Suchoi Superjet 100

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Suchoi Superjet 100
Superjet-100-95-RA-97003-UUBW.jpg
Ein Suchoi Superjet 100-95
Typ: Zweistrahliges Regionalverkehrsflugzeug
Entwurfsland: RusslandRussland Russland
Hersteller: Suchoi Civil Aircraft
Erstflug: 19. Mai 2008
Indienststellung: 19. April 2011
Produktionszeit: Seit 2010 in Serienproduktion
Stückzahl: 68 (Stand: August 2014)[1]

Der Suchoi Superjet 100 (SSJ 100; zuvor Russian Regional Jet, RRJ; englisch Sukhoi Superjet 100) ist ein zweistrahliges Regionalverkehrsflugzeug in Tiefdecker-Ausführung des russischen Flugzeugherstellers Suchoi. Das Projekt wird von Suchoi zusammen mit zahlreichen westlichen Partnern, unter anderem Alenia und Boeing, umgesetzt. In der Auslegung ähnelt der SSJ den Embraer E-Jets, der Bombardier CSeries sowie der gescheiterten Dornier 728. Er soll die in Russland noch zahlreich eingesetzten Tupolew Tu-134 und Jakowlew Jak-42 ersetzen.

Geschichte[Bearbeiten]

In den 1990er Jahren erstellte Suchoi Marktstudien, die den Hersteller dazu veranlassten, erstmals die Entwicklung und Produktion eines größeren Zivilflugzeugs in Erwägung zu ziehen. Bis dahin hatte Suchoi vornehmlich Militärflugzeuge und Kunstflug-Maschinen wie die Su-26 hergestellt. Die Studien zeigten einen Bedarf an einem Flugzeug mit einer Kapazität von unter 100 Plätzen bei einer Reichweite bis zu 4.500 km, wobei sie das Marktvolumen dieser Art Regionalverkehrsflugzeuge auf eine ungefähre Stückzahl von 250 Maschinen im russischen Binnenmarkt und 550 Maschinen auf internationalen Märkten schätzten. Ein bedeutender Schritt zum Bau des Flugzeuges wurde dann im Jahr 2000 mit der Gründung der Sukhoi Civil Aircraft Company (russisch Graschdanskije samoljoty Suchowo) für den Bau von Zivilflugzeugen getan. Frühzeitig wurde entschieden, einen wesentlich breiteren Rumpf als sonst in dieser Flugzeugklasse üblich zu entwerfen – die Rumpfbreite sollte über jener der häufig als zu eng empfundenen Regionaljet-Modelle Bombardier Canadair Regional Jet und Embraer E-Jets liegen, jedoch unter der Breite der für Regionalmaschinen strukturell zu breiten und zu schweren Standardrumpfflugzeuge. Im Juli 2002 schrieb Rosawiokosmos einen Wettbewerb für eine neue Regionaljet-Familie mit 50 bis 90 Sitzen aus, die der RRJ am 12. März 2003 gegen die Mjassischtschew M-60-70 und die Tupolew Tu-414 gewann.

Ein Modell des Suchoi Superjet 100

Die Studien liefen zunächst unter der Bezeichnung RRJ (RRJ steht dabei für Russian Regional Jet – russisch Российский Региональный Самолёт für Flugzeug für den russischen Regionalverkehr) und sahen eine Flugzeugfamilie mit drei Modellen vor. Diese wurden als RRJ-60, RRJ-75 und RRJ-95 bezeichnet, wobei die Zahl in der Typbezeichnung die geplante durchschnittliche Passagierkapazität angab. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt wurde international für das Projekt geworben; so wurde unter anderem ein Cockpit- und Kabinen-Mock-up auf dem Aerosalon 2005 in Le Bourget ausgestellt. Da das projektierte Flugzeug als erstes russisches von Anfang an auch für den westlichen Markt konzipiert war, wurde am 13. April 2001 ein Kooperationsvertrag mit dem amerikanischen Flugzeughersteller Boeing geschlossen. Dieser war anfangs auf eine gemeinsame Machbarkeitsstudie beschränkt, wurde jedoch am 13. März 2003 vertraglich zu einer Zusammenarbeit bei Verkauf, Marketing und Service ausgebaut. Boeing, selbst nicht im Regionalflugzeugbau tätig, wurde dabei vornehmlich als beratendes Unternehmen verpflichtet. Diese Stellung soll Boeing laut Suchoi auch mindestens bis zum Ende der Flugerprobung innehaben. Dies ist für ein russisches Flugzeug ein bisher einmaliger Vorgang.[2]

