Styria Media Group

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Styria Media Group AG
Styria contentcompany.png
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1869
Sitz Graz, Österreich
Leitung Wolfgang Bretschko; Klaus Schweighofer; Malte von Trotha
Mitarbeiter 2.984 (2012)[1]
Umsatz 445 Mio. Euro (2012)[1]
Branche Medienunternehmen, Holding
Produkte Tageszeitungen, Wochenzeitungen, Magazine, Supplements, Online-Dienste, Radio-Sender, TV-Sender, BuchverlageVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.styria.com

Die Styria Media Group AG, kurz Styria, ist nach dem Österreichischen Rundfunk und neben der Mediaprint-Gruppe einer der größten Medienkonzerne Österreichs.[1]

Das Unternehmen, dessen bekannteste Medien die Tageszeitungen Kleine Zeitung und Die Presse sind, ist auch international tätig. Vor allem in Slowenien und Kroatien besitzt der Konzern Beteiligungen an mehreren reichweitenstarken Medien.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen ging aus dem 1869 gegründeten Katholischen Preßverein in der Diözese Graz-Seckau hervor. Dieser Verein wollte im öffentlichen Interesse publizistische Aufgaben in christlichem Geist wahrnehmen und fördern, wie es in einem späteren Grundsatztext hieß. Der Betrieb der Preßvereinsanstalten wurde am 1. Jänner 1870 mit der Eröffnung der Vereinsbuchdruckerei aufgenommen. Seit 1880 firmierten die Anstalten des Preßvereins unter dem Namen Styria. Ab 1886 durfte sich die Druckerei der Styria k. k. Universitätsbuchdruckerei nennen. 1887 vergrößerte sich das Unternehmen durch den Ankauf der Buchdruckerei Gutenberg, 1893 wurde die Stiftersche Buchdruckerei und Buchhandlung in Judenburg zugekauft. Im Verlag erschienen zu dieser Zeit hauptsächlich theologische, volkstümliche, belletristische, geschichtliche Literatur und Kirchenmusik.[2]

1904 wurde in Graz die Kleine Zeitung begründet, die in weiterer Folge zum Flaggschiff der Styria avancierte. In den 1920er- und 1930er-Jahren gehörten dem Unternehmen noch weitere regionale Zeitungen, Druckereien, Buchverlage und Buchhandlungen.[3] Aufgrund seiner katholischen Ausrichtung wurde das Unternehmen in den Jahren 1938-1945 „gleichgeschaltet“ und der traditionsreiche Name Styria aus allen offiziellen Firmenbezeichnungen eliminiert. Die Kleine Zeitung und weitere Tages- und Wochenblätter des Unternehmens mussten an die nationalsozialistische Südostdeutsche Zeitungsverlags G.m.b.H. zwangsverkauft werden.

Nach Kriegsende entstand die Styria neu, das Unternehmen wurde vom rechtmäßigen Eigentümer, dem Katholischen Pressverein, wieder übernommen. Die im Mai 1945 von den sowjetischen Besatzungsbehörden verbotene Kleine Zeitung konnte ab 1948 wieder erscheinen und trug maßgeblich zum wirtschaftlichen Aufschwung der Styria bei. Weitere Meilensteine der Unternehmensentwicklung waren die Übernahme der Hauptverantwortung bei der Wochenzeitung Die Furche 1976 sowie die schrittweise Übernahme der österreichischen Traditionszeitung Die Presse ab 1991. 1997 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 98,33 % der Anteile sind im Besitz der Katholischer Medien Verein Privatstiftung (vormals Katholischer Preßverein Privatstiftung) und zu 1,67 % im Besitz des Katholischen Medien Vereins (vormals Katholischer Preßverein).[4]

2001 stieg die Styria mit der Übernahme der Traditionszeitung Večernji list in das Auslandsgeschäft ein, 2003 folgte der Schritt in den slowenischen Markt. Im Frühjahr 2009 startete die Regionalmedien Austria AG, ein 50:50 Joint Venture von Styria und Moser Holding AG im Bereich regionaler Gratiswochenzeitungen. Am 16. Juli 2009 wurde das Unternehmen von Styria Medien AG in Styria Media Group AG umbenannt.[5]

Im April 2012 erfolgte die Gründung der Styria Digital Holding GmbH. Das Tochterunternehmen ist verantwortlich für die Weiterentwicklung des Online-Portfolios der Styria Media Group AG.[6]

Management[Bearbeiten]

Nach dem Rückzug des Styria-Vorstandsvorsitzenden Horst Pirker im September 2010 sind dessen Agenden auf die beiden Vorstände Wolfgang Bretschko und Klaus Schweighofer verteilt worden. Seit Dezember 2011 ist Malte von Trotha Mitglied im Vorstand der Styria.[7] Der Aufsichtsrat tagt jährlich mindestens vier Mal. Nach dem Styria-Statut werden fünf Mitglieder des Aufsichtsrats von den Eigentümern nominiert, drei Mitglieder werden von der Belegschaft entsandt. Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind Johann Trummer (Stv. Vorsitzender), Karl Schleinzer, Othmar Ederer, Friedrich Santner (Vorsitzender), Claus Albertani, Josef Klapsch und Michael Lohmeyer.[8]

