Subtilisin

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Subtilisin Carlsberg, Alcalase®
Subtilisin Carlsberg, Alcalase®
nach PDB 1AF4
Vorhandene Strukturdaten: 1af4, 1av7, 1avt, 1be6, 1be8, 1bfk, 1bfu, 1c3l, 1cse, 1oyv, 1r0r, 1sbc, 1sca, 1scb, 1scd, 1scn, 1sel, 1vsb, 1yu6, 1sec, 3vsb
Masse/Länge Primärstruktur 274 Aminosäuren; 24,3 kDa
Kofaktor 2 Ca2+
Präkursor (379 aa, 38,9 kDa)
Bezeichner
Externe IDs
Enzymklassifikation
EC, Kategorie 3.4.21.62Serinprotease
MEROPS S08.001
Reaktionsart Proteinhydrolyse
Substrat Protein, Peptidamin
Produkte Spaltprodukte, Aminosäuren
Vorkommen
Homologie-Familie Subtilase
Übergeordnetes Taxon Bacillus
Sicherheitshinweise
CAS-Nummer

9014-01-1

GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
08 – Gesundheitsgefährdend 05 – Ätzend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 315​‐​318​‐​334​‐​335
P: 261​‐​280​‐​305+351+338​‐​342+311 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 37/38​‐​41​‐​42
S: 22​‐​24​‐​26​‐​36/37/39
Toxikologische Daten

Subtilisin ist der Name einer Gruppe von Enzymen, die zur weiteren Gruppe der Serinproteasen gehört und deren katalysierte Reaktion daher die Spaltung von Proteinketten ist. Sie kommen hauptsächlich in Bakterien der Gattung Bacillus vor und werden seit Jahrzehnten industriell in Waschmitteln verwendet, um Protein aus unzugänglichen oder ungenießbaren Tierteilen zu extrahieren oder diese mürbe zu machen.[3][4]

Vorkommen[Bearbeiten]

Eine große Anzahl verschiedener Subtilisine und ähnlicher Enzyme wurden aus Bakterien der Gattung Bacillus isoliert, insbesondere den Arten B. subtilis (Subtilisin E), B. lentus, B. licheniformis (Subtilisin Carlsberg, Alcalase®), B. amyloliquefaciens, aber auch aus den Schimmelpilzen Tritirachium album, Thermoactinomyces vulgaris. Alle diese Mikroorganismen kommen natürlich im Erdboden vor und die Subtilisine dienen ihnen zum Abbau von Proteinen außerhalb der Zelle.[3]

Verwendung[Bearbeiten]

Subtilisine werden als Fleckentferner in Waschmitteln in der Konzentration von ein bis fünf Milligramm pro Liter Waschflüssigkeit eingesetzt und es wurden daher mehrere Hundert Tonnen pro Jahr industriell produziert. Neuere künstliche Varianten erlauben eine Reduktion der verwendeten Menge bei gleicher Effizienz.[3]

Subtilisine sind als Zusatzstoffe für Futtermittel (für Geflügel) zugelassen[5].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Datenblatt Protease, from Bacillus licheniformis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 21. Januar 2013 (PDF).
  2. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse. Aus diesem Grunde fehlen in aktuellen Artikelversionen gelegentlich die S-Sätze oder Quellen dafür; die vollständige EU-Kennzeichnung findet sich dann in Artikelversionen vor Dezember 2012.
  3. a b c European Patent EP1321513
  4. Martin Chaplin: Applications of proteases in the food industry. 26. September 2008. URL. Accessed: 26. September 2008. (Archived by WebCite®)
  5. umwelt-online.de Datenbank und Durchführungsverordnung (EU) Nr. 389/2011 der Kommission vom 19. April 2011 zur Zulassung einer Enzymzubereitung aus Endo-1,4-beta-Xylanase, Subtilisin und Alpha-Amylase als Futtermittelzusatzstoff für Legehennen (Zulassungsinhaber: Danisco Animal Nutrition)

Weblinks[Bearbeiten]