Super-Pit-Goldmine

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Super-Pit-Goldmine
Allgemeine Informationen zum Bergwerk
Kalgoorlie The Big Pit DSC04498.JPG
Super-Pit-Goldmine
Andere Namen Super Pit Gold Mine, Fimiston Open Pit
Abbautechnik Tagebau
Informationen zum Bergwerksunternehmen
Betreibende Gesellschaft Barrick Gold, Newmont Mining
Beschäftigte 550
Betriebsbeginn 1893
Geförderte Rohstoffe
Abbau von Gold
Geographische Lage
Koordinaten 30° 46′ 29″ S, 121° 30′ 34″ O-30.774722222222121.50944444444Koordinaten: 30° 46′ 29″ S, 121° 30′ 34″ O
Super-Pit-Goldmine (Westaustralien)
Super-Pit-Goldmine
Lage Super-Pit-Goldmine
Standort Kalgoorlie-Boulder
Bundesstaat Western Australia
Staat Australien

p0

Die Super-Pit-Goldmine (englisch: Super Pit Gold Mine oder Fimiston Open Pit) ist Australiens größtes Goldbergwerk, das im Tagebau betrieben wird und das viertgrößte der Welt ist.[1] Die Super Pit befindet sich in der Regien Goldfields-Esperance am Goldfields Highway am südöstlichen Ende von Kalgoorlie-Boulder, der größten Stadt im australischen Outback.[2].

Der Tagebau erstreckt sich über etwa 3,5 Kilometer Länge, 1,5 Kilometer Breite und 360 Meter Tiefe. Das Bergwerk ist so tief wie der Uluṟu hoch ist und hat in etwa den gleichen Umfang.[1]

Betreiber, Eigentümer und Beschäftigung[Bearbeiten]

Kalgoorlie Consolidated Gold Mines Pty Ltd (KCGM) betreibt die Super Pit, ein Unternehmen, das je zur Hälfte Barrick Gold und Newmont Mining gehört. Der Bergbau fördert jährlich 850.000 Unzen (28 Tonnen) Gold.[3]

Auf dem Gelände des Bergwerks sind mehr als 550 Personen beschäftigt.[4] Ferner hält das Unternehmen Ausbildungsprogramme für Aborigines ohne Bergwerkserfahrung und für Techniker und Lastwagenfahrer vor.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet von Kalgoorlie-Boulder ist das traditionelle Land der Aborigines der Maduwangka.

1893 begann die europäische Besiedlung als die Iren Paddy Hannan, Dan Shea und Tom Flannagan Gold nahe am Mount Charlotte fanden, was zu einem australischen Goldrausch führte, in dessen Folge der Ort Kalgoorlie im Jahr 1903 bis auf 30.000 Einwohner anwuchs. Nach Bekanntwerden dieses Fundes drangen weitere Prospektoren in dieses Gebiet ein und im Goldfeld der heutigen Super Pit wurde erst in den späten 1890er Jahren Gold geschürft, das den Namen Golden Mile erhielt.[5] Den Goldgräbern wurde schnell klar, dass weiteres Gold in der Tiefe lag und so entstanden zahlreiche kleine Bergwerke, die in den Untergrund hinein reichten. Die Bergwerke zu einer einzigen Mine zusammenzuführen, versuchte der Geschäftsmann Alan Bond in den 1980er Jahren, was misslang. Die Ursprünge der Super Pit liegen vermutlich im Jahr 1989 als Kalgoorlie Consolidated Gold Mines Pty Ltd mehrere Bergwerke zu einem Werk vereinte.[6] Barrick Gold übernahm Anteile an der Super Pit im Dezember 2001, als sie die Homestake Mining Company übernahm. Newmont wurde drei Monate später ein weiterer Inhaber als es die Normandy Mining in Februar 2002 übernahm.

Geologie[Bearbeiten]

Das Bergwerk liegt in einer geologischen Formation Western Australias, dem Norseman-Wiluna Greenstone Belt.

