Sulfamid

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Strukturformel
Strukturformel von Sulfamid
Keile zur Verdeutlichung der räumlichen Struktur
Allgemeines
Name Sulfamid
Andere Namen
  • Schwefelsäurediamid
  • Sulfurylamid
  • Amidoschwefelsäureamid
Summenformel SO2(NH2)2
CAS-Nummer 7803-58-9
PubChem 82267
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 96,11 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,61 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

91-92 °C[1]

Löslichkeit
  • löslich in Wasser, heißem Ethanol und Aceton[1]
  • wenig löslich in kaltem Ethanol[1]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338​‐​302+352​‐​321​‐​405​‐​501Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/37/38
S: 26​‐​37
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Sulfamid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Amide und der Sulfurylverbindungen. Sie wurde erstmals im Jahre 1838 von dem französischen Chemiker Henri Victor Regnault dargestellt.[3] In der organischen Chemie wird der Name der Verbindung auch für die entsprechende funktionelle Gruppe verwendet, wobei in der Literatur der Name teilweise auch als Synonym für die allgemeinere Gruppe der Sulfonamide benutzt wird.[4]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Sulfamid kann durch Reaktion von Sulfurylchlorid oder Schwefeltrioxid[5] mit Ammoniak gewonnen werden.[6]

\mathrm{SO_2Cl_2 + 4 \ NH_3 \longrightarrow SO_2(NH_2 )_2 + 2 \ NH_4Cl}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Sulfamid ist ein weißer geschmackloser Feststoff, der löslich in heißem Wasser, heißem Ethanol und Aceton ist.[1] Beim Erhitzen oberhalb 140 °C erfolgt die Umwandlung nach (NH4)3(SO2N)3. Es bildet mit Silbernitrat nur bei Zusatz von Ammoniak ein Silbersalz der Formel Ag2[SO2(NH)2], das in Wasser sehr schwer löslich ist.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Datenblatt Sulfamide, 99% bei AlfaAesar, abgerufen am 22. Dezember 2013 (JavaScript erforderlich).
  2. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  3. Regnault, Victor (1838) "Sur l'acide chlorosulfurique et la sulfamide", Annales de chimie et de physique, series 2, 69 : 170-184 (Volltext auf Gallica); siehe auch "Action de gaz ammoniac sec sur la liqueur chlorosulfurique", S. 176-180.
  4.  Peter Kurzweil, Paul Scheipers: Chemie: Grundlagen, Aufbauwissen, Anwendungen und Experimente. Springer DE, 2005, ISBN 352864609-8, S. 259 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5.  ADVANCES IN INORGANIC CHEMISTRY AND RADIOCHEMISTRY. Academic Press, 1960, ISBN 008057851-9, S. 185 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. a b  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 490.