 27 (Stuttgart–Tübingen), den Flughafen und an die Messe angebunden.

Den öffentlichen Personennahverkehr auf der Schiene bedient die Stadtbahnlinie U3 von Plieningen über Möhringen nach Vaihingen. Sie verkehrt heute auf der einstigen Bahnstrecke Stuttgart-Möhringen–Stuttgart-Hohenheim die 1888 von der Filderbahn-Gesellschaft eröffnet wurde und im Laufe der Jahre von den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) übernommen wurde. Die Stadtbahn hält jedoch nur am Rande Plieningens, als Zubringer dienen mehrere überörtliche Buslinien. So verkehren im Stadtbezirk die SSB-Buslinien 65 (Plieningen–Obertürkheim), 70 (Plieningen–Hoffeld), 73 (Degerloch–Neuhausen), 74 (Degerloch–Nürtingen), 75 (Degerloch–Walddorf) und 76 (Degerloch–Stetten) sowie die Buslinie 122 der END Verkehrsgesellschaft (FlughafenEsslingen).

Freizeit/Sport[Bearbeiten]

  • Der 1873 gegründete Turnverein Plieningen 1873 hat rund 1300 Mitglieder, davon rund 900 in der Turnabteilung.[1]
Martinskirche Plieningen
Schloss Hohenheim (circa 1845)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Hohenheim
  • Schloss Hohenheim mit Zoologischem und Tiermedizinischem Museum
  • Universität Hohenheim mit Landesarboretum (Exotischer Garten), Botanischem Garten, Deutschem Landwirtschaftsmuseum und Museum zur Geschichte Hohenheims
  • Heimatmuseum Plieningen - bis 2009 im Alten Rathaus, soll 2015 in der Zehntscheuer wieder eröffnet werden [2]
  • Evang. Martinskirche Plieningen, Denkmal und Urkirche (Steinbau aus dem 12. Jahrhundert). Gilt als Wahrzeichen von Plieningen.
  • „Steinernes Kreuz“ (Neuhauser Straße) und „Bildstockstein“ (Echterdinger Straße)
  • Mönchhof (historisches Zentrum)
  • Körschtal mit der Oberen und Unteren Mühle und dem Mühlensee

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
 %
30
20
10
0
25,9
24,4
17,5
14,2
9,8
2,6
2,9
2,0
0,7
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-10,0
+4,6
-4,3
+6,7
+2,5
+1,2
+1,9
-1,6
-1,1
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
g 2004: PDS

Dem Bezirksbeirat Plieningen gehören auf Grund der Einwohnerzahl des Stadtbezirks 11 ordentliche und ebenso viele stellvertretende Mitglieder an. Seit der letzten Kommunalwahl 2009 gilt folgende Sitzverteilung:

  • CDU: 3
  • B90 / Die Grünen: 3
  • SPD: 3
  • FDP: 2
  • Freie Wähler: 1

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Helisäus Röslin (1545-1616), Mediziner, Astrologe, Chronologe und Geograph
  • Christian Gottlieb Göz (1746 - 1803), Pfarrer in Plieningen und Hohenheim

Literatur/Heimatbücher[Bearbeiten]

  •  Oerny B. Lunke: Röslesland 1: "Die Geschichte einst und jetzt" - Plieningen, Hohenheim, Birkach. Bebildert mit GPS Standortangaben : Plieningen, Hohenheim, Birkach, Ridenberg. Ortsbeschreibung aus Kirchenbüchern und Oberamtsbeschreibungen Pf. Mezger 1903. 1. Auflage. Stuttgart :Atelier Lunke TY Culture, 2013, ISBN 978-3-931074-14-2.
  •  Oerny B. Lunke: Röslesland 2: "Historische Ortsansichten 1" - Foto Plieningen, Hohenheim, Birkach. Bebildert mit GPS Standortangaben : Historische Aufnahmen. 1. Auflage. Stuttgart : Atelier Lunke TY Culture, 2013, ISBN ISBN 978-3-931074-15-9.
  •  Oerny B. Lunke: Röslesland 3: Bildband "Historisch Mobil" - Plieningen, Hohenheim, Birkach. Autos, Kutsche, Motorräder, Fahrräder teils mit GPS Standortangaben : Plieningen, Hohenheim, Birkach, Riedenberg, Historische Fahrzeuge. 1. Auflage. Stuttgart : TY Culture, 2014, ISBN ISBN 978-3-931074-16-6.
  •  Oerny B. Lunke: Röslesland 4: Bildband "Heimat und Familien 1" - Plieningen, Hohenheim, Birkach. Historisch alte Familienaufnahmen 1850 - 1930 sowie Stammbäume. 1. Auflage. Stuttgart : Atelier Lunke TY Culture, 2014, ISBN ISBN 978-3-931074-17-3.
  •  Oerny B. Lunke: Röslesland 5: Bildband "Luftbildaufnahmen Röslesland" - Plieningen, Hohenheim, Birkach. Historisch Aufnahmen im vergleich zu Heute, mit Doppelseitigen Panorama Luftbildaufnahmen, 70 Fotos und Grafiken, die ältesten von 1918. 1. Auflage. Stuttgart : Atelier Lunke TY Culture, 2014, ISBN ISBN 978-3-931074-18-0.
  •  Reinhard Breymayer: Der endlich gefundene Autor einer Vorlage von Schillers "Taucher": Christian Gottlieb Göz (1746 - 1803), Pfarrer in Plieningen und Hohenheim, Freund von Philipp Matthäus Hahn?. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte 83/84 (1983/1984). Stuttgart 1985, S. 54 - 96.

Weblinks

 Commons: Stuttgart-Plieningen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kinder und Gesundheit im Fokus, Stuttgarter Nachrichten, Artikel vom 7. April 2012, abgerufen 9. September 2012
  2. [1]