Sucellus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sucellusstatue aus Bouches-du-Rhône, Frankreich

Sucellus, auch Sucelus oder Sucaelus, war ein keltischer Gott des Waldes oder der Fruchtbarkeit, der vor allem in Gallien verehrt wurde. In verschiedenen Interpretationen wird er mit Iuppiter, Dispater oder Silvanus gleichgesetzt.[1] Auch eine Verbindung mit dem Totengott Pluton wird wegen einer Weiheinschrift aus Bonn angenommen.[2]

Überblick[Bearbeiten]

Die Verehrung des Sucellus war vor allem im südlichen und östlichen Gallien sehr verbreitet. In der heutigen Schweiz gibt es Inschriften in Yverdon und Augst als deo Sucello. In Genf, Lausanne, Visp sowie in Kinheim-Kindel[3] an der Mittelmosel sind Statuen des Sucellus gefunden worden.

Die Zuordnung des Sucellus ist regional unterschiedlich. In Südgallien wurde er als Waldgott verehrt oder wurde zumindest mit dem römischen Waldgott Silvanus gleichgesetzt. Im Alpengebiet kann er auch als Fruchtbarkeitsgott oder als Gott des Überflusses verehrt worden sein. Dies bezeugen viele Attribute, die bei Sucellus-Statuen in der Schweiz gefunden worden sind. Er wird hier immer als bärtiger Mann in gallischem Gewand dargestellt, in der einen Hand hält er einen langstieligen Schlegel oder Doppelhammer, in der anderen einen Topf oder Becher. Die Attribute scheinen zudem recht zufällig, die Sucellusstatue von Visp im Wallis z.B. hält in der rechten Hand einen Trinkbecher, im Gürtel steckt zudem ein Gegenstand, der wie ein Haken aussieht, in der linken Hand hatte er vermutlich einen langstieligen Hammer (nicht mehr vorhanden). Auch mit Messer, Schwert, Geldbeutel oder einem (dreiköpfigen) Hund als Begleiter ist er abgebildet.[2]

Häufige Begleiterin des Sucellus ist die Göttin Nantosvelta, so auf einem Altar bei Sarrebourg (Pons Saravi), wo er als Attribut einen Herrscherstab mit Hammerkopf und einen Topf hält. Der bärtige Gott ist mit einem gegürteten Rock bekleidet, die Göttin trägt ebenfalls einen Herrscherstab (heute im Musée d'Art et d'Histoire de Metz).[4]

Etymologie[Bearbeiten]

In der gallischen Sprache bedeutet -cellos der treffende. Dies stammt aus dem indogermanischen *-kel-do-s und findet sich auch in lateinischen Namen wieder. Das Präfix su- bedeutet gut. Also kann man den Namen als der, der gut zuschlägt, der gute Schläger übersetzen.[1][4][5]

Inschriften[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1997, ISBN 3-7001-2609-3.
  • Sylvia und Paul F. Botheroyd: Lexikon der keltischen Mythologie. Tosa Verlag, Wien 2004.
  • Harry Eilenstein: Cernunnos. Vom Schamanen zum Druiden Merlin. Books on Demand, Norderstedt 2012, ISBN 978-3-8448-1819-2, S. 149.
  • Manfred Kotterba: Sucellus und Nantosuelta. Untersuchungen zu einem gallo-römischen Götterpaar in den Nordprovinzen des Imperium Romanum. Dissertation Universität Freiburg (Breisgau), 2000 (online; nicht ausgewertet).
  • Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. Kröner Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5.
  • Karl Prümm: Religionsgeschichtliches Handbuch für den Raum der altchristlichen Umwelt. Hellenistisch-römische Geistesströmungen und Kulte mit Beachtung des Eigenlebens der Provinzen. Herder, Freiburg 1943; Nachdruck Päpstliches Bibelinstitut, Rom 1954, S. 714 (Auszug bei Google Books).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 301 f.
  2. a b Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 610 f.
  3. „Ein römischer Gott sorgt für Streit im Dorf.“ In: Hubertus Schulze-Neuhoff: Von Stein Zu Stein, Von Schanze Zu Schanze. BoD – Books on Demand, 2005, ISBN 978-3-833-43127-2, S. 103. (abgerufen am 7. November 2012)
  4. a b Sylvia & Paul F. Botheroyd: Lexikon der keltischen Mythologie. S. 313 f. (für das gesamte Kapitel)
  5. Xavier Delamarre: Dictionnaire de la Langue Gauloise. Editions Errance, Paris 2003, 2. Auflage, ISBN 2-87772-237-6.
  6. nicht zu verwechseln mit Eburodunum/Embrun in der Schweiz!