Medien[Bearbeiten]

Zur Styria gehören unter anderem neun Tageszeitungen, 17 Wochenzeitungen, 20 Magazine, 16 Kundenmagazine (MCA), 14 regionale Magazine, 40 Magazine in Kroatien, Slowenien und Serbien (Adria Media), zwei Supplements, 15 Online-Dienste, zwei Radio-Sender, ein TV-Sender sowie acht Buchverlage wie Styria, Pichler, Carinthia, Verlag Ingenium, Graz, der Kneipp Verlag sowie der Verlag Vecernjakova knjiga, Zagreb.[9] Daneben gehören dem Konzern auch Anteile an Druckereien, Logistik-, Werbe- und IT-Unternehmen.

Tageszeitungen[Bearbeiten]

Wochenzeitungen[Bearbeiten]

  • Die Furche (Österreich)
  • der Grazer (Österreich)
  • Hopla (Slowenien)
  • Il Friuli (Italien)
  • Kärntner Regional Medien (Österreich)
Logo der freien Wochenzeitungen Metropola Zagreb
  • Metropola (Kroatien)
  • Murtaler Zeitung (Österreich)
  • Nedeljski Dnevnik (Slowenien)
  • Privatmarkt (Österreich)
  • WOCHE Bildpost (Österreich)
  • WOCHE Ennstal (Österreich)
  • WOCHE Graz & Umgebung (Österreich)
  • WOCHE Hartberger Bezirkszeitung (Österreich)
  • WOCHE Kärnten (Österreich)
  • WOCHE Südweststeiermark (Österreich)
  • WOCHE vormals Obersteirer (Österreich)
  • WOCHE Weizer Zeitung / Gleisdorf Woche (Österreich)
  • Žurnal (Slowenien)

Magazine[Bearbeiten]

  • Adria Media (Kroatien, Slowenien, Serbien)
  • Alpe Adria Magazin (Österreich)
  • Business People (Österreich)
  • Compliment (Österreich)
  • DIVA (Österreich)
  • Kärntner MONAT (Österreich)
  • miss (Österreich)
  • Motorradmagazin (Österreich)
  • SPORT aktiv (Österreich)
  • Sportmagazin (Österreich)
  • Sportwoche (Österreich)
  • Steirer MONAT (Österreich)
  • tele (Österreich)
  • TV tjedan (Kroatien)
  • WIENER (Österreich)
  • WIENERIN (Österreich)

Onlinemedien[Bearbeiten]

  • www.24sata.hr (Kroatien)
  • diepresse.com (Österreich)
  • www.dnevnik.si (Slowenien)
  • www.kleinezeitung.at (Österreich)
  • www.boerse-express.com(Österreich)
  • www.vecernji.hr (Kroatien)
  • willhaben.at (Österreich)
  • www.wirtschaftsblatt.at (Österreich)
  • www.woche.at (Österreich)
  • www.ichkoche.at (Österreich)
  • www.zurnal24.si (Slowenien)
  • www.bolha.com (Slowenien)
  • www.njuskalo.hr (Kroatien)
  • www.sport10.at (Österreich)
  • www.wogibtswas.at (Österreich)
  • www.gutgemacht.at (Österreich)
  • www.gesund.at (Österreich)

Audiovisuelle Medien[Bearbeiten]

Buchverlage[Bearbeiten]

  • Styria premium Verlag (Österreich)
  • Styria regional Verlag (Österreich) – darin Carinthia, Edition Öberösterreich, Styriaca und Edition Tirol
  • Kneipp Verlag (Österreich)
  • Molden Verlag (Österreich)
  • Pichler Verlag (Österreich)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Harald Fiedler: Österreichs größte Medienunternehmen. Der Standard, 1. Juni 2013, S. 29 Online
  2. Murray G. Hall: Österreichische Verlagsgeschichte 1918 – 1938. Band 1, Hermann Böhlaus Nachf., Graz 1985, S. 62
  3. Matthias Opis: Eine unbekannte Größe. Die Unternehmensgeschichte der Styria Medien AG. Bericht über ein laufendes Projekt. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich. 2006, S. 92
  4. Unternehmensgeschichte auf styria.com
  5. Unternehmensgeschichte auf styria.com
  6. Webseite der Styria Digital Holding
  7. Der Standard: Malte von Trotha wird Finanzvorstand der Styria, 31. Oktober 2011, (Abgerufen am 15. November 2013)
  8. Styria Media Group AG: Offenlegungen gemäß § 25 MedienG (Abgerufen am 15. November 2013)
  9. http://derstandard.at/2379056

Weblinks[Bearbeiten]