sub rosa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die sub rosa und Schweigerose überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. Chianti (Diskussion) 11:30, 23. Jun. 2014 (CEST)
Dieser Artikel behandelt die Redensart. Für andere Bedeutungen siehe Sub Rosa (Begriffsklärung).

Die lateinische Wendung sub rosa (wörtlich „unter der Rose“) hat die Bedeutung „unter dem Siegel der Verschwiegenheit“.[1] Offenbar handelt es sich um eine Übersetzung ins Neulateinische, da entsprechende Wendungen in anderen westgermanischen Sprachen deutlich vor dem ersten bekannten Beleg der lateinischen Form von 1654[2] bekannt sind, so im Englischen „under the rose“, im frühen Neuniederländischen „onder de roose“, im Mittelniederdeutschen „under der rosen“ und im frühen Neuhochdeutschen „unter der rose“.[3] Frühe Belege aus dem Deutschen finden sich zum Beispiel bei Sebastian Brant 1494[4]:

und wills jn bichtswisz han geton,
das nit verwissung kum darvon
und das ers under der rosen hett
und jn din eigen hertz geredt.

und in einem Gedicht von Hans Sachs[5]:

doch als [=alles] was wir heint theten kosen
sol als ghredt sein undter der rosen
auff das kein wörtlein weitter kumb.

Der früheste Beleg der englischen Wendung stammt von 1546.[6]

In Grimms Deutschem Wörterbuch und anderen Werken wird die Frage nach der Herkunft betreffend auf die Schweigerose verwiesen, also die an der Decke von Konventsälen, an Beichtstühlen und in Rittersälen als Symbol des Schweigens angebrachte geschnitzte oder gemalte Rose. Eine weitere Herleitung geht von mit Rosen bekränzten Zechern beim Gastmahl aus, also dass etwas, das vertraulich unter Freunden beim Wein geredet wird, nicht nach außen dringen soll.[7] Schließlich gibt es noch eine mythologische Herleitung, dass nämlich die Rose ein Geschenk der Venus/Aphrodite an Harpokrates, den Gott des Schweigens, gewesen sein soll, um sicherzustellen, dass über die diversen Liebeshändel der Göttin der Liebe Verschwiegenheit gewahrt bleibe.[8] Belegt wird das durch ein spätlateinisches Epigramm[9]:

Est rosa flos Veneris, cujus quo furta laterent
Harpocrati matris dona dicavit amor.
Inde rosam mensis hospes suspendit amici,
Convivae ut sub ea dicta tacenda sciat.

Die deutsche Form der Wendung war vom 15. bis in das 17. Jahrhundert häufig und ist heute ganz ungebräuchlich, die lateinische Form war bis ins 19. Jahrhundert noch geläufig. Bekannt ist das Goethezitat[10]:

Niemand beichtet gern in Prosa;
Doch vertraun wir oft sub Rosa
In der Musen stillem Hain.

Heute ist die Wendung sub rosa selten[11] und wird allenfalls bildungssprachlich verwendet.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: sub rosa – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b sub rosa, Duden online
  2. E. Gayton: Pleasant Notes Don Quixot. iii. v. 93: „What ever thou and the foule pusse did doe (sub Rosa as they say)“. Zitiert in: Oxford English Dictionary, s.v. sub rosa.
  3. Oxford English Dictionary, s.v. rose / P1. under the rose.
  4. Brant: Das Narrenschiff 7, 13
  5. Zitiert in: Grimm: DWB. Bd. 14, Sp. 1180.
  6. State Papers Henry VIII (1852) XI. 200: „The sayde questyons were asked with lysence, and that yt shulde remayn under the rosse, that is to say, to remayn under the bourde, and no more to be rehersyd.“ Zitiert in: Oxford English Dictionary, s.v. rose / P1. under the rose.
  7. Grimm: DWB. Bd. 14, Sp. 1179f.
  8. Siehe z. B. Johann Baptist Friedreich: Die Symbolik und Mythologie der Natur. Stahel, Würzburg 1859, S. 224.
  9. Heinrich Meyer: Anthologia veterum Latinorum epigrammatum et poematum. Bd. 2. Fleischer, Leipzig 1835. Nr. 1550, S. 189.
  10. Aus dem Gedicht „An die Günstigen“. In: Goethe’s Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Erster Band. J. G. Cotta’sche Buchhandlung, Stuttgart und Tübingen 1827. S. 12
  11. sub rosa: Häufigkeitsklasse: 21 (Wortschatzlexikon der Universität Leipzig)