Sunrise (Telekommunikation)

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Sunrise Communications AG
Sunrise.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft [1]
Gründung 2001
Sitz Zürich, Schweiz
Leitung Libor Voncina
(CEO)
Dominik Koechlin
(VR-Präsident)
Mitarbeiter ca. 1'700 (2012)
Umsatz 2,066 Mrd. CHF (2012)
Branche Telekommunikation
Website www.sunrise.ch
Kundenzahlen (Q2 2013)
Mobilfunk 2'116'000
Festnetz 457'000
Internet 361'000
Gesamtkundenzahl 2'934'000

Die Sunrise Communications AG mit Sitz in Zürich ist mit rund drei Millionen Kunden das zweitgrösste Telekommunikations-Unternehmen der Schweiz. Die ehemalige Tochtergesellschaft der dänischen Tele Danmark (TDC A/S) gehört seit dem 28. Oktober 2010 der luxemburgischen Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners. Sie tritt im Markt unter dem Namen Sunrise auf. Unter dem Markennamen yallo vermarktet das Unternehmen zudem ein Billig-Angebot.

Der Hauptsitz liegt seit März 2010 an der Binzmühlestrasse im Zürcher Stadtteil Oerlikon. Zuvor war die Firma im Hochhaus Sunrise Tower beheimatet. Weitere Standorte befinden sich in Bern, Biel, und Renens.

Der Carrier Selection Code von Sunrise ist 10707.

Hauptsitz von Sunrise seit März 2010 in Zürich
Ehemaliger Hauptsitz der Sunrise im Sunrise Tower in Zürich Seebach

Dienstleistungsbereiche[Bearbeiten]

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Mobilfunk[Bearbeiten]

Sunrise ist mit gut 2,1 Millionen Mobilfunkkunden (Mitte 2013) der zweitgrösste Mobilnetzbetreiber der Schweiz mit einem Marktanteil von 21,4 % am Schweizer Mobilfunkmarkt. Die von Sunrise publizierte Kundenzahl beinhaltet weder Wholesale-Kunden respektive Kunden der Provider cablecom mobile, Lebara Mobile, Salut!-mobile (Aldi), TalkTalkMobile und 20 Minuten Mobile (die ausschliesslich das Mobilnetz von Sunrise benutzen) und in&phone, welche das Netz von Sunrise dank einer nationalen Roamingvereinbarung mitbenutzen können. Auch M2M-SIM-Karten werden bei Sunrise in der Kundenzahl nicht berücksichtigt.

Das Unternehmen hat 360 Roaming-Abkommen in über 180 Ländern abgeschlossen und ist Gründungsmitglied der heute nicht mehr aktiven Starmap Mobile Alliance.

Festnetz[Bearbeiten]

Sunrise verfügt über ein eigenes Glasfasernetz mit über 10'000 Kilometern Länge und mehr als 200 Points of Presence. Das Unternehmen hat seit der Liberalisierung der Letzten Meile rund 80 % der Hausanschlüsse mit eigener Infrastruktur erschlossen. Im Festnetzbereich besass Sunrise Mitte 2013 rund 457'000 Kunden. Hierbei werden nur aktive Kunden gezählt, welche innerhalb des letzten Monats Telefonverkehr generiert haben.

Internet und Datenkommunikation[Bearbeiten]

Sunrise bietet den Zugang auf WLAN-Hotspots an, wobei vorwiegend die Netze von anderen Firmen wie Monzoon oder TPN benutzt werden. Ende 2009 waren rund 600 Hotspots eingerichtet. Mitte 2013 zählte Sunrise 361'000 Internetkunden. Die Anzahl der ADSL-Anschlüsse verzeichnet in der Schweiz allgemein eine stark steigende Tendenz. Die Verfügbarkeit für DSL liegt bei über 98 % der Festnetzanschlüsse. Sunrise verwendet die Technologie ADSL2+, welche höhere Geschwindigkeiten zulässt als ADSL.

Fernsehen[Bearbeiten]

Mit DesktopTV[2] stellt Sunrise ihren ADSL-Kunden eine Möglichkeit für den Empfang von 35 Fernsehkanälen bereit. Zur Darstellung wird ein Flash-Plugin verwendet. Seit Januar 2012 bietet Sunrise zudem ein IPTV-Produkt an.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Sunrise-Werbetram am Limmatquai, Zürich

Entstanden ist Sunrise aus der Fusion von diAx und dem damaligen sunrise im Jahre 2001. diAx wurde 1997 gegründet, nahm im Dezember 1998 den Betrieb auf und gehörte damals zu 40 % der US-amerikanischen SBC Communications zu 50 % Schweizer Energieversorgern und zu 10 % der bundesdeutschen RWE AG. Das damalige sunrise gehörte vorwiegend die BT Group und der dänischen Tele Danmark (TDC A/S), mit Migros und den Schweizerischen Bundesbahnen als Juniorpartner. Im Jahre 2000 wollten die beiden Unternehmen verhindern, dass für die UMTS-Lizenzen Milliardenbeträge bezahlt werden müssen. Durch den Zusammenschluss von diAx und sunrise gab es nur noch vier Bewerber für die vier ausgeschriebenen UMTS-Lizenzen. Nach der Fusion einigte man sich auf den neuen Markennamen sunrise und das neu entstandene Unternehmen TDC Switzerland AG wurde zur 100 %-Tochter der TDC A/S.