Die Entwicklungskosten veranschlagt Suchoi mit einer Milliarde US-Dollar, die von Suchoi selbst, aber auch durch staatliche Subventionen, Banken und externe Risikopartner getragen werden. 25 % des Anteils an der für das Programm zuständigen Suchoi-Tochter Sukhoi Civil Aircraft (SCAC) hat dabei das italienische Unternehmen Alenia, das unter anderem Teile für die neue Boeing 787 entwickelt und fertigt und zu 50 % am ATR-Konsortium beteiligt ist. Die westlichen Partner bei der Entwicklung wurden im Oktober 2003 ausgesucht. Im April 2003 setzt sich das PowerJet SaM146-Triebwerk gegen das geplante PW800 von Pratt & Whitney Canada und Awiadwigatel durch. Am 19. Juli 2004 wurde mit Siberian Airlines ein Erstkunde für 50 Maschinen gefunden, der jedoch später den Auftrag stornierte. Als neuer Erstkunde bestellte am 23. Mai 2006 Aeroflot 30 Maschinen. Am 28. Oktober 2004 wurde der offizielle Programmstart von SCAC und Boeing bekanntgegeben. Die Teilefertigung begann im Februar 2005.[3] Am 9. Juli 2006 lief erstmals das SaM146-Triebwerks in Rybinsk, der Erstflug fand am 6. Dezember 2007 an einer IL-76 statt.

Rollout 2007 in Komsomolsk

Auf der Farnborough International Airshow in Farnborough wurde das RRJ-Projekt am 17. Juli 2006 offiziell in „Sukhoi SuperJet 100“ umbenannt.[4] Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass die Entwicklung der ehemals als RRJ-60 bezeichneten Variante nicht weiterverfolgt würde, sondern man sich zunächst auf die größte Version, inzwischen „Superjet 100-95“ genannt, konzentriere. Der Listenpreis liegt bei etwa 28 Millionen US-Dollar. Laut Suchoi soll die nächstkleinere Version Superjet 100-75 einige Zeit später folgen. Auch eine Streckung des SSJ 100 zum SSJ 100-110 sei möglich, allerdings besteht durch die Vereinbarung mit Boeing eine Beschränkung auf eine Kapazität von maximal 110 Passagieren in Ein-Klassen-Bestuhlung, um nicht in Konkurrenz zu den kleinen Varianten der Boeing 737 des US-Herstellers zu kommen. Am 10. September 2007 gründen Alenia und Suchoi das Gemeinschaftsunternehmen Superjet International (SJI) mit Sitz in Venedig, an dem Alenia einen Mehrheitsanteil von 51 Prozent hält. Dieses ist unter anderem für Vertrieb und Auslieferungen des Superjet 100 auf den Märkten in Europa, Nord- und Südamerika, Afrika, Japan und Australien verantwortlich.[5] Die Endmontage des ersten Prototyps begann im März 2007. Die statischen Belastungstests begannen am 5. Juli 2007 in Schukowski. Der öffentliche Rollout fand am 26. September 2007 im sibirischen Komsomolsk statt.[6] Nachdem die Triebwerke erst im Februar 2008 eingebaut wurden, erfolgte der Erstflug dann im Mai 2008.

Flugerprobung der Prototypen und Zulassungsverfahren[Bearbeiten]

Ein mit Testinstrumenten ausgestatteter SSJ 100-95 in der Flugerprobung

Am 19. Mai 2008 absolvierte der erste Superjet in Komsomolsk mit Cheftestpilot Alexander Jablonzew und Leonid Tschikunow am Steuer seinen Jungfernflug, wie von dem Unternehmen gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax mitgeteilt wurde. Der Flug dauerte eine Stunde und fünf Minuten, wobei der Jet nur auf eine maximale Flughöhe von 1.200 m stieg und mit einer Geschwindigkeit von nur 333 km/h sehr vorsichtig geflogen wurde. Der Erstflug des zweiten Prototyps, der über zahlreiche Software-Modifikationen verfügte, folgte am 24. Dezember 2008, die Starts des dritten und vierten Prototyps fanden am 25. Juli 2009 und 4. Februar 2010 statt. Der ursprünglich für Ende 2008 geplante Auslieferungstermin der ersten Maschine an Aeroflot konnte nicht eingehalten werden.

