Supraśl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für den gleichnamigen Fluss siehe Supraśl (Fluss)
Supraśl
Wappen von Supraśl
Supraśl (Polen)
Supraśl
Supraśl
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Podlachien
Landkreis: Białostocki
Fläche: 5,68 km²
Geographische Lage: 53° 13′ N, 23° 20′ O53.21666666666723.333333333333Koordinaten: 53° 13′ 0″ N, 23° 20′ 0″ O
Einwohner: 4679
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 16-030
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Einwohner: 14.342
(31. Dez. 2013)[1]
Gemeindenummer (GUS): 2002093
Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Radosław Dobrowolski
Adresse: ul. Józefa Piłsudskiego 58
16-030 Supraśl
Webpräsenz: http://www.suprasl.pl/
Kloster der Verkündigung der Seligen Jungfrau Maria (auch: Supraśl Lavra)

Supraśl ist eine Stadt mit etwa 4700 Einwohnern im Nordosten Polens.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Supraśl befindet sich in der Nähe der weißrussischen Grenze – ungefähr 15 Kilometer nordöstlich von Białystok. Sie gehört zur Woiwodschaft Podlachien (seit 1999) im Powiat Białostocki und ist Sitz der Gmina Supraśl. Zuvor gehörte Supraśl zur Woiwodschaft Białystok.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Supraśl befindet sich das Kloster der Verkündigung der Allheiligsten Gottesmutter Maria (auch: Supraskaja Lavra) – ein orthodoxes Kloster, welches zwischenzeitlich ein Basilianerkloster war, und heute eines von insgesamt sechs Männerklostern der Polnisch-Orthodoxen Kirche ist. Der Klosterhof wird von barocken Gebäuden des 17. und 18. Jahrhundert umrahmt. Den Mittelpunkt des Klosterhofs bildet die Klosterkirche "Cerkiew Zwiastowania Najświętszej Marii Panny" ("Maria-Verkündigungs-Kirche"). Sie wurde im 16. Jahrhundert im Renaissancestil erbaut, wurde im 2. Weltkrieg gänzlich zerstört, von 1998 bis 2004 wieder originalgetreu aufgebaut, und gilt als eine der schönsten orthodoxen Kirchen Polens.[2] Heute befindet sich im einstigen Palast der Archimandriten ein Museum, das eine der bedeutendsten Ikonensammlungen Polens beherbergt.[3] Der bedeutende Homiliar Codex Suprasliensis, eine der ältesten slawischen Schriften Polens und einer der ältesten seiner Art weltweit, wurde nach dem Kloster Supraskaja Lavra benannt.[4] Seit dem 20. September 2007 gehört er zum Weltdokumentenerbe der UNESCO. In der orthodoxen Welt ist das Kloster ebenfalls berühmt durch das im Kloster durch den Weltlichen Bogdan Onisimowicz verfasste Irmologion Supraski, einem zwischen 1598 und 1601 entstandenen, etwa 700 Seiten umfassenden liturgischen Buches, welches Gesänge aus Konstantinopel, vom Heiligen Berg Athos, sowie aus dem Kiewer Höhlenkloster vereint und somit ein absolutes Unikum in der Geschichte des slawischen orthodoxen Kirchengesangs darstellt. Das Irmologion Supraski wurde erst 1970 in Kiew wiederentdeckt und ist heute als eine der bedeutendsten Notenhandschriften der Welt anerkannt. [5]

Darüber hinaus befindet sich in Supraśl auch eine ehemalige evangelische Kirche mit Friedhof sowie der Palais der Fabrikantenfamilie Buchholtz, der 1903 im Stil der Neorenaissance umgebaut wurde.[2]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.
  2. a b Online-Reiseführer für Polen
  3. Homepage des Ikonenmuseums von Supraśl (Polnisch)
  4. Kurt Aland (Hrsg): Die alten Übersetzungen des Neuen Testaments, die Kirchenväterzitate und Lektionare. Band 5 der Reihe "Arbeiten zur neutestamentlichen Textforschung", 1972
  5. Website der UNESCO zum Weltdokumentenerbe (Englisch)