Ende Januar 2006 übernahm die Nordic Telephone Company (NTC) 88,2 % der Aktien von TDC A/S, dem Mutterhaus von Sunrise. Seit 4. Oktober 2007 lautet der Name des Unternehmens Sunrise Communications AG und der Markenname Sunrise wird gross geschrieben. Als neues Logo dient der Namenszug «Sunrise» in der Schriftart Frutiger, welche die schweizerische Verankerung des Unternehmens unterstreichen soll. Des Weiteren lautet ihr neuer Leitspruch „Mutig. Vital. Ehrlich. Einfach.“.

Am 29. September 2008 gab Sunrise die Übernahme der Konkurrentin Tele2 Schweiz bekannt. Tele2, welche über 491'000 Kunden verfügte, blieb zunächst als Marke bestehen, die Mitarbeiter wurden übernommen.[3] Per 1.November 2011 liefen jedoch die Lizenzrechte am Namen "Tele2" aus, der Auftritt wurde in "Tele4U" geändert. [4]

Im November 2009 gaben France Télécom und TDC die Absicht bekannt, ihre Schweizer Tochtergesellschaften Orange Communications und Sunrise zusammenzuführen. Am neuen Unternehmen sollten France Télécom 75 % und TDC 25 % halten. Kombiniert hätte das neue Unternehmen über einen Marktanteil von rund 38 % beim Mobilfunk und von rund 13 % bei den Breitbandanschlüssen verfügt.[5] Am 22. April 2010 untersagte die Wettbewerbskommission (WEKO) den Zusammenschluss. Als Grund wurde die marktbeherrschende Stellung im Mobilfunkmarkt der fusionierten Unternehmung zusammen mit Swisscom genannt. Ausserdem wäre der im Markt aktivste Netzbetreiber aus dem Markt ausgeschieden.[6]

Im September 2010 gaben TDC A/S und die luxemburgische Private-Equity-Gesellschaft CVC Capital Partners bekannt, eine Vereinbarung über den Kauf von Sunrise durch CVC für 3,3 Milliarden Franken getroffen zu haben. Die Transaktion wurde nach Genehmigungen durch die schweizerischen Wettbewerbs- und Regulierungsbehörden am 28. Oktober 2010 vollzogen.[7][8][9]

Entwicklung des Mobilfunknetzes[Bearbeiten]

Am 20. April 1998 erhielt die damalige diAx AG die Konzession für den Betrieb eines Dualband-Mobilnetzes (GSM 900 und 1800) in der Schweiz. Nach einer intensiven Aufbauphase konnte das Mobilnetz bereits im Dezember 1998 in Betrieb genommen werden. Anfänglich war das Netz jedoch nur entlang von Autobahnen und in städtischen Gebieten verfügbar. Durch den kontinuierlichen Ausbau des Mobilnetzes auch in ländlichen Regionen erreichte der Netzbetreiber bald eine bessere Abdeckung, v. a. auch dadurch, dass das Netz der Schweizerischen Bundesbahnen als Backbone genutzt werden konnte.

Als erster Mobilfunkanbieter der Schweiz lancierte das Unternehmen im Dezember 2000 GPRS-Dienste auf dem Schweizer Markt. Als weltweit erster Anbieter schaltete diAx diesen Dienst auch für Prepaid-Karten frei. Noch im gleichen Monat, kurz nachdem bekannt wurde, dass diAx und die damalige sunrise fusionieren, ersteigerte sich das Unternehmen als dSpeed eine der vier landesweiten UMTS-Konzessionen.

Mobilfunknetz der 2. Generation (GSM / EDGE)[Bearbeiten]

Sunrise startete am 1. Dezember 2005 mit einem hybriden Netzwerk auf GPRS-, EDGE- und UMTS-Basis mit Datenübertragungsraten von bis zu 384 Kbit/s. Seit Ende 2006 ist das gesamte GSM-Netz flächendeckend EDGE-fähig. Heute erreicht das Mobilfunknetz der 2. Generation (GSM bzw. EDGE) von Sunrise 99,8 % der Schweizer Bevölkerung.