Die russische Zulassung war zunächst für das erste Quartal 2010 vorgesehen, die europäische sollte etwa sechs Monate später die EASA erteilen.[7] Probleme bereitete die Beantragung eines Typzertifikats für die USA, da die zuständige Flugsicherheitsbehörde FAA die Interessensbekundung einer US-Fluggesellschaft für den Typ einforderte. Die für Delta Air Lines tätige Pinnacle Airlines bekundete später ihr Interesse, womit Suchoi auch die US-Zulassung für den Superjet 100 beantragen konnte.[8] Im Januar 2011 wurde der Superjet durch die russische Aufsichtsbehörde IAC AR für den regulären Betrieb zugelassen.[9]

Während Anfang Juni 2010 bereits Tests erfolgreich bestanden wurden, die den zuverlässigen Betrieb des Flugzeugtyps bei nassen Start- und Landebahnen nachweisen konnten, wurde das 7.100 Stunden lange Testprogramm am Triebwerk SaM146 erfolgreich abgeschlossen und der Antrieb von der EASA zugelassen.[10][11]

Ende Oktober 2010 erwog die russische Fluglinie Aeroflot Strafsanktionen gegen den Hersteller wegen der verzögerten Auslieferung und weil die vertraglich vereinbarten Flugsimulatoren nicht rechtzeitig zur Verfügung stünden.[12]

Übergang zur Serienfertigung[Bearbeiten]

Die russische Flugaufsichtsbehörde erteilte die Zulassung offiziell am 3. Februar 2011. Ein Jahr später, am 3. Februar 2012, folgte die Zulassung durch die EASA.[13][14] Am 19. April 2011 wurde die erste Serienmaschine (Seriennummer SN97007), die am 4. November 2010 zu ihrem Erstflug startete, offiziell an die armenische Fluggesellschaft Armavia übergeben, welche die Maschine auf den Namen Juri Gagarin taufte.[15] Der erste Linienflug mit 90 Personen an Bord fand am 21. April 2011 vom armenischen Flughafen Swartnoz nach Moskau-Scheremetjewo statt.[16]

Suchoi begann nun mit dem Hochfahren der Serienfertigung, wobei zu diesem Zeitpunkt 17 Flugzeuge in der Serienfertigung waren, davon fünf in der Endfertigung.[17] Aktuell werden 23 Flugzeuge pro Jahr hergestellt, 2015 soll sich die Produktion auf 40, 2016 auf 50 steigern.[18]

Aeroflot führte den ersten Passagierflug am 16. Juni 2011 durch, er führte vom Flughafen Moskau-Scheremetjewo nach St. Petersburg.[19] Im Dezember 2011 waren für Aeroflot bereits drei Flugzeuge im Einsatz, im September 2014 deren neun.

Technische Probleme[Bearbeiten]

Im März 2012 wurden technische Probleme im Flugbetrieb bei Aeroflot bekannt. Nur drei Viertel der geplanten Flugstunden konnten laut der russischen Fluggesellschaft geflogen werden, hauptsächlich wegen fehlender Ersatzteile und der Unzuverlässigkeit einzelner Komponenten. So musste ein Flug abgebrochen werden, weil die Klappen des Bugfahrwerks beim Einfahren nicht schlossen.[20]

Im Februar 2013 wurde durch die russischen Aufsichtsbehörden die Betriebsgenehmigung für vier durch Aeroflot betriebene Superjet 100 vorläufig entzogen. Grund dafür waren mehrere technische Zwischenfälle.[21]

Technik[Bearbeiten]

Cockpit

Der Suchoi Superjet verwendet ein Fly-by-Wire-System zur Flugsteuerung inklusive der Cockpit-Controls von Liebherr-Aerospace (Lindenberg). Der Superjet verfügt über das modernste Cockpit seiner Klasse mit Sidesticks und einem EFIS-System, das vom Rüstungsunternehmen Thales Group geliefert wird.

