Sulechów

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Sulechów
Wappen von Sulechów
Sulechów (Polen)
Sulechów
Sulechów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Landkreis: Zielona Góra
Fläche: 6,80 km²
Geographische Lage: 52° 5′ N, 15° 37′ O52.08333333333315.616666666667Koordinaten: 52° 5′ 0″ N, 15° 37′ 0″ O
Einwohner: 17.443
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 66-100
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FZI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Gorzów WielkopolskiZielona Góra
Schienenweg: Posen–Gubin
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 26 Ortschaften
Fläche: 235,95 km²
Einwohner: 26.634
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0809063
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Ignacy Odważny
Adresse: pl. Ratuszowy 6
66-100 Sulechów
Webpräsenz: www.sulechow.pl

Sulechów [su'lɛxuf] (deutsch Züllichau) ist eine Kleinstadt in der polnischen Woiwodschaft Lebus.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Südosten der Woiwodschaft Lebus, sechs Kilometer nördlich des Oderknies, wo der Fluss sich nach Westen wendet. Hier kreuzen sich die beiden Fernstraßen 3 und 32, und die Woiwodschafts-Hauptstadt Zielona Góra (Grünberg) ist nur 15 Kilometer in südlicher Richtung entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Züllichau im 18. Jahrhundert

Das Gebiet um das spätere Züllichau war seit dem vierten Jahrhundert n. Chr. besiedelt. Im 10. Jahrhundert wurde es vom Großpolnischen Reich unter Mieszko I. erobert, nach dessen Zerfall ab 1138 zum damals polnischen Herzogtum Schlesien. Die Stadtgründung erfolgte im Zuge der Besiedelungsbestrebungen der schlesischen Herzöge etwa um 1250. Eine erste urkundliche Erwähnung erfuhr Züllichau im Jahre 1319. Da sich in der Stadt schon damals wichtige Handelswege kreuzten, entwickelte sie sich schnell zu einem bedeutenden Umschlagplatz. Von 1482 bis 1945 gehörte Züllichau zu Brandenburg.

1537 wurde der Züllichower Kreis von dem Markgrafen Hans von Küstrin erworben, der ihn in die damals von ihm beherrschte Neumark eingliederte. Damit gehörte auch die Stadt Züllichau für die nächsten Jahrhunderte zum deutschen Reichsgebiet. Mit dem Zuzug von Einwanderern aus Franken und Flandern entstand mit dem Weberhandwerk ein neuer und einträglicher Wirtschaftszweig. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts verdoppelte sich die Einwohnerzahl auf 4000. Rückschläge hatte Züllichau durch zwei große Stadtbrände in den Jahren 1557 und 1687 zu verkraften.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts, Züllichau war jetzt Bestandteil des preußischen Königreiches, wurde die Stadt angesichts der bevorstehenden Schlesienkriege zu einer Garnisonsstadt entwickelt. Das 19. Jahrhundert stand im Zeichen einer weiteren positiven Stadtentwicklung. Durch die preußische Verwaltungsreform wurde Züllichau Kreisstadt des ausgedehnten Landkreises Züllichau-Schwiebus. Das traditionelle Tuchmachergewerbe hatte sich zu einer leistungsstarken Textilindustrie entwickelt. Der Ausbau der Landstraßen, der 1870 erfolgte Anschluss an die Bahnstrecke Guben–Posen und die Eröffnung des Oderhafens Odereck (Cigacice) 1898 förderten die Ansiedlung neuer Industriebetriebe, etwa der Metallverarbeitung. Die Einwohnerzahl stieg auf über 8000.

Der Anfang des 20. Jahrhunderts stand im Zeichen reger Bautätigkeit, in der ein neues Landratsgebäude, das Schützenhaus und zahlreiche Villen errichtet wurden. Der Verlust des größten Teils der Provinz Posen nach dem Ersten Weltkrieg wirkte sich für Züllichaus Wirtschaft sehr negativ aus, denn es lag jetzt im Grenzbereich zu Polen. Durch den Zuzug vieler Menschen aus den verlorenen Ostprovinzen erhöhte sich die Einwohnerzahl noch einmal und betrug 1939 9630. Bei der Eroberung der Stadt durch sowjetische Truppen Anfang 1945 kam es zu erheblichen Zerstörungen. Mit der Vertreibung der deutschen Bevölkerung und der Übernahme durch die polnische Verwaltung wurde die Umbenennung in Sulechów vollzogen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die ehemals evangelische Kreuzkirche
heute: Kościół pw. Podwyższenia Krzyża Świętego
  • In der Aleja Wielkopolska befindet sich das Züllichauer Schloss, ein spätklassizistischer Bau. Im Innern befindet sich eine 1701 für König Friedrich I. erbaute Kapelle.
  • Im Zentrum der Stadt steht die Kreuzkirche mit Bauelementen verschiedener Stilepochen und einem Flügelaltar von 1767.
  • Ebenfalls im Zentrum steht das alte Rathaus, dessen älteste Teile aus dem 16. Jahrhundert stammen.
  • Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind Teile der Stadtmauer und das barocke Crossener Tor erhalten geblieben.

Gemeinde (Gmina Sulechów)[Bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Sulechów gehören 26 Ortschaften (deutsche Namen amtlich bis 1945)[2]:

  • Sulechów (Züllichau)
  • Boryń
  • Brody
  • Brzezie k/ Pomorska (Briese)
  • Brzezie k/ Sulechowa (Briesche)
  • Buków (Buckow)
  • Cigacice (Tschicherzig, 1937–1945 Odereck)
  • Głogusz (Glogsen)
  • Górki Małe (Unterweinberge)
  • Górzykowo (Ober Guhren)
  • Kalsk (Kalzig)
  • Karczyn (Harthe)
  • Kije (Kay)
  • Klępsk (Klemzig)
  • Krężoły (Krummendorf)
  • Kruszyna (Krauschow)
  • Laskowo (Suppmühle)
  • Leśna Góra (Waldhäuser)
  • Łęgowo (Lang Heinersdorf)
  • Mozów (Mosau)
  • Nowy Klępsk (Neu Klemzig)
  • Nowy Świat (Neue Welt)
  • Obłotne (Oblath)
  • Okunin (Langmeil)
  • Pomorsko (Pommerzig)
  • Przygubiel (Klippendorf)

Partnerstadt[Bearbeiten]

Töchter und Söhne der Stadt[Bearbeiten]

Weitere mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sulechów – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 8. Dezember 2014.
  2. Das Genealogische Orts-Verzeichnis