Supply-Chain-Risikomanagement

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Gegenstand des Supply-Chain-Risikomanagements sind Risiken in komplexen und dynamischen Lieferanten- und Kundennetzwerken.[1] (vgl. Wieland/Wallenburg, 2011)

Der Begriff Supply-Chain-Risikomanagement (SCRM; engl. supply chain risk management) benennt im Rahmen des Supply-Chain-Managements die Umsetzung von Strategien für das Management von sowohl Alltags- als auch Ausnahmerisiken entlang der Supply Chain auf Basis einer kontinuierlichen Risikobewertung mit der Zielsetzung, Anfälligkeit zu verringern und Fortbestand zu gewährleisten.[2] Supply-Chain-Risikomanagement wird typischerweise in die Phasen Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Überwachung eingeteilt.[1]

Phasen[Bearbeiten]

Identifizierung[Bearbeiten]

Diese Identifizierungsphase des Supply-Chain-Risikomanagements bezieht sich auf die Identifizierung der Ursachen von Störungen entlang der Supply Chain; hierbei sollen sowohl Alltags- als auch Ausnahmerisiken entlang der Lieferkette identifiziert werden.[1] Risiko-Objekte sind i.d.R. Lieferanten, Länder und einzelne Lokationen. Ebenfalls werde in speziellen Fällen auch die Transportmittel (z.B. Schiffe) als weitere Risiko-Objekte überwacht.

Bewertung[Bearbeiten]

Die Bewertungsphase des Supply-Chain-Risikomanagements bezieht sich auf die Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadensausmaßes eines Risikos; diese Werte sollten jedoch nicht bloß miteinander multipliziert werden, da bei Alltagsrisiken und bei Ausnahmerisiken gänzlich anders gegengesteuert werden muss.[1]

Steuerung[Bearbeiten]

In der Steuerungsphase des Supply-Chain-Risikomanagements findet das eigentliche Risikomanagement statt. Die Steuerung von Ausnahmerisiken erfolgt häufig über Versicherungen, die Steuerung von Alltagsrisiken kann durch veränderte Prozesse, zusätzlich Lieferanten oder einen höheren Bestand erfolgen.[1]

Überwachung[Bearbeiten]

Viele Risiken lassen sich erst managen, wenn sich Veränderungen im Zeitverlauf abzeichnen; die Überwachungsphase des Supply-Chain-Risikomanagements ist somit besonders wichtig.[1]

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Norrman, Ulf Jansson: Ericsson's proactive supply chain risk management approach after a serious sub-supplier accident. (engl.) In: International Journal of Physical Distribution & Logistics Management, 2004, Jg. 34, Nr. 5, ISSN 0960-0035, S. 434-456.

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. a b c d e f vgl. Andreas Wieland, Carl Marcus Wallenburg: Supply-Chain-Management in stürmischen Zeiten. Universitätsverlag der TU, Berlin 2011, ISBN 978-3-7983-2304-9.
  2. Wieland, A., Wallenburg, C.M., 2012. Dealing with supply chain risks: Linking risk management practices and strategies to performance. International Journal of Physical Distribution & Logistics Management, 42(10). im Englischen Original: "the implementation of strategies to manage both everyday and exceptional risks along the supply chain based on continuous risk assessment with the objective of reducing vulnerability and ensuring continuity"