Suleiman Shah

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Ehemalige Lage des Grabs von Suleiman Shah: Burg Qalʿat Dschaʿbar

Suleyman Shah (سلیمان شاه, vollständig: سلیمان بن کیا آلپ Süleyman bin Kaya Alp; * um 1178; † 1236) war nach Angabe von Aschikpaschazade der Großvater von Osman I., dem Gründer des Osmanischen Reichs. Diese Ansicht gilt allerdings als widerlegt.[1] Heute vermuten einige Historiker entgegen der bisherigen Meinung, dass Gündüz Alp der Großvater von Osman I. gewesen ist.

Leben[Bearbeiten]

Zeitgenössische Quellen über Süleiman Shahs Leben existieren nicht. Überlieferungen zufolge war er gegen Ende des 12. Jahrhunderts ein Stammesführer der oghusischen Kayı. Während der kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Mongolen unter der Führung von Dschingis Khan wurde Suleiman Shah mit seinen Stämmen aus Turkestan vertrieben; so wanderte er mit seinen Stämmen in Richtung Ostanatolien aus. Dort ließ er sich mit seinen Stämmen im Jahre 1214 in der Nähe des heutigen Erzincan nieder. Einige der Stammesangehörigen wanderten später weiter und ließen sich in den heutigen Städten Diyarbakır, Mardin und Urfa nieder. Damit begann die Ansiedelung der Türken in Anatolien.

Tod und Suleiman Shahs Grab[Bearbeiten]

Es wird angenommen, dass Suleiman Shah und einige seiner Gefolgsleute vom oghusischen Stamm Kayı unter nicht bekannten Umständen im Euphrat ertrunken sind. Sein angebliches Grab liegt im heutigen Nordsyrien. Die ursprüngliche Position bei der Burg Qal'at Dscha'bar wurde 1974 bei einem Stauseeprojekt der Tabqa-Talsperre überflutet und das Grab deshalb rund 100 km nach Norden verlegt. Seit dem Vertrag von Ankara von 1921 ist das Areal des Grabes unter türkischer Kontrolle. Das Gebiet und das Grab von Suleiman Shah wird rund um die Uhr von türkischen Soldaten bewacht und geschützt.

Im aktuellen Bürgerkrieg in Syrien droht der „Islamische Staat“ mit der Zerstörung des Grabes, was für die Türkei Grund wäre, in den Krieg einzugreifen. Entsprechend überquerte am 23. April 2014 ein türkischer Militärkonvoi bestehend aus 300 Soldaten, sechs Panzern und mehreren gepanzerten Fahrzeugen die syrische Grenze, um das Grab zu schützen.[2][3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fahamettin Başar in: İslâm Ansiklopedisi, s.v. ERTUĞRUL GAZİ
  2. Konvoi zum Grabmal Süleyman Şahs ist „Routineaktion“. Abgerufen am 27. April 2014.
  3. http://orf.at/stories/2247795/2247796/