Struktur[Bearbeiten]

Rumpf[Bearbeiten]

Anders als bei den Konkurrenzflugzeugen Bombardier Canadair Regional Jet und Embraer E-Jets verwendet der Suchoi Superjet ähnlich der Dornier 728 einen breiteren Rumpf und bringt dort eine 2+3-Bestuhlung unter. Die Kabine hat große Staufächer, die auch Rollkoffer aufnehmen können.

Fahrwerk[Bearbeiten]

Goodrich unterstützte Suchoi bei der Entwicklung der Räder und der Bremssysteme des Fahrwerks; das Fahrwerk selbst wurde maßgeblich von Messier-Dowty entwickelt. Das Fahrwerk verfügt über Scheibenbremsen, die aus kohlenstofffaserverstärktem Kohlenstoff (CFC) gefertigt sind, und ein sogenanntes „Brake-by-Wire“-System, durch das mechanische Elemente ersetzt werden. Die Radfelgen bestehen aus Aluminium.

Internationale Beteiligungen[Bearbeiten]

Komponenten Zulieferer Herkunftsland
Fahrwerk Messier-Dowty Canada FrankreichFrankreich Frankreich / KanadaKanada Kanada
Fahrwerk / Räder / Bremsen Messier Dowty / Goodrich Corporation Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
Haupttriebwerke PowerJet FrankreichFrankreich Frankreich / RusslandRussland Russland
Hydraulik / Leitungen Parker Hannifin / Parker-Ermeto Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA / DeutschlandDeutschland Deutschland
Flugsteuerungssysteme Liebherr Aerospace DeutschlandDeutschland Deutschland
Systemsoftware Thales Group FrankreichFrankreich Frankreich
Cockpitsysteme / Hilfsgasturbine / Avionik Honeywell / Thales Group Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA / FrankreichFrankreich Frankreich
Feuerlöschsystem Autronics Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
Elektrisches System Hamilton Sundstrand Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
Vermarktung / Beratung Boeing Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
Kapitalbeteiligung Alenia Aeronautica ItalienItalien Italien

Zielsetzung des Superjet 100 war es von Beginn an, ein auch westlichen Standards entsprechendes, effizientes und konkurrenzfähiges Flugzeug zu entwickeln, das als erster Typ russischer Herkunft auch nennenswerte Verkäufe außerhalb der ehemaligen Sowjetstaaten erreichen soll. Aus diesem Grund wurden am Superjet 100 auch erstmals im größeren Maße westliche Hersteller beteiligt; so unterstützt eben Boeing Suchoi bei der Vermarktung und Entwicklung und der französische Triebwerkshersteller Snecma entwickelte zusammen mit NPO-Saturn das Triebwerk. Die italienische Alenia erhielt eine 25-prozentige Beteiligung an der für das Projekt zuständigen Suchoi-Tochter Suchoi Civil Aircraft (SCAC). Alenia wurde unter anderem als Partner gewählt, da dieses Unternehmen durch seine Infrastruktur und die Erfahrungen im Rahmen des ATR-Konsortiums in der Lage ist, weltweit einen 24-Stunden-Kundendienst anzubieten, wozu Suchoi allein nicht in der Lage wäre. Umgekehrt versprechen sich die westlichen Unternehmen durch den Superjet einen Zugang zum russischen Markt, dessen Bedarf an Neuflugzeugen als Ersatz für alternde Maschinen sowjetischer Bauart in den kommenden Jahren und Jahrzehnten als sehr hoch eingeschätzt wird.[22]

Bestellungen[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Ein SSJ100 von Aeroflot

Am 7. Dezember 2005 gab die russische Fluggesellschaft Aeroflot die Bestellung von 30 Maschinen des Typs RRJ 95 bekannt, die ab November 2008 ausgeliefert werden sollten. Tatsächlich begann die Auslieferung erst Mitte 2011. Als Triebwerk sind PowerJet SaM146 bestellt worden. Am 20. Februar 2006 orderte der saudi-arabische Konzern „Al Suweikat Trading“ für die Neugründung einer Fluggesellschaft im Königreich Bahrain 20 Maschinen dieses Typs. Bereits während der Entwicklung war man, um auch internationale Verkäufe zu sichern, in ständigem Kontakt mit den europäischen und den US-Behörden und bekam laufend Anregungen und Vorschläge von einem Beratungskomitee, zu dem unter anderem Air France/KLM, Alitalia, Brussels Airlines, Czech Airlines, Iberia, Lufthansa, SAS und Turkish Airlines zählten.[23] Erster westlicher Kunde war 2007 ItAli Airlines mit einem Auftrag über zehn Superjets, doch die Bestellung wurde gestrichen, kurz bevor die Fluggesellschaft 2011 ihren Betrieb einstellte.[24]