Die goldführenden Adern des Bergwerks entstanden aus einer Reihe von steilen Abscherungen des massiven Gesteins und sie bildeten den sogenannten Golden Mile Dolerit. Der Dolerit des Bergwerks, der das goldhaltigste Material in Australien führt, besteht aus mehr als 2000 Adern, die sich 5 Kilometer lang und 2 Kilometer breit und 1 Kilometer tief erstrecken. Die Erzadern sind unterschiedlich groß, abgebaut werden allgemein nur die Adern die 10 Meter lang und 6 Meter breit sind.

Das Gestein, in dem die Goldadern liegen, ist ein zertrümmerter tholeiitischer Gabbro. Abhängig von der Mineralkonzentration sind in den Vulkanschloten Pyroxen und Olivin, Plagioklas und Ilmenit und eine hohe Quarzkonzentration in granophyrischen Gesteinen entstanden. Diese Verbindungen intrudierten vor 2.675 Millionen Jahren in einem aus Hornblende, Plagioklas und Quarz bestehenden Schlot. Die Schlote sind gleich alt und ihr Inhalt von gleicher Gesteinszusammensetzung. Daneben gibt es kleine Schlote aus Lamprophyr.

Es gab mehrere Verwerfungen, die sich in einem eng begrenzten Gebiet von wenigen Kilometern vor 2670 Millionen Jahren ereigneten, dabei teilte sich die Golden-Mine-Verwerfung in eine östliche und in eine westliche Zone auf, die Erzadern mit Gold führen, stürzten steil ab, wobei die Hauptadern nach Nordwesten führen, überschneidende Adern in nord-nord-westlicher und die Gegenadern in west-nord-nördlicher Richtung verlaufen.[7]

Die Mineralisation fand innerhalb der brekkzierten Adern statt und die Minerale wurden durch die stattfindende Foliation blätterförmig geprägt. Des Weiteren fand eine Alteration statt, die Umwandlung von Mineralen in einem Gestein zu Sekundärmineralen. Die entferntesten Zonen der Verwerfung beinhalten Chlorit-Kalzit. Chlorit und Kalzit wurden durch Serizit und eisenreiche Karbonate, wenige Metern von den Schloträndern entfernt, ersetzt. Die am stärksten alterierten Gesteine enthalten Siderit, vanadiumreiches Serizit und kein Chlorit. Die am geringsten alterierten Gesteine beinhalten Hämatit und Anhydrit.

Erminerale werden auf dem Minengelände gefunden, wie Pyrit, Kupferkies und wenige Sulfide, Silber-Telluride, Quecksilber, Blei und Gold. Das Erz ist allgemein schwierig zu schmelzen. In den goldhaltigen Ablagerungen sind etwa 30 % Gold, 25 % Gold-Telluride, 35 % Gold in Pyrit und 10 % feinverteiltes Gold in Pyrit enthalten, das nicht mit dem Auge erkennbar ist. In den Adern können die Goldanteile hunderte oder tausend von Gramm je Tonne erreichen. Im Durchschnitt werden allerdings 2,5 Gramm je Tonne Gestein erreicht.[7]

Bergwerksbetrieb[Bearbeiten]

Goldminen in der Region von Kalgoorlie

Das Gestein im Bergwerk wird in konventioneller Technik angebohrt, anschließend die Bohrlöcher mit Sprengstoff gefüllt und gezündet. Jedes Jahr werden 15 Millionen Tonnen Gestein nach der Sprengung mit Schaufelbaggern, die 60 Tonnen Gestein heben und mit Großraum-Muldenkippern, die 225 Tonnen laden können, bewegt. Je Tag werden 240.000 Tonnen transportiert.[7] Das Erz wird zu zwei Anlagen transportiert, in die Fimiston- und Gidji-Anlage. Bevor das Gold gewonnen wird, wird das Erz zerkleinert.

Das Bergwerk wird 365 Tage im Jahr im Zweischicht-System in je 12 Stunden betrieben.

