Suite española op. 47

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Suite española op. 47 ist eine Suite des spanischen Komponisten Isaac Albéniz (1860–1909) aus dem Jahre 1886. Sie stellt eine Hommage Albéniz’ an bekannte Regionen und Städte seines Heimatlandes dar: Granada, Cataluña, Sevilla, Cádiz, Asturias, Aragón, Castilla und Cuba. Die Erstausgabe enthielt nur die Titel Granada, Cataluña, Sevilla und Cuba, die verbleibenden Titel wurden später veröffentlicht, teilweise auch unter anderem Namen. Zusammengefasst wurden alle acht Titel 1912 vom Hofmeister Verlag veröffentlicht. Von Hofmeister stammt auch die Nummerierung Opus 47, welche aber nicht chronologisch bezeichnend für Albéniz’ Werke ist, da diese durch Albéniz und Verlag zufällig vergeben worden waren.

Das Werk erreicht nicht die gleiche Klangfarbe und Komplexität wie Albéniz’ Klavierzyklus Iberia (1905–08).

Die vollständige Bezeichnung der Titel lautet auf die Region nebst Angabe in Klammern für die musikalische Form des Stücks.

Titel[Bearbeiten]

Granada (Serenade)[Bearbeiten]

Eröffnet wird die Suite in F-Dur, Allegretto, 3/8-Takt.

Cataluña (Courante)[Bearbeiten]

Cataluña, die Heimat des Komponisten, ist das kürzeste Stück der Suite und wartet mit einem kurzen Tanz in g-Moll auf. Der B-Teil des Stücks ist in C-Dur gehalten.

Sevilla (Sevillanas)[Bearbeiten]

G-Dur, Allegretto, 3/4-Takt. Einzelne Viertel werden punktiert unterteilt oder in Triolen aufgelöst. Harmonisch effektvoll wirkt die Rückung in die Mediante Es-Dur bei gleichzeitiger Aufweitung des Klaviersatzes. Eine Copla (nostalgische Kantilene an zentraler Stelle) in c-Moll sorgt für den ruhigen, freien Kontrast.

Cádiz (Saeta)[Bearbeiten]

Der Hafenstadt Cádiz ist eine Saeta (span.: Pfeil) in Des-Dur, Allegretto, ma non troppo in 3/4-Takt gewidmet. Der Canto ist in cis-Moll gehalten.

Asturias (Leyenda)[Bearbeiten]

Das einstige Königreich Asturien wird mit einer Leyenda (Legende) in raschem Allegro in g-Moll bedacht. Toccatenartig wechseln sich beide Hände mit jeweils nur einem Ton in durchgehenden Sechzehnteln ab, der gelegentlich oktaviert wird. Der kurze Mittelteil wird bestimmt durch die Dominante D-Dur und schlägt auch auf Taktbeginn mit Oktaven und Akkorden zu. Seinen Ausgang findet das Stück in einer Reprise.

Aragón (Fantasia)[Bearbeiten]

Dem anderen ehemaligen Königreich Aragón gilt eine Fantasie. Sie ist in einem zweitaktig phrasierten 6/8-Takt komponiert.

Castilla (Seguidilla)[Bearbeiten]

Kastilien ist eine Seguidilla in Fis-Dur, Allegro, 3/4-Takt gewidmet. Der Mittelteil, welcher zuerst in fis-Moll, dann C-Dur spielt, hat keine eigene Melodie, sondern kleidet die des A-Rahmens satztechnisch neu ein (vierstimmig, auf Orgelpunkt »fis«) oder steigert sie durch leidenschaftliche Wiederholung und Verkürzung, bis über eine Fortissimopassage die Reprise von Teil A auf markanten Begleitsynkopen (Fis-Dur) erreicht ist.

Cuba (Notturno)[Bearbeiten]

Kuba, bis zum Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898 unter spanischer Herrschaft, bildet den Abschluss der Suite. Die einstige Kolonie wird mit einem Notturno im Stil einer Habanera bedacht.

Interpreten[Bearbeiten]

Eine bekannte Klavierfassung der Suite existiert unter anderem von Alicia de Larrocha.

Transkriptionen[Bearbeiten]

Für Gitarre[Bearbeiten]

Die Suite española ist auf Grund ihrer guten Möglichkeit zur Transkription ein beliebtes Stück für Gitarristen. Erste Arrangements für Gitarre wurden von Albéniz Zeitgenossen Francisco Tárrega und Miguel Llobet gespielt, ca. 1924 folgte eine sehr erfolgreiche Version von Andrés Segovia.[1] Später spielten unter anderem John Williams, Pepe Romero, Manuel Barrueco und Julian Bream eigene Versionen ein.

Für Orchester[Bearbeiten]

Außerdem gibt es eine Transkription für Orchester von Rafael Frühbeck de Burgos, eingespielt vom New Philharmonia Orchestra unter Rafael Frühbeck de Burgos. Frühbeck de Burgos hat in seiner Transkription "Cuba" ersetzt durch "Cordoba" aus den "Cantos de España" (op.232 von Albeniz) [2].

Trivia[Bearbeiten]

Das Stück Asturias ist wegen seines hohen Wiedererkennungswerts und Dramatik wohl das bekannteste der Suite und wird oft zur Untermalung verwendet (z. B. in Right in the Night von Jam & Spoon).

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Stanley Yates: "Albeniz's Leyenda", abgerufen am 7. Februar 2013
  2. siehe Decca SXL6355 (Hüllentext).