Im Januar 2011 bestellte die mexikanische Fluggesellschaft Interjet 15 Maschinen des Superjet 100.[25] und erhöhte diese Zahl im Juli 2012 auf 20 Maschinen. Die erste – mit einer Innenausstattung von SuperJet International versehene – Maschine wurde am 18. Juni 2013 während der Pariser Luftfahrtschau dem Kunden übergeben.[26]

Auf der Pariser Luftfahrtschau 2011 wurde mit dem indonesischen Charterunternehmen Sky Aviation[27] ein Vertrag über den Kauf von zwölf SSJ 100-95 unterzeichnet.[28] Das erste Exemplar wurde im Dezember 2012 an den Kunden übergeben.[29] Ebenfalls auf dieser Messe bestellte im Juni 2011 Blue Panorama Airlines acht Superjet 100-95 fest und platzierte vier Optionen. Im Oktober 2013 wurde berichtet, dass die finanziell angeschlagene Fluggesellschaft ihre Bestellung entweder deutlich verkleinern oder ganz stornieren werde.[30]

Mitte 2011 gab Suchoi bekannt, den Superjet 100 auch als Businessjet (SBJ) anzubieten, deren erste zwei Exemplare für 200 Mio. US-Dollar an die Schweizer Aviation-Gruppe Comlux gehen werden.[31]

Im August 2014 wurde bekannt, dass Suchoi dreizehn Superjet nach Indonesien verkaufen wird.[32]

Tabellarische Auflistung[Bearbeiten]

(Stand: Juni 2013)

Käufer SSJ 100-75 SSJ 100-95 (in Betrieb / bestellt) Optionen Gesamt Auslieferung
RusslandRussland Aeroflot 010 / 20 015 045 seit 2011
RusslandRussland Finance Leasing Company 00 / 10 010 vsl. ab 2013
MexikoMexiko Interjet 0 5 / 15 020 seit Juni 2013[26]
BermudaBermuda Pearl Aircraft Corporation 00 / 30[33] 015 045 vsl. ab 2014
RusslandRussland Yakutia 002 / 2 [34] 004 seit Dezember 2012
LaosLaos Lao Central 02[35] 006 009 ab 2013
IndonesienIndonesien Sky Aviation 02 / 10[28] 012 seit Dezember 2012
RusslandRussland UTair 00 / 24[36] 015 039 vsl. ab 2013
RusslandRussland Gazpromavia 01 / 9[37] 010 vsl. ab 2013
SchweizSchweiz Comlux 00 / 2[38] 002 004 vsl. ab 2014
RusslandRussland Transaero Airlines 00 / 6[39] 010 016 vsl. ab 2015
RusslandRussland Moskovia Airlines 02 / 1 [40] 02 02 Der Moskovia Airlines wurde im August 2014 die Betriebslizenz entzogen.
Gesamt 00 0022 / 131 0063 00216

Die ursprünglich getätigten Bestellungen von Dalavia, der Air Union und der Malév sind wegen der Insolvenzen der Unternehmen weggefallen. An Moskovia Airlines wurden zwei von drei Superjets vor deren Insolvenz ausgeliefert.