Goldgewinnung und Umwelt[Bearbeiten]

Zerkleinern, Mahlen und Aufschäumen des Erzes und die Gewinnung des Goldes findet in der Fimiston-Anlage statt und es wird in der Gidji-Anlage fortgesetzt.

Die Goldeinlagerungen mit Telluriden und im Pyrit im Gestein sind außergewöhnlich. Um das Gold zu gewinnen, muss das Gestein zuerst zermahlen werden. Anschließend wird es einem Flotationverfahren unterzogen um das goldhaltiges Pyritkonzentrat zu erzeugen. Dieses wird in einem kleinen Schmelzer außerhalb von Kalgoorlie-Boulder geschmolzen um das Gold von Tellurid zu befreien.

Die Trennung von Gestein und Gold geschieht durch Schwerkraft und das Carbon-In-Leach-Verfahren.[7] Die Aufbereitung des Gesteins erfolgt in diesem Verfahren nach Zerkleinerung des Gesteins, Flotation und Cyanidlaugung unter Beteiligung von Aktivkohle.

Im Prozess der Cyanidauslaugung wird Gold chemisch in hochgiftigen Sickerwässern gebunden. Nach Filtration und Ausfällung entsteht brauner Schlamm, aus dem nach Waschen und Trocknen durch Reduktion Rohgold wird. In diesem Prozess entstehen Blausäure und Cyanide, die trotz Wiederverwendung der Lauge in die Umwelt entweichen können. Alle in diesem Prozess entstehenden Stoffe sind giftig. Diese werden zwar leicht in der Natur zersetzt und abgebaut, dennoch können die entstehenden großen Abraumhalden und Cyanid-Stäube durch Wind und Wasser unkontrolliert verteilt werden, Giftstoffe unkontrolliert in die Umwelt gelangen und schwere ökologische Schäden verursachen.[8]

Produktionszahlen[Bearbeiten]

Produktionszahlen nach Jahren:[9]

Jahr Produktion Anteil Kosten je Unze
1998-99 [10] 718.554 Unzen 2,37 g/t US$ 236
2000 715.164 Unzen 2,27 g/t A$ 325
2001 616.344 Unzen 2,14 g/t A$ 397
2002 720.050 Unzen 1,73 g/t A$ 222
2003
2004
2005
2006
2007 628.000 Unzen 1,53 g/t
2008 612.000 Unzen 1,56 g/t
2009 690.000 Unzen US$ 609
2010

Tourismus[Bearbeiten]

Das Bergwerk kann täglich zwischen 7:00 bis 19:00 besichtigt werden und Sprengungen können von einem Aussichtspunkt am Goldfields Highway in Boulder gesehen werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Super-Pit-Goldmine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b kalgoorlietourism.com: The KCGM Super Pit, in englischer Sprache, abgerufen am 22. April 2012
  2. superpit.com.au: Living in Kalgoorlie-Boulder, in englischer Sprache, abgerufen am 22. April 2012
  3. superpit.com.au: Welcome to Super Pit', in englischer Sprache, abgerufen am 22. April 2012
  4. superpit.com.au: Employment, in englischer Sprache, abgerufen am 22. April 2012
  5. kalgoorlieaustralia.com: History, in englischer Sprache, abgerufen am 22. April 2012
  6. kalgoorlieaustralia.com: The Super Pit, in englischer Sprache, abgerufen am 22. April 2012
  7. a b c d mining-technology.com.au: Fimiston Open Pit "Super Pit" Gold Mine, Australia, in englischer Sprache, abgerufen am 22. April 2012
  8. regenwald.org: 12 Fragen und Antworten zum Thema Gold, abgerufen am 26. April 2012
  9. The Australian Mines Handbook - 2003-04 Edition. S 127
  10. onof.goldavenue.com: Normandy Mining Ltd - 1999. Mine-by-Mine Operating Results, in englischer Sprache, abgerufen am 22. April