Subjekt-Verb-Objekt

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In der Sprachtypologie sind SVO-Sprachen (Subjekt-Verb-Objekt) diejenigen Sprachen, in denen Subjekt, Verb und Objekt im Normalfall in dieser Reihenfolge auftreten. Ein Beispiel einer solchen Sprache ist das Englische.

SVO ist einer der zwei häufigsten Wortstellungstypen überhaupt (neben SOV); in der Stichprobe des World Atlas of Language Structures zeigen 35 % aller Sprachen diesen Typ in Reinform (weitere 3,6 % schwanken zwischen SVO und einem anderen Typ).[1] SVO-Sprachen sind nach dieser Stichprobe besonders häufig und vorherrschender Typ in Europa, dem südlichen Afrika und Südostasien. In den indigenen Sprachen Mittel- und Nordasiens sowie Nordamerikas (d. h. nordamerikanische Indianersprachen) ist dieser Typ hingegen selten.

Da sich die Klassifikation nur nach der Normalwortstellung richtet, kennen SVO-Sprachen in einzelnen Konstruktionen selbstverständlich auch Abweichungen und Erweiterungen des Schemas, z. B. durch Voranstellung von Fragewörtern in Fragesätzen. Die skandinavischen Sprachen sind SVO-Sprachen, die um eine Verb-Zweit-Regel erweitert sind. Bereits in der Anfangszeit der Wortstellungstypologie wurde auch darauf hingewiesen, dass SVO offenbar als eine weniger häufige Alternativ-Satzform in den meisten VSO-Sprachen auftritt.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Karte zur Verteilung der SVO Sprachen auf http://wals.info

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://wals.info/chapter/81
  2. Joseph Greenberg (1963): "Some Universals of Grammar with Particular Reference to the Order of Meaningful Elements" In: ders. (ed.): Universals of Human Language. Cambridge, Mass.: MIT Press. S. 73-113