Im Jahr 2011 war Armavia weltweiter Erstkunde, hat aber von zwei bestellten Flugzeugen eines retourniert und die Annahme des anderen verweigert.[41]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 9. Mai 2012 flog ein Superjet 100-95 (Kennzeichen RA-97004[42]) nahe Bogor, Indonesien während eines Demonstrationsfluges in einen Berg-6.7188888888889106.72083333333 (s. Suchoi-Superjet-100-Absturz in Indonesien 2012).[43] Das Wrack wurde in den Morgenstunden des 10. Mai 2012 gefunden.[44] An Bord befanden sich 45 Menschen (43 Passagiere und 2 Mann Besatzung), darunter Ingenieure und Journalisten sowie Führungskräfte von Suchoi und anderen Unternehmen. Es gab keine Überlebenden.[43][45] Der im Dezember 2012 veröffentlichte endgültige Untersuchungsbericht gibt ausschließlich menschliches Versagen als Absturzursache an.[46][47]
  • Bei der Erprobung von Seitenwindlandungen bei einseitigem Triebwerksausfall machte ein werkseigener Jet am 21. Juli 2013 eine Bauchlandung ohne Fahrwerk auf dem isländischen Flughafen Keflavík. Dabei wurde eine der fünf an Bord befindlichen Personen verletzt.[48]

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße SSJ 100-60 1) SSJ 100-75 SSJ 100-75LR SSJ 100-95 SSJ 100-95LR SSJ 100-110 SSJ 100-125 2)
Länge: 23,87 m 26,37 m 29,87 m 32,8 m 35,3 m
Spannweite: 27,80 m
Flügelfläche: 77 m²
Flügelstreckung: 7,4
Rumpfdurchmesser: 3,35 m
Rumpfhöhe: 2,12 m
Höhe: 10,28 m
Spurweite: 5,74 m
Kabinenbreite: 3,24 m
Kabinenhöhe: 2,13 m
Kabinenlänge:  ? m  ? m 20,42 m  ? m  ? m
Maximales Startgewicht: 35.790 kg 38.820 kg 42.300 kg 42.520 kg 45.900 kg k. A.
Maximales Landegewicht: 31.620 kg 34.960 kg 39.385 kg k. A.
Reisegeschwindigkeit: Mach 0,8
Dienstgipfelhöhe: 12.500 m
Passagiere: 68 78 98 110 125
Cockpitbesatzung: 2
Flugreichweite:
(mit maximaler Zuladung)
3.204 km 2.900 km 4.550 km 3.048 km 4.578 km k. A.
Startstrecke: k. A. 1.515 m k. A. 1.731 m 2.052 m k. A.
Antrieb: Zwei PowerJet SaM146-Mantelstromtriebwerke
  • 1) Projekt mittlerweile eingestellt
  • 2) befindet sich in der Konzeptionsphase

