Styriarte

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Die Styriarte ist ein alljährlich im Sommer stattfindendes Festival für klassische und alte Musik in Graz und der Steiermark.

Geschichte[Bearbeiten]

Das steirische Kulturfestival styriarte fand im Jahr 1985 nach langjähriger Initiative des Kulturlandesrates Kurt Jungwirth, der mit Hilfe des Festivals den österreichischen Dirigenten Nikolaus Harnoncourt näher an seine Heimatstadt binden wollte, erstmals statt. Der Schwerpunkt der ersten styriarte lag bei dem Komponisten J. S. Bach, wobei das Concertus Musicus unter Harnoncourt eine tragende Rolle spielt. Die Leitung übernehmen Andrea Herberstein als Generalsekretärin und der Wiener Philharmoniker Wolfgang Schuster als künstlerischer Leiter, welcher die styriarte bereits im darauffolgenden Jahr wegen eines budgetären Lochs wieder verlässt.

Im Jahr 1987 leitet Nikolaus Harnoncourt mit dem Chamber Orchestra of Europe erstmals ein zweites Ensemble bei der styriarte. Mit der Veranstaltung „Ein Fest für Haydn“ im Schloss Eggenberg gelingt der styriarte erstmals ein durchschlagender Publikumserfolg, und die Karteneinnahmen erreichen erstmals die 1 Millionen-Schilling-Marke.

Im Jahr 1988 verlässt die damalige Leiterin Andrea Herberstein das Festival, Christopher Widauer folgt ihr als Programmleiter nach. 1989 wird mit der Stainzer Pfarrkirche, in der Nikolaus Harnoncourt Konzerte mit Concentus Musicus und dem Arnold Schenberg Chor gibt, erstmals ein Veranstaltungsort außerhalb von Graz hinzugefügt, welcher sich bis heute als fixer Spielort für das steirische Festival etablierte. Nachdem 1991 der bisherige Leiter Christopher Widauer vom aktuellen Intendanten Mathis Huber abgelöst wird, folgt 1992 eine weitere Innovation bei der styriarte: anstatt das Festival wie bisher jedes Jahr einem berühmten Komponisten zu widmen, steht seit diesem Jahr ein Motto im Zentrum der Festspiele.

Mit Jordi Savall gelang es der Festivalleitung ein weiteres internationales Zugpferd für die styriarte zu engagieren, das bis heute einen Fixpunkt des Festivals darstellt.

Der Erfolgsmarsch der styriarte setzt sich auch in den darauffolgenden Jahren fort, wobei bis heute beinahe stets eine Auslastung von ca. 90 % erreicht wird. Weiters erobert die styriarte z. B. mit dem Römersteinbruch in Wagna, dem Benediktinerstift St. Lambrecht und dem Stift Rein nach und nach auch den Rest der Steiermark. 2003 wurde auch die neu gebaute Helmut-List-Halle erstmals als Spielort der styriarte eingesetzt. Auch über die Grenzen der Steiermark hinaus etablierte sich das steirische Festival: 2005 sorgte die szenische Opernproduktion von Bizets Carmen (mit Nikolaus Harnoncourt) für internationales Aufsehen, und 2007 gelang es, mittels Übertragungen durch den ORF auch Zuhörer außerhalb der Konzertsäle zu begeistern. Passend zum Motto des Jahres 2007 (Wanted: Europa) wurde die styriarte durch eine Dokumentation von ORF und 3sat international beworben. Weiters wurde mit dem Freilichtmuseum Stübing ein weiterer Aufführungsort gewonnen. 2008 wurde – nach dem Vorbild der Bayreuther Festspiele und der Metropolitan Opera in New York – erstmals „Public Viewing“ bei der styriarte eingesetzt, wobei Mozarts Krönungsmesse unter Nikolaus Harnoncourt aus der Stainzer Pfarrkirche im ganzen Land zu sehen war. Außerdem fand das Eröffnungskonzert mit recreation – großes Orchester Graz auf dem Grazer Hauptplatz statt, wodurch die styriarte einer besonders breiten Masse zugänglich gemacht wurde.

Die Musiker[Bearbeiten]

Neben dem Concentus Musicus Wien, einem von Nikolaus Harnoncourt geführten Ensemble für alte Musik, hat sich das Chamber Orchestra of Europe als bevorzugter Klangkörper der styriarte erwiesen. Führende Interpreten der Alten-Musik-Szene - etwa Jordi Savall, Quatuor Mosaiques, Armonico Tributo Austria, Il Giardino Armonico - gehören heute zu den Stammgästen der steirischen Festspiele.

Eine unverwechselbare Note der styriarte liegt im Ambiente, in dem die Konzerte stattfinden. Die Altstadt der steirischen Landeshauptstadt Graz mit ihren bekannten historischen Plätzen und Sälen bietet den Festspielen einen würdigen Rahmen. Die wichtigsten Aufführungsorte der styriarte sind der Stefaniensaal in Graz, die 2003 fertiggestellte Helmut-List-Halle (Graz), das Schloss Eggenberg und die barocke Pfarrkirche Stainz.

Weblinks[Bearbeiten]