Subtext

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Unter Subtext versteht man in der Linguistik und in den Künsten eine Bedeutungsebene, die der expliziten Aussage eines Satzes bzw. eines Kunstwerks als zusätzliche Ausdrucksdimension unterlegt ist.

Definition[Bearbeiten]

Häufig wird als Subtext auch dasjenige definiert, was „eigentlich“ gesagt werden soll; diese Definition ist jedoch ungenau und sogar problematisch, da die beiden Bedeutungsebenen in gegenseitigem Abhängigkeitsverhältnis stehen. Im Gegensatz zur expliziten Aussage, die im Idealfall für alle verständlich ist, erschließt Subtext sich nur solchen Lesern, Hörern usw., die über besondere zusätzliche Informationen verfügen. Das Verstehen von Subtext wird als Interpretation, als „Zwischen-den-Zeilen-Lesen“, bezeichnet.

Im Theater dient der (vom Darsteller beim Sprechen gedachte) Subtext Schauspielern als Technik, den u.U. künstlerisch überformten Text mit Leben und Ausdruck zu füllen.

Beispiele für Subtext[Bearbeiten]

Beispiele für Subtext lassen sich besonders in der Literatur, im Film und in der Musik finden.

Subtext ist ein elementares Merkmal von Kunst. In Thomas Manns Roman Der Zauberberg z. B. können kompetente Leser unterhalb der „eigentlichen“ Handlung zahlreiche Schichten von Subtext ausmachen. Neben seiner spielerischen bzw. ästhetischen Verwendung kann Subtext jedoch solche Aussagen enthalten, die nur für eine Minderheit bestimmt sind und von der Mehrheit des Publikums oder von der Zensur nicht wahrgenommen werden sollen. Dies ist in vielen Filmen der Fall, z. B. in William Wylers Sandalenfilm Ben Hur, in dem nur Zuschauer, die in der Wahrnehmung solcher Bedeutungen nicht geübt sind, Messalas (Stephen Boyd) hingebungsvolle Freundschaft für seinen Freund Ben Hur (Charlton Heston) nicht als homosexuelle Verliebtheit „lesen“.[1]

Dass Subtext auch in der Musik eine Rolle spielt, zeigen u. a. viele Arbeiten von Dmitri Schostakowitsch, der unter dem Stalinismus gezwungen war, alle wesentlichen Aussagen seiner Kompositionen in den Subtext zu verlagern. Ein Mittel, mit dem in der Musik Subtext erzeugt wird, ist z. B. das musikalische Zitat, das nur von „eingeweihten“ Hörern erkannt wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Charles Kaiser: The Gay Metropolis: 1940-1996, Boston, New York (Houghton Mifflin) 1997. ISBN 0-395-65781-4, S. 96f

Literatur[Bearbeiten]

  • Armin von Bogdandy: The European constitution and European identity. Text and subtext of the Treaty establishing a constitution for Europe. In: International journal of constitutional law Bd. 3, 2005, 2/3, ISSN 1474-2640, S. 295–315.
  • Siglind Bruhn: Images and ideas in modern French piano music. The extra-musical subtext in piano works by Ravel, Debussy, and Messiaen. Pendragon Press, Stuyvesant NY 1997, ISBN 0-945193-95-5, (Aesthetics in music 6).
  • Dietmar Mieth: Geschlechtertheorie als Subtext theologischer Ethik. Wewel, München 2004, (Theologische Quartalschrift Jg. 184, ISSN 0342-1430, H. 1).

Siehe auch[Bearbeiten]