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liste der bisher gebauten / im Bau befindlichen Maschinen (russisch/kyrillisch)
  2. FlugRevue September 2011, S. 32–36, Bewährungsprobe – Suchoi Superjet 100 im Liniendienst
  3. FlugRevue August 2008, S. 34–37, Start in den Erfolg? – Der Suchoi Superjet in der Flugerprobung
  4. Russia's new RRJ aircraft family renamed Sukhoi SuperJet-100 RIA Novosti 17. Juli 2006
  5. AERO: Erster Auftrag für Superjet 100 aus den Vereinigten Staaten
  6. Russland feiert den Superjet 100
  7. Neuer Suchoi Superjet 100 wird erst 2010 ausgeliefert Russland-Aktuell, 12. November 2009
  8. Russian Revolution: The Sukhoi Superjet. (abgerufen am 8. Februar 2007)
  9. flugrevue.de: Sukhoi Superjet erhält russische Zulassung, 31. Januar 2011
  10. SaM146 zugelassen in Aero International, Heft 08/2010, Seite 53f, Jahr Top Special Verlag, Hamburg
  11. Badetag in Aero International, Heft 08/2010, Seite 55, Jahr Top Special Verlag, Hamburg
  12. Aeroflot plant Strafsanktionen gegen Suchoi und Boeing. RIA Novosti, 27. Oktober 2010 (Abgerufen am 17. Oktober 2013)
  13. Superjet 100 erhält EASA Zulassung. fliegerweb.com, 6. Februar 2012
  14. Sukhoi Superjet 100 gets Type Certificate from EASA. United Aircraft Corp., 3. Februar 2012 (englisch)
  15. Suchoi übergibt ersten Superjet 100 an Armavia Bericht der FlugRevue über die Übergabe des ersten Superjet 100 (abgerufen am 19. April 2011)
  16. FliegerRevue Juni 2011, S. 10–11, Superjet im Einsatz
  17. First Sukhoi Superjet 100 SN 95007 production aircraft took to the air (englisch) Pressemitteilung der Suchoi Company (abgerufen am 3. Dezember 2010)
  18. www.aerotelegraph.com: Neue Interessenten für Superjet?, abgerufen am 3. September 2014
  19. First Sukhoi Superjet 100 for Aeroflot entered into commercial operation. SuperJet International, Meldung vom 16. Juni 2011 (englisch)
  20. Stefan Eiselin: Aeroflot sauer auf Sukhoi. AeroTelegraph, 19. März 2012, abgerufen am 19. März 2012: „Wie Aeroflots Vize-Chefingenieur Konstantin Mochna gegenüber Vedomosti erklärte, liege die hohe Anzahl an Ausfallstunden an «technischen Problemen» und Verzögerungen bei der Lieferung von Bestandteilen.“
  21. aero.de – Russische Behörden ziehen Superjet aus dem Verkehr 12. Februar 2013
  22. Winning the West: The Sukhoi Superjet Flight International 8. Februar 2007.
  23. Export driven: The Sukhoi Superjet Flight International 8. Februar 2007
  24. flightglobal.com Superjet Western launch customer ItAli dropped from order book (englisch) 18. Januar 2011
  25. Interjet bestellt SuperJet 100. airliners.de, 18. Januar 2011. Abgerufen am 2. Juli 2013
  26. a b Interjet übernimmt ersten Suchoi Superjet 100 Flugrevue.de, 18. Juni 2013. Abgerufen am 2. Juli 2013
  27. Wikipedia in englisch: Sky Aviation (Indonesia)
  28. a b Sukhoi Civil Aircraft Company has got one order for 12 SSJ100 for PT Sky Aviation abgerufen am 21. Juni 2011.
  29. Erster Suchoi Superjet für Sky Aviation. Austrian Wings, 3. Januar 2013
  30. Laura Frommberg: aerotelegraph.com Blue Panorama überdenkt Superjet, Aero Telegraph, 16. Oktober 2013
  31. FliegerRevue November 2011, S. 7, Suchoi Business Jet
  32. Ch-aviation (englisch), abgerufen am 2. September 2014
  33. superjetinternational.com: Agreement for 30 Sukhoi Superjet 100, Plus 15 Options with Pearl Aircraft Corporation, 22. Juli 2010
  34. Flugrevue.de: Yakutia Airlines übernimmt zweiten Suchoi Superjet 100, 2. Februar 2013
  35. http://ir.superjet100.com: Компания ГСС получила заказ на покупку 3 самолетов SSJ 100 из Юго-Восточной Азии, 21. Mai 2010
  36. interfax.ru: UTair берет в лизинг 24 самолета Сухой Суперджет 100, 17. August 2011
  37. gazeta.ru: «Газпромавиа» купит 10 самолетов Sukhoi Superjet 100 за $323 млн, 17. August 2011
  38. austrianwings.info: Comlux wird Erstkunde für VIP-Version von Sukhoi Superjet, 8. Oktober 2011
  39. aerotelegraph.com: Transaero kauft Superjets und A380., 21. Juni 2012
  40. Highbeam Business: Moskovia Airlines looks to buy 3 Sukhoi Superjet-100s. (englisch), 19. August 2011
  41. aerotelegraph.com: Armavia düpiert Sukhoi, 13. Juli 2012
  42. Simon Hradecky: Crash: Sukhoi SU95 over Indonesia on May 9th 2012, aircraft impacted mountain. The Aviation Herald, 1. August 2012. Abgerufen am 2. Juli 2013.
  43. a b Pressemitteilung vom 11. Mai 2012. Suchoi Homepage. Abgerufen am 12. Mai 2012.
  44. Rettungskräfte finden Wrack von russischem Superjet
  45. Passagierliste. Homepage des russischen Luftfahrtkonsortiums OAK (UAC). Abgerufen am 12. Mai 2012.
  46. Final report (PDF; 6,9 MB), National Transportation Safety Committee 18/12/2012
  47. Der Spiegel: Pilotenfehler führte zum Superjet-Absturz, 17. Dezember 2012
  48. Gerhard Hegmann: Russlands Superjet 100 legt Bruchlandung hin. Die Welt, 21. Juli 2013, abgerufen am 22. Juli 2013.