Mobilfunknetz der 3. Generation (UMTS)[Bearbeiten]

Die Abdeckung mit dem Mobilfunkstandard der 3. Generation (3G bzw. UMTS) beträgt über 96%[10] des besiedelten Gebiets der Schweiz, wodurch Sunrise die nahezu gleiche Flächenabdeckung wie Marktführerin Swisscom (98%[11]) erreicht. Dies obwohl Sunrise von allen drei Schweizer Netzbetreibern am wenigsten Mobilfunkantennen bzw. - basisstationen (ca. 4000[12]) betreibt. Jedoch hat Sunrise ihr 3G-Netz seit 2012 ausserhalb grosser Städte flächendeckend auf das 900 MHz-Spektrum umgerüstet, wo Sunrise über das gleiche grosse Frequenzspektrum wie Swisscom (30 MHz)[13] verfügt, dieses jedoch konsequent für die Nutzung von 2G und eben auch 3G verwendet. Hauptvorteil des 900 MHz-Frequenzbandes gegenüber dem sonst für 3G üblichen Frequenzband auf 2100 MHz ist vor allem eine deutlich grössere Reichweite sowie bessere Abdeckung im Gebäudeinneren.

Im Zuge der Umstellung auf UMTS900 seit 2012 hat Sunrise ihr Netz zugleich auch flächendeckend mit dem 3G-Beschleuniger HSPA+ aufgerüstet. Dies ermöglicht theoretische Datenübertragungsraten von bis zu 42 Mbit/s.[14]

Mobilfunknetz der 4. Generation (LTE)[Bearbeiten]

Sunrise nahm das Mobilfunknetz der 4. Generation (LTE Release 8[15]) am 19. Juni 2013 als letzter der drei Schweizer Mobilfunknetzbetreiber in Betrieb[16]. Vorerst wurden nur grosse Ballungszentren abgedeckt, weshalb Sunrise mit der Flächenabdeckung lange Zeit deutlich hinter beiden Mitbewerbern lag. So wurde bis Ende Oktober 2013 ca. 50% Flächenabdeckung erreicht[17]. Im Gegensatz zu den anderen Schweizer Netzbetreibern wurde dafür 4G von Anfang an für sämtliche Mobilfunkkunden auf dem Sunrise-Netz (Postpaid und Prepaid sowie auch für Kunden von yallo, Aldi Mobile oder Lebara, u. a. m.) freigeschaltet[18]. Dank Erhöhung der Investitionen im Jahr 2014 und konsequenter Verwendung des neu ersteigerten 800 MHz-Frequenzspektrums (Band 20; ab LTE Release 9) konnte Sunrise nun im 2014 Fortschritte in der Flächenabdeckung von v.a. ländlicheren Gebieten erzielen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag der «Sunrise Communications AG» im Handelsregister des Kantons Zürich
  2. Sunrise DesktopTV
  3. Sunrise, Medienmitteilung vom 29. September 2008
  4. PC-Tipp.ch: Aus Tele2 wird Tele4U
  5. Medienmitteilung vom 25. November 2009 (PDF; 82 kB)
  6. admin.ch: WEKO untersagt Zusammenschluss von Orange und Sunrise Medienmitteilung vom 22. April 2010
  7. Sunrise, Medienmitteilung vom 17. September 2010
  8. TDC A/S, Medienmitteilung vom 17. September 2010
  9. Sunrise, Medienmitteilung vom 28. Oktober 2010
  10. Sunrise lanciert LTE Hochgeschwindigkeitsnetz, Medienmitteilung vom 18. Oktober 2012, abgerufen am 3. September 2014.
  11. Mobilfunknetz: Der optimale Technologie-Mix, abgerufen am 3. September 2014.
  12. 8000 neue Handy-Antennen, Schweiz am Sonntag, abgerufen am 3. September 2014.
  13. Neue Mobilfunkfrequenzen für Orange, Sunrise und Swisscom, Bundesamt für Kommunikation BAKOM, abgerufen am 3. September 2014.
  14. Orange rüstet ihr Mobilnetz weiter zügig aus fürs schnellere mobile Surfen, Medienmitteilung Orange Communications vom 22. Dezember 2010, abgerufen am 5. Oktober 2014.
  15. Mobilfunkfrequenzen in der Schweiz: Sunrise wird LTE bald auch im 800-Mhz-Frequenzband anbieten, Präsentation (PDF) von Hans Jörg Denzler, CCO Sunrise AG am Studerus Technology Forum, abgerufen am 3. September 2014.
  16. Jetzt surfen auch Sunrise-Kunden mit LTE, TagesAnzeiger online, abgerufen am 3. September 2014.
  17. 4G/LTE: Mobiles Highspeed Internet für alle Sunrise Kunden, Yahoo! NACHRICHTEN, abgerufen am 3. September 2014.
  18. 4G/LTE: Mobiles Highspeed Internet für alle Sunrise Kunden, Sunrise Medienmitteilung , abgerufen am 3. September 2014.