Sugru

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Eine ungeöffnete Packung des Sugru Silikongummis.

Sugru ist der Markenname eines patentierten Silikonmaterials mit einer Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten, wie beispielsweise Kleben, Formen, Abdichten, Isolieren und Abpolstern. Der Name Sugru leitet sich von dem irischen Wort sugradh ab, das spielen bedeutet.[1][2]

Materialeigenschaften[Bearbeiten]

Im Ausgangszustand hat das Material die Konsistenz von Knetmasse und kann 30 Minuten lang wie solche verarbeitet werden. Es härtet innerhalb von 24 Stunden aus und hat danach ungefähr die Konsistenz von Hartgummi, ist also formstabil und elastisch. Darüber hinaus ist das ausgehärtete Material wasserfest, hitzebeständig (-60 bis 180C°[3]), spülmaschinenfest, ungiftig und in mehreren Farben verfügbar. Auf Grund dieser Eigenschaften zeichnet es sich durch eine große Anzahl von Verwendungsmöglichkeiten aus. Die Lagerzeit des verpackten Materials beträgt laut Hersteller sechs Monate, kann aber durch kühle Lagerung verlängert werden.[4]

Die genaue Zusammensetzung des Materials wird vom Hersteller geheim gehalten, jedoch enthält es zwei Komponenten, die als möglicherweise allergieauslösend gelten, es sollte daher nicht in die Hände von Kindern gelangen. Auch gegenüber einigen Lösungsmitteln ist Sugru unbeständig.[5]

Rezeption[Bearbeiten]

Sugru wird von den Herstellern als Material vertrieben, mit dem ein Benutzer verschiedene Alltagsdinge verbessern kann (engl. Hack things better). Es zielt daher vor allem auf private Anwender wie Heimwerker und Bastler.

Bekannt wurde Sugru durch Artikel im vor allem unter Geeks und Technik-Freaks bekannten Magazin Wired[6] und im Technikblog BoingBoing[7]. Mittlerweile sind auch in verschiedenen großen britische Zeitungen Artikel über Sugru erschienen[8][9] [10] und es hat sich eine Online-Community um das Material entwickelt.

Im Jahr 2010 wurde Sugru vom amerikanischen Time-Magazin zu einer der 50 besten Erfindungen 2010 gekürt.[11]

Entstehung[Bearbeiten]

Die Idee zu Sugru stammt von der irischen Designerin Jane Ní Dhulchaointigh, als sie während ihres Designstudiums in London nach dem besten Modelliermaterial für ihre Arbeit suchte.[12] Sie stellte fest, dass es ein solches Material nicht gab. In Zusammenarbeit mit den zwei Materialforschern Ian Moss und Stephen Westall entwickelte sie Sugru in insgesamt 6 Jahren.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview mit der Erfinderin Jane Ní Dhulchaointigh
  2. Sugru, a new adhesive for repairs and crafts
  3. FORMEROL F.10 / sugru Preliminary technical data sheet (PDF; 259 kB) Sugru.com, October 2009. Abgerufen am 20. Oktober 2013.
  4. Can you hack Methyltris(methylethylketoxime)silane?. Dansdata.blogsome.com, July 1, 2010. Abgerufen am 20. Oktober 2013.
  5. http://getsatisfaction.com/sugru/topics/is_sugru_resistant_to_oil_petrol_solvents
  6. a b Charlie Sorrel: Sugru, An Amazing Silicon Modeling Clay for Makers and Hackers. In: Wired. 1. Dezember 2009, abgerufen am 29. September 2010.
  7. Cory Doctorow: Sugru: polymer clay that fixes and sticks to pretty much everything. In: Boing Boing. 1. Dezember 2009, abgerufen am 29. September 2010 (englisch).
  8. Harry Wallop: Sugru: Is this the best invention since Sellotape? In: Daily Telegraph. 1. Dezember 2009, abgerufen am 29. September 2010 (englisch).
  9. Josh Sims: Sugru: Wonder stuff. 27. Oktober 2010, abgerufen am 6. November 2010 (englisch).
  10. Sean Poulter: Sugru: The high-tech putty that will let you repair your glasses or mend a shelf. In: Daily Mail. 28. Oktober 2010, abgerufen am 12. November 2010.
  11. Deirdre Van Dyk: Sugru - The 50 Best Inventions of 2010 - TIME. In: TIME Online. 11. November 2010, abgerufen am 12. November 2010 (englisch).
  12. Kilkenny woman invents best thing since blu-Tack and Sellotape. Kilkenny People. 25. Januar 2010. Abgerufen am 6. Februar 2010.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]